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Terry

Kamikaze

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Wohnort: Franken

Beruf: Elektrotechniker

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1

Dienstag, 30. August 2011, 08:57

Tales of a young Firebender

bevor ich hier um den heißen brei herum rede, solltet ihr vielleicht ein blick in den spoilerkasten werfen, um meinen vorwort zu lesen.
wer auf die paar zeilen keine lust hast, der darf sich die story unterhalb vom kasten gleich antun - wie in guten alten zeiten ;)

Spoiler Spoiler


Einer sagte mal : "Eine schöne Story im Avatar - Herr der Elemente - Style"
2 sagten mal : "Ganz schön dreister Namensklau = Suko"

alle begann im Forum ff8at.de (never forget you!).
ein ganzer haufen verrücktgewordener leute erschufen ein forum-spiel, der seinesgleichen suchte.
für dieses forum-spiel hatte ich kreative probleme. so bediente ich mich an 2 objekten, kopierte sie quasi und veränderte sie leicht ab.
geboren war mein spielcharacter, der nur für dieses eine spiel ausgerichtet war.
das aussehen von Kyo Kusanagi (King of Fighters) und den namen Suko/Zuko (Avatar - Herr der Elemente).
letzteres lief damals noch brandneu im fernsehen. ich hab damals nicht ahnen können, welch tolle serie sich daraus entwickeln würde.
zu dem zeitpunkt hat sich auch keiner an dem namen gestört. die kritik kam relativ später.
jedenfalls war der enthusiasmus, das vom forum-spiel ausging, war damals auf höchststand und irgendein funke ging auf mich über.
eine eigens kreierte story zu schreiben.
damals machte sich mein talent als nichtauthor stark bemerkbar. die sätze waren grammatikalisch ein desaster und trugen zur belustigung anderer bei.
mein schulabschluss machte sich deutlich bemerkbar :)
ein paar jahre später, las ich die story erneut und ich muss zugeben, die geschichte war eine katastrophe! ABER... zum schluss hin wurde es genial.
nichtsdestotrotz viel mir ein bestimmer faktor auf, welches die story ein wenig trübt:
ich habe darauf vertraut, dass man die charactere und die welt vom forum-spiel kennt.
jetzt, jahre und einen höheren bildungsabschluss später, möchte ich einen restart versuchen.
allerdings merke ich weiterhin, dass mir persönlich etwas fehlt:
ich kann gedanken und phantasien nicht in die worte fassen, wie ich es gern möchte.
wenn ich geschichten wie z.B. "die schmutzigen und unmoralischen Abenteuer des Zaz Montana" lese, finde ich meine formulierungen nahezu grundschulhaft.
dann ich dachte ich mir, für wen schreibe ich diese story? ich werde sie kaum zu einem verlag zuschicken, noch in irgendeiner story-plattform hochladen.
ich tue es für mich.. und für meine kameraden hier im forum, die bereits die beiden erstlinge kennen.
hier ist mein restart. viel vergnügen beim lesen.

ps : nimmts mir net krumm, wenn ich für das vorwort nicht auf groß- und kleinschreibung großen wert gelegt hab ;)


Stöhnend wachte Ontaro aus seinem Nickerchen auf. Auf einer Sitzbank liegend, streckte er sämtliche Gliedmaßen und reckte sich hin und her, bis er sie erschlaffend wieder herabließ. Der dunkelhäutige Mann richtete sich in die Hocke auf, griff halbherzig in seinen Rucksack, der neben ihm lag, und holte einen Apfel heraus. Ontaro stellte fest, dass dieser scheinbar über Nacht an Festigkeit verloren hatte. Eigentlich mochte er keine weichen Äpfel und gab deswegen ein brummiges Geräusch von sich. Hätte er ihn doch lieber frisch essen sollen, doch seine Maxime, diverse Lebensmittel zu bestimmten Zeiten zu verspeisen, hatte ihn dazu veranlasst ihn aufzuheben. Achselzuckend biss er hinein und stellte fest, dass er trotz der Konsistenz nicht an Geschmack verloren hatte. Einige Meter vor ihm spielten Kinder mit einem Ball und kreischten dabei ziemlich laut. Ontaro kratzte sich an seinem Vollbart. Nun wurde ihm klar, weswegen er aufgewacht war. Er war regelrecht aufgeweckt worden… von diesen Bälgern. Es verging eine ruhige Minute, in der er ein weiteres Mal in den Apfel biss. In dieser Minute beobachtete er die Kinder, wie sie miteinander spielten. Ontaro verstand nicht ganz, was da gespielt wurde, scheinbar eine Art Fangen und Schlagen. Jedenfalls schienen sie einen großen Spaß dabei zu haben. Die Laustärke untermalte zumindest diese Vermutung. Wie lange die hier spielten, konnte er nicht einschätzen. Vielleicht sollte er froh sein, dass er ausgiebig hatte schlafen können, bevor dieser Lärm ihn aus dem Schlaraffenland riss. Naja… so sind Kinder nunmal, waren seine Gedanken, als er wieder einen Bissen vom Apfel nehmen wollte. Doch dann verzog er seine Augenbrauen, als er am Rande der spielenden Kindern ein Einzelnes sah. Der Junge war ziemlich dürr, beinahe verhungert. Sowas hatte Ontaro schon ewig nicht mehr gesehen. Wenn er so drüber nachdachte, hatte er eigentlich noch nie ein Kind in diesem Alter in so einem Zustand gesehen. Er kannte verhungerte Menschen aus anderen Regionen, doch hier in dieser Ortschaft, wo man eigentlich nicht vermuten würde, dass man hungernde Menschen, ja hungernde Kinder zu Gesicht bekäme? Ontaro beobachtete, wie sich das Kind ganz vorsichtigen Schrittes den anderen näherte. Eines dieser Kinder bemerkte ihn.

„Hey! Was willst du?“, fragte es

„Darf ich mitspielