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Terry

Kamikaze

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Wohnort: Franken

Beruf: Elektrotechniker

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1

Montag, 13. November 2006, 15:38

Descendant - He's a chip of the old block



Prolog

Es war ein heisser Sommernachmittag in Easttown.
Die Sonne brannte unbarmherzig und machte jede unnötige Bewegung zur Qual.
Dennoch herrschte am Hafen reger Betrieb,
denn auch heute mussten die Fischer ihrem Tagwerk nachgehen und ihren Lebensunterhalt verdienen.
Auf einem der Stege, weit draußen mit dem Rücken zum Hafen, saß Suko und aß einen Apfel,
den ihm ein freundlicher Mensch geschenkt hatte.
Ein Apfel... Suko seufzte.
Nicht, dass er sich beklagen würde - der Apfel war köstlich, ein seltener Genuss für ihn, und er freute sich an jedem Bissen.
Aber satt würde ihn das nicht machen...
Er war schon seit Tagen unterwegs, und sein Magen beschwerte sich deutlich über den Mangel an Proviant.
Als er aufgegessen und noch den letzten Saft von den Fingern geleckt hatte, stand er auf,
schulterte seinen Reisesack und machte sich wieder auf den Weg, zurück an Land und am Strand entlang.
Um sich von seinem knurrenden Magen abzulenken, beobachtete er sie Leute.
Ein alter Mann erregte seine Aufmerksamkeit, der gerade mit Mühe versuchte,
seinen Fang aus einem Kanu an Land zu ziehen. Das mit Fischen prall gefüllte Netz brachte Suko auf eine Idee.
Er näherte sich dem Fischer.
"Hey alter Mann, lass mich dir behilflich sein."
"Hau ma bloß ab, du Dreggschrubba! I fall auf di Driggs der kongurrenz ned nei!"
"Hä? Nun... ich glaube, da bringst du was durcheinander...
ich bin nicht von der Konkurrenz, ich wollte dir lediglich helfen", erklärte Suko.
"Aha... glaubsd nua weil i so ald bin kanni wohl ned gscheid denkn oda was!?", raunzte der Greis.
Er musterte ihn und fragte dann, immer noch misstrauisch: "Was genau willsdn!?"
"Nun... Ich wollte dir meine Arbeitskraft anbieten. Aber nicht für Entgelt."
"Was genau willsdn!?", wunderte sich der Alte.
"Ich hab seit Tagen nichts Warmes mehr bekommen, und ich gedenke hier ne Weile zu bleiben."
""Ähh.. soll des heißn, du willsd bei mia Hausn und nua Fudda ham?"
Suko konnte förmlich sehen, wie es im Kopf des ALten arbeitete.
"Ich will nur für den Tag regelmäßig was zu Essen. Übernachten tu ich im
Freien", beruhigte er ihn.
"Verstehi des etz ricdtig? Du willst hard für mich schufftn und dafür nua was zu Essn ham!? Und ka Dach übern Schädl!?"
"Yep", bestätigte Suko unbekümmert.
"Na du bist vielleicht a Depp. Aber geht gla", grinste der Mann.

Damit begann eine gute, wenn auch eintönige Zeit für Suko.
Zwar musste er hart arbeiten, doch hatte er wenigstens täglich seine sicheren Mahlzeiten:
Fisch am Morgen, Fisch am Mittag, und am Abend - Fisch.
So gut versorgt hatte er schon lang nicht mehr gelebt.
Die Nächte verbrachte er am Strand, an einem kleinen Lagerfeuer.
Das war zwar eigentlich nicht nötig, die Luft war auch nachts warm genug,
doch das Knistern des Feuers hatte etwas Beruhigendes.
Hier konnte er sich nach den Strapazen des tages entspannen und in Ruhe nachdenken,
wie es weitergehen sollte, bis das Rauschen der Brandung ihn in den Schlaf wiegte.
Es ging ihm gut hier, er musste nie hungern, doch langsam hing ihm der ewige Fisch zum Halse heraus.
Wie lange würde er hier noch bleiben?

Eines Morgens, als die Sonne über Easttown aufging, fielen ihre Strahlen auf ein ungewohntes Bild.
Ein junger Mann lag auf einer Sitzbank, eine Zeitung über dem Gesicht.
Gerade wachte er auf, streckte sich und machte dabei ein paar obszöne Geräusche.
Die Nacht auf dieser harten Unterlage machte sich bemerkbar, er spürte jeden einzelnen Knochen im Leib.
Als er die Zeitung von seinem Kopf zog, kam das Gesicht eines Teenagers zum Vorschein.
Er strich sich die Haare aus der Stirn und blinzelte in die Sonne.
Seine blauen Augen standen in faszinierendem Kontrast zu seiner gebräunten Haut, doch was zuerst an ihm auffiel,
waren die trotz seiner jungen Jahre weißen Haare und die Narbe über dem linken Auge.
Er stand auf, streckte sich im Stehen ein weiteres Mal und kratzte sich gedankenverloren am Hintern.
Wohin jetzt?
Da stieg ihm ein neuer Geruch in die Nase und brachte seine Augen zum Funkeln.
Wo kam dieser himmlische Duft her?
Er drehte sich in alle Richtungen.
Da! Da war es...
Ein blondes Mädchen, ungefähr in seinem Alter.
Sie hatte die Haare zu einem Zopf nach hinten gebunden, so dass ihr bildübsches Gesicht freilag.
Doch was seine Aufmerksamkeit erregt hatte, war das, was sie in der Hand hielt...

Er ging auf sie zu.
Schon nach wenigen Schritten bemerkte sie ihn.
Sie sah, wie er immer näher kam, seine Augen nicht von ihr laßend, genau auf sie zu...
Das Blut schoss ihr in die Wangen, und ihr Herz schlug schneller.
Was war da los?

Jetzt stand er da, nur wenige Zentimeter vor ihr.
Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Wenn er sie jetzt anspräche, sie bräuchte sicher kein Wort heraus.
Er sah ihr verführerisch in die Augen.
"Hallo, du süßes Ding. Du... bist genau das, was ich jetzt will",
seine Stimme klang hungrig und nach Verheißung und Abenteuer.
Sie stand wie vom Donner gerührt. Ihr Herz schlug ihr bis zum Halse.
Ihr wurde warm. Das Atmen fiel ihr immer schwerer.
Was geschah mit ihr?
"Komm mal her zu mir", sagte er und senkte seinen Kopf ganz langsam immer tiefer.
Ihr Herz raste. Sie konnte kaum glauben, was hier passierte.
Was sollte sie tun?
Instinktiv machte sie genau das, was ihr Körper verlangte.
Sie schloss die Augen und spitzte die Lippen. Vor ihrem inneren Auge sah sie schon jetzt, was gleich geschehen würde..
Sie schwebte auf Wolke Sieben.
Das war ein Traum, ein Traum, den sie niemals für mölich gehalten hätte, und jetzt wurde er wahr.
Sie spürte eine wohlbekannte Hitze im Unterleib, die sich langsam ausbreitete und nun kurz vor der Explosion stand.
Ja... gleich war es soweit... ein wohliger Schauder erfasste sie.
Jeden Augenblick wird sie es spüren... sie wird... sie wird...

"Mampf... Mjam... mmmmmmh... Oh mein Gott...*schmatz*"

Sie riss völlig perplex die Augen auf und sah, wie der Typ sich an ihrer
Mahlzeit verging.

"Alfo.. daf ift daf leckerfte waf ich je in meinem Leben gegeffen hab!!!!", schmatze der Kerl zufrieden.
Beim Sprechen flogen Essensreste aus seinem Mund und spritzten auf ihr Gesicht.
"Fagmal Mädfchen... waf ift diefe Köftlichkeit?", erkundigte er sich mit strahlenden Augen.

....
.......
*Ein Prärieball rollt*
...
....
.....

Da lag er nun im Dreck, mit Beulen am Kopf und einer mächtig geschwollenen Backe.
Ächzend stand er auf und klopfte sich den Staub aus den Kleidern.
"Also unfreundlich sind die Frauen heutzutage... ts ts ts..."
Wenigstens war er jetzt hellwach. Er sollte sich wieder auf den Weg machen.
Er sah sich kurz um und ging dann los, Richtung Hafen. Die salzige Meeresluft kitzelte ihn in der Nase.
Vielleicht bekäme er ja ein paar Fische als Mittagessen?


Terry

Kamikaze

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2

Freitag, 1. Dezember 2006, 14:28

Chapter One : Memories

Suko zog die Beute an Land. Er gab sich jeden Tag Mühe, doch heute war das Ergebnis besonders sehenswert.
Auch der alte Fischer war zufrieden.
"Jo Burschi, do hast was guts gmacht heut", lobte er, "zur Belohnung kriegst heut zehn Fische."
Trotz der Großzügigkeit des Alten sah die Grimasse, die Suko hinter seinem Rücken zog, nicht gerade glücklich aus.

Die Arbeit war getan, der Alte hatte sich in seine Hütte zurückgezogen, und die Sonne näherte sich dem Horizont.
Suko saß an seinem Platz an der Brandung neben einem Lagerfeuer.
Die Fische hatte er an Spießen über das Feuer gestellt, wo sie nun appetitlich brutzelten.
In Gedanken ließ er die letzten Tage Revue passieren.
Was hatte ihm sein Aufenthalt in Easttown bis jetzt gebracht?
Viel gelernt hatte er nicht. Sicher, die tägliche Arbeit hatte ihn fit gehalten, und das Essen war nahrhaft,
auch wenn er sich inzwischen Mühe geben musste, es herunterzuwürgen.
Doch er sah in dieser Eintönigkeit keine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.
Wo sollte es nun hingehen?
Was würde ihn als nächstes erwarten?
Die Zukunft lag so dunkel und unergründlich vor ihm wie das Meer. Nur eines war sicher.
Morgen früh würde er den Hafen verlassen.

"Naja, was solls", dachte Suko, "das ganze Denken ist nicht meine Stärke, und hungrig macht es einen auch noch."
Er verzog das Gesicht, als er an den Fisch dachte, der sein einziges Abendessen war,
aber sein Magen machte ihm klar, dass das besser als nichts war.
Also beugte er sich vor, um nach dem ersten Spieß zu greifen... und erstarrte.
Direkt vor ihm stand jemand. Ein Fremder. Ein Fremder mit weißen Haaren.

"Wo kommt der denn her?" wunderte sich Suko.
Da bemerkte er, dass der Typ einen seiner Fischspieße in der Hand hielt.

Ihre Blicke trafen sich.

Beide sahen sich tief in die Augen.

...
...
*ein Prärieball rollt*
...
...

Suko erkannte die Gefahr. Hastig begann er, seinen Fisch zu verspeisen.
Die plötzliche Bewegung schien dem Fremden ein Signal zu geben, und er begann sofort, auch seinen Fisch zu verschlingen.
Die beiden kauten und schmatzten um die Wette.
Gleichzeitig griffen sie zum zweiten Spieß.
Dann der dritte...
Die Gräten knirschten zwischen den Zähnen und kratzten beim Schlucken im Hals.
Dann der vierte...
Die Köpfe der Fische knackten beim Zerkauen.
Dann der letzte...
Die Schwanzflossen waren ziemlich zäh.
...
...
Weit und breit war kein Trinkwasser, um nachzuspülen.

Die Dunkelheit brach endgültig herein und es wurde Nacht.
Die beiden lagen einander gegenüber gemütlich am Lagerfeuer.
"Verrat mir mal deinen Namen... Fremder, der sich ohne Erlaubnis an meinem Essen verging", verlangte Suko.
"Mein Name ist Xell. Verrate mir deinen Namen, Typ, der mich deswegen nicht Verjagt", antwortete Xell.
"Suko", er grinste, "und um ehrlich zu sein, warst du mir eine willkommene Hilfe.
Mir hängt der Fisch zum Halse heraus, und ich hätte das alles nicht allein essen können."
"Yep... der Würstchenburger von dem Mädchen hat auch besser geschmeckt als das", bestätigte Xell.
"Würstchenburger?", fragte Suko stirnrunzelnd.
"Ja... Diese runden, knackigen Enden, dieser mit Gefühl aufgetragene Ketchup, und diese frischen Gurken...
Ich dachte, ich hätte alles schon erlebt, aber das ist einfach der Himmel", schwärmte Xell,
"und dieses Brötchen erst... Frisch und kross, aber dennoch nicht zu hart, wie wundervoll warm es ist..
wie aus dem Ofen geholt und wie es mich nur anschreit, verzehrt zu werden."
Suko lauschte amüsiert, wie Xell mit dieser Hymne fortfuhr.
Sein Blick war in die Ferne gerichtet, und seine Augen glänzten im Feuerschein.
"Ich würde mit ihm alles tun, Surfen in Südafrika, die Katakomben von Rom erkunden, und ihn dann romantisch verschlingen.
Nur dieser eine Augenblick, wenn ich meine Zähne in ihn schlage und ihn zerkaue... ja, nur für diesen Moment lebe ich.
Es sind nicht einmal drei Sekunden, die es dauert, bis alles runtergeschluckt ist,
aber nur für solche drei Sekunden würde ich sterben", beendete Xell seinen Traum.
"Du meinst Hotdogs?", fragte Suko.
Xell sah ihn an. Seine Augen wurden glasig.
"Es hat einen Namen! Gott, ich danke dir!"
Suko sah, wie ihm eine Träne langsam die Wange herabrann. Er musste grinsen und schüttelte verständnislos den Kopf.

Währendessen am Flughafen

Dem Flugzeug aus Neo-Tokyo, das soeben gelandet war, entstieg ein junger Mann mit sportlicher Figur.
Auch innerhalb des Flughafens nahm er die Sonnenbrille nicht ab.
In seiner roten Lederhose und dem roten Mantel war er eine auffällige Erscheinung.
Er verließ die Ankunftshalle und stieg in die schwarze Limousine, die schon auf ihn wartete.
"Guten Tag, Sir, hatten Sie einen angenehmen Flug?", erkundigte sich der Chauffeur höflich.
Der Mann ging nicht darauf ein. "Ist das meiner?", fragte er und deutete auf den Koffer, der neben ihm auf dem Sitz lag.
"Ja, Sir, eine Desert Eagle aus purem Gold und Ihr Schwert, Sir", bestätigte der Chauffeur.
"Ausgezeichnet. Fahren Sie mich zu meiner Residenz!"


Terry

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Donnerstag, 21. Dezember 2006, 16:54

Kurze Zeit später hielt die Limousine vor der Residenz der S.S. Corp. Der Chauffeur stieg aus und öffnete den Schlag.
"Nehmen Sie meinen Koffer und bringen Sie ihn in den Konferenzraum."
"Ja, Sir."
Der junge Mann ging auf den Eingang zu. In dem Augenblick, in dem er dieTürschwelle erreichte, schwang die große Tür auf.
"Willkommen zu Hause, Mr. Strife", begrüte ihn ein Mann in der Uniform eines Butlers.
"Veranlassen Sie umgehend eine Sitzung im Konferenzraum.
Meine Agenten sollenn schleunigst Bericht erstatten", befahl Strife im Vorbeigehen, während er das Haus betrat.
Der Butler sah ihm betroffen nach. "Mr. Strife, es ist drei Uhr nachts, und Sie hatten eine lange Reise..."
"SOFORT!", unterbrach ihn Strife.

eine halbe Stunde später

An der Tür zum Konferenzraum klopfte es vorsichtig.
"Herein", rief Strife, seine Desert Eagle schussbereit in der Hand.
Die Tür öffnete sich. Zwei bullige Männer, komplett in Schwarz gekleidet, traten zögernd ein.
"Sir?"
"Erstattet mir augenblicklich Bericht", befahl Strife.
Einer der beiden Schwarzgekleideten atmete tief durch und begann zu reden.
"Nun, Sir... seinen Standort ausfindig zu machen, hat sich als äußerst schwierig herausgestellt..."
Es knallte laut. Die Tür hinter den beiden Männern zersprang in tausend Stücke.
Sie zuckten zusammen und sahen sich verwirrt an.
Dann wurde ihnen langsam klar, dass ihr Boss gerade auf sie geschossen hatte. Entsetzt blickten sie auf ihn.
Strife pustete gelassen den Rauch von der Mündung seiner Desert Eagle.
Ganz entspannt öffnete er den Koffer und holte Munition heraus.
"Seht ihr das hier?", fragte er hämisch. "Das ist Pulsar-Munition."
Die Männer erstarrten. Feine Tröpfchen von Angstschweiß sammelten sich auf ihren Stirnen.
Gebannt beobachteten sie, wie Strife die Patrone direkt in den Verschluss steckte.
"Versucht nicht, mich auf den Arm zu nehmen, und erspart mir eure Höflichkeitsform! Ich will Fakten!", sagte er zornig.
"Wir... wir können ihn nicht ausfindig machen, Sir", brachte einer zitternd heraus.
Squall legte eine Hand auf sein Gesicht und massierte sich sanft die Augen.
"Was ist daran so schwer, einen Befehl dieser Art auszuführen?", fragte er seufzend.
"Ihr habt nicht den Auftrag, eine Firma zu manipulieren oder jemanden zu eliminieren..."
Er setzte sich wieder hin und legte die Desert Eagle auf den Tisch.
"S...Sir...Dieser Typ ist ein Meister der Tarnung, und das nicht nur im wörtlichen Sinne..."
"Geht! Ich sehe, dass ich das alleine machen muss."

Währenddessen am Hafen

Suko und Xell lagen neben dem leise knisternden Lagerfeuer. Keiner von beiden konnte schlafen,
und so starrten sie in den Himmel und ließen ihre Gedanken wandern.
Schließlich brach Suko das Schweigen.
"Xell...�
Xell drehte ihm den Kopf zu und grinste. "Yep?�
"Wer bist du eigentlich? Erzähl mal deine Geschichte.â€?
Xells Gesicht wurde ernst.
"Wenn ich das wüsste, wäre ich ein Stück weiter... Ich... hab eine Ameiseâ€?, erklärte er.
"Eine Ameise!?�, fragte Suko verwirrt.
"Ja... Ich kann mich an meine Vergangenheit nicht erinnern. Nur an die Geschehnisse vor Kurzem.�
"Ach so... du meinst eine Amnesie!�
"Ja, sag ich doch, eine Ameise.�
Suko zog die Brauen hoch, beschloss aber, nichts mehr dazu zu sagen.
"Naja... erzähl mir dennoch deine Geschichteâ€?, bat er stattdessen.
Xell sah wieder in den von Sternen funkelnden Himmel. Sein Blick verlor sich in der Ferne.
"Da gibt’s nicht viel zu erzählenâ€?, wehrte er ab, "ich wandere umher,
auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen.
Hinweise, die mir auf die Sprünge helfen, meine Identität herauszufinden.â€? Er verstummte.
Nach einer Weile fragte er zurück: "Was treibst du eigentlich hier? Gibt’s für dich kein Zuhause?â€?
"Sieh dich um... Die Freiheit ist mein Zuhause�, antwortete Suko leichthin.
"Das ist ja wohl die blödeste Antwort, die mir ein Vagabund je gegeben hatâ€?, spottete Xell.
"Ameiseâ€?, dachte Suko. Dann erzählte er: "Ich hab da so ein Ähnliches
Problem wie du. Ich leide unter einer Art Zwangsneurose oder wie man das nennt.�
Xel warf ihm einen neugierigen Blick zu.
"Ich habe Probleme mit der Orientierungâ€?, erklärte Suko.
"Das heißt soviel, wie dass ich an Orten ankomme ohne zu wissen wie. Oder ich Orte aufsuche und dabei woanders lande.
Würde ich ein Haus besitzen, würde ich’s wahrscheinlich nie wieder finden.â€?
Xell starrte ihn ungläubig an. Dann brach er in schallendes Gelächter aus.
Er kugelte sich auf dem Boden und hielt sich den Bauch.
Suko seufzte und ließ den Spott über sich ergehen und wartete, bis es vorbei wäre.

Stunden später

Endlich beruhigte Xell sich ein bisschen. Er hörte auf zu lachen und wischte sich die Tränen vom Gesicht.
Sukos Körpertemperatur sank wieder... noch eine Minute länger, und er wäre doch noch auf ihn losgegangen.
"Oh Mann, ich kann nicht mehr�, seufzte Xell glucksend.
Es vergingen noch mehrere Minuten, bis er endgültig zur Ruhe gekommen war und Stille zurückkehrte.
Die beiden betrachteten wieder das sternübersäte Firmament.

Diesmal war es Xell, der das Schweigen brach.
"Suko...�
"Yep?�
"Erzähl jetzt du mir deine Geschichteâ€?, forderte er.
"Meine Geschichte...â€? Sukos Blick verdüsterte sich. Xell musterte ihn von der Seite, doch Suko sah ihn nicht an.
Stille senkte sich wieder Über den Strand.
"Hey, bist du eingedöst?!â€?, beschwerte sich Xell.
"Xell... ich... kann dir meine Geschichte nicht erzählen... weil... ich mich
auch nicht erinnern kann.�
Xell grinste.
"Irgendwie kauf ich dir das nicht ab. Wäre ja wohl echt purer Zufall, dass wir beide ne Ameise hätten.â€?
"Nein... das ist es nicht...â€?, versuchte Suko zu erklären.
"Was dann?�, jetzt war Xell doch ein wenig besorgt.
"Es ist... ich hab mir nie darüber Gedanken gemacht. Es ist so... als ob ich einfach alles vergessen hab.â€? Er zögerte.
Dann fuhr er stockend fort: "Ich weiß zwar, wer ich bin und wie die letzten Jahre so abgelaufen sind. Aber...
ich kann dir nicht sagen, wie genau...
Du bist der Erste, der mich in meinem Leben gefragt hat, wer oder was ich bin...
Ich hab... Es ist... Ich mache mir jeden Tag Gedanken darüber, was ich als nächstes mache,
aber noch nie habe ich so richtig darüber nachgedacht,
wie die letzten Tage so vergingen.â€? Sukos Stimme klang leicht verängstigt.
Dieses Thema war für ihn ungewohnt und unangenehm.

Xell verstand seine Lage. Er wusste nur allzu gut, wie Suko jetzt empfand.
Dennoch... wenn ein Mensch seine ganze Vergangenheit scheinbar "vergessen" hatte, war das doch seltsam.
"Nun... was ist, wenn du jetzt versuchst, mal nicht über die letzten Tage,
sondern über die letzten Jahre nachzudenken?â€?, schlug er vorsichtig vor.
"Vielleicht... zurück in deine Kindheit?â€? Er bemühte sich, aufmunternd zu klingen.

Suko zog die Brauen zusammen. Sein Herz klopfte schneller.
Wieso hatte er sich nie Gedanken über seine Vergangenheit gemacht?
Was würde er finden, wenn er seine Erinnerungen durchsuchte?
"Ich versuch’s�, sagte er betont trocken und schloss die Augen.
...
.....
Es war dunkel.
Schwarz.
Suko sah sich selbst…
nein, er sah nichts, er erinnerte sich an diese Szene…
an einem Ort, an dem er nicht einmal die eigenen Hände vor Augen sehen konnte.
Aber er hörte etwas...
Er hörte... Kinder... weinende Kinder... doch sie weinten unterdrückt, so leise, wie sie nur konnten.
Er sah sie nicht... aber er fühlte ihre Angst.
Wovor fürchteten sie sich so sehr? Mein Gott... eine solche Furcht hatte er noch nie gespürt... Wer waren diese Kinder??

Suko spannte seine Muskeln an. Seine Augenlider zuckten, pressten sich zusammen.
Ein Stöhnen entrang sich seiner Brust.
Xell richtete sich besorgt auf. "Alter... ist alles in Ordnung mit dir?�

Der Schrei der Kinder zerriss die Dunkelheit.
"NEEEIN!�
Was zum Teufel ging hier vor!?
Suko hörte ein hämisches Lachen hinter sich.
"JETZT... gibt es kein Entkommen!�
Er drehte sich um und erkannte die Silhouette eines Teenagers.
"STERBT!�, schrie der Junge und lief an Suko vorbei.
Er versuchte, ihn aufzuhalten, doch das war die Vergangenheit... eine Vergangenheit, die er nicht verhindern konnte...
Er drehte sich wieder zurück, als er die qualvollen Schreie der Kinder hörte.
Er hörte alles... er hörte, wie Fleisch aufgeschlitzt wurde und Blut an die
Wände spritzte.
Es hallte...
Suko erkannte, dass er sich in einer Höhle befand.
Dann wurde es plötzlich still.

"Alter... Mann, was ist los mit dir?â€? Xell packte Suko, dessen verkrampfter Körper unregelmäßig zuckte.

Suko atmete stoßweise.
Was ging hier nur vor?
Was sollte das alles!?
Er atmete immer schneller... er war kurz davor, zu Hyperventilieren...
Plötzlich spürte er eine starke Aura.
Die Höhle wurde schlagartig grell erleuchtet. Seine Augen brannten in dem plötzlichen Licht.
Er blinzelte und versuchte die Quelle zu erkennen.
Er sah eine kleine Gestalt vor sich stehen... Das Licht kam von ihr... Das Kind... war ein Feuerbändiger!
Und direkt vor ihm stand sein Killer... Suko konnte ihn noch immer nicht erkennen...
Der Mörder schrie vor Schmerz, hielt sich das Gesicht... er war im Gesicht verwundet worden.

Suko kam mit einem Schrei wieder zu sich.
"Alter...du machst mir Sachen! Alles in Ordnung?�, erkundigte sich Xell mit einer Mischung aus Angst und Erleichterung.
Suko war immer noch völlig verwirrt. Schwer atmend blickte er sich um.
Was war das?
Er sah Xell an...
"Suko...?�, fragte Xell erschrocken, als er seinem neuen
Freund in die Augen sah.
Diese Augen... sie... glühten... Xell stand auf und ging mit langsamen
Schritten rückwärts.
Suko biss die Zähne zusammen. Er streckte eine Hand in die Flammen des Lagerfeuers.
Statt zu verbrennen, saugte er das Feuer in sich hinein.
Als Xell das sah, erstarrte er.
Suko stand auf, ohne den Blick von Xell zu lösen. Sein Arm brannte lichterloh.
"Xell... woher hast du diese Narbe?�


Ende Chapter One


Terry

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Montag, 29. Januar 2007, 15:56

Chapter Two : for what?

Xell starrte Suko entsetzt an.
Was war denn mit ihm los? Was war schiefgegangen? Er verstand gar nichts mehr.
"Hey Mann... bleib mal locker! Du hast schlecht geträumt, das ist alles",versuchte er Suko zu beruhigen.
"Wo...Her... Hast... Du... Die... Narbe!", brachte Suko zähneknirschend hervor.
Er ging langsam auf Xell zu. Je näher er ihm kam, desto stärker strömte die Energie durch seinen Körper.
Xell spürte die Hitze, die von ihm ausging.
Suko konzentrierte seine Kraft in einem Arm. Die Intensität des Feuers nahm immer mehr zu. Schweißtropfen bildeten sich auf Xells Stirn.
Er fasste nach der Narbe an seinem Auge. Allmählich wurde ihm der Ernst der Lage klar,
auch wenn er noch immer nicht verstand, was in Suko gefahren war.
"Glaubst du, ich wüsste es nicht selbst gern!? Ich weiß nicht mal, wer ich bin!!", schrie er.
Doch Suko war so in Rage, dass er ihn gar nicht mehr hörte. Er bereitete sich auf einen Angriff vor.
Flammen umspielten ihn, flossen seinen Arm herunter, sammelten sich an seiner Hand.
Xell sah, was er vorhatte. "Nun, Suko... wenn es so sein muss, dann werde ich dir den Gefallen tun!"
Er ballte eine Faust und ließ sekundenschnell alle Kraft hineinfließen, die er
in solcher Eile aufbringen konnte.
Suko hob die Hand über den Kopf und konzentrierte die gesammelten Kräfte auf einen Punkt...
Auch Xell war jetzt an seinem Maximum angelangt...

"SERPENT... WAAAVE!!!", schrie Suko und ließ eine riesige Welle aus Feuer auf Xell los.
"HURRICANE UPPEEER!!!", schrie Xell und schleuderte ihm einen gewaltigen Tornado entgegen.
Die beiden Kräfte prallten in einem Inferno aus Sturm und Flammen aufeinander.
Xell bedeckte sein Gesicht mit den Armen, um sich vor der ungeheuren Hitze zu schützen.
Suko riss die Hände vor den Kopf, um sich gegen den tobenden Wind zu wehren.

Als das Spektakel vorbei war, schauten sich die beiden an.
Der Schweiß lief Xell in Strömen von der Stirn.
Langsam beruhigte sich Suko.
Einen Augenblick standen sie so da, Auge in Auge.
"Windmagier!", brachte Suko hervor.
"Feuerbändiger!", antwortete Xell heiser.

Wieder standen sie stumm da. Keiner rührte sich. Beide atmeten schwer.
Schließlich bemerkte Suko, wie sich der Himmel am Horizont sanft verfärbte...
die Morgendämmerung brach herein.

"Deine Narbe...", unterbrach er die Stille, "sieht wie eine saubere Schnittwunde aus."
Wieder griff Xell nach der Stelle an seinem Auge.
Suko grübelte über das, was er vorhin gesehen hatte.
Ein Junge im Teenageralter... der zwei kleine Kinder angriff...
"Du bist siebzehn, hast du gesagt?", vergewisserte sich Suko.
"Ja", bestätigte Xell.
Suko strengte sich an, doch es gelang ihm nicht, sich zu erinnern, wie der Junge aus seiner Vision,
oder was auch immer das gewesen sein mochte, verletzt wurde.

"Es wäre besser, wir brechen auf...", Suko fing an, seinen Reisesack zu packen.
"Getrennte Wege, natürlich." Xell war noch immer völlig verwirrt.
Er wusste nicht, wie er sich jetzt verhalten sollte.
Ohne es Suko merken zu lassen, löste er seine Hand von dem pulsierenden Griff hinter seinem Rücken.
Was hatte das eben bedeutet? Und was sollte diese Frage?
Plötzlich ertönte ein vernehmliches Magenknurren und brach die Spannung.
Suko hielt inne. "Du hast schon wieder Hunger!?", staunte er.
"Meinst du, die paar Fische von vorhin machten mich satt!?", antwortete Xell sarkastisch.
Suko nickte verständnisvoll und begann, in seiner Tasche zu wühlen.
"Du solltest dir Gedanken machen, wie du dir Nahrung beschaffst.
Normalerweise reagieren Menschen gereizt, wenn man ihnen das Essen vor der Nase wegschnappt.
Also betrachte mein Verhalten gestern Abend nicht als selbstverständlich", riet er Xell.
"Um Essen zu beschaffen, solltest du was dafür was tun. Biete den Leuten deine Hilfskraft an.
Die meisten haben kein Problem damit, dich mit Essen zu entlohnen."
Suko zog die Hand wieder aus der Tasche. Zwischen seinen Fingern blitzte die Dublone, die er dort gesucht hatte. Er warf sie Xell zu.
"Hier... Manche Menschen sind sogar freundlich und geben einem doch Geld.
Damit kannst du dir fürs Erste was kaufen", setzte er fort.

Xells Augen begannen zu funkeln. "Ähm... wo krieg ich Hotdogs her?", fragte er vorsichtig, aber mit kaum verhehlter Gier.

"Puh... Easttown ist keine kleine Stadt... Du wirst sicher im Zentrum was finden", antwortete Suko.
Er war jetzt fertig mit Packen und band den Reisesack zu.
Als er wieder zu Xell aufsah, war dieser schon nicht mehr da.
"Hmmm... wenn ich in der nächsten Zeit höre, dass ein Hotdog-Fanclub gegründet wurde,
weiß ich, wer dafür verantwortlich ist", grinste Suko und ging los, wieder auf die Reise, wie immer.
Schon nach ein paar Schritten knurrte auch sein Magen "Hmmm... Ein Döner wäre jetzt nicht schlecht."

Währenddessen am anderen Ende der Stadt

"Bist du dir sicher?", fragte Maksim zweifelnd.
"Ja! Die Energie war enorm! Es kann nur von ihm stammen!", antwortete die Stimme in seinem Kopf.
"Aus welcher Richtung?"
"Irgendwo im Osten!"
"Das bringt mir nicht gerade viel", Maksim war noch immer nicht überzeugt.
"Je länger du hier rumzögerst, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir ihn verlieren"

Maksim... ein siebzehnjähriger Junge aus der Gegend von Northpoint.
Ein Junge auf der Suche nach dem Mörder seines Dorfes.
Ein Junge, der einen Pakt mit einem Wesen der Schatten geschlossen hat, um Vergeltung zu üben.

Er fuhr sich durch seine weißen, stachelig wirkenden Haare. Sein Partner hatte scharfe Sinne, das wusste er, aber ob er diesmal wirklich richtig lag?
Und selbst wenn: "Das macht keinen Sinn. Bis wir dort sind, ist er längst über alle Berge!"
"Du Narr! Ist das Denken wirklich eine Schwäche der Menschen, oder bist du so dämlich!?
Die Spuren, die er dort hinterlassen hat, können uns weiterhelfen!", die Stimme klang ungeduldig.
"Das Vorausdenken ist wohl eher eine Schwäche von euch!", konterte Maksim.
"Wenn wir dort angelangt sind und sonst irgendwelche Spuren entdecken, sind wir wieder da, wo wir bereits jetzt sind,
nämlich auf der Jagd nach ihm! Versuch es weiter", drängte er,
"versuch zu fühlen, wo er jetzt sein könnte, dann schneiden wir ihm den Weg ab!"
...
....
"Was ist?", fragte Maksim, durch das lange Schweigen beunruhigt.
"Irgendwas nähert sich uns", warnte die Stimme.
Maksim zog seine Lionblade, ein Schwert, das fast so groß wie er selber war.
Aufmerksam schaute er sich um, doch er konnte niemand anderen auf dem Hinterhof entdecken, in dem sie sich befanden.
Langsam drehte er sich um die eigene Achse und musterte seine Umgebung.
Er sah Kistenstapel, einige Paletten... aber kein Lebewesen außer ihm selbst.
Außer... was war das für ein Geräusch? Es klang wie ein Schnüffeln. Er spannte sich an.
Hinter den Kisten tauchte jemand auf – ein... Hund. Ein großer schwarzer Hund blickte Maksim an, es sah aus, als würde er die Stirn runzeln.
Dann wandte er den Blick von ihm ab und lief Richtung Osten.
Je mehr er sich Maksim näherte, desto mehr fiel dem seine Größe auf. Und dann bemerkte er, dass das Tier doch kein Hund war.
Es war ein Wolf, wahrscheinlich der größte Wolf, den Maksim je gesehen hatte.
Er spürte, wie die Energie in ihm brodelte.
"Ganz ruhig", murmelte er mühsam, "lass ihn einfach vorbeigehen! Er ist nicht an uns interessiert."
"ICH HASSE DIESE TÖLEN!", brüllte die Stimme in seinem Kopf.
"Wir haben im Augenblick Wichtigeres zu tun, als uns mit einem Wolf abzugeben!", schnappte Maksim,
der nun heftig gegen sich selbst ankämpfen musste.
Als der Wolf neben Maksim angelangt war, blickte er erneut zu ihm hoch.
"Versucht mir ja nicht in die Quere zu kommen", knurrte er.
Maksim stand vor Staunen der Mund offen. Ein Wolf, der sprechen konnte?
"MISTVIEH! DU WAGST ES, MIR ZU DROHEN!!" Die Stimme in Maksims Kopf war außer sich vor Wut.
Maksim schaffte es nicht mehr, dagegen anzukämpfen.
"NEEEIN!", schrie er und brach in die Knie. Sein gesamter Körper fing an zu pulsieren. Seine Adern schwollen an, quollen hervor.
Seine Haut verfärbte sich dunkel... immer dunkler und noch dunkler... bis sie pechschwarz war.
Auch seine Körpergröße nahm nun rasend schnell zu.
Seine Arme und sein Oberkörper wurden immer breiter, bis sie schließlich die Kleidung sprengten. Er gab knurrende Geräusche von sich.
Hörner brachen aus seiner Stirn hervor, schwangen sich in elegantem Bogen über seinen Kopf, den nun eine dichte schwarze Mähne bedeckte.
Seine Augen verfärbten sich zu einem leuchtenden Blau.
Maksim brüllte.
Ein unmenschlicher Laut, das jedes Wesen der Erde bis ins Mark erschüttern konnte.
Der Wolf knurrte gereizt.
Maksim richtete sich wieder auf und brüllte ein weiteres Mal zur Vollendung seiner Verwandlung.

"Ich sagte, dass du mir nicht in die Quere kommen sollst! Ich habe keine Zeit für Spielchen!", schrie der Wolf.
Mit einem Satz sprang er aus der Reichweite der Bestie, die entfernt einem Löwen ähnelte.
"Feige Ratte!", höhnte der Löwe, "diese Dreckshunde können nur die Flucht ergreifen. MUAHAHA!"
Doch sein Gelächter wurde durch die innere Kraft Maksims unterbrochen.
Zögernd verwandelte er sich zurück.
"Noch einmal so eine Aktion, und ich werde den Pakt mit dir auflösen! Dann können wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben",
drohte Maksim seiner zweiten Hälfte wütend, "bis einer von uns letztendlich draufgeht!"

Der Löwe antwortete nicht.

"Gut", stellte Maksim zufrieden fest. "Und nun hör mir
zu, du primitives Monster, und staune über die Intelligenz der Menschen.
Dieses Tier hatte keine Furcht vor dir, und dreimal darfst du raten, in welche Richtung es gerannt ist... Sein Interesse gilt jemand anderem,
und das solltest du gefälligst auch tun!!!" Maksim war stocksauer.
Es war wirklich höchste Zeit für dieses Machtwort gewesen.
Außerdem hatten sie jetzt ein neues Problem:
"Wegen dir können wir uns so nicht auf der Straße blicken lassen! Ich muss mir irgendwo neue Klamotten besorgen."

Maksim :



Der Löwe :




30 Minuten später im Zentrum der Stadt

Squall Strife musterte die Fassade des Restaurants, vor dem er stand.
Sie war ganz in blau gehalten, verziert mit goldenen Lianen und paradiesisch anmutenden Wasserfällen.
Der Blickfang dieses Gesamtkunstwerks waren jedoch die wunderschönen Blumen,
die mit ihren Farben eine angenehme Wärme in die Fassade brachten.
Dieses Restaurant wirkte wirklich sehr einladend.
Auch Squall war beeindruckt, das musste er zugeben. Dennoch kochte er vor Wut.
Er ballte die Fäuste und knirschte mit den Zähnen.
Nicht einmal die paradiesische Ruhe, die das Wandgemälde ausstrahlte, konnte verhindern, dass sein Gesicht vor Ärger zuckte.
Es waren die Worte seiner Agenten, die in seinem Kopf widerhallten:
"Seinen Standort ausfindig zu machen, hat sich als äußerst schwierig herausgestellt."
Squalls Blick wanderte nach oben. Über dem Eingang des Restaurants hing ein meterlanges Banner,
das in geschwungenen Lettern "Balki’s Döner Paradise" anpries.
"Sobald ich wieder zurück bin, werde ich euch Idioten vor die Tür setzen!", fluchte er leise.
Er zog sein Handy aus der Tasche, wählte eine Nummer und lauschte.
Nach wenigen Sekunden nahm jemand ab.
"Sir?"
"Koordinaten lauten 49°27’03.43"N 11°04’40.60"O. Seid in fünf Minuten da und lasst eine Leiter runter", befahl Squall barsch.
"Ja, Sir!"
Ohne ein weiteres Wort legte Squall auf und begab sich in die Höhle des Löwen.

Das Innere des Restaurants entsprach seinem Äußeren in Ausstattung und Luxus.
Keine Frage, dies dürfte das originellste Dönerrestaurant der Welt sein. Squall Strife war davon jedoch wenig beeindruckt.
Er kümmerte sich nicht weiter um die Innenarchitektur, sondern ging mit schnellen Schritten an die Theke.
Dahinter stand ein Junge im Teenageralter. Er war einen Kopf kleiner als Squall, hatte kurze braune Haare und trug einen dunklen Mundschutz.
Squall stutzte. Ein Hygieneschutz war das nicht... Als er las, was auf seinem Namensschild stand, riss er die Augen auf.
Balki!

"Ihre Bestellung, bitte?", fragte der Junge in gelangweiltem Ton.
"Dieser Typ ist ein Meister der Tarnung", hallten die Worte der Agenten in Squalls Kopf.
"Planänderung... Ich bringe die beiden um!", fluchte er.
"Tut mir leid, das haben wir nicht auf unserer Speisekarte. Kann ich Ihnen sonst was empfehlen?"
Squall bemerkte den sarkastischen Ton.
"Anscheinend weißt du, wer ich bin", sagte er. Er stützte eine Hand auf den Tresen und beugte sich weit zu dem anderen vor.
"...und du weißt, warum ich hier bin", fuhr er fort.
Balki zuckte mit den Achseln. "Sagen wir es so, dein Auftreten beeindruckt mich in keinster Weise", antwortete er gelassen,
"und Mut beweist du mir damit schon gar nicht."
"Ihr Waldakademiker beeindruckt mich erst recht nicht. Lass dir nur eines gesagt sein:
Du und deine Leute... haltet euch gefälligst aus meinem Gebiet fern!Die Mitarbeiter, die ihr abgemurkst habt, kann ich ersetzen,
aber noch einmal so ein Übergriff, und ich werde selbst Hand anlegen!", konterte Squall hämisch.
"Deine Drohungen lassen mich kalt, und ich würde sagen,
dass du hier nicht in der Position bist, um mir drohen zu können!", antwortete Balki trocken.
Er schnipste mit den Fingern. Mitarbeiter des Restaurants näherten sich der Theke und umringten den Störenfried.
In diesem Augenblick betrat ein Kunde den Laden und drängelte sich durch die Menge.
"Hallo... Ich hätte gerne einen Döner, bitte", bestellte er freundlich.
Squall schloss die Augen, noch immer hämisch grinsend. "Noch ist die Zeit nicht gekommen.
Betrachte meine Worte nicht als Drohung, sondern als Warnung." Er bündelte seine Kräfte.
Als Balki die Energiekonzentration spürte, zuckte er mit einer Augenbraue.
"Lass dir das noch mal durch den Kopf gehen, kleines Kind!", empfahl Squall und hob die Hand.
Ein kleiner Impuls, und Flammen brodelten darin.
Balki und die anderen schraken zurück. Sie trauten ihren Augen kaum.
"In mir habt ihr einen Gegner mit unvorstellbarer Macht, und glaubt nicht, dass ich wie ihr vor Mord zurückschrecke!"
Kaum hatte Squall den Satz beendet, da schoss er das ganze Feuer auf den neuen Gast,
der hinter ihm stand und dem Gespräch überrascht gelauscht hatte.
Dann sprang er mit einem Satz über die Mitarbeiter hinweg zum Ausgang.
"Kümmert euch um den Zivilisten! Schnell!", brüllte Balki seinen Mitarbeitern zu und sprang über die Theke.
Als er jedoch Squall durch den Ausgang folgen wollte, verzerrte sich dieser.
Dunkle Materie blockierte den Weg... eine Berührung, und Balki verlöre sämtliche Körperteile.
Hinter der Barriere konnte er Squall erkennen.
"In mir hast du deinen Angstgegner, Balki! Ich besitze weitaus mehr Kräfte, als du dir vorstellen kannst!", rief er von draußen.
Über ihm tauchte ein Hubschrauber auf, der eine Strickleiter herabließ.
Squall griff danach, hielt sich fest und flog mit dem Hubschrauber davon.
Die dunkle Materie verschwand. Balki knallte seine Faust wütend gegen die Tür.
"Wir werden sehen, wer hier der Angstgegner von wem ist! Du unterschätzt mich, Feuerbändiger!", knurrte er und drehte sich um.

Als er das Bild sah, das sich ihm im Restaurant bot, traute er seinen Augen nicht. Er erstarrte mitten im Schritt.
Seine Mitarbeiter zitterten am ganzen Leib, und Balki wusste auch, warum.
Der Gast, der soeben angegriffen worden war, klopfte gerade seelenruhig seine Jacke ab. Von Squalls Feuer war keine Spur mehr zu sehen.
"So ne Sauerei!", beschwerte sich Suko. "Krieg ich jetzt bitte einen Döner?"

Balki zögerte zunächst, doch schließlich beherrschte er sich wieder.
"Alle Mann zurück an die Arbeit!", befahl er den anderen und ging selber hinter die Theke.
"Sie wollen einen Döner, mein Herr? Mit allem Drum und Dran?", fragte er.
"Ähm... joa", antworte Suko.
"Extra scharf?"
"Klar!"
"Welche Soße?"
Suko zog eine Augenbraue hoch. Ein einfacher Döner schien das ja nicht zu sein...
"Tun Sie die Soße rein, die Sie mir empfehlen würden", antwortete er schließlich.
"Gut...Knoblauch... das macht dann 7 Credits", meinte Balki.
"7 Credits ?!?!", Suko stockte der Atem. "Alter, ich will nen Döner und keinen Ochsen!!", fauchte er.
"Das hier ist ein Sieben-Sterne-Restaurant, mein Herr!
Hier bekommen Sie den besten Döner, den Sie weltweit finden können!", antwortete Balki ungerührt.
"Für 7 Credits kann ich mir sieben Hotdogs kaufen, und davon werde ich mehr satt!", schäumte Suko.
Er selbst konnte kaum glauben, was er da eben gesagt hatte... irgendwie nagte die Sache an ihm.
Er drehte sich um und wollte das Restaurant verlassen, als plötzlich...
"Warte! Ich mach dir einen Vorschlag", sagte Balki. Er hatte keine Lust mehr, ihn zu siezen.
"Der Döner geht aufs Haus... Wenn du mich dafür begleitest. Ich würde mich gern mit dir unterhalten."
Essen umsonst? Das konnte Suko nicht ablehnen, und so drehte er sich zu ihm um und nickte fröhlich.
"Komm mit", forderte Balki ihn auf und deutete auf die Toilettentür. Suko bekam ein mulmiges Gefühl, aber er dachte an den Döner und folgte.
"Bringt einen DönerSpezial zu Sektor 7", befahl Balki im Gehen einem seiner Mitarbeiter.
"Jawohl, Boss!"

Balki betrat das Klo, dicht gefolgt von Suko. Er stellte sich vor ein Pissoir.
Suko, dem die Sache mittlerweile großes Unbehagen bereitete, blieb in der Mitte des Raumes stehen.
Balki bemerkte das und bedeutete ihm mit einer Kopfbewegung, sich neben ihn zu stellen.
"Hör mal... ich würde dir ja gerne beibringen, wie das geht, aber das solltest du instinktiv können", meinte Suko.
Er überlegte angestrengt, ob ein Döner das wert sein konnte...
Balki musste sich inzwischen gewaltig zusammenreißen. "Stell dich einfach neben mich und wart’s ab!", empfahl er.
Suko atmete tief durch und stellte sich daneben.
"Scananalyse!", sagte Balki. Aus dem Pissoir kam ein grüner Laserstrahl, der seine Genitalien abtastete.
Suko stand der Mund offen. Er war so verblüfft über das, was er da sah, dass er überhaupt nicht mehr begriff, was geschah.
Umso schockierter war er, als es einen Ruck unter seinen Füßen gab und die beiden plötzlich mehrere Etagen nach unten fuhren.
Er starrte vom Pissoir zu Balki zum Pissoir.
"Wie abgespact!", brachte Suko hervor, der von diesem Fahrstuhl sichtlich begeistert war.


Balki :



Terry

Kamikaze

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Wohnort: Franken

Beruf: Elektrotechniker

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5

Mittwoch, 14. Februar 2007, 16:40

Während der Aufzug Etage um Etage tiefer fuhr, stieg Sukos Begeisterung ins Unermessliche. So etwas sah er wirklich nicht alle Tage.
Er hüpfte hin und her und untersuchte alles. Seine Hyperaktivität machte Balki fast wahnsinnig. Er versuchte, sich zu beherrschen.
Schloss die Augen. Verschränkte die Arme. Atmete tief durch.
"Sag mal, was passiert, wenn ich auf groß muss?", fragte Suko.
Balkis Augen waren noch immer geschlossen, doch seine Brauen zogen sich zusammen.
Ganz langsam ließ er ein Kunai aus der Innentasche seines Oberteils in seine Hand gleiten.
Es würde ganz schnell und schmerzlos gehen...
Oder sollte er es doch lieber schmerzhaft gestalten?
"Ich sehe hier keine Stelle, wo ein Laser rauskommen könnte?", hallte Sukos Stimme hinter ihm. Balki verstärkte seinen Griff um die Waffe.
Wie konnte sich jemand, der fast doppelt so alt war wie er, wie ein Kleinkind benehmen?

Der Fahrstuhl wurde langsamer und kam schließlich zum Stillstand.
"Wir sind da", sagte Balki und steckte seinen Kunai wieder ein.

Die beiden traten aus der Toilette. Suko sah sich neugierig um. Sie befanden sich in einer Art Hangar.
Die Decke dieses Raumes war gut zwanzig Meter hoch.
In der Mitte befand sich ein kleines Häuschen in japanischem Stil, umgeben von einem Garten, der der Szene etwas Gemütliches gab.
Darin waren sogar ein Teich mit Goldfischen, ein kleiner Wasserfall, der munter plätscherte, und viele gepflegte Büsche.
Doch all das wirkte beinahe mickrig im Vergleich zu seiner Umgebung.
Die riesige Halle war angefüllt mit Menschen, sicher an die hundert Schüler im Alter von zehn bis zwanzig Jahren, die im Rhythmus trainierten.
Sie alle trugen dieselben Mundmasken wie Balki.
Ein unterirdisches Dojo?

Ein Junge von etwa zwölf Jahren kam von der Seite auf Balki zu. Er überreichte ihm mit einer ehrerbietigen Geste eine Tüte.
"Hier, Meister. Ein DönerSpezial."
Balki würdigte ihn keines Blickes, sondern wandte sich sofort seinem Gast zu.
"Hier... wie versprochen. Und nun tu mir einen Gefallen.
Setz dich dort und warte für eine Weile auf mich", sagte er und wies mit dem Kopf auf eine Bank, die am Rand des Trainingsgeländes stand.

Suko tat, wie ihm gesagt wurde, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen. Der Döner in seiner Hand strömte einen verlockenden Duft aus.
Balki musterte ihn vorsichtig. Dann ging er durch die Reihen der trainierenden Schüler hindurch auf das Haus zu.
Auf der Veranda saß mit geschlossenen Augen ein Mann. Seine Arme und Beine waren verschränkt, und er strahlte eine große innere Kraft aus.
Als Balki ihn erreichte, ging er auf die Knie.
"Meister Lou, ich bitte kurz um Ihre Aufmerksamkeit", sagte er in respektvollem Ton.
"Balki... Du hast immer eine besondere Audienz bei mir, und das weißt du.
Dennoch kommst du mir immer mit deinem Respekt daher", schmunzelte Meister Lou.
"Was gibt’s denn, mein Junge?"
"Meister... ich würde Sie bitten, mir noch einmal kurz die Geschichte der Feuerbändiger zu erzählen", erwiderte Balki.
Meister Lou erwachte aus seiner Trance und starrte seinen Musterschüler grimmig an.
"Du enttäuschst mich, Balki... Ich bringe meine Lehren nur einmal bei und wiederhole mich ungern!"
"Ich weiß, Meister, aber ich werde auf etwas Bestimmtes hinausgehen, muss mir aber dennoch sicher sein."
"Hmm... na schön...
Das Feuer zu bändigen, ist viel mehr, als nur ein Element zu beherrschen. Gerade das Feuer ist das gefährlichste aller Elemente.
Die Feuerbändiger waren einst die Herrscher der Erde, bis sie sich selbst vernichteten.
Das Feuer schrie nach Macht, und Macht verleitet zu Aggressionen, welche dann im Krieg enden.
Vor über zweihundert Jahren wurde der letzte lebende Feuerbändiger gesichtet", erzählte der Meister. "Und worauf wolltest du nun hinaus?"
"Vorhin im Laden... bin ich zwei Feuerbändigern begegnet", antwortete Balki.
Lou riss die Augen auf.
"WAS!? Dem Himmel sei Dank, dass du lebst! Was ist geschehen!?"
"Einer kam rein... er passt zu Ihrer Beschreibung bestens, Meister Lou... aber da war noch etwas anderes.
Als ich ihm folgen wollte, hat er mir eine Barriere in den Weg gestellt... aus dunkler Materie... die Tür verzerrte sich."
"Hmm... Gravit! Eindeutig!", sagte Meister Lou, ein wenig beruhigt.
"Aber das war kein Feuerbändiger. Es gibt Menschen, die versuchen, so viele Magien wie möglich zu lernen.
Wie armselig... Aber so ist’s nun mal", fügte er hinzu.
"Meister... der andere... er wurde von dem Typen mit einem Feuerball attackiert. Er... absorbierte es", fuhr Balki fort.
Lou wurde kreidebleich. Jetzt hatte Balki seine volle Aufmerksamkeit.
"Absorbiert... DAS war wirklich ein Feuerbändiger", bestätigte er.
"Ja, Meister... nur... Er ist anders, als Sie es beschrieben haben", sagte Balki und drehte seinen Kopf nach links.
Lou folgte seinem Blick und sah zu Suko herüber, der gerade voller Genuss seinen Döner wie ein Eis am Stiel leckte und
dabei hechelnde Geräusche machte, anstatt ihn zu verspeisen.
...
.....
*ein Prärieball rollt*
...
.....
"Das... ist der Feuerbändiger?", fragte Lou.
"Yup", bestätigte Balki.
"Das blutrünstige, machthungrige, zerstörerische Werk des Feuers?"
"Yup."
"Sieht ziemlich gefährlich aus."
"Yup."

Lou stand auf.
"Balki... in wenigen Minuten muss ich mich auf eine Mission begeben.
In der Zeit kümmere dich um ihn. Erfahre mehr über ihn."
"Ja, Meister", nickte Balki.

Lou betrat das Haus. Balki ging zu Suko zurück, der inzwischen mit Essen begonnen hatte. Er setzte sich neben ihn.
Die Art, wie Suko den Döner in sich hineinschlang, irritierte ihn ein wenig. Ein Genießer war der Feuerbändiger wirklich nicht.
Na ja... Hauptsache, es schmeckte und machte ihn satt.
"Also, mein Freund. Kommen wir zu unserer Abmachung. Ich will, dass du mir eine Gegenleistung für den Döner bringst.
Erzähl mir was über dich", fing er an.
"Ich heiffe Fuko", sagte Suko mit vollem Mund.
"Verstehe", meinte Balki, der kein Wort verstanden hatte. Am besten, er wartete ab, bis sein Gegenüber fertig gegessen hatte.
Das dauerte auch nicht lang, und so versuchte er es wieder: "Also noch mal von vorne."
"Ich heiße Suko."
"...weiter?"
Suko blinzelte und fing an, seine Finger abzulecken.
Sie waren voll Soße und Fett, und er wollte sich nichts von diesem vorzüglichen Geschmack entgehen lassen.
Balki war der Verzweiflung nahe. Er merkte, dass er so nichts erreichen würde. Er wandte sich ab und beobachtete die Schüler.
Da schoss ihm plötzlich eine Idee durch den Kopf.
Er stand auf und ging zu einem der Schüler, einem Zwanzigjährigen, der gut und gerne drei Köpfe größer war.
"Du... sorge dafür, dass hier zwei Metallpaltten aufgestellt werden. Und dann verlasst ihr alle diesen Sektor!", befahl Balki.
"Ja, Meister", sagte der Zwei-Meter-Riese demütig zu dem Sechzehnjährigen.

In wenigen Minuten standen die Metallplatten auf je einem Gestell bereit.
Die Schüler verließen Sektor 7 über mehrere Aufzüge.

Nur noch Balki und Suko waren übrig.

Balki stand auf und ging vor einer der Metallplatten in Kampfposition.
Er ballte die Faust auf Augenhöhe und konzentrierte sich.
Sein Atem nahm einen Rhythmus an.
Er bündelte all seine Kräfte in seiner Faust.
Suko spürte die Energie, die von ihm ausstrahlte. Er nahm die Finger aus dem Mund und unterbrach die Lutscherei.

Jetzt hatte Balki den Höhepunkt seiner Konzentration erreicht und entlud seine Kraft mit einem einzigen Schlag gegen die Platte.

Suko beobachtete ihn neugierig.
Balkis Hand berührte noch immer das Metall.

Dann ging er wieder in seine Ausgangsposition und wiederholte den Vorgang.
Suko runzelte die Stirn.
Balki schlug ein weiteres Mal gegen die Platte.
Beim vierten Mal konnte Suko nicht anders und ging zu Balki hinüber.

"Balki ist dein Name, stimmt’s? Zumindest steht das auf deinem Namensschild", sprach er ihn an.
"Ja", antwortete Balki mit einer Stimme, in der man den Schmerz deutlich hörte.
"Was machst du da eigentlich?", erkundigte sich Suko.
"Seit meiner Kindheit wurde ich trainiert. In mir schlummern Kräfte, die selten in der Natur vorkommen.
Deswegen habe ich diesen hohen Rang und Verantwortung über vieles.
Mir wurde alles beigebracht, was man lernen kann. Die meisten brauchen zwanzig Jahre dafür", erzählte Balki,
während er ein weiteres Mal auf die Platte einschlug. Dieses Mal hörte Suko ein leichtes Knacken.
"Es gibt nur eine Technik, die ich lernen muss, die ich mir aber selbst beibringen muss", fuhr Balki fort.
"Die Technik, Metall wie Butter zu zerschlagen!", schrie er und schlug erneut zu.
Auf der Platte war inzwischen eine Blutspur zu sehen.
Zu Balkis Verwunderung machte Suko ein ernstes Gesicht. "Verrate mir, wofür du das machst?", fragte er.
Balki stutzte und sah ihn an.

Suko wandte sich der zweiten Platte zu und ging ebenfalls in Kampfposition.
Balki hatte es geschafft... Gleich würde er die Macht des Feuerbändigers in ihrer vollen Pracht erleben.
Suko legte seinen Handrücken auf die linke Wange und schloss die Augen. Die Hand formte sich zur Faust... er konzentrierte sich...
Balki beobachtete ihn fasziniert.
Suko kniff die Augen fest zusammen. Plötzlich riss er sie mit einem Ruck auf und stieß einen Schrei aus.
Er streckte die Hand aus und schlug die Handfläche mit voller Wucht gegen die Platte.
Das Metall gab nach wie Butter.

Balki erstarrte.

"Hehehe... Na ja... Weiter so. Übung macht den Meister", lächelte Suko und machte sich auf den Weg.
"WARTE!", schrie ihm Balki hinterher. "Wie hast du das gemacht!?"
Suko
blieb stehen.
"Du hast meine Frage nicht beantwortet... Ninja", sagte er über die Schulter.
Balki zuckte leicht zusammen.
"Sieh an...er ist doch nicht so blöd, wie ich dachte", schoss es ihm durch den Kopf.
"Welche Frage?"
"Wofür du das alles machst?"
"Ich sagte bereits, dass ich alles kann, was man mir beigebracht hat."
"Und weswegen bist du darüber unzufrieden? Sei doch froh über das, was du hast." Endlich drehte sich Suko zu ihm um.
"Was bringt dir die ‚Technik, Metall wie Butter zu zerschlagen’?"
Balki sah ihn stumm an.
"Ich wusste ehrlich gesagt nicht, ob ich in der Lage bin, das zu zerschlagen. Ich dachte mir, es könnte witzig sein. Das ist alles", fügte Suko hinzu.
"Das ist alles?! DAS IST ALLES!?", schrie Balki. Er konnte es nicht fassen.
So eine Antwort hatte er sicher nicht erwartet, und er war alles andere als begeistert.
"Balki... Ich weiß nicht, was das hier für ein Ort ist, und um ehrlich zu sein will ich es auch gar nicht wissen.
Ich will auch nicht wissen, wieso der Trottel vorhin mich angegriffen hat.
Ich weiß nur, dass du und ich grundverschieden sind.
Scheinbar ist das hier dein Beruf und du kämpfst, weil man dir keine Wahl lässt. Ich hingegen lebe es aus.
Der Kampfsport ist ein Teil von mir. Jedoch nutze ich es nicht aus, um anderen zu schaden!"
...
...Jedes dieser Worte war wie ein Messerstich für Balki.
...
"Wie komm ich hier eigentlich wieder raus?", erkundigte sich Suko mit einem breiten Grinsen.
Balki sah ihn an.
"Geh einfach auf die Toilette", antwortete er schließlich.
So sah er ihn gehen... Den Feuerbändiger, der den Mythos komplett auf den Kopf stellte.

Balki betrachtete Sukos Metallplatte, die aussah, als sei sie wie eine Banane geschält worden.
Dann sah er zu der Metallplatte neben ihm.
Balki schrie und knallte seine Faust mit voller Wucht dagegen.
...
Er vergewisserte sich, dass wirklich niemand in der Halle war.
Dann hielt er seine Hand fest und fing an zu Kreischen.

Währenddessen am Hafen

Langsamen Schrittes näherte er sich einem alten Mann.
Hier war es... genau hier... hierher kam diese Energie, die er bis ins Mark gespürt hatte.
Doch weit und breit gab es keine Anzeichen dafür, dass eine Schlacht stattgefunden hätte.
Also ging die Gestalt in der schwarzen Kutte weiter, bis sie unmittelbar vor dem alten Fischer stand.
"Ich suche jemanden", klang es aus der Kapuze hervor.
Der Greis musterte die unheimliche Gestalt unbeeindruckt und zuckte mit den Achseln.
"2 freche Bengl worn vorher auch hia und hom des gleiche a gsacht.
Ich hob kan Plan wo dea is. Also zisch ab und geh ma net weida aufn Wegga!", gab er zurück und wandte sich ab.
Plötzlich spürte er eine Hand an seinem Hals. Seine Füße baumelten im Leeren, als er in die Höhe gezerrt wurde. Der Fischer keuchte.
Er bekam Angst. Todesangst. Entsetzt starrte er den Fremden an.
Dessen Gesicht wurde von der schwarzen Kapuze bedeckt. Alles, was man sah, waren zwei blau glühende Augen.
"Wo ist er!?", fragte er.
Der alte Mann ließ die letzten Tage vor seinem inneren Auge ablaufen.
So schlecht er Suko auch behandelt hatte, dieser war immer so gut gelaunt gewesen wie bei ihrer ersten Begegnung.
Er meckerte nie, grinste immer, beschwerte sich nie...Ja...er vermisste Suko.
Die letzten Tage waren die schönsten gewesen, die er seit Jahrzehnten verbracht hatte.
Der Alte röchelte im Griff des Kapuzenmannes. Er nahm all seine Kraft zusammen, hob seine Hand auf Gesichtshöhe des Fremden...
und streckte ihm den Mittelfinger entgegen.
"Bring mich doch um, du Dreggschrubba!", waren seine letzten Worte. Dann brach sein Genick mit einem Ruck.
Der Fremde ließ den schlaffen Körper fallen.
"Viel zu schade, um deine Seele zu absorbieren", sagte er und ging weiter.
"Ich finde dich noch..." Eine dunkelblaue Aura, vermischt mit schwarzen Schatten bildete sich um seine Gestalt...



Ende Chapter Two


Terry

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Dienstag, 20. Februar 2007, 16:22

Chapter Three : Akriema

Es war dunkel.
Schwarz.
Suko war... wo war er?
Dichter Nebel umgab ihn, Nebel und Dunkelheit.
Er blickte sich um, doch es war unmöglich festzustellen, wo er sich befand.
Dieser Nebel... so dicht... es wirkte wie in einem Alptraum, völlig unwirklich und surreal.
Da hörte er etwas.
Er hörte... Kinder... weinende Kinder... schon wieder?
Wer...

"NEEEIN!"

Es war genau wie am Tag zuvor, dieselben Stimmen, dieselben Schreie, dieselbe Angst!

Suko rannte, so schnell er konnte, in Richtung der Schreie.
Dieser verdammte Nebel!
Wie sollte er die Kinder hier nur finden? War das die richtige Richtung?
Woher...

Stille kehrte wieder ein.

Wo waren sie!?

Suko sah in alle Richtungen. Er wusste nicht mehr, wo vorne und hinten war, überall war der gleiche Nebel, die gleiche Finsternis.
Er lauschte, doch es war nichts mehr zu hören.

Plötzlich fühlte er eine Aura. Er drehte sich in die Richtung, aus der er sie zu spüren glaubte, und spähte angestrengt durch die Schwaden.
Da war...

Ein Licht!
Ein grelles Licht schoss auf ihn zu, so hell, dass er die Hände vor die Augen heben musste, um sie zu schützen.
Dann explodierte alles.
Der Nebel zerriss, und mit ihm die ganze Umgebung.
Die Explosion erfasste Suko, zerriss seine Kleidung in tausend Stücke, presste die Luft aus seiner Lunge,
verbrannte seine Haut, sein Fleisch, seine Knochen...
Während er nach hinten geschleudert wurde, spürte er, wie sein Körper zu Asche verglühte...

Suko erwachte schweißgebadet.
Er sah sich um.
Eine herrliche Stille umgab ihn. Weit und breit war keine Menschenseele zu entdecken, und der einzige Laut war das Zirpen der Grillen.
Der Mond spiegelte sich auf der ruhigen Seeoberfläche.
Die Wiese, auf der er lag, war ein wahrhaft idyllischer Fleck. Dennoch war es nicht der Ort, auf den Suko gehofft hatte.
Er ließ sich wieder ins Gras fallen. Sein Atem wurde ruhiger. Der Mond stand nun genau über ihm.
Suko betrachtete den weißlich schimmernden Himmelskörper.
"Wäre es Vollmond, könnte was am Klischee dran sein, dass man an solchen Tagen schlecht schläft", sagte Suko laut,
obwohl ihn niemand hören konnte.

Doch dann wurde er wieder ernst. Ein Gedanke ließ ihm keine Ruhe: "Was ist bloß los mit mir? Was hat dieser Traum zu bedeuten?"
Und noch mehr beschäftigte ihn die Frage, was am Ende seines Traumes mit ihm geschah. Feuer... das war doch sein Element...
Er sah sich selbst, wie er in Stücke gerissen wurde... von der Kraft, die ihm eigentlich nichts anhaben konnte.

Egal, wie lange er grübelte, er kam auf keine Antwort. Wenn es eine Erklärung gab – falls es eine gab – fand er sie nicht.

Währenddessen weiter östlich auf dem Campingplatz

Eine ruhige Gegend... Genau das brauchte Maksim jetzt.
So nah dran war er noch nie gewesen! Allerdings hatte der Löwe ihm die Gelegenheit versaut.
Die Spuren hatten zum Hafen geführt, wo ein alter Mann sie weggejagt hatte. Ob der geheimnisvolle Wolf etwas damit zu tun hatte?
Wie dem auch war, jetzt hatte Maksim jedenfalls Hunger, und ein ordentlicher BBQ wäre genau das Richtige.
Das Lagerfeuer war bereit und flackerte fröhlich.
Diese Idylle war wirklich herrlich... der Mond war fast voll, und auf dem Platz standen nur drei Zelte.
Campen schien nicht mehr in Mode zu sein. Wahrscheinlich reisten die meisten lieber ins Ausland. Komisch... dabei war hier ein so schöner Ort.
"Werde jetzt ja nicht melancholisch!", warnte der Löwe in seinem Kopf.
"Wie immer schaffst du es, die entspannendsten Momente zu unterbrechen", seufzte Maksim.
Der Löwe wechselte das Thema: "Wie sieht dein Plan aus?"
"Im Moment müssen wir um uns selbst sorgen. Wir müssen Nahrung zu uns nehmen und wieder etwas schlafen."
"So verlieren wir kostbare Zeit!", brüllte der Löwe wütend.
"Wenn du Mistvieh dich nicht von diesem Drecksköter abgelenkt hättest!", schrie Maksim, ebenso zornig, zur Antwort.
"Nun mach mal halblang! Es hätte keinen Menschen gejuckt, deinen Krisperlekörper nackt zu sehen."
"Sinnlos, mit dir zu diskutieren! Lass uns Essen", seufzte Maksim genervt.
"Genau meine Worte", erwiderte Xell und biss herzhaft in ein Steak.
...
....
*ein Prärieball rollt*
...
....
"Wer bist du?" Maksims Stimme war ganz ruhig, doch der aggressive Unterton war nicht zu überhören.
"If bin Kfell", antwortete Xell und streckte eine Hand aus, in der Erwartung, dass sein Gastgeber sie schüttelte.
Maksims eines Auge zuckte. Er kochte vor Wut.
"Was fällt dir überhaupt ein, dich an meinem Essen zu vergreifen!!!?", schrie er.
"Hex, bleib mal locker... du hast hier ein Festessen angerichtet, das langt für mindestens zwei!"
Maksims Augen leuchteten blau auf.
"Das... Essen... IST für zwei!!"
Seine Eckzähne wurden länger. Seine Körpergröße nahm unheimlich schnell zu.
Xell erstarrte und riss die Augen auf.
Maksim zog in Windeseile seine Oberbekleidung aus.
Gerade noch rechtzeitig, denn seine Muskeln streckten sich und schwollen zu ungeheurer Größe an.
Er stieß ein ohrenbetäubendes Brüllen aus.
Die Lichter in den drei Zelten gingen an, und verschlafene Zivilisten kamen heraus, um nach dem Rechten zu sehen.
Maksims Haut färbte sich schwarz. Seine Haare wurden zu einer dunklen Mähne.
Xell, der immer noch am Feuer saß, schluckte den Rest des Steaks herunter, wischte sich hastig die Lippen ab und stand auf.
Hörner sprossen aus Maksims Stirn und krümmten sich über seinen Kopf. Dann war die Verwandlung vollendet.
Er ging in Angriffshaltung und brüllte Xell bedrohlich an.

Zwei der Camper ergriffen sofort die Flucht. Der Dritte stolperte in sein Zelt zurück, machte den Reißverschluss zu
und krabbelte mit zusammengekniffenen Augen in seinen Schlafsack.

Noch einmal brüllte Maksim und ging dann drohend auf Xell zu.
"Alter, diese Welt ist einfach verrückt", sagte der zu sich selbst, als er der Pranke des Monsters mit einem Sprung nach hinten auswich.

"Warte!", rief er und hob die Hand, um Maksim Einhalt zu gebieten.
"Das hier ist völlig sinnlos! Wenn du darauf bestehst, dann zahl ich dir das Steak.
Ich dachte, es wäre eine nette Geste gewesen, dir Gesellschaft zu leisten", erklärte er und fummelte in seinen Taschen.
"Irgendwo muss ich noch diese Dublone haben", murmelte er vor sich hin.

Der Löwe schien nur noch gereizter. Er bündelte all seine Kräfte, ballte die Fäuste und spannte die Armmuskeln an.
Blaues Feuer entzündete sich in jeder seiner Pranken.

Xell unterbrach seine Suche. Er musterte den Löwen, der es offenbar ernst meinte. Er hob eine Augenbraue und verzog die Lippen.
Jetzt war auch er ernst geworden.
"Hey Mann... das ist es echt nicht wert", sagte er vorwurfsvoll.

Der Löwe hörte schon gar nicht mehr zu, sondern schoss die erste Feuerkugel auf Xell ab.
Xell wich geschickt aus. "Hey... du solltest deine Energie sparen und damit weitere Steaks grillen", empfahl er im Sprung.
Doch die zweite Ladung flog schon auf ihn zu. Diesmal war es zu spät, um auszuweichen oder abzuwehren.
Die Feuerkugel traf ihn mitten in der Brust.
Das Feuer raste an seinem Körper entlang. Durch die Wucht des Aufpralls flog Xell nach hinten.

Da lag er nun.
Das blaue Feuer loderte noch immer auf ihm, wenn es auch etwas schwächer geworden war.
Erst, als ein kräftiger Wind aufzog, erloschen die Flammen.
"Glück im Unglück für den Burschen", meinte Maksim zu dem Löwen. Der zog die Brauen zusammen.
Xell stand langsam auf. Sein Kopf hing nach unten. Er hatte die Fäuste geballt.
"Worauf wartest du!? Gib ihm den Rest!!!", schrie Maksim in Gedanken.
"Irgendwas stimmt mit ihm nicht!", erklärte der Löwe. "Ich spüre... SEINE Kraft!!"

Auf einmal zuckten sich Blitze um Xells Körper und sammelten sich darum wie eine Aura.
Xell hob den Kopf und riss die Augen auf... sie waren strahlend weiß...


Terry

Kamikaze

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7

Dienstag, 6. März 2007, 18:00

"Was soll das heißen, du spürst SEINE Kraft!?", fragte Maksim.
"Ich habe keine Ahnung... Er ist es zwar nicht, aber es ist SEINE Kraft!!"

Xell stand ganz still da, eingehüllt in die zuckenden Blitze.
Er schien sich in einer Trance zu befinden, während die Elektrizität ihn wie ein Heiligenschein umfloss.
Blitze knisterten zwischen seinen Fingern, flossen von den Schultern zu seinen Beinen,
von den Beinen zu seinen Schultern, schossen aus seinen Augen.
Der Löwe ließ sich davon nicht irritieren und ging wieder in Kampfstellung.
Xell bündelte seine Kräfte in den Händen. Lichtkugeln erschienen in seinen
Fäusten. Langsam führte er sie aufeinander zu. Die Luft knisterte zwischen den beiden Kugeln, deren Ladungen sich abstießen.
Eine ungeheure Kraft staute sich dabei auf.
Der Löwe, unsicher, was als nächstes passieren würde, ging in Abwehrhaltung.
Xell presste weiter die Kugeln mit all seiner Kraft aufeinander zu. Die Luft vibrierte von der angestauten Energie.
"Electronic Disaster", murmelte Xell und brachte die Kugeln endlich
zusammen.
Ein grelles Blitzlicht blendete den Löwen. Es gab einen ohrenbetäubenden
Knall. Instinktiv sprang der Löwe zur Seite, ohne zu sehen, wo er landete. Doch es gelang ihm, Xell auszuweichen.
Dieser ließ jedoch nicht von seinem Gegner ab. Er setzte sofort nach und griff ihn nun von der Seite an.
Eine Serie von Faustschlägen prasselte auf seine Nierengegend ein. Der Löwe sackte zur Seite. Jetzt war sein Gesicht auf Xells Augenhöhe.
Sofort knallte der ihm seine Faust mit aller Kraft gegen die Wange.
Doch diesmal hatte er den Löwen unterschätzt. Der Schlag zeigte keine große Wirkung.
Knurrend drehte er Xell seinen Kopf zu und griff zu.
Seine riesige Pranke schloss sich um Xells Schädel, als wollte er zeigen, wie man das richtig machte. So stark er konnte, drückte er zu.
Oh ja, nur noch ein wenig mehr Druck, und der Schädel würde aufplatzen wie eine reife Frucht.
Er freute sich schon auf den Moment, in dem er die Hirnmasse von seinen Fingern ablecken würde. Da packte Xell sein Handgelenk.
Aus seinem Arm schossen kleine Blitze hervor, erst am Ellbogen, doch sie breiteten sich schnell bis zu seiner Hand aus,
bis die Energie in den Fingerspitzen angelangt war. In diesem Augenblick verpasste er dem Löwen einen Elektroschock,
der ihn vor Schmerz schreien ließ. Unwillkürlich ließ er Xell dabei los. Der nutzte die Gelegenheit und sprang hoch.
Im Sprung verpasste er ihm einen heftigen Kniekick ins Gesicht, so dass der Löwe nach hinten taumelte.
Inzwischen sah er nur Sterne.
"Das ist... nicht... möglich", keuchte er.
"Du hast keine Chance! Er ist zu wendig! Lass mich gegen ihn kämpfen", drängte Maksim.
Der Löwe gab sich Mühe, auf den Beinen zu bleiben.
"Noch... ist es nicht vorbei!"
"Du Dickschädel!!! Vergiss mal deinen Stolz!!!", schrie Maksim.

Xell, der ein paar Meter vor ihm stand, bereitete sich auf den nächsten Angriff vor.
Er kreuzte seine Arme vor seiner Brust.
Seine Haare wehten, als ob er einen Ventilator vor das Gesicht halten würde.

"Noch so eine Attacke und du überlebst es nicht verdammt!" schrie Maksim
"Na schön… zeigs ihm" sagte der Löwe einsichtig.
"ich brauche die Lionblade" sagte Maksim noch in Gedanken, als die Rückwandlung stattfand.

Dann war Maksim wieder er selbst und hielt ein breites Schwert in der Hand...seine Lionblade.
Ohne zu zögern, rannte er mit erhobener Waffe auf Xell zu.
Xell konnte nicht mehr ausweichen, also unterbrach er seine Bewegung und griff sich hinter den Rücken.
Maksim holte gerade aus, da schnellte Xell nach vorne, mit einem Gegenstand in der Hand...
...der sich binnen Sekunden in ein Schwert von gigantischem Ausmaß verwandelte, mit dem er Maksims Angriff mühelos parierte.
Beide standen mit ineinander verkeilten Schwertern da.
Maksim war überwältigt von der Größe des Schwertes. Als er es genauer betrachtete, erstarrte er. Die Waffe pulsierte!
"Ein Dämonenschwert!", schrie der Löwe in seinem Kopf. Furcht klang aus seiner Stimme.
Plötzlich verwandelte sich das Schwert...
Es zerschmolz, floss über Maksims Hand...
Umfasste ihn...
Maksim wagte nicht, locker zu lassen, denn dann hätte Xell ihm den Rest gegeben.
Er hatte keine Chance, er musste standhaft bleiben und dabei zusehen, was um in herum geschah.
Inzwischen glich das Dämonenschwert geschmolzenem Gummi. Maksim konnte tun, was er wollte, er konnte sich nicht befreien.
Zu allem anderen drückte Xell ihn jetzt auch noch zu Boden...
Er spürte das Pulsieren auf seinen Händen...
Die Schweißtropfen, die von seiner Stirn perlten...
Xells Augen begannen wieder zu glühen. Er bereitete eine neue Attacke vor.
Was immer jetzt geschehen würde, es wäre Maksims Ende... dessen war er sich bewusst.
"Ich ... gebe auf!", knirschte er mit zusammengebissenen Zähnen.

Das Glühen in Xells Augen verschwand, und sie zeigten wieder ihre normale, blaue Farbe.
Die geschmolzene Masse verwandelte sich zurück in ein Schwert und dann wieder zu einem einfachen Griff,
den Xell schnell hinter seinem Rücken verschwinden ließ.

Maksim lag auf allen Vieren und atmete schwer.
Xell betrachtete seinen Gegner und fühlte seine Schmach.
Er wollte ihn nicht bedrängen, also kehrte er ihm den Rücken zu und ging weg.
"Warte!", rief ihm Maksim hinterher.
Xell blieb verblüfft stehen.
"Sagt dir der Name... Yridion etwas?", fragte Maksim.

Xell wiederholte den Namen mehrmals im Kopf. Kannte er diesen Namen? War das...
ein Schlüssel zu seiner verlorenen Erinnerung?

Nach einer kurzen Weile antwortete er jedoch trocken: "Noch nie von ihm gehört." und setzte seinen Weg fort.

Maksim sah ihm hinterher, bis nur noch seine Silhouette zu erkennen war. Schließlich verschmolz auch sie mit dem Horizont.
Er schlug mit der Faust auf den Boden.
"Wie kann das sein?!" Maksim konnte seine Niederlage nicht fassen.
"Ich habe keine Ahnung... es ist nicht er...dennoch hat er seine Kraft!",
antwortete der Löwe.
"Ich verstehe das nicht!", klagte Maksim.
"Ich kann mir das genauso wenig erklären."
"Obwohl er es nicht war, haben wir uns vernichtend geschlagen geben müssen...
SO... werden wir ihn niemals besiegen!", presste Maksim hervor, der Tränen der Wut unterdrücken musste.
"Es gibt da eine Möglichkeit..."
"Die wäre?", fragte Maksim.
"Eine TOTALE Fusion!"
"Totale Fusion!? Was willst du damit sagen!? Wir sind bereits fusioniert!!"
"Du und ich sind zwar miteinander verschmolzen, aber dennoch teilen wir unsere Seelen.
Eine Totale Fusion würde aus uns eine komplett neue Gestalt machen.
Wir beide würden nicht mehr existieren, aber unser Vermächtnis wird weitergegeben."
Maksim runzelte die Stirn.
"Ich versteh zwar nicht ganz, was du meinst, aber so werden wir unser Ziel niemals erreichen.
Und du meinst, eine Totale Fusion würde uns stark genug machen?", fragte er skeptisch.
"Die Totale Fusion ist das größte Geheimnis meines verstorbenen Volkes...
Sie birgt große Macht in sich, und nur wir sind imstande, diese Macht zu kontrollieren. Sie fordert jedoch einen hohen Preis..."
"Ich verstehe... Es war ebenfalls schön mit dir... du warst... wie mein Bruder", sagte Maksim.
"Bist du bereit?", fregte der Löwe.
Maksim stand auf. Tief atmete er ein letztes Mal ein und schloss die Augen.

Eine Macht brodelte in seinem Inneren.
Er begann zu glühen.
Der ganze Campingplatz wurde erhellt, als schiene die Mittagssonne im Hochsommer darauf.

Schon nach wenigen Minuten war alles vorbei.

Ein kräftiger Wind wehte.

Maksim öffnete die Augen.
"Bist du noch da?", fragte er den Löwen.
Doch schon im selben Moment merkte er, wie sinnlos seine Frage war. Ein seltsames Gefühl machte sich in ihm breit...
Denn ER war der Löwe...er hatte all seinen Erinnerungen, all sein Wissen und seine Gefühle. Gleichzeitig jedoch war er Maksim.
Und dennoch...war er weder Maksim noch der Löwe.
Er betrachtete seine Hände. Erst jetzt bemerkte er, dass er kein Mensch mehr war.
Er sah an seinem Körper herab.
Er war sehr viel muskulöser, als Maksim je gewesen war, hatte aber nicht ganz die Masse des Löwen.
In dieser Gestalt war er enorm stark und wendig zugleich.
Kein primitives Denken wie das eines Löwen.
Keine Fehler mehr, wie ein Mensch sie machen würde.
Stattdessen fühlte er eine neue Kraft in sich.
Er konzentrierte sich für einen Augenblick und entfachte ein Feuer in seiner Hand. Doch das war kein gewöhnliches Feuer... es war blutrot!
"Ein Geschenk von der DarkSide, huh?" Er ballte die Faust. Das Feuer erlosch.
"Danke dir... Bruder. Von nun an soll mein Name dir zu Ehren Akriema heißen!
Und ich schwöre, dass ich das Dorf und die Familie Maksims, so wie dein Volk rächen werde!"
Mit diesen Worten verließ Akriema den Campingplatz.

...
Der Mann, der sich zu Beginn des Kampfes in sein Zelt verkrochen hatte, wagte nun endlich, seinen Kopf wieder herauszustrecken.
Er sah gerade noch, wie Akriema den Platz verließ.
"Die Gerüchte sind also wahr! Katzenmenschen, die auf dem Campingplatz ein Massaker angerichtet haben! Und ich hab’s überlebt! :ugly:"

Akriema :


Ende Chapter Three


Terry

Kamikaze

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Donnerstag, 8. März 2007, 17:32

Chapter Four : Dark Alliance

Der Tag danach im Dönerladen

Balki saß an einem Tisch für zwei Personen.
In einer Lounge, speziell für verliebte Pärchen.
Normalerweise waren die Leute, die hier saßen, im siebten Himmel...
Doch heute war alles anders.
Balki saß einfach da. Eine Hand auf dem Tisch, die andere auf seinem Schenkel.
Er hatte den Betrieb geschlossen.
Die Schüler durften entweder den Tag frei nehmen oder in Sektor 7 wie die Blöden trainieren.
Heute war das Balki egal...denn heute hatte er eine Nachricht erhalten, die seine Welt untergehen ließ.
Die Tür ging auf. Jemand trat ein.
"Heute haben wir geschlossen. Kommen Sie ein anderes Mal wieder.", sagte Balki geistesabwesend.
Die Person, die nun an seinen Tisch kam, grinste in sich hinein.
"Ich habe keinen Willkommensgruß erwartet, aber deinen Sarkasmus habe ich noch weniger erwartet."
"Setz dich hin, Kakashi.", sagte Balki, noch immer ins Leere blickend.
Kakashi setzte sich ihm gegenüber. Er verschränkte die Arme auf dem Tisch und musterte ihn.
"Du hast also die Nachricht über den Tod von Lou erhalten?", stellte
Kakashi fest.
"Was meinst du, warum ich den Betrieb geschlossen habe?"
"Ich versuch, mich mit dir zu unterhalten, aber wenn du mir keine Gelegenheit gibst, fÄllt’s mir schwer."
"Was willst du mir schon erzählen, was ich nicht weiß?", giftete Balki.
"Zum Beispiel, wie wir vorgehen werden!"
"Vorgehen?! Hast du überhaupt eine Ahnung, mit wem wir es hier zu tun haben!?â€?
"Squall Strife, Inhaber der Squall Strife Corporation. Junger, aber dennoch talentierter, arroganter Macho, der zu 10% der Weltwirtschaft beiträgt.
Waffen- und Martial Art-Spezialist.", zählte Kakashi auf.
"Meister verschiedener Magieformen und Killer von Meister Lou hast du Vergessen.", fügte Balki düster hinzu.
"Was gedenkst du also zu tun?", fragte Kakashi.
"Was ich tun werde?! Ich werde mich natürlich rächen!! Aber ich kann mich in diese Sache nicht blind vor Wut stürzen!"
Kakashi grinste wieder in sich hinein.
"Balki... bester Schüler, den die Waldakademie je hatte...
Bereits einen Plan geschmiedet, und dennoch behält er einen kühlen Kopf, und das mit 16.
Kein Wunder, dass du einen Sonderstatus hast..."
Balki antwortete nicht. Stattdessen lehnte er sich zurück und starrte wieder ins Leere.
"Hör zu, Balki, alle Akademien wissen Bescheid. Wenn wir einen Vergeltungsschlag ausüben wollen, dann ist dies der richtige Zeitpunkt."
"Ich habe meinen Gegner bereits einmal unterschätzt... Genauso, wie Lou es tat. Noch einmal darf dies nicht geschehen.
Die Folgen sind bereits jetzt gravierend."
"Balki, verdammt! Wir haben eine Schar von Armeen, wenn wir alle Akademien zusammenrufen!", fauchte Kakashi.
"Eine Armee, die durch EINE Person vernichtet werden kann!", Balki hob die Stimme.
"Ich habe mit eigenen Augen gesehen, zu was er fähig sein kann!
Er ist zwar ein einfacher Mensch! Aber jemand, der versucht, alle Magien zu beherrschen!
Er kontrolliert das Feuer, und sein Gravit hätte mich ernsthaft verletzt!
Und er hat Meister Lou ermordet!", setzte er fort.
"Balki...mit dir als Führungsperson sind wir in der Lage, ihn ein für
allemal auszuschalten.", Kakashi versuchte noch immer, ihn zu Überzeugen.
"Nur ich bin in der Lage, ihn aufzuhalten...Aber ich bezweifle, dass ich so weit bin.", Balki runzelte die Stirn.
Kakashi schwieg.
Ja...er wusste, dass Balki Recht hatte...Nur er war in der Lage, ihn aufzuhalten.
Zwar hatte er gehofft, ihn mit seinem Vorschlag einer Armee zu Überzeugen,
doch er hatte damit gerechnet, eine Ablehnung zu kassieren. Er atmete tief ein.
"Strife befindet sich in der Villa nordöstlich von Easttown. Es ist streng bewacht.", gab er seine Informationen preis.

Nach einigen Augenblicken des Schweigens stand Kakashi auf.
"Mögen unsere Hoffnungen, die auf dir liegen, dir Glück bringen.
Wir werden mehr davon gebrauchen, als uns lieb ist."
Damit verließ er den Laden.

Währenddessen im Süden von Easttown

Suko verbrachte die Nacht in der Nähe eines Rangierbahnhofes.
Wieder hatte er diesen Traum.
Wieder erwachte er schweißgebadet und schwer atmend.
Immer wieder andere Perspektiven, aber immer dieselbe Szene.
Weinende, schreiende Kinder.
Ein Teenager mit einem nicht erkennbaren Schwert.
Das Massaker im Dunkeln.
Die Verletzung im Gesicht des Jungen.
Und dieser Feuerbändiger mit der zerstörerischen Kraft.
Dies war schon die dritte Nacht in Folge, und obwohl seine Träume immer intensiver wurden, blieben sie so rätselhaft wie am Anfang.
Suko musste endlich herausfinden, was mit ihm los war, wenn er nicht völlig verrückt werden wollte.
Seit dieser Xell aufgetaucht war, war alles aus den Fugen geraten.
Seither verbrachte Suko jede freie Minute mit Grübeleien.
Was wollte dieser Traum, oder was auch immer das war, ihm sagen? Was bedeutete das alles?
Er konnte sich noch so sehr den Kopf zerbrechen, er kam auf keine Antwort.

Ein schnüffeln unterbrach seine Gedanken.
Jemand packte seinen Arm und beschnüffelte ihn so intensiv, dass Suko eine Gänsehaut bekam.
Erst langsam wurde er ganz wach und registrierte, was gerade geschah.
Er drehte sich der Gestalt zu, die wie ein Hund an seinem Arm schnüffelte.
"Ähm...kann ich dir irgendwie helfen?", fragte er verwirrt.
Erschrocken sprang der Junge zurück.
"DU bist es!!", rief er.
"JAAA ICH bin es...und WER soll ich sein??"
Suko musterte den Jungen genau.
Er war ein magerer Teenager mit schwarzen, schulterlangen Haaren und blauen Augen, etwa einen Kopf kleiner als Suko.
Zu seinem grenzenlosen Erstaunen zog er nun ein Schwert.
"Na los...kämpfe!", fauchte der Junge.
Suko glotzte ihn verblüfft an. "Nun mal ganz ruhig, Kleiner. Wer zum Teufel bist du, und was willst du?"
Ohne zu antworten, stürmte der Junge mit erhobener Waffe auf ihn los.
Suko wich zur Seite aus, und der Angriff ging ins Leere.
Der Fremde ließ sich davon nicht beirren und versuchte wieder und wieder, Suko mit seinem Schwert zu treffen.
Der Feuerbändiger wich einem Hieb nach dem anderen aus...bis es ihm schließlich zu dumm wurde.
Er wich ein letztes Mal aus, so, dass er rechts des Jungen zu stehen kam.
Das Schwert sauste in einem seitlichen Hieb auf ihn zu. Doch schon packte er das Handgelenk des Angreifers und drückte zu.
Der Junge konnte sich aus seinem eisenharten Griff nicht befreien. Es fühlte sich an, als steckte seine Hand in einer Müllpresse fest.
Schmerz durchströmte seine Hand.
Suko drückte so fest zu, dass die Sehnen gequetscht wurden und sein Gegner den Griff um die Waffe lockern musste.
Das Schwert fiel herunter, und Suko fing es mit der rechten Hand gerade noch in der Luft auf.
Gleichzeitig ließ er den Jungen los und verpasste ihm einen Stoß vor die Brust,
so dass er mehrere Meter nach hinten stolperte und schließlich das Gleichgewicht verlor und auf seine fünf Buchstaben fiel.

Suko betrachtete das Schwert.
Eine lange Standardschneide, die jedoch an einem Pistolengriff befestigt war.
"Aha... das ist also die berühmte Gunblade", stellte er fest.
Er fuchtelte ein bisschen damit herum und stellte fest, wie unpraktisch sie war.
Dann drückte er probeweise den Abzug... keine Reaktion.
"Was für eine dämliche Erfindung", meinte er kopfschüttelnd. Er warf dem Jungen die Waffe zu.
"So, und jetzt verrate mir nun, wie du heißt und was du von mir willst."

"Naware...ich bin das Alpha-Männchen meines Rudels.
Und ich muss dich besiegen, um meine Ehre wiederzuerlangen!", sagte Naware, während er sich aufrappelte.
Suko hob eine Augenbraue.
"Alpha-Männchen...Lass mich raten, irgendwas ist in deinem Rudel passiert, du hast dein Gesicht verloren,
und nun musst du beweisen, dass du stark genug bist, um wieder deinen Platz einzunehmen. Richtig?", vermutete Suko spöttisch.
Naware sah zu Boden und ballte die Faust.
"Hey...das war nur ein Scherz! Du willst mir etz nicht erzählen, dass du wirklich ein Hund bist?", staunte Suko.
Zorn stieg in Naware hoch. Er hob die Gunblade auf und stürmte erneut auf seinen Gegner los.
"WOOOOLF!!!", schrie er im Rennen.
Als er unmittelbar vor ihm angelangt war, parierte Suko.
Naware war für einen kurzen Moment verblüfft.
Seine Gunblade...wurde von Feuer pariert...ein Feuer mit mysteriöser Kraft und seltsamer Form, langgezogen wie ein Schwert...
"Ich wusste es...meine Nase lässt mich nie im Stich! Du besitzt wirklich Macht!!", rief Naware.
"Hör zu, Kleiner, wenn es das Feuer ist, wonach du gesucht hast, dann wäre es besser, wenn du wieder kehrt machst.
Feuer kannst du mit Streichholz ebenfalls zünden.", schlug Suko vor. Dabei sah er Naware ins Gesicht...
Kalte Schauer liefen ihm den Rücken hinab.
Eine Narbe... eine auffällig lange Narbe bildete unterhalb seiner Augen eine horizontale Linie.
"Woher... hast du die Narbe?", fragte Suko, der plötzlich wieder ganz ernst war.
Naware spürte, wie die Umgebungstemperatur plötzlich anstieg.
"Ich wiederhole die Frage nicht noch einmal... ALSO ANTWORTE!!", brüllte Suko und erhöhte den Druck auf seine Feuerklinge.
Naware konnte seiner Kraft nicht standhalten und wich zurück.
Er musste den Griff um seine Gunblade wieder lockern. Die Waffe wurde durch die Luft geschleudert und fiel klirrend zu Boden.
Suko änderte die Form der Flammenklinge. Jetzt hielt er eine Feuerkugel in der Hand und schoss sie auf Naware.
Reflexartig riss der die Arme hoch und Überkreuzte sie vor seinem Gesicht, um sich zu schützen, doch der Druck warf ihn nach hinten.
Die Haut auf seinen Armen warf Brandblasen.
Suko,
rasend vor Wut, stand sofort über ihm.
Er packte ihn am Hals, hob ihn in die Luft und drückte zu.
Naware griff mit beiden Händen nach Sukos Hand und versuchte, sich zu befreien.
Er bekam keine Luft mehr, er drohte zu ersticken, und das Blut staute sich in seinem Kopf. Die Adern in seinen Augen platzten.
Er kniff sie zu, doch das Blut strömte unter seinen geschlossenen Lidern hervor.
Er konnte nicht einmal vor Schmerzen schreien, denn Suko drückte ihm mit seiner ungeheuren Kraft die Luftröhre und die Stimmbänder ab.
Jetzt sandte Suko auch noch einen Impuls in seine Hand, die daraufhin in Flammen aufging.
Nawares Kopf war von Flammen umhüllt. Ein ekliger Geruch von verbranntem Fleisch stieg auf. Der Junge zappelte in Todesangst.
Suko ballte eine Faust... presste sie so stark zusammen, dass die Muskeln zitterten... schlug mit aller Kraft in Nawares Bauch.
Und noch einmal.
Und noch einmal.
Plötzlich fing auch seine zweite Hand Feuer. Suko schlug damit weiter auf dieselbe Stelle ein, wieder und wieder, bis Naware sich nicht mehr regte.
Dann warf Suko ihn zu Boden.
Seine Hände waren noch immer von Flammen umhüllt. Er betrachtete seinen Gegner.
Das Blut floss so heftig aus seinem Mund, als habe jemand einen Wasserhahn offen gelassen.
Die Augen waren blutüberströmt, der Kopf verkohlt und die Haare bis auf die Wurzeln versengt.
Doch er atmete noch...Naware war noch am Leben.
Suko streckte die Arme aus und drehte sie im Kreis...ein Feuerring entstand in der Luft...
Naware konnte nichts mehr tun. War er wirklich so voreilig gewesen? Hatte er seinen Gegner dermaßen unterschätzt?
Bevor er qualvoll starb, sollte Suko als letzter seien wahre Gestalt sehen.
Er verwandelte sich in den schwarzen Wolf.

Suko stockte der Atem. Der Feuerring verpuffte.
Er sah den schwer verletzten Wolf am Boden liegen.
Was hatte er nur angerichtet?
Wie hatte das passieren können?
Wieso hatte er die Kontrolle über sich verloren?
Sein Blick war hasserfüllt...
Er biss die Zähne zusammen, bis seine Gesichtsmuskeln zitterten...
Dann schloss er die Augen...
"Es tut mir aufrichtig Leid, Naware", sagte er in ruhigem Ton.
"Das war nicht in meiner Natur. Jedoch denke ich, du hast bekommen, was du wolltest. Auch wenn es nicht deinen Vorstellungen entsprach.
Verzeih mir, wenn ich dir nicht den Gnadenstoß gebe."
Dieser letzte Satz war wie ein Messerstich in seine Seele.
Suko hatte den Jungen bereits so zugerichtet, dass er kaum Überleben würde.
Nun würde Naware jämmerlich und qualvoll an seinen Wunden sterben.
"Da ich dir nun glaube, was du bist, denke ich, dass du in Würde sterben solltest.
Zeige, dass du als Alpha-Männchen Mann genug bist und die Schmerzen erträgst."
Suko ballte die Faust... kehrte ihm den Rücken zu...und ging.

Mehrere Minuten später

Naware kämpfte noch immer ums Überleben.
Die Schmerzen hielten ihn davon ab, einfach aufzugeben und bewusstlos zu werden.
Dennoch war es nur eine Frage der Zeit, bis ihn seine Kräfte verlassen und er sterben würde.
Da kam ein starker Wind auf und strich ihm durch das blutverklebte Fell.
Welch angenehmes Gefühl...wohl zum letzten Mal. Dachte Naware, als er die dunkle Gestalt vor sich sah.
Mit seinen blutverkrusteten Augen konnte er kaum etwas erkennen. Nur dumpf hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach:
"Ich kam wohl wieder einmal zu spät. Aber interessant..."
Dann hörte er ein hämisches Lachen.
"Ich fühle deinen Schmerz, Wolf...und ich fühle, dass du mehr als nur ein Wolf bist.
Du sollst eine zweite Chance haben.
Ich gebe dir einen Teil von meiner Macht!
Du sollst, wenn die Gezeiten günstig stehen, deine neue Kraft erhalten. Meine Bedingung dafür ist ganz simpel:
Bringe mir diesen Feuerbändiger!!!"

Naware :



Terry

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Freitag, 23. März 2007, 17:44

Am späten Abend in der Villa von Squall Strife

Dunkelheit senkte sich über die Villa.
Die Strahlen der sinkenden Sonne strichen ein letztes Mal über ihre Fassade und malten goldene Spuren auf das Gemäuer.
Wahrlich ein zauberhafter Anblick in dieser Einöde, dachte einer der Securities.
Er sah sich um. Überall um ihn herum waren Leute, alle mit derselben Aufgabe:
Diese Villa vor Eindringlingen zu beschützen.
Tag für Tag, von morgens bis abends und die Nacht hindurch, machten sie nichts anderes.
Ein paar Meter vorwärts marschieren.
Ein paar Meter zurück.
Und wieder von vorne.
Sicher, die Bezahlung war extrem großzügig, aber die Arbeit war grausam streng und nervenaufreibend langweilig.
Es ging immerhin um Squall Strife!
Und der war nicht häufig in seiner Villa anwesend.
Einige Leute - der Wachmann zählte sich selbst dazu - waren der Meinung, er nähme es mit der Sicherheit etwas zu ernst.
Immerhin hatte sich die Geschichte von Meister Lous Tod wie ein Lauffeuer verbreitet.
Klar, damit hatte Strife sich mehr Feinde gemacht, als er ohnehin schon hatte,
aber niemand wäre so leichtsinnig, ihn frontal anzugreifen, erst Recht nicht nach dieser letzten aufsehenerregenden Aktion.
Dafür hatten alle zuviel Angst vor ihm.
Außerdem war die Villa ringsum von einer meterhohen Mauer umgeben. Am Haupttor standen vier Wachen.
Es war unmöglich, hier unbemerkt rein zukommen. Also warum musste er hier auf- und abgehen?
Na ja... immerhin war der Job gut bezahlt, schloss der Security seinen Gedankengang ab.
Nur fand er es ziemlich doof, dass es dem Personal untersagt war, miteinander zu reden. So waren die Regeln.
Der Hauptgrund dafür war wohl, dass die Securities in jeder Sekunde aufmerksam sein sollten.
Völliger Schwachsinn, dachte der Wachmann. Sie waren zwar Menschen, aber doch nicht unfähig zu ihrer Arbeit!
Sie waren loyal zu ihrem Boss, und sie wussten, was sie zu tun hatten. Ein wenig Freiheit könnte er ihnen da schon erlauben.
Ein Arbeitstag, ohne ein bisschen mit den Kollegen zu tratschen, war einfach nicht machbar. Also ignorierten viele Mitarbeiter die strengen Regeln.
Zur Zeit war das Thema Nummer Eins natürlich Lou.

Auf der anderen Seite der Mauer stand Balki.
Er hatte lange auf diesen Moment gewartet. Jetzt, das wusste er, war seine beste Chance.
Griffe er später in der Nacht an, wäre die Aufmerksamkeit der Security zu hoch.
In der Abenddämmerung jedoch waren die Wachen in genau der richtigen Stimmung.
Balki sah nach oben.
Tja... was wäre eine Villa ohne wunderschönes Grünzeug?
Bäume standen hier zu Genüge... wie zum Beispiel der, in dessen Krone Balki gerade stand.
Trotzdem waren es noch gut vier Meter bis zur Mauerkrone.
Eine verdammt große Höhe, wenn man sie mit einem einzigen Sprung erreichen wollte.
Erst recht, wenn man ein solches Waffenarsenal mit sich herumschleppte.
Magie würde ihn allerdings auffliegen lassen.
Also konzentrierte Balki sich auf seine eigene Kraft.
Er atmete tief und gleichmäßig und bündelte seine Kräfte. Dann setzte er zum Sprung an.

Dank seines harten Trainings hatte er die erste Hürde geschafft.
Nun hockte er auf der Mauer und nahm sekundenschnell seine nächste Umgebung auf.
Alles, was außerhalb eines Radius von fünf Metern lag, interessierte ihn im Moment nicht,
sein nächstes Ziel war erst einmal, schnellstmöglich wieder in Deckung zu gehen.
Zu seinem Glückl war auch innerhalb der Mauer reichlich Botanik.
Er ließ sich herabfallen und landete im Spagat. So war er nah genug am Boden, um außerhalb des Sichtfeldes der Security zu sein,
konnte zugleich aber alles sehen, was er sehen wollte.
Die Beine seiner Feinde.
Die Wachleute waren strategisch platziert. Zu Balkis Pech waren sie alle in Gruppen von mindestens zweien unterwegs.
Einige unterhielten sich, wie er sah.
Einige schienen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen.
An ihren Beinen sah er, dass nicht alle ihre Patrouillengänge machten, sondern manche auch an einer Stelle stehen blieben.
Balki machte sich einen genauen Plan.
Er beobachtete weiterhin seine Umgebung genau.
Dies war genau das richtige Umfeld für einen Waldakademiker.

"Wenn ichs dir sage, Alter!"
"Das ist unglaublich!"
"Ja, Mann! Unser Boss hat nahezu keinen Kratzer abbekommen!"
"Schon erstaunlich, was für eine Kraft der Bengel aufbringen kann!
Der ist zwanzig Jahre jünger als ich und hat so eine Macht!
Ich hab mein ganzes Leben im Fitnessstudio und in diversen Kampfschulen verbracht, aber der würde uns alle plattmachen!"
"Hüte deine Zunge, Mann! Dir ist schon klar, dass du mit deinem Leben spielst mit solchen Worten!"
"Ja, ich mein ja nur... Niemals würde ich es wagen, in der Nähe vom Boss solche Töne zu spucken. Zumal der auch noch über Magie verfügt!"
"Ich sags dir, Mann... Er hat diesen Lou nur dank seiner Magie plattgemacht!"
"Da wäre ich mir nicht so sicher, immerhin ist er auch Meister der Martial Arts.
Verdammt... ich wäre zu gerne dabei gewesen! Zu gerne hätte ich es gesehen, wie er diesen Lou plattgemacht hat."
"Wer weiß... vielleicht hat er ja seine Waffen auch benutzt."
"Ja Mann! Der Kerl ist voll irre! Seine Desert Eagle hat er so modifiziert, dass er spezielle Kugeln verwenden kann."
"Letztens hat er die Tür in der Villa mit einer Pulsar-Munition in die Luft
gejagt. Alter!! Wer benutzt Pulsar-Munition in seinen eigenen vier Wänden!!!"
"Ich sags dir ja... der Typ ist irre! Aber wir sollten uns langsam wieder auf Patrouille begeben!"
In diesem Augenblick spritzte ein Schwall Blut in sein Gesicht. Der Wachmann riss die Augen auf.
Ein Dolch ragte aus der Kehle seines Kollegen. Noch bevor er reagieren konnte, hatten Balkis Fingerspitzen auch seine Kehle getroffen.
Er hielt sich den Hals und röchelte. Ihm wurde schwarz vor Augen.
Balki zerrte ihn und den Toten ins Gebüsch. Dort erledigte er auch ihn endgültig.

Nach wenigen Minuten kam die nächste Patrouille an dieselbe Stelle und bemerkte die Blutlache am Boden.
"Was zum!? Hol das Funkgerät raus und schlag Alarm!"
Plötzlilch hörte er ein knackendes Geräusch.
Er drehte sich um und sah gerade noch, wie Balki seinem Partner das Genick brach
- und den Shuriken, der auf ihn zuflog.

Balki näherte sich dem Haupteingang der Villa.
Die Front war mit mehreren Granitsäulen geschmückt,
auf denen kunstvolle Figuren aus der klassischen, vor allem griechischen Mythologie zu sehen waren.
An fast jeder Statue stand eine Wache.
"Verdammt... das macht die Sache etwas schwierig", sagte sich Balki in Gedanken.
Er betrachtete die Statuen genauer. Dabei fiel ihm auf, dass die Decke relativ uneben war.
Er schlich sich seitlich an und inspizierte die Wand.
Welches Material auch immer dafür benutzt worden war, es eignete sich perfekt für seine Zwecke.
Balki zog sich Metallkrallen über seine Hände und Füße. Sie bedeckten seine Handfläche und den Innenriss seiner Füße.
So konnte er in Spiderman-Manier über die Köpfe der Security hinweg schleichen.
Eine riskante Aktion, denn er wusste nicht, wie stabil die Decke war und ob er beim Klettern vielleicht Putz oder Steinchen lösen würde,
die beim Herabfallen die Wachen warnen würden.
"Sag mal, passt jemand auf den Hintereingang auf?"
"Ähm... ich funk mal an"
...
....
*ein Prärieball rollt*
...
.....
"... Planänderung", dachte sich Balki. Doch die Krallen behielt er trotzdem an.

Auf der Hälfte des Weges blieb er stehen.
Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf seine Umgebung.
Irgendwas stimmte nicht.
Er öffnete die Augen wieder und sah nach oben.
Die Fassade des Hauses war nahezu ideal zum Klettern.
Das war es jedoch nicht, was ihm Sorgen bereitete.
Dennoch... sicherheitshalber wollte er sich noch ein wenig Zeit lassen.
Allerdings stand da nur ein Baum hinter einem kleinen Busch. Kaum Platz, um sichzu tarnen.
Plötzlich merkte er, wie sich ihm jemand näherte.
Balki hechtete hinter den Baum und machte einen Handstand.
So verschmolz seine Silhouette mit der des Baumes, und er war in der Abenddämmerung fast nicht mehr sichtbar.

Von vorn und von hinten kamen Securities angerannt.
"Was ist mit eurem Funkgerät los?"
"Keine Ahnung... der Empfang war einfach schlecht."
"Wie ist die Lage bei euch?"
"Die Umgebung ist sicher. Alle sieben Mann sind auf ihren Plätzen positioniert
und haben kein Geräusch gemeldet."
"Gut... weitermachen."
"Sir?"
"Was ist!?"
"Wo sind unsere Wachhunde?"
"Ich hab keine Ahnung, scheinbar haben alle auf einmal einen Termin beim
Tierarzt. Ist mir zwar ein Rätsel, aber kümmert euch nicht darum! An deine
Position!!"
"JA SIR!"

Als die Lage wieder sicher war, entspannte sich Balki endlich.
Sieben Mann hinten... Das war zuviel, selbst für ihn.
Vorne waren mindestens ebenso viele, und es war nur eine Frage der Zeit, bis sie das Fehlen der ermordeten Männer bemerkten.
Die Information über die Wachhunde war allerdings interessant... Darüber hatte Balki sich noch gar keine Gedanken gemacht.
Er spürte, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Doch ihm fiel nur ein Weg ein, um herauszufinden, ob ihn sein Gefühl trog.
Er würde das Schicksal herausfordern.
Also kletterte er an der Wand hoch, bis er ein Fenster erreichte.
Tatsächlich, es ließ sich ohne Probleme öffnen.
Leise glitt er hinein und ging innen in die Hocke. Schnell blickte er sich um.
Es war dunkel...
Alle Lichter waren ausgeschaltet...
Und...
Er war richtig gelegen... die Alarmanlage war nicht aktiv!!!
Gab es überhaupt eine?
Doch jetzt war er schon zu weit gekommen, um noch kehrt zu machen.

Also schlich er langsam weiter, ohne seine Umgebung aus den Augen zu lassen.
Seine
Schritte verursachten keinerlei Geräusch, dank des erstklassigen Bodens.
Er musste äußerst robust gebaut worden sein, um schwere Gewichte auszuhalten.
Vielleicht wegen dieser alten Ritterrüstungen, die im Gang aufgestellt waren?
Dass reiche Snobs auch immer irgendwelche Sammlungen haben mussten...

Balki rührte sich erneut nicht von der Stelle.
Diesmal wartete er lange.
Dies konnte kein Zufall sein.
Entweder waren die Securities grottendämlich und haben die Lage immer noch nicht respektiert,
oder Squall wusste längst über seine Anwesenheit bescheit.

"Wo sind unsere Wachhunde?"
"Ich hab keine Ahnung, scheinbar haben alle auf einmal einen Termin beim Tierarzt.
Ist mir zwar ein Rätsel, aber kümmert euch nicht darum!"

Die Worte der Wachen hallten in Balkis Kopf wider.
Seine Augen weiteten sich.
"Verdammt!", fluchte er unterdrückt.
Er sah nach vorn, auf die große Tür.
Die größte im Vergleich zu den anderen.
Balki zog sein Wakizashi und rannte los.

Ein mit einem Lederhandschuh bekleideter Finger betätigte den Abzug einer goldenen Desert Eagle.
Eine kleine, glühende Kugel schoss aus der Mündung, flog geradewegs auf die massive Tür zu,
bohrte sich hindurch und setzte ihre Bahn unverändert fort.
Genau auf Balkis Brust zu.
Sie traf seinen linken Brustkorb, wenige Zentimeter oberhalb seines Herzens.
Die Wucht des Einschlags bremste Balki. Er ging rücklings zu Boden und griff reflexartig nach der Wunde.

Strife kam aus dem anliegenden Raum.
Er begutachtete das Einschussloch in der Tür.
"Hach, ich liebe diese Stahl-Munition! Sie bohrt sich durch alles hindurch wie durch Butter.
Wäre aber ein Glückstreffer gewesen, wenn ich dich dabei noch erledigt hätte...
Eigentlich dachte ich, du würdest es dann merken, wenn du versuchst, diese Tür zu öffnen",
sagte er und strich sich mit der Hand die Haare nach hinten.
"Obwohl du es bemerkt hast, bist du nicht geflohen... gleich zum Angriff übergehen, huh?", fuhr er fort.
Balki spuckte Blut.
"Du... Dreck...sack", keuchte er.
"Nicht doch, nicht doch! Nur weil ich eine Schusswaffe verwendet habe?
Ich war eben auf deinen Besuch vorbereitet... aber wenn du darauf bestehst...", höhnte
Squall und steckte seine Waffe ein.
Balki richtete sich mühsam wieder auf. Er hielt noch immer eine Hand auf seine Wunde gepresst.
Das Blut floss über seine Finger und tröpfelte mit beängstigender Regelmäßigkeit auf den Boden.
Mit der anderen Hand richtete er sein Wakizashi nach vorne, bis die Spitze auf Squall zeigte.
Sein ganzer Körper zitterte wie Espenlaub... Es sah übel aus.
Squall schloss die Augen und neigte den Kopf leicht nach unten. Ein hämisches Grinsen breitete sich über sein Gesicht aus.
"Es wird nicht lange dauern", versprach er und streckte eine Hand aus.
Er kehrte die offene Handfläche nach oben. Jede seiner Fingerspitzen leuchtete in einer anderen Farbe.
Über dem Daumen schwebte eine kleine blaue Wolke. Sie strahlte eine Kälte aus, die die Luft kondensieren ließ.
Winzige Kristalle bildeten sich.
Der Zeigefinger glühte rot.
Eine kleine Flamme umhüllte ihn.
Der Mittelfinger war kaum erkennbar, er verzerrte sich unregelmäßig und brach die Dimensionen.
Ein violettes Leuchten ging von ihm aus.
Über dem Ringfinger wirbelte ein Miniatur-Tornado, während der kleine Finger Funken sprühte.
"Such dir eins aus", bot er in sarkastischem Ton an.
Balki hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Sein Blick wurde immer verschwommener. Er begann, Squall doppelt zu sehen.
"Ich mache dir die Entscheidung leichter", grinste Squall und ballte eine Faust, in der nur noch der Zeigefinger ausgestreckt war.
Alle Magien verpufften in seiner Handfläche... nur die Flamme am Zeigefinger flackerte weiter.
"Feuer... eine längst vergessene Kraft, die die Menschheit fast zur Ausrottung brachte.
Lange habe ich damit verbracht, diese Macht zu beherrschen,
und nun sollst du die Ehre bekommen, sie zu spüren", sagte Squall und schlug die Augen wieder auf.
Er begann, seine Arme kreisförmig um sich zu bewegen. Das Feuer folgte seiner Bewegung und wurde dabei stärker.
Die Luft erhitzte sich, ein deutliches Zeichen für die Zunahme der Energie.
Balki verlagerte sein Gewicht und rannte erneut los.
Squall konzentrierte das Feuer zu einer Kugel und schoss es mit ausgestreckter Hand auf seinen Gegner.
Die Wucht des Aufpralls schleuderte Balki weit nach hinten. Klirrend entfiel die Waffe seinen Händen.
Der Ninja lag nun reglos auf dem Boden. Nur seine Brust hob und senkte sich in schweren, gequälten Atemzügen.
"Hmm...", machte Squall, "schwache Vorstellung, aber was solls." Er schüttelte herablassend den Kopf und zog seine Desert Eagle.
Als er auf Balki zielte, um ihm den Gnadenstoß zu verpassen, bemerkte er in letzter Sekunde den Ninja-Wurfstern, der auf ihn zuflog.
Er konnte gerade noch ausweichen.
Der Stern streifte seine Wange und blieb in der Wand hinter ihm stecken. Ein kleines Rinnsal Blut drang aus der Wunde.
Plötzlich stand Kakashi vor Balki. Er kniete sich zu ihm. In seiner Hand hielt er eine Kugel.
"Dies ist kein Ort für einen fairen Kampf. Mach dich darauf gefasst, dass du weiterhin gejagt wirst!", warnte er Squall.
"Nabu-Na-Mi-Da-Jutsu!", schrie er und warf die Kugel auf den Boden.
Rauch stieg auf und hüllte den Gang in Dunkelheit. Die beiden Ninja waren verschwunden.

Squall hob eine Augenbraue, steckte seine Waffe wieder ein und ging zurück in sein Zimmer.
Er ließ sich in den Chefsessel fallen und legte die Füße auf den Schreibtisch.
"Das war ja mal ne armselige Vorstellung", sagte jemand.
Blitzschnell zog Squall die Waffe wieder hervor und zielte nach rechts, in die Richtung, aus der die Stimme kam.
Doch dort stand niemand.
"Bleib ganz locker, mein temperamentvoller Freund."
Eine Gestalt materialisierte sich in feinstofflicher Form.
"Mein Name ist Yridion."
"Herzlichen Glückwunsch. Und was willst du?", fragte Squall misstrauisch.
"Ich wurde durch deine Magie aufmerksam.
Zunächst dachte ich, das wäre nur ein Kaminfeuer, aber dann wurde ich neugierig, als es zum Einsatz kam.
Ich brauchte eine Weile, bis ich den Ursprung ausfindig machen konnte.
Ich kam jedoch gerade noch rechtzeitig, um die Vorstellung zu Ende zu sehen."
Squall gab keinen Ton von sich. Er zielte weiter auf die Gestalt, obwohl er wusste, dass das nicht viel nutzte.
"Du bist eine interessante Person, denn du bist kein richtiger Elementmagier, stimmts?"
Squall schwieg noch immer.
"Ich möchte dir ein Angebot machen", erklärte Yridion.
"Mich interessiert dein Angebot nicht, ich hab genug Kohle", erwiderte Squall.
"Hehehe... nun... ich bin mir sicher, dass es dir zusagen wird.
Es geht nämlich um deine Magie."
Squall hob eine Augenbraue.
"Dir ist bewusst, obwohl du mit dem Feuer spielst, dass du nicht das wahre Potential ausschöpfst.
Ich kann dir etwas geben, das dich mit einem Elementmagier ebenbürtig stelltâ€?, sagte Yridion
"Na, das klingt ja wie Musik in meinen Ohren... und wo ist das Kleingedruckte?", fragte Squall
"Hehehe... normalerweise hab ich immer Bedingungen, aber du, mein lieber Freund, bist von Natur aus ideal für meine Bedingungen.
Nimm mein Angebot an. Das, was ich von dir will, erfüllst du sowieso... Da es in deinem eigenen Interesse liegt."
"Einverstanden... und nenn mich nicht Freund!" sagte Squall
"Auch gut... Du bekommst ein Teil meiner Macht. Damit stehst du deinen Gegnern in nichts nach."

Ende Chapter Four


Terry

Kamikaze

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10

Dienstag, 3. April 2007, 14:40

Chapter Five : History

Die Tage vergingen. Sukos Träume kehrten Nacht für Nacht wieder, und mit jedem Mal waren sie intensiver.
Sie rückten immer mehr ins Zentrum seines Lebens.
Verzweifelt suchte er nach Antworten auf all die Fragen, die sie aufwarfen.
Antworten, die er nicht bekam.
Nach und nach verwandelte der einst so lebenslustige, enthusiastische Mann sich in ein seelisches Wrack.
Er versuchte, gegen den Schlaf anzukämpfen, um wenigstens ein bisschen Ruhe zu finden.
Doch sein Körper war zu müde, als dass er das lange durchhalten könnte.
Jede Nacht focht er den aussichtslosen Kampf gegen sich selbst,
und jede Nacht gewann die Müdigkeit und zwang ihn in einen alptraumgeplagten Schlaf.
Suko merkte, dass es immer schlimmer wurde. Auch seine Umgebung bekam das zu spüren.
Hatten die Träume ihn anfangs nur ins Schwitzen gebracht, so wachte er jetzt in einem Umkreis vertrockneter Gräser auf.
Wen das so weiter ging, würde er eines Nachts womöglich Feuer fangen.
Wer weiß, was für einen Schaden er anrichten würde? Er machte sich ernsthaft Sorgen. Vor allem seit dem Vorfall mit Naware...
Suko machte sich deswegen schlimme Vorwürfe und fand nirgends Trost.

Am frühen Morgen in der Vorstadtsiedlung

Mal wieder unter Menschen zu sein, tat seiner Seele gut.
Zwar waren es nur Vorstadtleute, aber auch wenn sich ihre Art deutlich von der der Großstadtmenschen unterschied, waren sie doch eigentlich nett.
Und außerdem...fanden sie ihn sicher genauso seltsam.
Dieser Gedanke ließ ihn schmunzeln.
Endlich... Zum ersten mal seit Tagen einfach mal wieder lächeln.
Und als hätte sein Magen nur auf dieses Signal gewartet, gab er sofort
lautstark seinen Kommentar dazu ab. Suko blieb stehen und hielt sich den Bauch.
Er verzog das Gesicht.
"Mist! Hier wird es schwierig, billiges Futter zu bekommen.", schoss es ihm durch den Kopf.
Er ging weiter und musterte dabei seine Umgebung genau. Irgendwo hier musste es doch einen Metzger oder einen Bäcker geben.
Doch es war ein ganz anderer Laden, der ihn in seinen Bann zog.
Im Schaufenster stapelten sich Berge von Süßigkeiten aller Art. Suko machte große Augen.
Es war schon Jahre her, seit er das letzte Mal so etwas genascht hatte. Und warum auch nicht?
Es wäre das Sahnehäubchen auf seiner momentanen guten Stimmung.
Und bis er die Innenstadt erreicht hätte, könnte es seinen Magen fürs Erste besänftigen.

Suko betrat den Laden.
Als er die Tür öffnete, klingelte ein kleines Glöckchen, um die Inhaber von seinem Kommen zu unterrichten.
Die Situation war so schön idyllisch, dass sich Sukos Stimmung noch weiter hob.
Ein Mädchen von etwa sechzehn Jahren kam aus dem hinteren Bereich des Ladens und ging vor an die Theke.
Als Suko sich ihr näherte, zogen ihre wunderschönen Augen ihn in ihren Bann. Er fühlte sich wie magisch von ihr angezogen.
Ein Kribbeln breitete sich in seinem Bauch aus.
Er bemühte sich, den Mund nicht zu öffnen, aus Angst, sein Speichel würde dann wie ein Wasserfall herausströmen.
Wie im Traum ging er auf sie zu.
Als er die Theke erreicht hatte, blickte er nach oben, in ihre braunen Augen.
Sie sah ziemlich genervt aus. Offenbar war es wohl sehr auffällig, wie er in ihren Ausschnitt starrte.
Dennoch musste sie ihn freundlich bedienen, schließlich war er ein Kunde.
"Guten Tag, mein Herr, was kann ich für Sie..."
Plötzlich stockte ihr der Atem. Die Gereiztheit verschwand aus ihrem Blick.
Stattdessen stand nun pure Angst in ihren Augen.
Suko bemerkte das. Sein Blick wechselte von gierig zu ernst.
"D...Du bist es!", stammelte die Verkäuferin.
Nun war es Suko, dem der Atem stockte. Das Mädchen rannte zurück in den hinteren Bereich, als hätte sie ein Gespenst gesehen.
"Was zum Teufel ist los mit dieser Welt!?" Scheinbar kennt mich hier jeder!!", stieß Suko hervor. Doch diesmal würde er sich nicht gehen lassen.
Er sprang über die Theke und lief hinterher.
Als er durch die Tür trat, erstarrte er. Es lief ihm eiskalt den Rücken herunter. Seine Haare sträubten sich.
Er öffnete den Mund und atmete schwer aus.
Eine weiße Wolke drang aus seinem Mund. Sein Atem kondensierte. Er bekam eine Gänsehaut.
Dann konzentrierte er seine Aufmerksamkeit wieder auf das Mädchen.
Sie stand wenige Meter vor ihm und hatte ihre Hände vor der Brust zu einem Dreieck geformt.
In seiner Mitte bildete sich eine bläulich schimmernde Kugel.
Die ganze Situation kam Suko furchtbar surreal vor, als wäre er in einem Traum, in einer Trance...
Er wusste nicht, was er tun, wie er sich verhalten sollte. Er fühlte sich wie eine Kakerlake, die in eine Klebefalle getreten war.
"Halt ein, Cary!", befahl eine Stimme hinter dem Mädchen. "Beruhige dich und komm zu mir."
Cary unterbrach das Bündeln ihrer Energie und ging zu der alten Dame, die hinter einem Tisch auf einem Stuhl saß,
ohne jedoch in ihrer Wachsamkeit nachzulassen.
"Setz dich hin... Feuerbändiger.", sagte die alte Dame.
"Wer seid ihr?", fragte Suko, der noch immer schwer atmete.
"Setz dich hin.", wiederholte sie mit ruhiger Stimme.
Suko wusste nicht, warum, aber obwohl er sich in einer gefährlichen Lage befand, fühlte er sich sicher.
Also ging er vor und hockte sich auf einen Stuhl, der vor dem Tisch stand.
Er betrachtete Cary, die neben der alten Frau stand... wie ein Leibwächter, ging es ihm durch den Kopf. Dennoch spürte er ihre Angst.
"Ihr beide... seid Eisbändiger, nicht wahr?", fragte Suko.
"So ist es... und so wie du spürst, dass wir das Eis kontrollieren, so wissen wir, dass du die Macht über das Feuer hast."
Suk sah wieder zu Cary.
"Das versteh ich nicht... ihr wisst, wer ich bin, allein wegen meiner Fähigkeit.
Und ich musste erst ins Fettnäpfchen treten, bevor ich echeckt habe, wer ihr wirklich seid.", wunderte er sich.
"Das liegt an dir, junger Feuermagier. Wir spüren dich seit geraumer Zeit.
Es sind immer kurze Impulse, und dann ist deine Aura wie von der Erdoberfläche verschwunden."
"Durch meine Träume.", murmelte Suko.
"Unsere Aufgabe ist es, dich zu vernichten.", stellte die alte Dame ruhig fest.
Suko starrte sie ungläubig an. Die beiden waren wohl kaum in der Lage, es mit ihm aufzunehmen.
"Wir sind jedoch nicht stark genug. Das liegt auch daran, dass wir darauf nicht vorbereitet waren. Dich hätte es eigentlich nicht geben dürfen."
"Was soll das bitte heißen?!", fragte Suko, jetzt vollends verwirrt.
"Der letzte Feuerbändiger, der jemals gesichtet wurde, war vor mehr als zweihundert Jahren."
"Zweihundert!?", Suko schrie inzwischen, "was erzählt ihr mir für einen Schwachsinn!?"
"Ich möchte dich etwas fragen... junger Feuerbändiger... wie lange
beherrschst du schon dein Element?"
"Ähm... um ehrlich zu sein, so lang ich denken kann.", erwiderte Suko,
obwohl er sich selber nicht sicher war.
"Das ist eigentlich unmöglich." stellte die alte Dame fest.
"Und warum?"
"Junge... du bist dir nicht bewusst, wer du bist, nicht wahr?"
Suko war nun nicht mehr nur verwirrt, er fühlte sich allmählich dem Wahnsinn nahe.
Abrupt sprang er auf und hielt sich den Kopf.
"Was soll die Scheiße!!?", schrie er.
Augenblicklich formte Cary eine neue Eiskugel.
Suko bemerkte es und richtete den Zeigefinger auf sie. Aus dem Finger schlug eine Flamme.
"Vorsicht, Süße! Mit dem Ding da bist du in der Lage, mich umzubringen! Und ich werde mich verteidigen, wenn es sein muss!!", drohte er.
Cary zitterte am ganzen Leib. Sie wusste, dass sie ihm sowohl physisch wie auch psychisch unterlegen war.
"Ganz ruhig, Cary. Er wird uns nichts tun.", sagte die alte Dame in sanftem Ton.
"Feuerbändiger... hör mir zu. "Normalerweise" hättest du nicht gezögert und hättest uns augenblicklich getötet.
Das liegt in deiner Natur", wandte sie sich an Suko.
"Ich habe mir euren Quatsch lange genug angehört.", schnauzte Suko giftig und wandte sich zum Gehen.
"Was weißt du über die Feuerbändiger?", rief sie ihm hinterher.
Suko blieb stehen.
"Weißt du überhaupt etwas über die Eismagier?
Kennst du die Geschichte dieses Planeten?
Was er alles ertragen musste?
Wie viel Leid und Elend das Feuer über ihn brachte?
Wie viele Menschen sterben mussten?"
...
"Alles, was ich weiß, ist dass du dich total anders verhältst, als es die
Geschichte über dich erzählt.", setzte sie fort, als er nicht antwortete.
Suko drehte sich langsam um.
Seine Körperhaltung sagte deutlich, dass er lieber gehen wollte.
"Was auch immer dich quält, es wird jede Nacht schlimmer.
Bevor es zu einer Katastrophe kommt, solltest du das Museum der Schwarzen Magie besuchen. Dort befindet sich die Geschichte deiner Ahnen.
Vielleicht findest du dort Antworten."

Suko marschierte zur Tür hinaus und verließ den Laden.
Noch wusste er nicht, dass sich seine Stimmung im Laufe des Tages noch weitaus verschlimmern würde...


Terry

Kamikaze

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Donnerstag, 5. April 2007, 14:49

Währenddessen im Untergrund von Easttown

Alles war schwarz.
Erst langsam erkannte er, dass er geschlafen hatte. Die Dunkelheit war die Schwärze seiner geschlossenen Augenlider.
Doch nun wachte er langsam auf.
Vorsichtig öffnete er die Augen.
Über ihm war etwas Helles. Er sah es nur verschwommen... Die Zimmerdecke.
Er fühlte sich, als sei eine Herde Esel über ihn hinweggaloppiert.
"Wurde aber auch Zeit, dass du endlich zu dir kommst", hörte Balki eine wohlbekannte Stimme neben sich.
Er drehte den Kopf langsam zur Seite und erkannte Kakashi.
"Wo...bin ich?"
"Sektion 6, Krankenstation der SeeSchule", antwortete Kakashi.
"SeeSchule? Was habe ich hier verloren?", fragte Balki, der langsam wieder zu Kräften kam.
"Nun... nach deinem letzten Gefecht wäre es unklug gewesen, dich wieder in die Waldakademie zu bringen.
Zumal Squall weiß, wo sie sich befindet. Zwar gab es keinen Anschlag, aber ich ging auf Nummer sicher."
Balki setzte sich auf und sah sich um. Sektion 6 war enorm.
Sie war mindestens ebenso groß wie die Übungshalle der Waldakademie, nur dass hier überall Krankenbetten aufgestellt waren.
Einige waren mit weißen Vorhängen abgetrennt. Balki fühlte sich unwillkürlich an eine Leichenhalle erinnert.
Er bemerkte, dass im Bett neben seinem auch jemand lag. Der Kranke schien im Koma zu sein.
Zahllose Schläuche verbanden seinen Körper mit allerlei Maschinen und Messapparaten.
"Ihn hat’s scheinbar übel erwischt", stellte Balki fest.
"Baoru Xi... Er war der Vertreter dieser Akademie. Er bekam den Auftrag zusammen mit Lou, Strife zu eliminieren", erklärte Kakashi.
Balki lief ein Schauder über den Rücken.
"Ich dachte..."
"Er ist der einzige Überlebende", schnitt ihm Kakashi ins Wort.
"Die Hoffnung dieser Schule... Jemand mit großem Potential. Doch leider seit Ewigkeiten ausgeknockt."
"Kakashi... warum warst du dort?", wechselte Balki das Thema.
Kakashi grinste kaum merklich.
"Ich erinnere mich noch an unser letztes Gespräch. Tja... du bist nun mal, was du bist. Ein kleiner frühreifer Heranwachsender.
Trotz logischem Denken hast du dich von deinen Emotionen leiten lassen."
"Du... wusstest, was ich tun würde?", fragte Balki.
"Ich hab’s einkalkuliert. Habe zwar gehofft, du würdest es nicht tun, aber ich war stets in deiner Nähe.
Und im richtigen Moment da, um dich rauszuholen."
"Warum hast du mich nicht davon abgehalten?"
"Damit du weißt, welche Vorkehrungen du das nächste Mal vornehmen musst", antwortete Kakashi.
Balki zog die Augenbrauen zusammen. Sein Blick wurde finster.
"Das nächste Mal...", knurrte er und zerknüllte die Bettdecke in seiner Hand.
Auch Kakashis Gesichtsausdruck war nun ernst.
"Wir haben dich gesund gepflegt. Die Wasserbändiger hier verfügen zusätzlich über Heilkräfte.
Es hat ein paar Tage gedauert, doch du bist wieder fit genug."
Balki musste nicht fragen, was Kakashi damit meinte.
Diesmal gab es niemanden, der ihn aus einer brenzligen Situation retten würde.

10 Stunden später im Museum

Suko bewies ein weiteres Mal die Qualität seines Orientierungssinnes.
Hatte er es doch soeben geschafft, einen ganzen Tag lang nach einem Ort zu suchen, der unmittelbar in der Nähe war.
Jetzt war die Zeit wirklich eng, in Kürze würde das Museum schließen.
Suko hoffte inständig, hier endlich Erklärungen zu finden, denn der Eintrittspreis hatte ihn seine heutige Mahlzeit gekostet.

Von außen machte das Museum einen ganz anderen Eindruck als von innen. Es war nicht besonders groß.
Doch schon auf den ersten Blick schienen mehr als genug Informationen vorhanden zu sein.
Überall hingen Gemälde von irgendwelchen Leuten, die in der Vergangenheit berühmt gewesen sein mussten.
Unter den Gemälden standen Skulpturen verschiedener Größen, die ohne Zahl im ganzen Museum verteilt waren.
Dazwischen Tafeln mit Erklärungen und Geschichtsdaten.

Suko suchte schnell nach der Geschichte der Feuerbändiger.
Zu seinem Glück hing direkt vor seiner Nase, das Bild eines Samurai mit einer Feuerklinge in der Hand.



Daneben ein zweites Gemälde von einem Samurai, diesmal mit einem Eiskristallschwert.



Darunter befand sich eine Tafel. Suko las konzentriert:

Eine Darstellung eines sehr alten Konfliktes.
Im alten Japan gab es vor 300 Jahren zwei mächtige Magier, Zyran und Aislin.
Zyran, Herrscher über das Feuer, hatte eine Schar Krieger um sich gesammelt, er nannte seinen Klan Oni.
Er fegte zerstörerisch durch die Lande, eroberte eine Region nach der anderen.
Sein Ruf eilte ihm bald voraus, und allein eine Kriegserklärung brachte die Lords dazu,
ihre Burgen aufzugeben und sich in die Berge zurückzuziehen oder ihr Glück in China zu versuchen.
An schlechten Tagen brannte Zyran aus Langeweile Dörfer nieder oder ließ seine eigenen Männer gegen sich antreten.


"Hmm… Was hat das nun mit den Feuerbändigern zu tun?
Damals waren doch viele Leute schlecht gelaunt. Kriege gab's überall." murmelte Suko.

Als sich Zyran nach Norden vorwagte, stieß er auf Aislin und den Fushu Klan.
Jahrhunderte lang lebten die Fushu friedlich auf der Nordinsel.
Die Krieger der Fushu waren keine sonderlich Kämpfer, und so fielen die ersten Städte,
ohne dass diese großen Widerstand leisten zu konnten - bis Zyran auf Aislin und seine Armee stoß.
Zyran unterschätzte Aislin.
Der Ausgang der Schlacht war entschieden bevor sie angefangen hatte,
die tausenden von Soldaten der Oni hatten nicht den Hauch einer Chance gegen die feuerlöschende Kraft der Eisbändiger.
Aislin und seine Eisgarde konnten Zyran schlussendlich besiegen.
Den Preis für den Sieg musste Aislin mit dem Verlust seines Augenlichts bezahlen.


"Jaja… Das übliche Klischee von Gut und Böse.
Und etz soll mir die Geschichte sagen, dass meiner einer ein ziemlich Böser ist huh?",
es gelang Suko nicht, das Ganze besonders ernst zu nehmen.
Weiter oben an der Wand bemerkte er ein weitaus größeres Gemälde. Darauf waren zwei junge Männer dargestellt, gekleidet wie Kampfschüler.



Auch hierzu gab es eine Informationstafel.

Die Geschichte der Feuerbändiger ist eine Geschichte von Zerstörung, Leid und Korruption.
Sie hat uns gezeigt, dass selbst die Freundschaft versagt, wenn Machtgier den Mensch übermannt.
So geschehen vor ca. 200 Jahren.
Sortak und Kalwen kamen beide mit 6 Jahren auf die örtliche Kampfakademie.
Als die jüngsten in ihrer Klasse mussten sie zusammenhalten, um die Lehrzeit zu überstehen.
Jahre später waren beide die besten Schüler der Akademie und mittlerweile Blutsbrüder.
Jedoch, verschrieb sich Sortak der verbotenen Kunst des Feuerbändigens,
während Kalwen von einem Nachfahren Aislins die Kunst der Eisbändigung gelehrt wurde.
Während Kalwen seine Kräfte für rein meditative Zwecke benutzte,
sehnte sich Sortak nach mehr und mehr Macht.
Mit der Zeit wurde er immer mächtiger, und es war nur noch eine Frage der Zeit,
bis er sich nach blutrünstigen Taten und Zerstörung sehnte.


"Was soll denn das wieder bedeuten!?"

Die Schneise der Verwüstung hinterließ Sortak im Jahre 1804,
als er die Grenzen eines Feuermagiers erreichte.
Japan stürzte in nur einer Woche erneut ins Elend.
Hunderttausende Menschen starben durch die Macht des Feuers aus den Händen des Feuerbändigers.


Nun war Suko tatsächlich etwas beunruhigt.
Er konnte sich gut vorstellen, welche Auswirkungen es haben konnte, wenn man das Feuer missbrauchte.
Doch er verstand noch immer nicht, warum man sich erzählte, dass der Ursprung des Bösen im Feuerbändigen lag.
War das Feuer wirklich an sich böse?

Die Schreckensherrschaft des machthungrigen Sortak endete auf der "Steppe der heimlichen Stille",
als es Kalwen, dem besten Freund Sortaks in ihrer Jugendzeit, gelang, ihn aufzufinden.
Über den Kampf selbst gibt es wenig zu berichten, es gab keine Augenzeugen.
Jedoch ist seit dem Kampf nie wieder ein Grashalm gewachsen und man nennt die Steppe jetzt "Die versengte Einöde".
In ihrer Mitte prangt ein Krater mit mehreren Kilometern Durchmesser.


"Mehrere Kilometer!?", Suko war so schockiert, dass er unwillkürlich schrie.
"Jaa, das war sozusagen der Kampf der Titanen." sagte jemand hinter ihm.
Suko zuckte zusammen. Erschrocken drehte er sich um und musterte den Kerl, der ihn da angesprochen hatte.
"Scheinbar interessiert Sie die Geschichte der Feuerbändiger.", meinte der Mann in dem feinen Anzug.
Wohl ein Historiker oder so was.
Suko sah ein Namensschild auf seiner Brust: MfLuder.
…
Er versuchte nicht, den Namen wirklich auszusprechen. Ob das wohl ein Künstlername oder so was Ähnliches war?
Suko beschloss, den Kerl nicht weiter zu beachten. Er wandte sich zum Gehen.
Dabei sah er jedoch zu spät die große Steinstatue, die mitten im Weg stand. Er stieß gegen die Skulptur, die ins Schwanken geriet.
Gerade noch rechtzeitig konnte Suko verhindern, dass sie umkippte.
"Vorsicht, mein Herr! Das hier ist mein wertvollstes Stück!
Es hat mich viele Schweißtropfen gekostet, es zu meißeln", mahnte MfLuder, während er die Statue streichelte.

Suko betrachtete die Statue genauer.
Er konnte es sich nicht erklären, aber sie zog ihn beinahe magisch an.
Der Torso eines bärtigen Mannes war in den Stein gemeißelt, von einer Säule abgestützt.
Als Suko das Schild las, das daran
befestigt war, verstand er, warum die Skulptur ihn so in ihren Bann zog.
"Der erste Feuerbändiger"



"Wie ich sehe, scheint Ihnen meine Arbeit zu gefallen.
Sie interessieren sich wirklich für die Geschichte der Feuerbändiger, nicht wahr?", schmunzelte MfLuder.

"Lassen Sie mich etwas über dieses ganz besondere Exemplar erzählen.
Dies hier ist der oberste Kriegsfürst Makishima.
Zeugnisse über seine Herrschaft sind nur bruchstückhaft und haben teilweise legendäreren Charakter, als den einer historischen Überlieferung.
Vor langer Zeit, geschätzt vor ca. 3000 Jahren, war die Welt in kleine Reiche aufgeteilt.
Martial Art-Kämpfer und Magier gehörten zu den Gesetzlosen, sie kämpften für Geld, verteidigten Städte oder griffen andere an.
Die Kämpfer waren in der Bevölkerung angesehen und beliebt. Die Magier hingegen wurden gemieden und waren verhasst.
Insbesondere die Feuerbändiger."

"Warum? Was unterschied die Feuerbändiger von den anderen?" fragte Suko.

"Die Feuerbändiger waren machthungrig und zerstörerisch und hielten sich vor Bluttaten nicht zurück.
Es fing alles mit diesem Mann hier an.
Makishima… der erste Feuerbändiger, den die Geschichte nachweisen kann.
Einst soll dieser Mann ein warmherziger, gutmütiger und lebensfreudiger Mensch gewesen sein.
Als er die Macht des Feuers kontrollierte, geriet sein Leben aus den Fugen.
Er wandelte sich um 180° und sollte das Schrecklichste werden, was die Welt jemals gesehen hat."

"das Schrecklichste?" fragte Suko atemlos.

"Makishima zerstörte im Alleingang die größten Städte der damaligen Welt.
Das Blut von mehreren Millionen Menschen klebte an seinen Händen.
Es gab niemanden auf der Welt, der ihn stoppen konnte.
Was folgte, war eine Zeit der Dunkelheit und Zerstörung.
Die Welt unterwarf sich förmlich zu seinen Füßen.
Makishimas Ära war finster. Es herrschte überall Chaos und Schrecken.
Doch damit nicht genug. Makishimas Durst nach noch mehr Macht war nicht gestillt.
Die Erde war bereits dem Untergang geweiht, und dennoch konnte er sich nicht daran satt fressen.
Aus Langeweile zerstörte er Dörfer, die längst ihm gehörten, und schlachtete Menschen nur zum Vergnügen ab.
Er machte keinen Unterschied zwischen Frauen und Kindern.
Sie alle sollten als Futter für sein Feuer hinhalten."

"Wie endete diese Tyrannei?" Enthielt Makishimas Geschichte die Lösung für die Rätsel, die Suko plagten?

"Freut mich, dass Sie es ansprechen.
Nun… es entwickelten sich mit der Zeit Rebellen im Untergrund.
Sie sammelten alle verfügbaren Bändiger.
Eis-, Luft-, Donner-, Erde-, Wasser-, Schatten- und Lichtbändiger, alle auf einen Haufen!
Sie sammelten sich und griffen eines Tages Makishima frontal an.
Können Sie sich das vorstellen?
Eine Armee von mehreren Tausend Männern und Frauen!
Mehrere Tausend Magier… allein der Gedanke lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.
Apropos... Für Makishima stellten natürlich die Eis- und Wassermagier die größte Gefahr dar.
Anstatt jedoch in Angst und Panik zu geraten, entfachte es in ihm das, was ich vorhin erwähnte.
"Das Schrecklichste was die Welt jemals erblickte".
Aus Makishima wurde ein Feuerdämon!"

…

"Tja… aber auch ein Feuerdämon konnte nichts gegen eine Übermacht von Magiern ausrichten.
Obwohl das Glück doch auf der Seite der Menschen war.
Denn von den Tausenden von Magiern blieben nur zehn Eismagier zurück.
Fünf von ihnen erlagen ihren Verbrennungen.
Seitdem… Nach Makishimas Tod, wurden Feuerbändiger gejagt und getötet.
Kein ungefährliches Unterfangen.
Denn nur die Eismagier haben sich selbst dazu verpflichtet.
Alle anderen gehen diesem Terror lieber aus dem Weg.
Ist ja auch kein Wunder, jeder Versuch einen Feuerbändiger zu …"

Erst jetzt bemerkte MfLuder, dass sein Zuhörer gar nicht mehr neben ihm stand. Erstaunt blickte er sich um.
Außer ihm war niemand mehr im Museum.

"Hey Paul!" schrie jemand aus dem hinteren Teil des Museum
MfLuder zuckte zusammen und drehte sich wutentbrannt um.
"Du sollst mich bei meinem Künstlernamen nennen, Stefan!! Wie oft denn noch?!" schrie er und drohte mit erhobener Faust.
"Das ist mir jetzt Scheißegal! Es ist keiner mehr da, also beweg deinen Arsch!
Ich will den Schuppen abschließen!"

später am Abend auf dem Campingplatz

Suko lag auf der Wiese und betrachtete den Himmel.
Gerade erschienen die ersten Sterne am Firmament. Es war ein friedlicher Anblick, ein Anblick, der seine Seele beruhigen sollte.
Doch heute war er nicht dazu bereit. Zu viel ging ihm im Kopf herum.
Sein Besuch im Museum hatte alles in Frage gestellt, woran er geglaubt hatte. Nun wusste er nicht, woran er sich halten konnte.
Was hatten diese Träume zu bedeuten?
Und warum, bitte schön, sollte das Feuer ihn in ein blutrünstiges Monster verwandeln?
Suko richtete sich auf und setzte sich etwas näher ans Ufer.
Wer waren diese Kinder, von denen er seit Nächten verfolgt und gequält wurde?
Wer war der Typ, der in seinen Träumen verwundet wurde?
Feuerbändiger...
Das Feuer...
Suko hob eine Hand, ließ eine Flamme darauf erscheinen und betrachtete sie.
Das Feuer...
Bis jetzt war es immer ein treuer Freund gewesen.
Es hatte Suko immer gute Dienst erwiesen und ihn nie im Stich gelassen.
Nie wäre er auch nur auf den Gedanken gekommen, es zu missbrauchen.
Niemals... bis diese Träume begonnen hatten.
Erst die Attacke auf Xell, und dann noch Naware...
Noch mehr jedoch beschäftigte ihn die Frage, wer er wirklich war.
Warum kann er sich nicht mehr an das erinnern, was er früher getan hatte?
Wenn jemand wie Xell wusste, dass er sein Gedächtnis verloren hatte, warum konnte Suko das dann nicht auch von sich behaupten?
Seit er denken konnte, war das Feuer immer bei ihm gewesen, und immer hatte er sich auf Wanderschaft befunden.
Er liebte dieses Leben, sein Leben... bis jetzt.
Doch nun wusste er nicht mehr, was er davon halten sollte.
Wer war er wirklich?
Warum konnte er nicht zurück in die Vergangenheit denken?
Suko schien kurz davor, den Verstand zu verlieren.
Er stand abrupt auf und löschte das Feuer, indem er seine Hand ballte.
Doch das Feuer verschwand nicht einfach, sondern wurde von seinem Körper absorbiert, um in seinem Inneren weiter gebündelt zu werden.
Suko biss die Zähne zusammen und spannte alle Muskeln an. Dann ließ er die Energie, die er konzentriert hatte, auf einen Schlag los.
Sein Körper schien zu explodieren. Das Feuer schoss in alle Richtungen daraus hervor und hüllte den gesamten Campingplatz ein.
Was noch einen Herzschlag zuvor saftig und grün gewesen war, brannte nun zu schwarzer Asche.
Nichts, was von dieser Attacke erfasst wurde, überlebte.
Zorn... es war reiner Zorn, den Suko verspürte, der ihn so etwas tun ließ.
Zorn darüber, dass er seine Fragen um nichts auf der Welt beantworten konnte.
Verzweiflung... es war Verzweiflung, die ihn dazu verleitet hatte, seine Umgebung zu vergessen.
Verzweiflung darüber, dass er nicht mehr wusste, wie es weitergehen sollte.
Schon kurze Zeit später bremste er seine Kräfte und sog alles Feuer wieder in sich auf.
Die Landschaft sah nun aus wie der Einschlagkrater einer Bombe. Die Bäume waren verkohlt, die Wiese kahl und schwarz gebrannt.
Suko atmete schnell und unregelmäßig. Er war den Tränen nahe.
Doch dann spürte er etwas... eine Aura... eine mächtige Aura....
Irgendetwas kam mit ungeheurer Geschwindigkeit auf ihn zu.
Suko blickte sich in alle Richtungen um, doch er konnte nichts sehen. Niemand war in der Nähe.
Doch woher kamen plötzlich diese hell leuchtenden Kugeln? Ein ganzer Schwarm, der dirket vor ihm schwebte, sich zu einer Kugel verdichtete...
...die sich in einem Blitz auflöste.
An ihrer Statt stand eine wunderschöne Frau mit schwarzen, geflochtenen Haaren und einem roten Punkt, der auf ihrer Stirn leuchtete.
"Suko... endlich habe ich dich gefunden!", begrüßte sie ihn.
Suko runzelte die Stirn.
"Schon wieder jemand", brummte er und wollte ihr den Rücken zuwenden.
"Suko, nicht! All die Jahre war ich auf der Suche nach dir", ihre Stimme klang besorgt.
Nun drehte er sich doch wieder zu ihr um. "Wer seid Ihr?"
"Ich bin Saratja und...", sie brach ab und beschwor einen Kampfstab aus Licht.
Erst verstand Suko nicht, was das sollte. Doch dann spürte er die Aura, die auf ihn zukam.
Eine noch weitaus mächtigere Aura als die der Frau.
Auch Suko ging in Kampfstellung.
"Nein!", schrie Saratja ihn an. "Du musst hier verschwinden!"
"Was soll das!? Wer bist du, Saratja, und was willst du von mir?"
Saratja drehte sich zu ihm um. Suko sah Tränen in ihren Augen.
Sanft berührte sie seine Wange.
"Du bist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten...
All die Jahre habe ich nach dir gesucht, doch du warst schwer aufzufinden. Das muss eine harte Zeit für dich gewesen sein."
Suko war nur noch verwirrter. Er wusste nicht mehr, ob das alles noch real war.
"Du musst hier verschwinden, bevor er auftaucht!"
"Er? Wer ist ‚ER’?"
"Keine Zeit!", Saratja berührte seine Brust. "Holy!"
Ein Lichtstrahl schoss aus ihrer Hand und schleuderte Suko über den See hinweg.
Er schrie vor Schmerzen, während er sich Meter für Meter von Saratja und dem, was auf sie zukam, entfernte.
Doch er hörte noch immer ihre Stimme. Sie schien von dem Strahl geleitet zu werden.
"Ich wünschte, ich wäre früher für dich dagewesen. Doch nun ist keine Zeit mehr da.
Suko... sobald du wieder zu dir kommst, mach dich bereit, gegen das zu kämpfen, was für dein Schicksal verantwortlich ist.
Räche die Personen, die dir einst nahe standen."

Saratja
ging in Kampfposition.
Eine dunkle Wolke näherte sich. Unmittelbar vor Saratja hielt sie an und löste sich langsam auf.
Yridion trat hervor.
"Ah... welch altbekanntes Gesicht. Wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen", sagte er mit falscher Herzlichkeit.
"Du... Scheusal!"
"Ts ts ts...", machte Yridion und wedelte mit dem Zeigefinger. "Böse Worte für eine Kriegerin des Lichts.
Sag... hast du zufälligerweise den Jungen gesehen, der eigentlich hier sein sollte? Du bist doch nicht etwa für sein Verschwinden verantwortlich?"
Saratja schwang ihren Stab und bereitete sich auf den Kampf vor.
"Ich hätte es niemals zugelassen, dass du auch nur in seine Nähe kommst!
Diesen Angriff aus dem Hinterhalt hätte er nicht überstanden, aber nun weiß er Bescheid, auf was er sich vorbereiten muss."
Yridion schüttelte nur den Kopf.
"Warum macht ihr das nur immer so kompliziert,
Na ja... du hast nur etwas verzögert, was ohnehin unvermeidlich ist."
"Ich werde es noch weiter verzögern! Jede Zeit, die er bekommen kann, ist kostbar.
Selbst wenn ich dafür mit meinem Leben bezahlen muss!!", schrie Saratja.
"Keine Sorge, ich hatte sowieso nicht vor, dich unversehrt gehen zu lassen", erwiderte Yridion herablassend.
"Für meine Cousine!", schrie Saratja, als sie auf ihn losstürmte...
... mit der Gewissheit, diesen Kampf nicht zu überleben.

Ende Chapter Five


Terry

Kamikaze

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12

Donnerstag, 12. April 2007, 16:18

Chapter Six: Final Showdown Part I

Eine kühle Brise strich über Sukos Gesicht.
Langsam kam er zu sich. Sein ganzer Körper schmerzte.
Er öffnete die Augen, ganz langsam, und sah den Himmel über sich, über den sich schon die kühle Dunkelheit der Nacht ausgebreitet hatte.
Sukos Kopf dröhnte, und er fühlte sich, als sei er unter einen Zug geraten.
Ganz vorsichtig richtete er sich auf und musste feststellen, wie wackelig seine Beine waren. Wie lange hatte er so hier gelegen?
Erst nach einigen Sekunden fiel ihm alles wieder ein.
Er sah sich um. Der See war direkt vor ihm, doch er war nicht mehr an derselben Stelle wie zuvor.
Weniger als hundert Meter von ihm entfernt war der Ort, an dem er gestanden hatte, bevor Saratja ihn mit diesem Strahl getroffen hatte.
Er befand sich auf der anderen Seite des Sees, gegenüber des Campingplatzes.
Und der Anblick, der sich ihm bot, bewies, dass er zur Abwechslung diesmal keinen Alptraum gehabt hatte. Der Campingplatz war sein Zeuge.
Von dieser Stelle aus konnte er den großflächigen Schaden sehen, den er angerichtet hatte.
Doch was ihm ins Auge stach, war etwas anderes.
Hinter den verbrannten Hügeln ragte eine dunkle Turmspitze in die Höhe, die zuvor nicht dort gewesen war.
Die Sonne, die bereits untergegangen war, färbte den Himmel über dem Campingplatz mit ihrem letzten Widerschein,
bevor er endgültig mit der Nacht verschmolz.
Ein düsteres Panorama...



Nun erinnerte Suko sich an alles, und sein Gesicht verfinsterte sich.
Wieder strich ihm ein kühler Wind sanft übers Gesicht.
Adrenalin flutete durch seinen Körper, und der Wind schien alle Schmerzen davonzutragen.
Mit geballter Faust und voller Kampfeslust musterte er den Turm.
"Die Schattenhochburg", hörte er plötzlich eine Stimme hinter ihm.
Suko beachtete die Person jedoch nicht, sondern fixierte weiter den Turm.
"Lange habe ich auf diesen Moment gewartet. Nun stehen wir uns endlich gegenüber.
Zeig mir dein Gesicht... Abschaum!!", die Stimme klang fast wie ein Knurren.
Suko schloss kurz die Augen und stieß einen kleinen Seufzer aus.
Dann drehte er sich um.
"Das scheint wohl irgendwie kein Ende zu nehmen. Also i..." Suko stoppte abrupt, als er sah, was vor ihm stand.
Eine Augenbraue wanderte in die Höhe, und er neigte den Kopf leicht zur Seite.
"Langsam glaube ich wirklich, dass ich den Verstand verliere. Hat dieses Plüschtier gerade mit mir gelabert?", fragte er laut.
Akriema schnitt eine Grimasse.
"Du... bist nicht... ER", sagte er langsam.
"Tatsächlich... es kann sprechen. Und hey... du bist mir auf Anhieb sympathisch.
Endlich mal einer, der sagt, dass ich nicht Ich bin." Suko drehte sich wieder um und marschierte los. Er musste auf den Campingplatz gelangen.
Zwar war der schnellste und direkteste Weg der durch den See, doch das würde ihm viel Kraft rauben, die er schon bald brauchen würde.
Lieber nahm er das Risiko in Kauf, sich zu verlaufen.
"Sein... Geruch ... haftet an dir", knurrte der Löwenmensch. Suko blieb stehen und sah wieder zu Akriema.
Diesmal war sein Blick ein anderer. Suko spürte den Blutrausch seines Gegenübers.
Auch Akriema merkte, dass Suko keine Späße mehr machen würde.
"Weißt du... ich bin es langsam leid.
Seit Tagen darf ich mir anhören, WAS ich bin und musste vieles in Kauf nehmen, um dieses Rätsel zu lösen.
Und plötzlich tauchen diese Lady und du auf und knallen mir ganz neue Geschichten daher,
die mich wieder im Dunkeln tappen lassen!", klagte Suko.
"Also tu mir den Gefallen und rede nicht in Rätseln, sondern sag mir, was du willst!", setzte er wütend fort.
"Auch ich trete scheinbar von einem Fettnäpfchen zum nächsten!", antwortete Akriema.
"Seit Monaten bin ich auf der Spur nach ihm. Letztens traf ich eine Person, die seine Macht in sich trug.
Ich verstand die Welt nicht mehr, aber mein Geruchssinn ließ mich bis jetzt nie im Stich.
Ich habe ihn gewittert! Stattdessen steht mir ein Spargel gegenüber!"
Normalerweise wäre das eine Einladung für Suko gewesen, doch dieser Turm war noch immer in seinem Blickfeld – und in seinem Kopf.
Er blickte zu Boden. Das Gras erschien ihm wunderschön, in seinem herrlichen, frischen Grün.
Er hätte damit wohl keine Frau beeindrucken können, doch was er empfand, war Trauer.
Erst recht, als er den Kopf wieder in Richtung Campingplatz drehte und erneut das Ausmaß der Zerstörung sah.
Dann wandte er sich wieder dem Löwenmenschen zu. Dies... war das erste Mal, dass er sich von einem Kampf zurückhielt.
"Tja... wenn ich nicht "er" bin, dann wünsch ich dir viel Glück bei der Suche."
Mit diesen Worten kehrte er ihm den Rücken zu und setzte seinen Weg fort.
Plötzlich spürte er einen Druck an seinem Kopf... der Druck nahm zu, bis es weh tat.
Reflexartig griff er mit beiden Händen nach oben und fühlte die Pranke des Löwenmenschen, die ihn festhielt und mit großer Kraft zudrückte.
Seine Krallen bohrten sich in Sukos Schläfen.
Akriema schleuderte Suko nach hinten. Er schleifte ihn mehrere Meter über den Boden.
"Kehre mir niemals den Rücken zu! Ich greife niemanden hinterrücks an!", schrie Akriema.
Er ließ Suko wieder los und setzte fort: "Ich lasse dich nicht gehen, bevor ich nicht weiß, wer du bist!"
Suko stand langsam und vorsichtig auf, ohne jedoch eine Spur von Angst zu zeigen.
Es war fast unheimlich. Allein der Anblick Akriemas hätte die meisten das Weite suchen lassen.
Suko hingegen schien wirklich anders zu sein. Genau das war der Grund, warum Akriema unbedingt wissen musste, warum er so war...
und vor allem... warum er diesen Geruch an sich hatte.
...
Suko marschierte los, den Blick ins Leere gerichtet.
Akriema wusste sofort, was er vorhatte.
"Oh nein... noch einmal ignorierst du mich nicht!
Wenn es sein muss, dann zwing ich dich dazu!", brüllte er und rannte mit erhobener Pranke auf Suko zu.
Suko blieb stehen. Akriemas Hand raste auf ihn zu...
Im letzten Augenblick konnte er ihn am Handgelenk festhalten.
Über die schnelle Reaktion überrascht, packte Akriema mit der anderen Hand Sukos Hals und drückte zu.
Suko biss die Zähne zusammen und spannte seine Halsmuskeln an. Dieser Löwenmensch hatte eine ungeheure Kraft.
Er griff nach der Hand an seiner Kehle und versuchte, sie zu lösen.
Akriema konnte es nicht glauben... Was für eine Kraft!
Für einen kurzen Moment zweifelte er an sich selbst... hatte die Totale Fusion doch nichts gebracht?
Nein!... Er schüttelte diesen Gedanken sofort wieder ab. Denn er hatte die Intelligenz von Maksim. Und er wusste, wie stark ein Mensch war.
Dieser hier war ungewöhlich stark.
Akriema leckte sich über die Oberlippe und grinste hämisch.
Oh ja... wirklich ein kräftiger Bursche. Um so mehr Spaß würde er ihm bereiten...
"Wollen mal sehen, wie du damit umgehen wirst..."
Akriema bündelte seine Energie und entfachte lodernde Flammen, die von seinen Schultern seine Arme herabliefen.
Schmerz breitete sich in Sukos Händen aus... Er bemerkte die blutrote Farbe des Feuers... Das war kein Feuer von dieser Welt.
"Was... zum Teufel bist du!?", presste Suko hervor, während er langsam in die Knie ging.
"Einst war ich ein Mensch wie du... bis ich mich mit einem Wesen der DarkSide vereinte..."
Das rote Feuer ging nun auf Sukos Kopf über. Beißender Schmerz durchfuhr ihn...
Er riss sich mit aller Macht zusammen und bündelte nun ebenfalls seine Kräfte.
"Nun... Wesen aus der DarkSide... physisch war ich dir unterlegen, aber das hätte dennoch mehr Spaß gemacht."
Akriema runzelte die Stirn.
"Wenn du nun leidenschaftlich mit Feuer spielst..", Suko hob die Stimme, "SO SEI ES!!", brüllte er.
Er entzündete seine Hände, die nach wie vor Akriemas Handgelenke umklammerten.
In Akriemas Augen spiegelte sich das Feuer an Sukos Händen.
Zum ersten Mal in diesem Kampf überkam ihn Furcht. Er trat blitzschnell nach seinem Gegner, um sich von ihm abzustoßen.
Suko flog meterweit nach hinten, bevor er unsanft auf der Wiese landete.
Akriemas Arme zitterten. Er hob seine Hände auf Augenhöhe. An den Stellen, an denen Sukos Hände ihn berührt hatten, war das Fell versengt.
Ein ekliger Geruch von verbranntem Haar lag in der Luft.
Suko rappelte sich wieder auf.
Akriema sah ihn an... und ließ die Arme sinken. Seine Körperhaltung war ruhig...
Auch Suko stand still da...
…
Beide standen einfach da und musterten einander...
Suko, der die Ruhe des Löwenmenschen spürte...
Akriema, der noch immer vergebens versuchte, die Geschehnisse der letzten Zeit zu verstehen...
…
Plötzlich spürten beide eine neue Aura.
Sie gingen gleichzeitig in Kampfhaltung und starrten in die Richtung, aus der sie sie spürten.
Vor ihnen lag nichts als ein kleines Waldstück. Es schien menschenleer zu sein...
Doch dann... sahen sie eine schattenhafte Gestalt.
Akriema knurrte, so furchterregend und bedrohlich, wie es jedem Löwen Ehre gemacht hätte...
Er spürte die Aura... von IHM!
…
Dann trat der Schatten ins Licht, und sie erkannten einen Jungen.
Suko ging einige Schritte zurück.
"Na... Naware!?"
…
Akriema ballte die Faust... so stark, dass sein Arm zu zittern begann. Er verstand nun endgültig nicht mehr, was vor sich ging.
Erst die Macht von Xell, dann der Geruch an Suko, und nun die einfache Präsenz dieses Jungen.
Das alles ergab doch überhaupt keinen Sinn!
"Scheinbar kennst du diesen Jungen", wandte er sich an Suko.
"Na ja... er sollte eigentlich tot sein... glaub ich zumindest... oder?"
"Du sprichst wirres Zeug, Feuerbändiger."
Suko erinnerte sich an den Kampf
mit Naware, schüttelte den Kopf. Nein... Suko wusste, zu was er fähig war.
Er wusste, dass kein Wesen das hätte überleben können.
Und selbst wenn er das geschafft hätte, so hätten zumindest Brandnarben zurückbleiben müssen. Naware jedoch...
Er stand einfach da, kerngesund und mit düsterem Blick.
Suko ging in Kampfposition, doch plötzlich trat Akriema vor ihn.
Akriemas Rücken... gewaltige Muskelpartien, deren Kraft auch das dichte Fell nicht verbergen konnte...
Das war alles, was noch in Sukos Blickfeld lag.
"Was ist dein Schicksal, Feuerbändiger?", fragte Akriema, ohne sich umzudrehen.
Suko verstand nicht ganz.
"Was willst du in der Schattenhochburg vorfinden?"
…
Suko schwieg.
"Ich habe ein grausames Schicksal hinter mir, Feuerbändiger...
Doch die Ereignisse und die Totale Fusion haben meine Denkweise verändert.
Hier sind Mächte im Spiel, die weit jenseits meiner Vorstellungskraft liegen.
Geh... um ihn kümmere ich mich. An ihm haftet der Gestank eines Hundes!"
Suko sah erneut zu dem Turm.
"Geh... und räche für mich meine Ahnen... und finde heraus, warum an dir dieser Geruch haftet."
Suko roch an sich, doch der einzige Geruch, den er feststellen konnte, war ein Hinweis, dass er sich demnächst waschen sollte.

Am Campingplatz

Der große Feuerball, der für einen Moment die abendliche Landschaft in strahlendes Licht getaucht hatte, hatte Xells Neugier geweckt.
Nun stand er vor der Schattenhochburg und musterte sie interessiert, während er eine Banane aß.
Genüsslich kaute er die Frucht in kleinen Stücken und betrachtete den Turm,
der aus der Mitte der Burg mindestens fünfzig Meter in die Höhe ragte.
Ziemlich beeindruckt stellte er fest, dass die gesamte Fassade aus dunklem Kristall bestand.
"Darum gibt’s wohl keine Fenster", kombinierte er.
Allerdings gab es auch keine Türen... Er fragte sich, wie man da wohl hineinkam. Einen Eingang konnte er nirgends entdecken.
Aus reiner Neugier berührte er die Fassade... Xell verschwand!

Inzwischen

Akriema und Naware umkreisten sich.
Suko war längst verschwunden...
Was nur? Was war an diesem Jungen so anders?
Wieso hatte er "seine" Aura?
Akriema musste schmunzeln, als ihm seine Worte von vorhin wieder einfielen: "stattdessen steht mir ein Spragel gegenüber"...
Für Naware wäre der Ausdruck "Spargel" noch ein Kompliment gewesen, er sah regelrecht verhungert aus...
…
Plötzlich zog sich ein hämisches Grinsen über Nawares Gesicht.
Egal, was für ein Äußeres er hatte, Akriema würde ihn nicht unterschätzen. Er hatte zuviel Respekt vor der Aura, die ihn umgab.
Akriema wusste nur zu gut, was diese Aura alles anrichten konnte.
Er knurrte und umkreiste ihn weiter
…
"Dein Geruch... ich erinnere mich an dich", sagte Naware unvermittelt.
Akreima ließ ihn nicht aus den Augen.
"Du hast dich verändert", fuhr Naware fort.
Akriema brüllte.
Sämtliche Vögel in der Umgebung flatterten erschrocken auf und entfernten sich, so schnell sie konnten, von diesem Ort.
Naware grinste weiter hämisch.
"Auch ich... habe mich verändert", schloss er mit einem Blick in den Himmel.
Die Nacht war nun gänzlich hereingebrochen. Die dichten Wolken drifteten auseinander und gaben den Mond frei.
Die neue Macht brodelte in Nawares Adern... Sein Leib zuckte...
Die Aura wurde immer stärker...
Akriema traute seinen Augen kaum.
Der Körper des Jungen machte eine Verwandlung durch, die ihm bekannt vorkam.
In Sekundenbruchteilen zerrissen sein T-Shirt und seine Jacke. Seine Haut färbte sich schwarz. Sein Körper wuchs, wurde größer und breiter...
Nun gab auch die Jeans nach...
Dunkles Fell überzog seine gesamte Haut...
Sein Mund verformte sich zu einer langen Schnauze, in seinen Kiefern prangten nun gewaltige Reißzähne...
Trotz des dichten Fells waren gewaltige Musklen erkennbar...
Seine Fingernägel streckten sich, verformten sich zu Krallen...
....
Innerhalb weniger Augenblicke war die Verwandlung vollendet.
Naware... der Werwolf... starrte Akriema an...
Dann brüllte er markerschütternd...
....
Akriema klopfte sich selbst auf die Schulter.
"Nicht einmal du hättest so brüllen können, Bruder", sagte er anerkennend.
....
Naware stürmte auf ihn los.
Akriema reagierte blitzschnell und wich gekonnt der Attacke aus.
Der Wolf versuchte ihn mit seinen Pranken zu erwischen, versuchte ihn mit seinem Maul zu zermalmen...


Terry

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13

Donnerstag, 26. April 2007, 18:21

Nach einem ebenso schnellen wie heftigen Schlagabtausch sprang Akriema auf Distanz.
…
Die beiden Wesen nutzten die Pause und musterten einander konzentriert.
Akriema verdrängte erst einmal den Gedanken daran, was mit Naware nicht stimmte, und versuchte, sich an den Geruch zu erinnern.
Tatsächlich war er ihm nicht unbekannt.
Nach kurzem Überlegen wusste er, wer Naware wirklich war...
…
Der schwarze Wolf von damals.
…
"Ja… nun erinnere ich mich auch an dich.
Deine Veränderung ist faszinierend, aber deine Aura ist nicht mehr dieselbe."
Der Werwolf knurrte bedrohlich.
"Ich spüre die Aura Yridions in dir… Du bist wohl einen Pakt mit ihm eingegangen, habe ich recht?"
Noch während er redete, sammelte Akriema seine Kräfte.
Das rote Feuer umfloss seinen Körper.
"Tja mein Lieber… es gibt da aber einen kleinen Unterschied." setzte er fort
Naware brüllte wieder ohrenbetäubend und raste auf allen Vieren auf seinen Gegner zu.
"DU BIST NICHT YRIDION!" brüllte Akriema und rannte ebenfalls los.
…
Die zwei Wesen der Finsternis sprinteten aufeinander zu...
Ihre Silhouetten zeichneten sich im Mondlicht klar ab...
Ihr Spiegelbild im See war von den Wellen verzerrt...
Sie kamen einander näher...
Zwei einzigartige Kreaturen, reine Muskelpakete, mit der Macht der DarkSide ausgestattet...
Ihr Gebrüll war so furchteinflößend, dass auch die Stärksten im Tierreich das Weite suchen würden...
Nur noch wenige Schritte trennten die beiden...
Zwei mächtige Monster, deren Gestalt ihre natürliche Rivalität widerspiegelte...
Akriema bündelte seine roten Flammen in den Händen und holte weit mit der Rechten aus.
Naware sprang mit einem gewaltigen Satz nach vorn.
…
Akriemas ausgestreckte Hand raste aus Naware zu, umhüllt von den blutroten Flammen der DarkSide.
Die gekrümmten Finger mit den spitzen Krallen bohrten sich tief in seine linke Schulter.
…
Naware riss sein Maul weit auf. Die langen Reißzähne blitzten im Mondlicht.
Akriema schaffte es gerade noch, seinen Kopf zur Seite zu reißen, konnte den Angriff jedoch nicht abwehren.
Nawares Zähne schlugen sich tief in die rechte Schulter des Löwenmenschen.
…
Ein bisher ungekanntes Gefühl durchströmte Akriema. Er riss die Augen weit auf.
Instinktiv wusste er, dass er sich in einer lebensbedrohlichen Lage befand.
Er spürte Nawares heißen Atem an seiner Schulter und konnte beinahe bildlich vor sich sehen,
wie tief sich die Zähne dieser Missgeburt in seine Schulter gebohrt hatten.
Doch so leicht würde er es Naware nicht machen.
Auch er hatte mit seinen Krallen eine wirkungsvolle Waffe...
Zwar war seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt, mit dem schweren Werwolf, der an seiner Schulter hing,
doch es reichte, um seine Krallen immer tiefer in Nawares Fleisch zu graben.
Was tat Akriema da eigentlich?
Er musste unter Schock stehen, denn er verspürte überhaupt keinen Schmerz.
Dennoch fühlte er, wie etwas warmes, dickflüssiges an seinem Körper herabfloss.
Akriema blutete stark.
Egal mit wieviel Kraft er seine Hand in Naware krallte, dieser war weiterhin im Vorteil.
Also setzte er wieder seine roten Flammen ein.
Sie mussten der Kreatur unsägliche Schmerzen bereiten, denn Naware knurrte... aber nicht so bedrohlich wie vorhin, das klang eher nach...
nach... Zähne zusammenbeißen, als müsste er sich große Mühe geben, den Schmerz zu unterdrücken!
Also biss Naware noch kräftiger zu. Akriema musste sich so schnell wie möglich befreien, wenn er nicht einfach an diesem Biss verbluten wollte.
Seine linke Hand... Akriemas linke Hand war noch frei!
Akriema holte weit aus, um Naware einen kräftigen Schlag zu verpassen, damit er gezwungen wäre, locker zu lassen.
Doch Naware spürte die Bewegung und packte Akriemas Hand, noch bevor er zuschlagen konnte.
Ihre Finger verkeilten sich ineinander.
Ihre Muskeln spannten sich an.
Sie maßen ihre Kräfte.
Akriema war stark. Sehr stark.
Und das wusste er. Die Totale Fusion hatte ihn zu einem Wesen gemacht, das an Intelligenz und Kraft jedem Gegner gewachsen war... Doch...
Egal, was aus ihm geworden war, gegen Nawares neue Macht kam er nicht an.
Der Werwolf hatte eindeutig mehr Masse als Akriema.
Jetzt verfluchte er sich selbst, diese Totale Fusion eingegangen zu sein.
Denn der Löwe, der er einst war, hätte dieses Kräftemessen locker gewonnen.
…
Und dann fühlte er ihn endlich... den Schmerz in seiner Schulter. Es tat grauenvoll weh.
Er hatte nicht gewusst, wieviel Schmerzen eine einzige Stelle verursachen konnte...
Und dann sah er es... die Dunkelheit. Es war Nacht, doch Akriema begriff, dass keine Nacht so dunkel sein konnte...
Nein, das waren seine Augen... ihm wurde schwarz vor Augen.
Er verlor Unmengen an Blut!
Er musste schleunigst handeln.
Lange würde er diesem Duell nicht mehr standhalten. Er fühlte schon jetzt, wie seine Kräfte schwanden.
Also konzentrierte er sich wieder auf seine Flammen.
Wieder umfloss das blutrote Feuer seinen Körper.
Diesmal war es Naware, der schreckliche Schmerzen durchlitt, denn das Feuer aus der DarkSide drang in sein Maul. Ihm kamen fast Tränen.
Akriema stieß einen Urschrei aus. Das Feuer brach explosionsartig aus ihm hervor.
Die Druckwelle riss Naware von ihm weg. Endlich war Akriema frei...
Doch sofort sackte er zusammen. Er griff nach seiner Schulter und fühlte das Ausmaß des Bisses.
Noch immer floss das Blut unaufhörlich.
Er sah zu Naware hinüber.
Dieser war mit Leichtigkeit auf den Füßen gelandet und hob nun seine rechte Hand an die linke Schulter.
Zuerst dachte Akriema, dass auch er seine Wunde hielt, doch dann spürte er, dass Naware seine Kraft bündelte.
Naware ließ seine Hand nach vorn schnellen.
Etwas näherte sich Akriema... etwas starkes... nur ganz langsam nahm er wahr, was vorging.
Dann erfasste es ihn... eine Druckwelle... stark genug, um ihn mehrere Meter nach hinten zu schleudern.
…
Ganz vorsichtig richtete Akriema sich wieder auf.
Er sah wieder zu seinem Gegner.
Der stand noch immer am selben Ort. Er hielt beide Arme überkeuzt in der Luft, die Hände zu Fäusten geballt.
Akriema hatte Schwierigkeiten zu sehen, was er genau tat.
Bildete er sich das ein, oder zitterten Nawares Arme?
War das ein neuer Angriff?
Was war es überhaupt, was ihn da gerade erwischt hatte?
Seine Brust schmerzte von dem Stoß.
Naware brüllte, selbstbewusster denn je... und riss die Arme nach unten.
Wieder spürte Akriema etwas auf sich zu kommen.
Aber... diesmal konnte er es sehen... der Staub auf dem Boden wirbelte nach rechts und links davon.
Irgendetwas raste über den Boden, schleuderte Staub und Erde zur Seite und bahnte sich seinen Weg zu ihm...
Dieses etwas... war... Wind! Gottverfluchter Wind!
Akriema sprang zur Seite und konnte gerade noch dieser mächtigen, unsichtbaren Attacke ausweichen.
Er rollte sich ab, kam in der Hocke zum Stillstand und blickte hinter sich.
Die Windattacke hatte sich in das kleine Waldstück gebohrt und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen...
Noch einmal fielen ein paar Bäume um...
Dann flaute der Wind ab.
…
Akriema drehte sich wieder zu seinem Gegner um.
Der atmete schwer, stand aber noch immer aufrecht und war dabei, seine Macht erneut zu bündeln.
"Verfluchter Köter... du kontrollierst also den Wind..."
…
Naware streckte das Haupt in die Höhe... ein tiefes Heulen stieg aus seiner Kehle zum Mond empor.
Akriemas Ohren schmerzten von diesem Ton.
Was würde als nächstes kommen?
Wieder eine so brachiale Attacke?
Oh nein... diesmal würde Akriema sich nicht so einfach einschüchtern lassen.
Er richtete sich auf und konzentrierte sich...
Und... sackte plötzlich in die Knie.
"Was... zum..."
Er sah zu Naware... das Bild war so verschwommen... egal, wie sehr er sich anstrengte... er konnte nicht mehr klar sehen.
Akriema hatte einfach zuviel Blut verloren. Er war nicht mehr fähig, sein rotes Feuer zu bündeln.
Naware hingegen bereitete sich ungerührt auf seinen nächsten Angriff vor.
Verflucht sei dieser Werwolf!
Verflucht sei seine Macht!!
Verflucht sei Yridion!!!
Akriema hatte kläglich versagt. So lange hatte er sich angestrengt, um sich zu rächen...
Nicht einmal die Hilfe des Löwen und die Totale Fusion hatten gereicht, um ihn an sein Ziel zu bringen.
Akriema biss die Zähne fest zusammen. Tränen drangen in seine Augen, rollten über sein Gesicht.
Eine schlimmere Schande konnte er sich nicht vorstellen.
Gegen einen Handlanger des Schattenwesens zu verlieren, von ihm erniedrigt kläglich zu sterben.
"VERFLUCHT SEIST DU, SCHATTENWESEN!!!", brüllte Akriema ein letztes Mal und schlug mit der Faust auf den Boden.
…
Plötzlich bebte die Erde.
Ein Riss bildete sich unter Akriemas Faust und breitete sich in Nawares Richtung aus.
Akriemas erstaunter Blick folgte dem Erdspalt.
Als er Naware erreichte, verlor dieser sein Gleichgewicht und musste seine Attacke abbrechen.
…
Akriema war verblüfft. Er betrachtete die Hand, mit der er das getan hatte... und spürte plötzlich eine neue Kraft in sich...
Wie war das möglich?
…
Akriema erinnerte sich.
Als Maksim war er Lehrling in der Kunst des Eisbändigens gewesen.
Der Löwe war ein Wesen der DarkSide und kontrollierte das Schattenfeuer.
Mit dem Pakt, den sie eingegangen waren, vermischten sich ihre Kräfte.
Das blaue Feuer war geboren, doch es war keine reine Energie gewesen.
Mit der Totalen Fusion beherrschte Akriema das reine Schattenfeuer, hatte aber die Macht des Eises verloren.
Das bedeutete, dass er bereit war, eine neue Magie zu empfangen. Und in diesem Moment hatte sein Körper die Macht der Erde aufgenommen.
Erde... Akriema ballte seine Hand zur Faust.
Erde... Die größte
Schwäche der Windmagier.
"Alright, here we go again!", knurrte er.
…
Naware, der jetzt völlig in Rage war, ließ eine schlichte Windattacke los.
Akriema hob einfach die Hand, und vor ihm schoss eine Wand aus Erde hervor, die den Windangriff abfing.
Die Luft prallte gegen die Barriere, strömte zu den Seiten ab und verpuffte. Dann sank die Wand wieder in die Erde zurück.
…
Naware verlor jede Fassung. Er rannte wie ein Tobsüchtiger auf seinen Gegner los.
…
Akriema rammte seine linke Hand in den Boden und krümmte die Finger.
Er musste sich nur kurz konzentrieren, und schon gelang es ihm, einen schweren Brocken aus dem Erdreich zu reißen.
…
Naware brüllte seinen Zorn in einem ohrenbetäubenden Schrei hinaus.
"Halt mal endlich das Maul!", schrie Akriema und legte all seine Kraft in den Wurf.
Nun zeigte sich, wozu die Kräfte eines Löwenmenschen gut waren.
…
Naware konnte in der Dunkelheit kaum erkennen, wie etwas auf ihn zuflog... und dann... kam der Aufprall.
Die Wucht des Gesteinsbrockens brach ihm die vorderen Rippen und ließ ihn hart auf den Boden knallen.
Er rang nach Luft. Doch sogleich richtete er sich wieder auf. Er schäumte vor Wut. Geifer troff aus seinem Maul.
Akriema... dieser Löwenmensch... ein Feind Yridions...
Naware taumelte auf ihn zu...
…
Akriema streckte eine Hand zum Boden.
Die Erde bebte. Steine, Erdbrocken, alles, was nicht fest war, wurde angehoben und schwebte in der Luft.
Inzwischen hatte Akriema wieder genug Selbstbewusstsein, um seine Flammen erneut zu bündeln.
Sie schlängelten sich um seinen Arm und hüllten ihn in blutrotes Licht. Ein herrliches Gefühl, diese Kraft...
Dank Maksim war Akriema nun ein voll entwickelter Erdmagier und beherrschte zusätzlich das Schattenfeuer.
Mit diesen beiden Kräften war ihm der Sieg sicher.
Naware brüllte erneut, doch nicht mehr so siegessicher wie zuvor... es klang eher wie ein Krächzen.
Spürte er, dass er schon verloren hatte?
Das Erdbeben legte sich wieder, doch die Trümmer schwebten noch immer in der Luft.
"Rising Pillar", flüsterte Akriema.
…
Der Boden unter Nawares Füßen glühte rot.
Der Werwolf schnaufte.
Dann schoss die Erde unter ihm wie eine Fontäne empor, getragen von einer Säule aus rotem Feuer.
Für einen Augenblick war der ganze Kampfplatz in unheimliches, blutfarbenes Licht getaucht.
Dann fiel das Gestein wieder zur Erde.
Dicke, rote Tropfen regneten auf Akriema herab... Nawares Blut.
…
Nach all dem Kampflärm war es auf einmal ruhig... sehr ruhig...
Akriema ließ sich auf die Knie fallen.
Er atmete schwer. Sein ganzer Körper schmerzte.
Er sah nach oben. Der Mond leuchtete in voller Pracht.
Er war so schön, so wunderschön... wie einst seine Heimat, als er noch ein Mensch gewesen war.
Plötzlich wanderten seine Gedanken zu Suko... dem Feuerbändiger...
Er selbst war nicht dazu fähig, Yridion zu vernichten,
aber durch seinen letzten Triumph hatte er zumindest ein Stück von dem Schattenwesen zerstört.
"Nimm... für mich...Rache...Feuermagier", flüsterte Akriema und sank erschöpft zusammen.

Ende Part I


Terry

Kamikaze

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14

Dienstag, 8. Mai 2007, 14:37

Chapter Six: Final Showdown Part II

Alles war schwarz.
Es herrschte absolute, undurchdringliche Dunkelheit und vollkommene Leere.
Bis am Horizont eine kleine Lichtkugel auftauchte. Oder spielten seine Augen ihm einen Streich?
Nein, das Licht kam näher. Es war real – oder? Obwohl es rasend schnell auf ihn zuschoss, änderte es seine Größe nicht.
Was war das?
Ein Glühwürmchen?
Es schoss an ihm vorbei.
Dann tauchte eine neue Lichtkugel am Horizont auf... und noch eine... auf einmal waren es unzählig viele.
Sie entstanden in der Ferne und rasten auf ihn zu, an ihm vorbei, und jede von ihnen trug einen farbigen Schimmer in sich.
Die Schwärze wandelte sich in ein helles Violett.
Die Lichter rasten inzwischen so schnell an ihm vorbei, dass sie nicht mehr wie Kugeln, sondern wie Strahlen aussahen.
Dann blendete ihn ein grelles Licht...
...und Suko stand im Inneren der Schattenhochburg.
Was für ein abstraktes Schauspiel...
Dabei hatte er bei seiner Suche nach einem Eingang doch nur kurz die Fassade berührt.
Suko sah sich um. Der ganze Raum war von dem violetten Schimmer durchdrungen. Er hatte die Größe eines Kinderzimmers.
Was Suko faszinierte, war die Tatsache, dass auch das Innere der Burg aus diesem dunklen Kristall bestand.
In der Mitte des Raumes ragte ein hüfthoher Stalagmit aus dem Boden, auch er aus dunklem Kristall. Nur seine Spitze glühte hell.
Suko ging vorsichtig darauf zu... und berührte sie.
...
Ein Haus... im alten japanischen Stil...
Wo bin ich?
Ein Junge stand vor dem Haus.
Was geht denn jetzt ab?
Er war etwa acht Jahre alt.
Seine Kleidung... er trug einen Kampfdress... und er meditierte.
Suko spürte, wie konzentriert der Junge war.
Wahnsinn... in so einem Alter so eine Selbstbeherrschung.
Plötzlich bewegte er sich, begann, Kampfübungen zu machen.
Jede Bewegung war sauber und perfekt ausgeführt.
Wer bist du?
Bei seiner letzten Bewegung öffnete der kleine Junge seine Augen. Ehrgeiz war darin zu erkennen.
Es war beängstigend... was trieb diesen Jungen so an?
...
Suko erschrak.
Das Licht des Stalagmiten verblasste langsam... bis es ganz erlosch.
"Was zum...?", machte Suko.
Er berührte das Ding noch einmal, doch nichts passierte.
Er sah sich weiter in dem Raum um, doch es gab sonst nichts, dem er seine Aufmerksamkeit schenken könnte.
...
Aus reiner Neugier ging er auf die Wand vor ihm zu und fasste sie an.
Suko verschwand.
Wieder spielte sich das Spektakel mit den Lichtkugeln ab, bis er in einem anderen Raum auftauchte.
War das wirklich ein anderer Raum? Er sah exakt so aus, wie der, den er gerade verlassen hatte. Allerdings glühte hier der Stalagmit...
Suko atmete tief ein und hielt eine Weile die Luft an.

"Happy Birthday to you,
Happy Birthday to you,
Happy Birthday, lieber Xell,
Happy Birthday to you!!!�
Xell blies alle siebzehn Kerzen mit einem Fingerschnipsen aus.
"Du sollst es auspusten, du Vollpfosten!", meckerte ein Junge neben ihm.
"Ja... du brauchst net immer mit deiner Magie prahlen!", schloss sich ein Mädchen neben ihm an.
"Ach, regt euch nicht auf, Leute, es ist sein Geburtstag. Da soll er sich mal etwas austoben."
"Das macht er doch ständig", rief einer aus den hinteren Reihen.
Alle lachten.
Xell strich sich über den Hinterkopf und genoss die freundiche, familiäre Atmosphäre.
...
Xell zuckte zusammen.
Das Licht des Stalagmiten verblasste langsam... bis es ganz erlosch.
Er atmete tief ein und hielt eine Weile die Luft an.
Dann berührte er ihn erneut.

Ein Pärchen saß in einem Park auf einer Bank.
Ihre Hände berührten sich zärtlich.
Sie lächelte schüchtern und sah ihm verliebt in die Augen.
Sie war eine wunderschöne Frau.
Er ein gutaussehender Mann... seine Augen strahlten Ehrgeiz aus.
Er wusste scheinbar genau, was er tat, als er ihr einen Ring an den Finger steckte.
...
Suko öffnete wieder die Augen.
Auch dieser Stalagmit hatte gezeigt, was er zeigen sollte, und war erloschen.
Doch Suko verstnad nicht, was diese Bilder ihm vermitteln sollten.
Nur die Augen hatte er wiedererkannt... Wer war dieser Kerl?
Die Antwort würde er wohl im nächsten Raum finden.

Xell klopfte gegen den Stalagmiten.
Dann trat er einmal fest dagegen.
Wartete kurz.
Trat erneut dagegen, diesmal mehrere Male.
...
Hinter ihm erschienen dunkle Partikel, die in der Luft schwirrten.
...
Xell trat wie ein Wilder auf den stummen Stalagmiten ein.
...
Die Partikel verdichteten sich und bildeten eine Form.
...
Xell klatschte ein paar Mal dagegen.
...
Die Form zog sich in die Länge.
...
Xell schrie das widerspenstige Ding wütend an.
...
Die Form wurde immer dichter, manifestierte sich zu einer Gestalt.
...
Xell umklammerte den Stalagmiten und biss kräftig darauf.
...
Yridion öffnete die Augen. Sie glühten bläulich.
...
Xell bemerkte, dass jemand hinter ihm stand.
"Hey, bist du hier der Techniker? Bring mal dieses Teil hier wieder zum Laufen", sagte er, ohne loszulassen,
und schlug einige Male mit der Faust dagegen. "Ich will wissen, wer die Leute da waren und was ich für Geschenke bekommen habe!"
...
"Wie ist das möglich? Du bist doch tot", sagte Yridion.
Augenblicklich unterbrach Xell seine Anstrengungen und stand wieder auf den Füßen.
Er drehte sich um und blickte Yridion mit ernster Miene an.
"Wie war das?", fragte er.
"Du bist es also wirklich. Über zwanzig Jahre ist es her..."
Xell starrte ihn an. Er verstand kein Wort. "Alter... was laberst du fürn Müll? Wer bist du überhaupt?"
Plötzlich keuchte Xell.
Reflexartig griff er nach seinem Bauch und ertastete, dass etwas in ihn eingedrungen war.
Er sah nach unten. Ein Gegenstand aus Schatten ragte aus seinem Körper... ein Schwert... Er folgte der Klinge mit dem Blick.
Das Heft lag in Yridions Hand.
"Wer?... Wieso?"
"Ich verstehe zwar nicht, wieso du wieder am Leben bist, aber an meiner Magie liegt es nicht.
Den Jungbrunnen scheinst du wohl auch irgendwie gefunden zu haben.
Hast dich äußerlich ja kein bisschen verändert. Soll mir aber relativ egal sein.
Jedenfalls hast du hier nichts verloren! Du hast schon damals ausgedient!"
Yridion zog das Schattenschwert wieder zurück.
Xell sackte auf die Knie. Blut quoll aus seinem Bauch, und auch auf der Zunge schmeckte er sein metallisches Aroma.
Er sah hinauf in das Antlitz des Schattenwesens, das wie immer unter einer Kapuze verborgen war.
Sein Leben floss aus seiner Bauchwunde...
Sein Blickfeld wurde dunkler...
Bis ihm endgültig schwarz vor Augen wurde.
Xell kippte nach vorn.
Eine Blutlache breitete sich auf dem Boden aus.
...
Yridion dematerialisierte sich wieder.
Die Partikel stoben auseinander und lösten sich an den vier Wänden des Raumes auf.
...
Die Blutlache hielt in ihrem Fluss inne.
...
...
Etwas bewegte sich in Xells Hose.
Eine dunkle Masse kam heraus und bedeckte langsam Xells Körper.
Das Blut, das den Boden bedeckte, floss wieder zurück in seinen Körper.
Die Masse umhüllte den Leichnam, bis sie ihn wie ein Kokon bedeckte.
Das ganze hatte nur wenige Sekunden gedauert. Schon bewegte die dunkle Masse sich nicht mehr.
...
.....
Der Kokon fing an zu pulsieren.

Sie saß da...
Ihren Bauch glücklich streichelnd.
Bald war es soweit... sie würde ihr erstes Kind gebären.
Es war so ein wundervolles Gefühl, jemanden zu lieben, dessen Gesicht sie noch nie gesehen hatte...
diese Bindung zwischen Mutter und Kind...
Es würde die Harmonie perfekt machen.
Sie strahlte vor Glück.
Obwohl all dies nur ein Trugbild war, stand Suko direkt vor ihr.
Er schien mittendrin zu sein in den Ereignissen, die der Stalagmit ihm zeigte.
Seine Augen wurden feucht.
Diese Frau...
Kann es sein?
Hinter ihr erkannte Suko diesen Typen aus den vorherigen Räumen.
Wieder sah er diese Augen... so voller Ehrgeiz und... Hass!
Es war offensichtlich, dass er, anders als die Frau, nicht glücklich war. Eher im Gegenteil.
Voller Verachtung sah er zu, wie seine Frau sich den Bauch streichelte.
...
Der Stalagmit erlosch langsam.
Suko war wieder allein im Raum. Er sah sich um.
Ihm fiel auf, wie schnell er inzwischen atmete.
Raubte der Stalagmit ihm die Kraft?
Nein... es war die Aufregung.
...
Im nächsten Raum, so hoffte er, würde es die Aufklärung geben.
Kurz bevor Suko die Wand berührte, hielt er jedoch inne.
Sein Gefühl sagte ihm, er sollte lieber die Wand neben ihm berühren.
Ganz langsam und vorsichtig hob er die Hand. Er zögerte eine Weile.
Seine Finger zitterte... dann... berührte er die Wand.
Wieder das Spektakel mit den Lichtkugeln, dann befand er sich im nächsten Raum.
Dieser war um ein Vielfaches größer als die vorherigen.
Er sah sich um. In diesem Raum gab es keinen einzigen Stalagmiten.
Keine glühenden Spitzen.
Nichts, was ihn weiter vorantreiben könnte.
...
Plötzlich traf ihn etwas im Rücken.
Suko stolperte mehrere Schritte nach vorne und versuchte, sein Gleichgewicht wiederzuerlangen.
Sein ganzer Rücken brannte... das Feuer breitete sich immer schneller aus...


Terry

Kamikaze

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15

Dienstag, 29. Mai 2007, 15:42

Suko taumelte durch den Raum.
Das Feuer hatte inzwischen seinen ganzen Körper erfasst.
Man erwartete, dass er vor Schmerzen schreien müsste, doch er gab keinen Mucks von sich.
Stattdessen blieb er von einem Moment zum anderen einfach stehen.
Durch die Flammen hindurch konnte man sehen, wie er tief Luft holte.
Seine Brust hob sich, dehnte sich.
Dann schrie er sich die Seele aus dem Leib und entfachte seine Feuermagie.
Die Flammen verpufften.
Rauch und Dampf stiegen von seiner Haut empor, als habe er gerade eine heiße Dusche genommen – eine heiße und dreckige Dusche.
Suko drehte sich um und sah in die Richtung, aus der der Angriff gekommen war.
Dort stand ein Mann im roten Mantel mit einem Schwert in der Hand.
Er hielt die Klinge hinter seinem Kopf und ließ sie nun im Takt gegen seine Schulter klopfen.
"Wirklich beeindruckend. Ein waschechter Feuermagier", sagte Squall.

Suko klopfte sich den restlichen Rauch vom Körper.
"Du hättest auch fragen können", meinte er.
"Verzeih mir meine Art", antwortete Squall, während er die Sonnenbrille abnahm und in die Tasche steckte.
Suko fragte sich, wozu er hier drinnen überhaupt eine dunkle Brille trug... wohl um der Coolness willen.
"Ich wollte mich einfach überzeugen, bevor ich unnötige Fragen stelle", setzte Squall fort.
"Und was wären das für Fragen?"
"Wie gut du dich schlagen wirst!", schrie Squall und attackierte Suko mit seinem Schwert.
Suko streckte seinen Arm zur Seite und machte eine Faust, in der er einen Hohlraum ließ.
Eine Stichflamme schoss aus der Hand und verfestigte sich.
Suko hielt nun ein Schwert aus Feuer in der Hand, mit dem er zum Gegenangriff überging.
Die Waffen der beiden Kontrahenten trafen aufeinander und verkeilten sich.
Verbissen starrten die zwei einander in die Augen.
"Wer... bist du?", fragte Suko.
"Ist das die Frage... die ein Feuerbändiger im Kampf als Erstes stellt?
Du... enttäuschst mich!", gab Squall zurück und drückte kräftiger zu.
Suko hatte Schwierigkeiten, dagegen zu halten, doch auch er ließ seinen Gegner seine Muskelkraft spüren.
"Er hat die Kräfte eines Bären!", dachte Squall.
"Vielleicht ist er ja gar kein Mensch!", dachte Suko.
Da bemerkte er die Narbe zwischen Squalls Augenbrauen...
"Wer... bist du?", wiederholte er, doch seine Stimme war auf einmal tiefer.
"Wie oft willst du mich no...", begann Squall, als sich plötzlich Sukos Hand um seinen Hals schloss und zudrückte.
"Wie kann das sein?", dachte Squall, dem der Druck schnell ungemütlich fest wurde.
Mit seinem Schwert konnte er locker lassen... Suko konzentrierte seine Kraft sowieso nicht mehr darauf.
Also packte er Sukos Unterarm und leitete seine Eismagie hinein.
Scharfer Schmerz durchfuhr den Feuerbändiger und brachte ihn dazu, von Squall zu lassen.
Beide gingen einige Schritte zurück, um Atem zu schöpfen.
Squall strich sich mit der Hand über den Hals...
Suko über den Unterarm...

"Ich sollte eher fragen, WAS du bist!
Attackierst mich mit Feuer und verteidigst dich mit Eis...
Sehr merkwürdig, aber mich interessiert eine ganz andere Sache...
Woher hast du die Narbe?", verlangte Suko zu wissen.
"Was? Kein Wunder, dass ihr ausgestorben seid!
Du stellst noch dämlichere Fragen als meine Mitarbeiter!", entgegnete Squall.

Sukos Zorn wuchs.
Er betrachtete seinen Gegner genau.
Er wusste nicht, wer er war, aber diese Narbe... Und dann noch dieses Schwert...
sein Alter kam ebenfalls hin... und auch seine Art passte ins Schema.
Fragen würden ihn hier nicht weiterbringen.
Also ging er wieder in Kampfhaltung.

"Na also... etz verstehen wir dieselbe Sprache", meinte Squall mit hämischem Blick.
...
Die beiden Kämpfer musterten sich.
Sie atmeten ruhig und konzentriert.
Squall richtete seine Klinge nach unten und hielt das Heft mit beiden Händen.
Schweiß sammelte sich unter Sukos Stirnband.
...
Suko rannte los...
...
Auch Squall setzte zum Sprint an...
...
Suko schwang seine Feuerklinge über den Kopf...
...
Squall hob sein Schwert langsam an...
...
Nur noch wenige Zentimeter trennten die beiden vom Tod...
...
Plötzlich wurden die Kontrahenten von einander weg gestoßen.

Suko taumelte einige Schritte zurück. Sein Schwert löste sich auf.
Squall rollte sich nach hinten ab und federte zurück.

Zwischen ihnen stand Balki.
...
Sein Blick war auf Squall gerichtet.

Suko ging wieder in Kampfstellung.
Doch noch bevor er handeln konnte, signalisierte Balki ihm mit erhobener Hand, dass er sich fernhalten sollte.
"Er gehört mir", sagte er fest.
Suko schien ihn jedoch nicht zu beachten.
"Hast du mich gehört!? Er gehört mir!! Geh deinen eigenen Weg!", brüllte Balki ihn an.
"Er... hat... eine Narbe!", keuchte Suko.
Balki runzelte die Stirn.
Was auch immer Suko bedrückte, es war hier fehl am Platz und würde Balki behindern.
"Hör zu, Suko, ich weiß zwar nicht, was du damit bezwecken willst,
aber diese Narbe stammt von meinem Meister, dessen Tod er zu verantworten hat!"
Squall pfiff anerkennend. "Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht."
Balki wandte sich wieder ihm zu.
"Geh deinen eigenen Weg... Er... gehört mir."

Suko beruhigte sich langsam.
Er ließ seine Blicke zwischen Balki und Squall wandern...
Schließlich erkannte er, dass Balki Recht hatte.
Sukos Schicksal lag tiefer verborgen in diesem Ort.
Er kehrte den beiden den Rücken zu und berührte die Wand vor ihm.

"Wo hast du denn deinen Babysitter gelassen?", höhnte Squall.
"Er sagte, dass ich ihn nicht brauche, um dir deinen Arsch wegzutreten.
Wo ist denn deine Knarre?"
"Sie sagte, dass ich sie nicht brauche, um dich wegzupusten", antwortete Squall.
...
"Ich habe auch andere Qualitäten, die ich dir gleich demonstrieren werde", setzte er fort.
Er ließ sein Schwert einmal kreisen und ging zum Angriff über.

Balki nahm in jede Hand einen Kunai und kreuzte die Arme vor seiner Brust.


Ein helles Licht...
Suko schützte seine Augen mit einer Hand.
Er hatte wieder einen dieser Stalagmiten berührt.
Langsam wurde das grelle Licht schwächer...
Suko sah ein Sofa...
Eine Frau und ein kleines Mädchen saßen nebeneinander.
"Ich mache mir große Sorgen", sagte das Mädchen.
"Mach dir keine Gedanken... es ist das normalste auf dieser Welt", beruhigte die hochschwangere Frau sie.
Dein Bauch ist aber um ein Vielfaches größer geworden, Süße...
"Nein, das meine ich nicht. Über die Geburt freue ich mich tierisch, aber er ist mir nicht geheuer."
"Du konntest ihn seit Beginn nicht leiden", lächelte die Frau.
"Ja... aber spürst du es denn nicht auch? Er hat... was Böses an sich... ich spüre es an seiner Aura."
"Das ist nur die Anspannung, Saratja. Männer sind da ziemlich empfindlich."
Saratja??
Suko war geschockt.
...
Das kleine Mädchen war ungefähr sechs Jahre alt.
Ihm fielen die Worte ein, die er erst vor Kurzem gehört hatte...
"Du bist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten."
Suko sah in die Augen der Frau.
"Räche die Personen, die dir einst nahe standen..."
Mutter?
Schlagartig wurde es wieder hell.
Suko hielt sich reflexartig die Hände vors Gesicht.


Eine tiefe Fleischwunde zog sich quer über Balkis Brust.
Blut verfärbte seinen Ninjadress.
Jeder Atemzug verursachte stechende Schmerzen.
...
Squall war damit beschäftigt, einen Kunai aus seiner Schulter zu entfernen.
Er verzerrte das Gesicht, um einen Schmerzenslaut zu unterdrücken.
...
Balki sprang auf ihn zu.
In diesem Moment zog Squall den Kunai mit einem Ruck heraus. Blut spritzte.
In seiner Hand sprühten Funken... dann schoss er einen Blitz auf Balki ab.
...
Balki sah die Funken in Squalls Hand.
Er warf seinen zweiten Kunai.
Die Waffe schoss genau in die Bahn von Squalls Blitzstrahl und löste sich in Rauch auf, doch der Angriff war abgewehrt.
Balki setzte zu einem Fußkantenschlag an.
Im letzten Moment konnte Squall sein Schwert heben und den Angriff blocken.
Die Wucht des Tritts stieß ihn jedoch nach hinten.
Balki griff in seine Schärpe, holte drei Shuriken hervor und warf sie auf Squall.
...
"CHAOS CONTROL!", schrie Squall und streckte die Hand aus.
Ein kleines schwarzes Portal öffnete sich vor ihm, und die drei Shuriken flogen hinein.
Balki ahnte, was kommen würde, und drehte sich in Abwehrhaltung nach hinten.
Die Shuriken bohrten sich in seine Arme.
Squall schwang sein Schwert über den Kopf.
"CRESCENT FLASH!"
Eine Druckwelle ging von der Klinge aus und raste auf seinen Gegner zu.
Balkis Rücken riss kreuzförmig auf. Der Ninja stieß einen Schmerzensschrei aus und sackte in die Knie.
Warmes Blut floss seinen Rücken hinunter.
Squall lachte hämisch und hob sein Schwert wieder.
Balki war in einer schönen Position für eine Enthauptung...
...
"Hakkyo-To-No-Ken!!", schrie Balki. Rauch umhüllte ihn so plötzlich wie eine Explosion.
Squalls Schlag ging ins Leere.
...
Balki stand bereits hinter ihm und fegte ihn von den Füßen.
Squall krachte seitlich auf den Boden.
...
Balki ließ sich fallen und drehte sich im Flug um die eigene Achse.
In dem Moment, in dem er die Drehung vollendet hatte, rammte er sein Knie mit voller Wucht in Squalls verletzte Schulter.
Mit einem Knacken besiegelte seine Attacke die Kampfunfähigkeit dieses Armes.


Ein Haus... im alten japanischen Stil...
Suko erkannte dieses Haus. Und er bemerkte, dass er nicht allein war.
Eine Faust schnellte hervor.
Dann streckte er die Finger aus.
Sie zitterten ein wenig vor Anspannung.
Langsam drehte er das Handgelenk.
Langsam krümmte er seine
Finger wieder zur Faust.
Er zog die Hand wieder an den Körper und wiederholte das Ganze mit der anderen Hand.
Dann drehte er sich um.
Er blickte nun in die entgegengesetzte Richtung. Die Hände noch immer am Körper... die Arme angespannt.
Jede einzelne Sehne, jede Muskelfaser war sichtbar.
Bravo... aus dem kleinen Jungen wurde ein Meister der Kampfkunst. Soll mich das jetzt beeindrucken?
Langsam, noch immer angespannt, streckte er die Arme parallel nach vorne.
Er öffnete die Faust... es sah aus, als formte er eine unsichtbare Kugel mit der Hand.
Dann schwang er seine Arme mehrmals im Kreis und drehte sich wieder um hundertachtzig Grad.
Dabei ging er in eine tiefere Haltung und zog die Arme wieder an den Körper.
"Schatz... du hast genug trainiert... wir brauchen frische Windeln", kam eine Stimme aus dem Haus.
Das beeindruckt mich nun wirklich.
Die ehrgeizigen Augen strahlten pure Verachtung aus.
Er ballte seine Faust und spannte alle Muskeln in seinem Arm an.
Suko spürte enorme Energie von ihm ausgehen... reine Boshaftigkeit.
Vater... Was hast du nur!? Du bist doch mein Vater, oder?


Mehrere schnell aufeinander folgende Schläge trafen Squall in die Seite.
Nur für eine Sekunde hatte er seinen Gegner aus den Augen gelassen.
Die Strafe folgte sofort. Seine Rippen knackten laut.
Balki sprang wieder zurück, um Sicherheitsabstand zu gewinnen.
Über Squalls Auge prangte eine üble Risswunde.
Das Blut behinderte seine Sicht.
...
Auch Balki hatte mit seinen Verletzungen zu kämpfen.
Er hatte viel Blut verloren, und die Schmerzen an seiner Brust und seinem Rücken zehrten an seinen Kräften.
Am schlimmsten jedoch quälten ihn seine Arme... seine eigenen Waffen hatten klaffende Wunden hinterlassen.
Vielleicht war es ein Fehler gewesen, sie herauszuziehen.
..
Was musste Balki denn noch tun?
Ein gebrochener Arm mit einer offenen Wunde,
das Blut, das ihm ständig ins Auge lief und seine Sicht behinderte,
mindestens eine gebrochene Rippe...
Und doch hielt Squall noch immer dieses verfluchte Schwert in der Hand!
Auch schien seine Kondition kein bisschen beeinträchtigt.
Einen so mächtigen Gegner hatte Balki noch nie...
...
"All meine Gedanken über dich... Meine Verachtung...
Dass ich mich jemals über dich llustig gemacht habe...
Dass ich dich jemals verspottet habe... dich unterschätzt habe...
Tut mir Leid", sagte Balki.
...
"Wieso müsst ihr Shinobis immer an eurer Ehre haften?
Dein Meister war genauso ein Trottel!
Er sah seinen Tod bereits kommen und dann musste er mit dem Geschwafel daher kommen.
Erkennst du deine Niederlage wohl auch, huh?", spottete Squall.
...
"Lous Tod war nicht umsonst... Ich werde da weitermachen, wo er aufgehört hat!", kündigte Balki an und deutete auf Squalls Narbe.
...
"Na, dann sollst du als erster die Ehre haben, meine neue Macht zu spüren", versprach Squall hämisch.
Seine Augen färbten sich schwarz.
Balki erschrak. Was...?
Die Wände glühten violett auf.
Der Ninja schaute sich überrascht um, ohne jedoch Squall aus den Augen zu verlieren.
Der Raum füllte sich mit Rauch...
Kleine Blitze zuckten durch die Luft...
Elektrostatische Entladungen? Oder einfache Illusion?
Sie schienen ungefährlich zu sein... oder sie dienten dazu, Balki zu verwirren...
Er sah wieder zu Squall hinüber, doch inzwischen waren nur noch seine Umrisse erkennbar.
Er rannte auf ihn zu.
"Oh nein, so leicht kommst du mir nicht davon", dachte er.
Doch noch ehe er ihn erreichte, war Squall plötzlich verschwunden...
Balki drehte sich nach allen Seiten.
Sein Gegner war nirgends zu sehen...
Dieser Nebel und das violette Leuchten der Dunkelkristalle...
Balki verfluchte diese verdammte Burg!
Und dann diese Pseudoblitze... die machten ihn noch verrückt...
Mit einem Mal schossen schwarze Blitze quer durch den Raum.
Dann rote.
"Was soll das werden!?", schrie Balki wütend.
Squalls Gelächter hallte in seinen Ohren.
Er konnte nicht ausmachen, aus welcher Richtung es kam.
"Was ist los, Shinobi?"
Kommst du mit deiner Umgebung nicht klar?
Ihr Ninjas werdet doch dazu gedrillt, euch eurer Umgebung anzupassen, oder ist das nur ein Klischee?"
"Zeige dich und kämpfe weiter!!!"
"Balki... sei halt ein wenig Multitasking-fähig!", empfahl Squall und lachte wieder.
Balkis Wut stieg. Squalls Spott nagte an seinem Stolz.
Unvermittelt schoss ein heißer Schmerz durch seine Beine... Squall hatte ihm in die Kniekehlen geschnitten.
Balki schrie auf und fiel zu Boden.
"Hoppla... das tat sicher weh", erneut hallte Gelächter durch den Raum.
Die Blitze zuckten noch immer... sie explodierten förmlich inmitten der Luft.
Auf diese Weise könnte man einen Epileptiker umbringen...
Und dann noch all diese Farben...
Selbst wenn Balki die Augen schloss, sah er sie noch immer aufleuchten.
Konzentration... war hier völlig unmöglich.
...
Balki richtete sich mit Mühe auf... er hatte Schwierigkeiten, stehen zu bleiben...
Dann blickte er nach vorn... Squalls Hand war direkt vor seinem Gesicht.
"Ding Dong", machte Squall, und dann sah Balki Sterne.


Suko hatte seine Augen geschlossen.
Er atmete tief durch, immer wieder, er wollte gar nicht aufhören.
Obwohl es nur eine Illusion war, roch er die frische Luft...
So sauber... so herrlich...
Sie erfüllte ihn mit neuer Energie.
Dennoch öffnete Suko seine Augen nicht.
Er hatte zwar den Stalagmiten berührt, doch insgeheim fürchtete er sich vor dem, was ihn als nächstes erwartete.
Dann spürte er ein leichtes Kitzeln an den Fingerspitzen.
Er kannte dieses Gefühl...
Vorsichtig öffnete Suko die Augen ein wenig.
Er betrachtete seine Umgebung.
Es war mitten am Tag, die Sonne stand hoch im wolkenlosen Himmel.
Der Wind trug eine frische, kühle Brise mit sich, die angenehm auf der Haut war, und wirbelte den Blütenstaub auf.
Es war eindeutig Frühling.
Weit am Horizont waren die Schemen von Bergen zu erkennen.
Vor ihm befand sich ein kleiner Wald, dessen Knospen sich gerade öffneten und wunderschöne Blüten hervorbrachten.
Zum ersten Mal seit langem fühlte Suko sich wieder richtig wohl.
Dies war der schönste Anblick seit Jahren.
Dazu noch diese Wiese...
Die Grashalme ragten bis zu seinen Knien.
Suko konnte nicht anders, er schloss noch einmal die Augen.
Dabei spielte er mit seinen Fingerspitzen an den Grashalmen.
Dieses angenehme Kitzeln... noch einmal tief Luft holen... so herrlich...
"Ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene meg, und du bist weg!"
Suko riss die Augen auf und sah nach unten.
Zwei Kinder standen vor ihm.
Er ging in die Hocke.
Hallo Kinder... wer seid ihr?
Suko versuchte, in ihre Gesichter zu blicken, doch sie waren verschwommen, er konnte tun, was er wollte.
"Du bist!!"
"Du schummelst!"
"Tu ich gar nicht!"
"Tust du doch!"
An ihrer Sprache konnte Suko abschätzen, dass beide um die vier Jahre alt sein mussten.
"Ich will mich nicht immer verstecken! Ich will dich auch mal suchen!"
"Bist du blöd!? Bis du mich findest, kann ich Jahre drauf warten.
Weil du es dann wieder schaffst, dich zu verlaufen, und dann darf ich dich am Ende suchen."
"Also hast du doch geschummelt!"
"Hey, du bist ja gar nicht so doof, wie ich dachte."
"Selber doof!"


Balki atmete immer flacher und langsamer. Sein Ende war nahe, er konnte es fühlen.
Immer wieder richtete er sich mühsam auf.
Immer wieder suchte er nach seinem Gegner.
Immer wieder sank er erschöpft zurück.
Diese Illusion überschritt seine Fähigkeiten.
Er konnte sich noch so sehr anstrengen, Squall hatte die Oberhand.
Seine Mundmaske... Er hatte sie verloren...
Balki wollte sich das Blut vom Mund abwischen.
Doch alles, was er erreichte, war, dass sich das Blut auf seiner Hand mit dem der Platzwunde auf seiner Lippe vermischte.
Auch von seiner Stirn floss Blut...
Sein Gesicht fühlte sich an wie ein Sandsack nach dem Training.
Der brennende Schmerz an seiner Brust und den Armen ließ langsam nach. Auch das Stechen im Rücken wurde weniger.
Ein Zeichen dafür, wie nahe er dem Tod war?
Balki richtete sich ein letztes Mal auf.
Die verletzten Kniekehlen machten es zu einer Tortur, doch er schaffte es mit Mühe, aufzustehen.
Immer wieder musste er sich mit den Händen abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Schwieriger war es, aufrecht zu stehen.
Er humpelte und verwendete immer wieder seine Arme, um sich auszubalancieren.
…
Die Illusion verschwand.
Balki sah wieder den nackten Raum.
…
Alles, was er hörte... war sein eigener Atem... er lauschte aufmerksam und merkte, wie er immer langsamer wurde...
Woran sollte Balki nun, im Augenblick seiner bitteren Niederlage, denken?
An die Zukunft seines Dönerladens?
An Kakashi? Lou?
Oder sollte er einfach mit der Tatsache klarkommen, dass er wieder einmal versagt hatte...
"Verrate mir, wofür du das machst?"
War das Ironie?
Ausgerechnet jetzt mussten ihm Sukos Worte von damals einfallen?
...
"Hmm... was soll ich nur mit euch Waldakademikern machen?", überlegte Squall laut.
Die Kristallwand wölbte sich, und Squall trat langsam hervor.
Es war ein gespenstischer Anblick, wie er sich aus dem Kristall löste und wieder seine wahre Gestalt annahm.
"Als dein Meister seine Niederlage erkannte, stand er so da wie du gerade.
Wohl so eine Art Ritual, euch mit Würde vom Leben zu verabschieden, huh?"
Balki nahm Squalls Worte gar nicht wahr... Wie in Trance taumelte er hin und her...
"Du hast meine Frage nicht beantwortet... Ninja."
Wieder die Worte von damals.
"Wieso denke ich ausgerechnet an dich... Suko?", dachte Balki.

"Was bringt dir die ‚Technik, Metall wie Butter zu zerschlagen’!?
Ich will nicht wissen, was das hier für ein Ort ist, und auch nicht, warum mich der Trottel von vorhin angegriffen hat."


Balki erinnerte sich, dass er über Sukos Humor nicht hatte lachen können.
Doch jetzt musste er tatsächlich grinsen.
"Hmm... na schön, mein Freund... lächle ruhig... Anders als dein Meister warst du ein würdiger Gegner.
Ich werde dir die Ehre erweisen und dich mit Würde über den Jordan befördern", versprach Squall und holte weit mit seinem Schwert aus.

Alles geschah für Balki wie in Zeitlupe. Immer wieder schwirrten ihm Sukos Worte durch den Kopf.
...
"Wofür machst du das?", fragte Suko.
"Ich sagte bereits, dass ich alles kann, was man mir beigebracht hat", antwortete Balki.
"Und weswegen bist du damit unzufrieden? Sei doch froh über das, was du hast.
Scheinbar ist das hier dein Beruf, und du kämpfst, weil man dir keine Wahl lässt.
Der Kampfsport ist ein Teil von mir, Balki, jedoch nutze ich ihn nicht aus, um anderen zu schaden!"
...
"Er hatte Recht... Suko hatte mit all dem, was er sagte, Recht!
Was ist die Akademie?
Wer bin ich eigentlich?
Seit mich die Akademie aufgenommen hat, bestand mein Leben nur darin, alles zu perfektionieren.
Wofür eigentlich?
Ich beseitigte die Gegner der Akademie, führte Aufträge aus, ohne nach meinen Gefühlen gefragt zu werden.
Ich wurde schamlos als Marionette ausgenutzt und habe mich mein Leben lang damit abgefunden."
...
Squall schwang sein Schwert über den Kopf, um Balki mit einem vertikalen Hieb zu töten.
...
"Nur als ich dich rächen wollte, Lou, habe ich einmal in meinem Leben was Eigenständiges gemacht.
Es war MEIN Wille... MEINE Entscheidung...
Genauso... wie ich darüber entscheide, so zu handeln, wie ich es für richtig halte!!"
...
Die Klinge war unmittelbar über Balki.
...
"Die Akademie ist für das Leben vieler Menschen verantwortlich!
Sie ist nicht besser als das Monopol Squall Strife!
Ich werde dich nicht aus Rache töten, Squall..."
...
Balkis Hände glühten blau auf.
Das Schwert war einen Wimpernschlag davon entfernt, Balki zu spalten.
Da schossen seine Hände vor und packten die Klinge.
Squall riss erschrocken die Augen auf.
...
"... sondern weil ich mein kostbares Leben, welches du vernichten willst, schützen werde!!
Technik... Metall wie Butter zu zerschlagen!", schloss Balki seinen Satz in Gedanken ab.
"Hokuto-Ku-Sai-Ken!", flüsterte er, und mit einer Handbewegung zerbrach er die Klinge.
Er drehte sich einmal um die eigene Achse... und ging dann in die Hocke...
...
"Jetzt sieh an, was du angerichtet hast! Mein kostbares Schwert!!
Egal... ich kann dich dennoch damit aufspießen! Dann ist es endgültig vorbei mit...
Wieso schwirren mir eigentlich diese Worte durch den Kopf, und warum spreche ich es nicht einfach aus?", dachte Squall.
Er bemerkte, wie sich sein Blickfeld an den Rändern verdunkelte.
"Ein Tunnelblick? Wie ist das möglich? Und... wieso atme ich nicht mehr?"
Squall fasste sich an den Hals und sah Balkis Hände, die noch das zerbrochene Stück der Klinge festhielten.
"Nein... Nein... NEIN!! Das kann nicht sein!!!", schrie Squall in Gedanken. Nun spürte er auch das warme Blut, das seinen Hals entlang floss.
Mit jedem Atemzug drang mehr Blut in seine Lunge. Er röchelte.
Squall fiel auf die Knie...er sah Balki an...
Der Tunnelblick verengte sich immer weiter...bis er Balki nicht mehr sehen konnte.
...
Balki, der mit dem Rücken zu Squall in der Hocke saß, hörte ein dumpfes Geräusch hinter sich, als ob etwas zu Boden fiele.
...
Balki legte sich vorsichtig hin... er war am Ende seiner Kräfte.
"Suko... du wirst es zwar nicht ahnen, aber du hast mir das Leben gerettet.
Nun bitte ich dich, mir das Leben ein weiteres Mal unabsichtlich zu retten.
Vernichte das, was auch immer diesen verwunschenen Ort erschaffen hat!
Nur so... kann mich Kakashi auffinden... beeil dich... oder ich werde hier verbluten", murmelte Balki.
Dann schlief er ein.

Suko öffnete die Augen.
Es war mitten in der Nacht.
Der Himmel war mit Wolken bedeckt. Er spürte, wie sich ein Unwetter näherte.
Links von ihm hörte er ein Geräusch...
Plötzlich rannten zwei Kinder an ihm vorbei.
Hey...warum habt ihr es so eilig?
Suko rannte hinterher.
Er konnte hören, dass eines der Kinder weinte.
Dann blieben die zwei abrupt stehen.
"Hör auf zu weinen!", sagte das eine Kind tröstend.
Doch das andere konnte nicht aufhören.
Kinder... was ist los?
Suko konnte sie in der Dunkelheit nicht erkennen, doch sie waren größer geworden.
"Hör zu... wir haben keine Zeit zum Weinen", sagte das erste Kind und strich dem anderen über die Wangen.
"Wir müssen fliehen, sonst ist es zu spät!"
Dann packten sie sich an den Händen und rannten weiter.
Wartet! Wovor flieht ihr?
"Da ist eine Höhle... verstecken wir uns darin!"
Suko blieb stehen. Es lief ihm kalt den Rücken herunter.
Nein.
"Hör zu... egal was passiert... blick niemals nach hinten! Schau immer nach vorne!
Du darfst niemals im Leben aufgeben! Egal, wie schwer es für dich sein wird! Du wirst es meistern, okay?"
Das Kind weinte immer noch.
"Pscht!! Er kommt!!"
Suko hielt den Atem an, als etwas durch ihn hindurch ging...
Dann sah er den Rücken...Er sah ihn... von hinten...und dieses Schwert!!
Suko atmete immer schneller. Er war kurz davor zu hyperventilieren...
...
"NEEEIN!", schrien die Kinder.
...
Suko ballte die Faust.
...
Was hatte das alles zu bedeuten?
Wieso war er eigentlich hier?
Er kann...
Er muss...
Nein, das will er nicht...
...
DAS REICHT! ZEIG DICH ENDLICH!!!
...
...
Plötzlich wehte ein heftiger Wind.
Sukos Kleider flatterten. Der Wind zerrte an ihm, und er hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten.
Dann war alles still...
...
Suko entspannte sich wieder ein wenig und sah sich um.
Er war wieder in einem Kristallraum. Doch dieser... war anders.
Der Raum war groß, größer als jeder vorhergegangene, und kreisrund.
Suko blickte nach oben... die Decke ragte unglaublich hoch... Das musste der Turm sein.
Suko befand sich im Zentrum der Hochburg.
...
Jemand klatschte in die Hände.
"Gratuliere... das hat zwar ewig gedauert, aber immerhin hast du es bis hierher geschafft", sagte jemand hinter ihm, noch immer applaudierend.
Suko drehte sich um und sah eine Gestalt in einer schwarzen Kutte.


Terry

Kamikaze

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16

Samstag, 16. Juni 2007, 13:55

Chapter Six: Final Showdown Part III

Er stand vor ihm wie ein Gespenst.
Die schwarze Kutte bedeckte ihn von Kopf bis Fuß.
Im Schatten der Kapuze war sein Gesicht nicht zu erkennen.
"Wer bist du?", fragte Suko.
"Die Frage ist nicht, WER ich bin, sondern WAS ich bin", antwortete die Gestalt mit erhobenem Zeigefinger.
"Ein Arschloch", fuhr es Suko durch den Kopf, aber er sprach es nicht aus.
"Eine Essenz der Dunkelheit", fuhr sein Gegenüber fort. "Seit meiner Kindheit wurde ich gedrillt, eine große Macht zu werden.
Mir wurde eine schwere Bürde auferlegt, die ich mit Hochachtung annahm."

Er hob eine Hand. Schwarze Fäden quollen daraus hervor und schwebten in der Luft.
Suko blieb ruhig und hörte weiter zu.

"Aus mir sollte ein Feuerbändiger werden...
all die Jahre... all das harte Training... für NICHTS!!!
Stattdessen erreichte ich diese Schattenmagie,
und wie das Gesetz der Natur so ist, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen!", sagte der Mann kopfschüttelnd.
"Mein Leben... hatte somit seinen Sinn verfehlt, und mir blieb nichts anderes übrig als Selbstmord."
Bei diesen Worten senkte er den Kopf und ließ seine Hand mit der Magie herabfallen.
"DOCH DANN...", ruckartig riss er den Kopf wieder hoch und erhob die Stimme, "sah ich die Vorteile der Schattenmagie."

"Hey Alter... ehrlich gesagt, interessiert mich das Ganze gar nicht.
Bevor du weiter rumlaberst, sag mir lieber, was du von mir willst und vor allem... wer du bist!!!", unterbrach Suko ihn.

"Geduld... Suko", sagte der andere und lachte in sich hinein.

Suko schluckte.
"Woher kennt er meinen Namen?", dachte er.

"Die Schattenmagie... verlieh mir neue Kräfte, und schon bald merkte ich, dass sie großes Potential hatte.
Also trainierte ich weiter... noch härter und noch verbissener als je zuvor.
Als es dann soweit war... wurde ich zum Schattenwesen."

"Herzlichen Glückwunsch. Du bist Yridion, richtig?"

Wieder lachte Yridion, ohne den Mund zu öffnen.

"Suko... Du kannst gar nicht ahnen, welche Tortur du mir all die Jahre bereitet hast.
Aus irgendeinem Grund warst du kein gewöhnlicher Feuermagier.
Du hast deine Kräfte so gering wie möglich eingesetzt.
Kannst du dir vorstellen, wie schwierig die Suche nach dir war?
Überall auf der Welt fackelt an irgendeiner Ecke ein Feuer.
Sei es ein Waldbrand, ein Kamin, ja sogar ein gezündetes Streichholz.
Immer und immer wieder musste ich mich konzentrieren, um dich ausfindig zu machen."

"Xell...", flüsterte Suko ganz langsam, "Naware... meine Träume...
darum hast du mich also gefunden."
Doch begriff er noch immer nicht, was das alles zu bedeuten hatte.

"Du begreifst immer noch nicht, nicht wahr?
Suko...
ICH... bin dein Vater!!!", verkündete Yridion.
...
....
*ein Prärieball rollt*
...
....
Suko tastete die Wand ab.

"Was tust du da?", fragte Yridion verwirrt. Das war nicht die Reaktion, mit der er gerechnet hatte.
"Ich höre mir dein Geschwafel nicht länger an!
Ich bin zwar ein einfacher Vagabund, aber hin und wieder kriege ich was von den Medien mit.
Du aber, mein Lieber, bekommst definitiv zuviel davon!
Und scheinbar kann ich mich hier nicht mehr wegbeamen."
Yridion lachte wieder mit geschlossenem Mund.
"Hör auf, so dämlich zu lachen!!", brüllte Suko ihn an.
"Es gibt hier nur einen Weg hinein, aber keinen raus, Suko."
"Wenn es sein muss, dann werde ich mir einen Ausgang verschaffen", schrie Suko wütend und schoss überraschend einen Feuerball auf Yridion.
Dieser ließ die Magie mit einer einzigen Handbewegung verpuffen.
Suko erschrak.
"Deine Macht ist nutzlos gegen mich, Feuerbändiger.
Wie ich bereits sagte, ich bin eine Essenz der Dunkelheit..."

Suko begann Yridion zu umkreisen.
"Was willst du von mir!?"
Auch Yridion bewegte sich mit langsamen Schritten im Kreis.
"Suko... ICH sollte eigentlich Feuerbändiger werden!
Mit richtigem Training und der richtigen Strategie wäre ich der neue Herrscher über diese Welt.
Doch blieb mir diese Macht verwehrt."
Plötzlich glühten seine Augen unter der Kapuze blau auf.
Suko erkannte den Ehrgeiz in seiner Stimme, in dem blauen Schimmer, der aus seinen dämonischen Augen leuchtete...
Er war es also... der Typ, den die Stalagmiten ihm gezeigt hatten.

"Es war nicht das Training und die Disziplin, die man benötigt, sondern ganz andere Voraussetzungen.
Dies wurde mir mit der Zeit bewusst.
Ich habe dieses Naturphänomen durchschaut und hatte einen neuen Plan...
Die Schattenmagie ließ mir eine viel lukrativere Option offen.
Denn als Schattenwesen war ich in der Lage, die Seelen meiner Opfer aufzusaugen."
Erneut hob Yridion seine Hand und ließ die Fäden durch die Luft schwirren.

Diesmal ließ Suko die Magie nicht aus den Augen.
Ein mulmiges Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus.

"Ich suchte ein geeignetes Opfer...
Eroberte das Herz einer Frau. Sie sollte mir ein Kind gebären.
Ein Kind... das meine Aufgabe vollenden sollte... Es sollte zum Feuermagier werden.
Doch erst als es zu spät war, die Frau bereits hochschwanger war, erkannte ich,
dass ich ausgerechnet eine Lichtmagierin geheiratet habe", seufzte Yridion.

Suko machte einen Schritt nach hinten.

"Noch schlimmer war ihre Familie!
Die meisten sagen, dass Schwiegermütter furchtbar wären.
Doch die Cousine meiner Frau war der reinste Alptraum!
So ein kleines Ding und doch so ein nervtötendes Miststück!
Fast hätte sie meinen Plan durchschaut... dieses neugierige Biest."

Unter Sukos Stirnband sammelte sich Schweiß.

"Das Schicksal meinte es nicht gut mit mir.
Ich bekam einen Idioten als Sohn!
Obendrein wurdest du von deiner Mutter übelst verhätschelt.
Jahrelang musste ich das ertragen, ohne irgendwas dagegen unternehmen zu können.
Deine Mutter... so naiv... Sie sah immer nur das ‚Gute’ in mir", er formte mit den Fingern Anführungszeichen,
um das Wort zu unterstreichen, und seine Stimme nahm einen höhnischen Klang an.
"Daher war es nicht problematisch, abzuwarten.
Als die Zeit gekommen war und du reif dafür warst, hat sie sich mir in den Weg gestellt.
Tja... es musste soweit kommen, aber kein Lichtmagier der Welt konnte es mit mir aufnehmen.
Allerdings hat sie dir Zeit zur Flucht verschafft."

Ganz gegen seinen Willen zuckten Sukos Gesichtsmuskeln.

"Als ich auf der Suche nach euch war, stellte sich dies leider als großes Problem dar.
Ihr wart zu jung, als dass ich eure Auren aufspüren konnte.
Und meine Geduld war am Ende!
Ich konnte mir keinen Verzug mehr leisten.
So musste ich auf die Schnelle jemanden finden, der mich dabei unterstützte."

"Ihr?", war alles, was Suko denken konnte. Seine Knie wurden weich, und er zitterte am ganzen Leib.
"Zu der Zeit war es eine Rarität, dass Jugendliche unter zwanzig von der Natur mit Macht gesegnet wurden.
Viele müssen jahrelang intensiv dafür trainieren, nur ganz wenige hatten das große Glück, es schon im Blut zu haben.
So wie dieser Junge... Er war ein richtiges Talent.
Natürlich stellte er sich mir quer, doch meiner Magie konnte niemand Paroli bieten.
So begab er sich auf die Suche und wurde auch tatsächlich fündig."

Suko riss die Augen auf. Bilder schossen ihm plötzlich durch den Kopf.

Er befand sich in einer Höhle.
Er spürte die Angst, die in ihm aufstieg.
Dann sah er ihn kommen.
Diesen gemeinen Kerl mit dem mächtig großen Schwert...
Sein Haar... wie ein Geist...
Zwar war es stockfinster, doch mit der Zeit gewöhnten sich seine Augen an die Dunkelheit.
Und dann sah er genug, um sein Gesicht zu erkennen...

"Xell...
aber... wie ist das nur möglich?"
Suko spürte, wie sein Adamsapfel ihm den Hals zuschnürte.
Es tat höllisch weh, aber er wollte nicht weinen, wollte seine Tränen unterdrücken.
"Wieso? ...Warum? ...Wofür? ...Wofür hast du mir das angetan...
Ich begreif das nicht", stammelte er mit erstickter Stimme.

"Es gab für mich nur ein Ziel, Suko.
Alles andere war nicht von Bedeutung.
Die Weltherrschaft!
Zwar war ich in der Lage, als Schattenwesen über diese Welt zu regieren,
aber ich würde doch immer im Schatten der Geschichte stehen.
Die Leute haben bis heute noch Erinnerungen von damals."
Die Schattenfäden wickelten sich um Yridion und verstärkten seine düstere Erscheinung.
Seine Augen glühten stärker, je mehr er sich in Rage redete.
"Niemals würde ich den Status eines Feuerdämons erlangen.
Also war es mein neues Ziel, mit der Kraft der Seelenabsorption,
einen Feuerdämon zu erschaffen und mir seine Macht anzueignen!!!
Nur so werde ich zum mächtigsten Wesen aller Zeiten!!!"

Suko ballte die Faust und biss die Zähne so fest zusammen, dass seine Kiefer schmerzten.

"Der Junge jedenfalls hatte euch, wie gesagt, gefunden.
Die Mission war erfüllt.
Ich spürte deine Aura... Oh, war das herrlich! Alles, was ich durchmachen musste, hatte sich ausbezahlt.
Deine neue Kraft... MEINE neue Kraft... sie war so wundervoll... so mächtig...
Doch als ich dort ankam, fand ich nur die Leichen der beiden.
Seitdem, Suko... war ich auf der Suche nach dir.
Zwanzig Jahre hast du dich vor mir verstecken können.
Eine beachtliche Leistung, muss ich schon sagen."

"Leichen?"
Suko fiel es wie Schuppen von den Augen.
Wieder sah er die Bilder in seinem Kopf... doch diesmal vollständig.
Sie saßen da... eng umschlungen... und versteckten sich.
Vor Xell...
Als er die Höhle betrat... sie entdeckte... auf sie zuging... sein Schwert schwang...
ließ sie ihn los.
Alles, was Suko noch wahrnahm, war, wie er laut "Nein!" geschrien hatte.

Dann hörte er das widerliche Geräusch von Stahl, der Fleisch zerschnitt,
als Xells Schwert ihre Brust aufschlitzte und das Blut an die Höhlenwand spritzte.
...
Sie...
...
....
Sukos Herz klopfte wie verrückt.
Seine Halsschlagader pochte heftig, als wolle sie die Haut sprengen.
...
....
"Wieso... wieso kann alles nicht so einfach sein?
Aber neeeeein... das Schicksal musste mir ja ständig einen Strich durch die Rechnung machen.
Ich war es leid!
Ich wusste, dass mir Zwillinge ein Dorn im Auge sein würden."

"Zwillinge..."
Sukos Unterkiefer zitterte so stark, dass seine Zähne leise klapperten. Eine Träne rann seine Wange herab.

Ene mene miste, es rappelt in der Kiste,
ene mene meg, und du bist weg! Du bist schon wieder!"
"Och Mennooo..."
"Tja Suko... nun fang mich!"

"Suko... was auch immer passiert, schau immer nach vorne, nie nach hinten!
Sei immer der, der du bist!"


Stille...
Yridion sagte nichts.
Suko konnte das laute Pochen seines eigenen Herzens und seinen unregelmäßigen Atem hören.
...
....
Da erschien eine Silhouette.
Hell schimmernd schob sie sich vor Yridion und bedeckte ihn.
Eine Frau kam zum Vorschein.
...
Suko sah sie an...
Sie war die wunderschönste Frau, die er je in seinem Leben gesehen hatte.
Anders als sonst achtete er überhaupt nicht auf ihre Proportionen, obwohl diese perfekt waren.
Alles, was er sah, waren ihre bezaubernden dunklen Augen.
Ihr Lächeln... so liebevoll.
Ihr langes dunkles Haar, glänzend wie Regenwasser auf den Blättern einer Lotusblüte.
Sie näherte sich, bis sie direkt vor ihm stand.
Dann hob sie die Hände und berührte sanft seine Wangen.
Die Wärme... eine so angenehme Wärme hatte Suko schon lange nicht mehr gespürt.
Obwohl er sie zum ersten Mal sah, liebte Suko sie sofort.
Er liebte sie, wie er noch nie in seinem Leben eine Frau geliebt hatte.
Liebe... dieses Gefühl...
Suko umarmte sie...
Er drückte sie an sich, so fest er nur konnte.... und ließ endlich alles raus.
Er heulte wie ein kleines Kind. Seine Wangen waren nass von Tränen.
"Es tut mir leid!!! Es tut mir so unendlich leid!!!"
Sie streichelte ihm den Kopf und krauselte an seinen Haaren.
"Es... tut... mir leid!", schluchzte Suko.
Dann... löste sie sich auf... Suko stand da und umarmte sich selbst.
...
Dann fiel er auf die Knie. Er weinte immer noch hemmungslos.
...
"Lali... meine Schwester..."

Yridion schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn.
"Na, da brat mir doch einer einen Storch!
Ich hätte einfach deine Schwester abmurksen müssen!
Dann hätte ich mir ja all die Jahre und den ganzen Aufwand erspart!
Na ja, was soll’s", schloss Yridion achselzuckend und lachte wieder sein unheimliches Lachen.
...
....
Ein lautes Zischen ertönte.
...
Die Tränen auf Sukos Wangen trockneten binnen eines Wimpernschlags.
Er atmete schwer und ballte die Fäuste, so fest er konnte.
...
Yridion spürte, wie die Temperatur des Raumes plötzlich stark anstieg.
...
Suko hob sein Haupt, so dass Yridion seine Augen sehen konnte...
Sie verfärbten sich wie glühendes Eisen... immer heller... immer heißer...
Suko zog die Augenbrauen zusammen und sah seinen Vater so aggressiv an, wie er in seinem ganzen Leben noch nicht geblickt hatte.
Yridion überkam ein Gefühl von Stolz.
...
Dann wurden Sukos Augen glühend weiß...
Feuer schoss aus ihnen hervor und hüllte seinen ganzen Kopf ein.
...
Sukos Arme fingen Feuer...
Es glitt über seinen ganzen Körper, hüllte ihn ein wie die Korona einer Sonne...
...
Suko atmete aus. Sein Gaumenzäpfchen flatterte, es hörte sich an wie ein Knurren. Das war kein menschlicher Laut mehr...
Langsam richtete er sich auf.
Yridion spürte eine mächtige Aura... noch nie zuvor hatte er eine solche Kraft gespürt.

"Endlich... MEIN Feuerdämon... Mein Sohn... Endyrion."


Endyrion :



Terry

Kamikaze

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Donnerstag, 2. August 2007, 17:12

Suko atmete tief ein. Ein Knurren drang aus seiner Kehle.
Das Feuer, das um seinen Körper spielte, bildete bizarre Muster und Formen.
Yridion betrachtete ihn voller Stolz.
Der Anblick war einfach wunderschön.
Dass ein Wesen der Schatten einmal so empfinden könnte…
Doch hier stand er nun, in voller Pracht… Yridions Lebenswerk.
Er hatte es geschafft. Hier stand der erste Feuerdämon seit Jahrhunderten.

"Nun denn, mein Sohn, endlich… ist der Moment gekommen", sagte Yridion und streckte eine Hand aus.
Sie begann, bläulich zu glühen.
Dicke Fäden aus Schatten kamen aus seinen Fingerspitzen und schlängelten sich zu Endyrion.
Sie tasteten über seinen Kopf, streichelten seinen Körper…
Bis sie unvermittelt in die Öffnungen seines Gesichts eindrangen.
Endyrion streckte sich unwillkürlich. Ein leiser Seufzer entfuhr ihm.

"Die Zeit für die Vereinigung ist gekommen, Endyrion. Du hast lang genug auf dieser Welt geweilt.
Nun werde ein Teil von mir… und erfülle dein Schicksal…"

Endyrion knurrte heftiger.
Die Seelenabsorption bereitete ihm Schmerzen.
Er spürte, wie seine Kräfte schwanden.
Das Feuer flackerte, wurde schwächer.

"Was ist!? Hat’s dir die Sprache verschlagen!?", Yridion lachte in sich hinein.
Gierig wartete er auf den Moment, in dem er vollkommen würde.
Er würde das mächtigste Wesen sein, das jemals existiert hatte.
Er würde die Welt in nur einem Tag unterwerfen.
Sein Name würde über Jahrmillionen in den Geschichtsbüchern stehen.
Nichts und niemand würde ihn jetzt noch aufhalten können.

Auf einmal spielte das Feuer um Endyrion verrückt. Es flackerte wieder auf, leuchtete stärker, breitete sich aus.

Yridion spürte, wie sein Sohn Widerstand leistete… mit Erfolg.
Der Faden riss, und die Seelenabsorption brach ab.
"Hätte ich mir eigentlich denken können", seufzte Yridion.

Endyrions weißglühende Augen fixierten seinen Vater.
Er fletschte die Zähne und atmete schneller.
Er ballte eine Faust…
Ging einen Schritt auf das Schattenwesen zu…
Schrie laut auf…
Rannte brüllend los…

Kurz bevor er Yridion erreichte, holte er weit mit der Faust aus.
Er schlug mit voller Kraft zu.
Als er ihn traf, ging seine Hand jedoch ins Leere…
An der Stelle, an der sein Vater gestanden war, waren nur noch blasse Umrisse zu sehen, die nach und nach gänzlich verschwanden.

Gelächter hallte durch den Raum.
"Glaubst du wirklich, dass du mir das Wasser reichen kannst?
Du bist gerade erst zum Feuerdämon geworden.
Du bist noch viel zu unerfahren, um mit dieser neuen Macht umzugehen.
Ich hingegen kontrolliere meine Macht seit meiner Jugend.
Gegen einen gelehrten Meister wie mich bist du nichts weiter als ein jämmerlicher Laie!"

Endyrion drehte sich um und packte Yridion am Kragen.
"Was zum…!?", presste der hervor, schockiert über die schnellen Bewegungen des Dämons.
Endyrion drehte sich erneut um, ohne ihn loszulassen, und schleuderte ihn gegen die Wand.
Unmittelbar vor dem harten Kristall kam Yridion zum Stehen…
er schwebte über dem Boden, er hatte es gerade noch geschafft, sich in der Luft abzubremsen.
"Wirklich sehr geschickt mein Junge, aber du musst einsehen, dass dies bei mir nichts nützt", sagte er, während er sich Endyrion zuwandte.
Noch bevor er reagieren konnte, wurde er jedoch an den Handgelenken gepackt und gegen die Wand gepresst.
Yridion versuchte sich zu wehren, doch der Feuerdämon drückte mit einer unvorstellbaren Kraft.
Eine Weile standen sie so bewegungslos, Auge in Auge.
Endyrions lodernde weiße Augen.
Yridions blau schimmernde Augen.
Zähnefletschend knurrte der Dämon seinen Vater an.

Dann hob er sein Knie und schmetterte es in Yridions Mitte.
Durch die Wucht des Trittes spuckte das Schattenwesen Speicheltropfen aus, die noch in der Luft verdampften,
so groß war die Hitze, die Endyrion ausstrahlte.

Der Dämon holte zu einem weiteren Kniehieb aus, doch diesmal nutzte Yridion seine Kräfte rechtzeitig,
befreite sich in seiner feinstofflichen Form aus dem Griff und teleportierte sich in die Mitte des Raumes.
Endyrions Knie traf die Wand. Der Dunkelkristall knackte.
Ohne zu wissen, wo sein Vater stand, bündelte er Unmengen von Energie in einer Hand.
Die Magie erreichte ihr Maximum binnen Sekunden. Endyrion drehte sich mit erhobener Hand um und ließ seine Faust in den Boden krachen.
Eine Feuer-Nova breitete sich aus.
Yridion sah die Gefahr auf sich zukommen und ging augenblicklich wieder in seine feinstoffliche Form über.
Die Feuerwelle ging durch ihn hindurch. Yridion spürte triumphierend, welch ungeheure Kraft dahinter steckte.
Dieses Manöver hatte ihn geschwächt, und er musste sich wieder in fester Form materialisieren.
Schon spürte er, wie Endyrion ihn am Kiefer packte und in die Luft hob.
"Das gibt’s doch nicht!", dachte Yridion entgeistert. "Niemand zuvor hat mir jemals so viel Schaden zugefügt.
Meine Feinstofflichkeit hat er im Nu durchschaut. Wie macht er das nur? Ist es etwa sein Kampfinstinkt?"
Noch während Yridion zu verstehen versuchte, wuchs der Druck auf seinen Kiefer.
Schmerz durchzuckte ihn… es gelang ihm nicht mehr, einen Schmerzenslaut zu unterdrücken… es war demütigend.
Endyrion bündelte erneut seine Kraft… und leitete einen Impuls in seine Hand.
Er rammte seinen Vater auf den Boden und entlud gleichzeitig seine Magie.
Eine Explosion zersprengte Yridions Körper…
Rauch hüllte den Raum ein…
Doch als er sich wieder legte, war von dem Schattenwesen keine Spur.
Knurrend blickte Endyrion sich um…
Versuchte, seinen Feind aufzuspüren…
"Duuu… was glaubst du wen du vor dir hast? Meinst du, du kannst mich einfach so ausschalten? NIEMALS!"
Plötzlich kamen von den Wänden aus allen Richtungen Schattenfäden auf ihn zugeschossen.
Sie wickelten sich um seine Hände, seine Beine, seinen Hals…
Endyrion kämpfte dagegen an, versuchte sich zu befreien, doch er wurde langsam in die Knie gezwungen.
Vor ihm erschien Yridion.
"Du elende Ratte… für einen Moment hast du mir wirklich einen Schrecken eingejagt.
Deine Kräfte sind erstaunlich…", lachte er stolz.
Wieder leuchtete seine Hand auf. Er hielt sie vor Endyrions Gesicht.
"Nun ist Schluss damit! …deine Macht… gehört mir!"
Endyrion biss die Zähne zusammen, spannte all seine Muskeln an und konzentrierte seine Magie…
Das Feuer schoss in Stichflammen aus seinen Augen und breitete sich über seinen Kopf aus, bis er ganz in Flammen gehüllt war.
Mit einem Schrei ließ er all seine Kraft frei… die Fäden rissen entzwei,
und ohne zu zögern schnellte Endyrion auf seinen Vater zu und packte ihn am Hals.

Yridion, überwältig von den schnellen Ereignissen, gab keuchende Geräusche von sich.
Der Feuerdämon drückte zu, mit aller Kraft, die seine Muskeln aufbringen konnten.
Yridion ging in die Knie.
"Das… kann nicht sein!", dachte er fieberhaft, "ist das wirklich möglich? Gibt es nichts, was einen Feuerdämon aufhalten kann?
Solch eine Macht… unglaublich… und ich… konnte sie nicht absorbieren!"
Endyrion hob seine Hand in die Höhe.
Ganz langsam krümmte er die Finger, bis sie eine Faust formten…
Die Flammen loderten unkontrolliert.
Yridion keuchte noch immer. Er konnte seinen Atem nicht beruhigen.
Wenn der Feuerdämon ihn schon mit einer Hand mit solcher Kraft festhielt, wie viel Kraft würde er dann erst mit seiner Faust aufbringen?
Dies war der Moment…
Der Moment, in dem er seinem Tod ins Auge sah…
Endyrion brüllte laut, sah in die Augen seines Vaters… er war kurz davor, ihm den letzten Schlag zu versetzen…
Ein letztes Mal brüllte er… holte mit der Faust weit aus…
"Suko…"
Endyrion hielt mitten in der Bewegung inne.
Er ließ seinen Vater los und drehte sich in alle Richtungen.
Wer war das?
Woher kam das?
Wachsam schaute er sich um… doch außer ihm und seinem Vater war niemand im Raum.
Yridion, der auf dem Boden lag, sah seinen Sohn verblüfft an.
"Wieso hat er es nicht zu Ende gebracht?", dachte er.
Knurrend ließ Endyrion seine Blicke wandern… Irgendwo befand sich die Quelle…
Da… spürte er etwas…
Endyrion zuckte zusammen. Er fühlte… wie ihm jemand auf seine Wange ganz sanft einen Kuss gab.
"Mein… Suko", hörte er erneut die Stimme.
…
Endyrions Atem beruhigte sich.
Er strich sich mit der Hand über die Wange.
"Mu..tter…" Endyrion atmete bei diesem Wort tief aus und sank in die Knie.
Die Flammen um ihn erloschen. Nur noch heißer Dampf wehte über seine Haut.
…
Yridion sprang auf.
"Nein… nein… NEIN!! Das kann nicht sein… DAS DARF NICHT SEIN!!!", schrie er.

Suko betrachtete seine Hand.
"Jetzt verstehe ich…", meinte er nachdenklich.
"Nun hab ich’s endlich begriffen… die Geschichte der Feuerbändiger…", sagte Suko
"Verwandle dich zurück!! Werde wieder zum Feuerdämon!!
Vollende dein Werk!!", schrie Yridion
"Mein Werk vollenden? Du meinst, ich soll dich vernichten?
Oder wohl eher, du willst es noch einmal versuchen,
die Macht des Feuerdämons zu absorbieren", sagte Suko, während er langsam wieder aufstand.
"Werde zum Feuerdämon!! Folge deiner Natur!!!"
"Meiner Natur folgen??
Was ist denn meine Natur?
Die Zerstörung vom Leben? Die Vernichtung der Welt?
Ach ja… die Feuerbändiger…Blutrünstig und Machthungrig, huh?", sagte er höhnisch.
"Das ist alles völliger Schwachsinn!
Du hast herausgefunden, wie man über das Feuer herrscht.
Kein hartes Training, sondern nur ein Moment der Verzweiflung ist ausreichend.
Nur wenn man alles um sich vergisst und seinen Zorn freien Lauf lässt, ist man empfangsbereit für die Kraft, welche leicht
missbraucht wird.
…
Die Geschichte, die über die Feuerbändiger erzählt, ist lückenhaft.
Es wurde nicht erwähnt, welches Leid und Elend sie hatten.
Welchen Kummer und Sorgen sie in sich trugen und welchen Schmerz sie empfanden.
Ihre Trauer war es, was sie zu den grausamen Taten verleitete.
Sie haben vergessen, wie es ist, von einer Mutter geliebt zu werden. Kein Wunder,
wenn solche Bastarde wie du die eigene Familie ermorden!", beendete Suko seinen Satz und zeigte mit dem Finger auf seinen Vater
"Nicht mit diesem Ton, junger Mann!", mahnte Yridion sarkastisch.
"Keine Sorge….
Ich werde meinen Ton nicht noch einmal erheben.
Lieber lass ich eine andere Körpersprache sprechen", sagte Suko und ballte seine Faust.
"Jahrelang war ich vor dir auf der Flucht.
Ich habe alles um mich herum vergessen. Meine Schwester, meine Mutter, ja sogar dich.
Ich dachte, ich führe ein normales Vagabundenleben.
Doch jetzt… wo ich alles wieder weiß… gibt es kein Davonlaufen mehr!" Suko stürmte auf seinen Vater los.

Ohne Probleme fing Yridion den Angriff ab und packte ihn im Würgegriff.
Unerbittlich wurde Suko in die Knie gezwungen.
"Narr…", sagte Yridion, "als Feuerdämon hattest du unbegrenzte Kraft…
Niemals hätte ich mir vorstellen können, wie mächtig du sein konntest.
Aber wenn du dich weiterhin weigerst, dich zu verwandeln, tja… dann hast du leider keinen Zweck mehr für mich."
Suko rang nach Luft…
"Du hast dich wohl nie gefragt, warum ein Trottel wie du so stark sein kann, nicht wahr?
In all den Kämpfen, die du bestritten hast, ist dir nie aufgefallen, welche Kraft in dir steckt?
Hast du nie bemerkt, dass so gut wie kein Mensch dir überlegen ist?
Alles hast du mir zu verdanken!! Nur durch mich hast du solch eine Kraft bekommen!
Das Feuer verleiht seinem Herrscher diese Kräfte, und nur als Feuerdämon bist du in der Lage, mich zu besiegen!
Aber sei es drum… auch die Kraft eines schlichten Feuerbändigers sind nicht zu verachten.
Auch so wirst du meine Macht um ein vielfaches erhöhen."
Suko setzte ein Grinsen auf … und strengte sich an, um trotz seiner misslichen Lage laut zu lachen.
"Was gibt es da noch zu lachen!?"
"Na los… absorbiere meine Kräfte. Regiere ruhig über diese Welt und unterwirf dir die Menschen.
Sorge ruhig dafür, dass jeder denkt, du wärst das mächtigste Wesen, was je gelebt hat.
Aber du wirst es bis zum Ende deiner Tage besser wissen.
Du wirst immer im Schatten Makishimas stehen.
Du wirst dich immer daran erinnern, das dein ach so gut durchdachter Plan nicht aufgegangen ist.
Du konntest keinen Feuerdämon absorbieren, stattdessen wurdest du von einem vernichtend geschlagen.
Dein eigenes Fleisch und Blut hat dich besiegt!
Und du willst Trost darin finden, indem du einen einfachen Feuerbändiger absorbierst.
Na los! Mach es! Absorbiere meine Kräfte und bring mich um!
Diese Schmach soll dich für den Rest deines Lebens plagen!"
Yridion kochte innerlich vor Wut.
Noch nie zuvor war er so gedemütigt worden.
Seine Augen glühten vor ohnmächtigem Zorn.
Er wollte Suko töten… doch einen schnellen Tod wollte er ihm nicht gönnen.
Ein allzu einfacher Tod wäre für ihn eine Befreiung.
"Hab ich eigentlich erwähnt…", begann Yridion langsam zu sprechen, "dass ich eine Absorption noch nie langsam vollführt habe?
Eine Seelenabsorption bereitet unvorstellbare Schmerzen… Das auch noch verlangsamt…
Heieiei… in deiner Haut möchte ich nun wirklich nicht stecken", höhnte Yridion,
als aus seiner Hand die Fäden herausschossen und in Suko eindrangen.
Sukos Herz schlug ihm bis zum Halse.
In diesem Augenblick begann es.
Von einer Sekunde zur anderen verwandelten sich seine Adern in flüssiges Feuer.
Der brennende Schmerz verbreitete sich bis in den letzten Winkel seines Körpers.
Mit jedem Herzschlag nahm er an Intensität zu.
Suko schrie, doch die Luft, die durch seine Kehle strömte, schien mit Säure versetzt zu sein.
Jeder Atemzug bereitete ihm grausame Pein.
Seine Nerven waren wie unter Strom gesetzt. Die Kleidung an seinem Körper, der Boden, auf dem er stand,
selbst die Luft, die seine Haut berührte, zerrten daran wie grobes Sandpapier.
Jede Bewegung tat weh, doch es tat genauso weh, stillzuhalten.
Sein Blut kochte. Sein ganzer Körper verkrampfte sich. Sein Schädel fühlte sich an, als wollte er explodieren,
als habe sein Gehirn seinen Körper aufgegeben und versuchte nun, ihn schnellstmöglich zu verlassen.
Jede einzelne Zelle war zur Quelle einer neuen Pein geworden.
Suko wand und krümmte sich. Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Alles, was in seinem Geist Platz fand, waren diese Schmerzen.
Er tastete um sich, versuchte, Halt zu finden, Linderung, irgendetwas, das ihn ablenken würde… Warum sah er nichts mehr?
Vor seinen Augen war alles rot.
Feuerrot.
Blutrot.
Dunkelrot.
Dunkel.
So dunkel.

Qualen…
Schmerzen…
Es tat so weh… und… es war so dunkel…
Suko zwang sich, die Augen zu öffnen.
Das war nicht mehr die Schattenhochburg.
Wo war er?
Er richtete sich mühsam auf und sah sich um.
Er stand auf einer Ebene. Der Himmel über ihm war eintönig grau.
Er fasste sich an den Kopf. Er tat noch immer weh, aber die Schmerzen schienen abgeklungen zu sein – hatte Yridion aufgegeben?
Oder hatte er sich nur daran gewöhnt?
Langsam drehte er sich um die eigene Achse und versuchte zu begreifen, was geschehen war.
Aber… das war doch… der Hafen von Easttown?
Möwen schrien über ihm, stritten sich um Fischreste.
Jemand rempelte ihn an. Suko taumelte und fiel zu Boden. So schwach hatte er sich noch nie gefühlt.
"Hey, steh hia ned so im weg rum du Dreggschrubba!", motzte jemand hinter ihm.
Suko drehte sich um. Das war doch…
"Glotz ned so bleed, pack lieba a moal mit an!"
Suko wollte den alten Mann erfreut begrüßen.
Doch noch bevor er den Mund öffnen konnte, begann das Gesicht des Fischers sich zu verzerren.
Es floss auseinander, wurde zu einer grotesken Maske mit leeren Augen,
bis es schließlich in tausend Scherben zersplitterte und sich auflöste, ebenso wie der Körper des Alten.
Suko starrte sprachlos auf die Stelle, an der sein Arbeitgeber gerade gestanden hatte.
Dann sah er auf.
Auch die anderen Leute, Passanten, Hafenarbeiter, Fischer, zersplitterten einer nach dem anderen und lösten sich auf.
Was ging hier vor?
Langsam begriff Suko… das war alles nicht real, es waren seine Erinnerungen.
Yridion absorbierte noch immer seine Seele, und mit ihr zerstörte er alles, was Suko ausmachte, sein Gedächtnis, seine Gefühle…
Panik ergriff ihn, und er rannte los. Vielleicht konnte er Yridion so entfliehen?
Als er einen Blick über die Schulter warf, erschrak er.
Der Hafen… Der Hafen löste sich auf!
Und schon nach wenigen Schritten musste er innehalten.
Auch vor ihm bröckelte der Boden, und alles, was blieb, war ein hungriger, schwarzer Abgrund.
Er sah zum Himmel.
Die Wolkendecke begann sich aufzulösen.
Doch was hinter ihr zum Vorschein kam, war kein Himmelsblau,
keine Sonne, sondern nur derselbe sternlose Abgrund, der unter ihm war.
Jetzt erkannte er auch, dass die Wolken sich nicht auflösten.
Sie zersplitterten.
Feine Risse zogen sich durch den Himmel, weiteten sich, bis das Grau in Scherben herabfiel.
Suko sah nach unten. Der Boden war verschwunden.
Er stand im Nichts.
Er stand…
Er stand nicht! Seine Füße… sie waren weg!
Er riss die Hände vor die Augen. Er wollte dieses Ende nicht mit ansehen müssen… aber… seine Hände!
Auch sie zeigten erste Risse, zerbrachen zu Scherben, lösten sich auf.
Suko schrie.
Hämisch lachte Yridion..
Nur noch wenige Augenblicke und er hätte ihn absorbiert...
Als plötzlich seine Kutte anfing zu flattern.
Yridions Augen verengten sich. Seine Miene wurde ernster, hasserfüllt.
Die Schattenfäden rissen ab, und die Seelenabsorption wurde unterbrochen.
Jemand verpasste ihm einen Tritt, doch Yridion stand nicht mehr da... nur seine Umrisse waren noch zu sehen.
Suko fiel auf alle Viere.
Er keuchte und rang nach Luft.

"Finger weg von meinem Kumpel!", sagte der Eindringling.
Yridion tauchte in seiner Feinstofflichkeit wieder auf und manifestierte sich.
Die Fäuste ballend sah er den Störenfried an.

Suko, der langsam wieder zu sich kam, sah hinauf und erblickte eine weitere Person, deren Gegenwart ihm nicht gerade angenehm war…
"Xell… was machst du denn hier?!", fragte er entgeistert.
"Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich eine Banane gegessen habe, und im nächsten Moment war ich hier", antwortete der grinsend
Dann sah er auf seine Hand.
"Wo ist sie überhaupt?"

Eine dunkelblaue Aura, vermischt mit schwarzen Schatten, bildete sich um Yridion.
"Ich weiß nicht, welche Fähigkeit du besitzt, Windmagier, aber das war das letzte Mal, dass du mir in die Quere kamst."
"Laber nicht viel Alter.
Hey Suko, ich schulde dir noch was für die Fische von damals.", sagte Xell und griff hinter seinen Rücken, von wo er ein Schwertgriff hervorholte.
Der Griff fing an zu pulsieren.
Es pochte laut, und Suko konnte die pulsierenden Bewegungen sehen.
Plötzlich schoss eine Schneide heraus.
An seiner Spitze formte sich eine Art Sichel.
Die Sichel wurde länger und bog sich zu Schneide hin, bis sich ein Dämonenschwert manifestierte.
Xell hielt das gigantische, noch immer pochende Schwert vor Sukos Augen.
Dieser biss gewaltig die Zähne zusammen. Er sah die einst verschwommen Bilder nun klar vor Augen.
Mit diesem Schwert wurde seine Schwester hingerichtet.
Xell… war der Mörder seiner Schwester… Er war ein Handlanger Yridions!
"Hey, was ist? Wollen wir ihn nun verkloppen, oder soll ich das alleine übernehmen?"
Suko versuchte klar zu denken.
Sein Vater
war es, der Xell diese grauenvolle Tat hatte begehen lassen.
Sein Vater war es, der Xells Leben zerstört hatte.
Suko riss sich zusammen und stand auf.
Er ließ aus seiner Hand eine Flamme herausfahren, die kurz aufloderte und sich dann verfestigte.
Mit seiner Feuerklinge stellte er sich nun neben Xell und fixierte seinen Vater.

Yridion presste seine Handflächen aneinander und seine Aura brodelte heftig.

"Bereit?" fragte Xell
"Lass uns den Müll raustragen" antwortete Suko
Schreiend rannten beide gleichzeitig mit erhobenen Schwertern los.


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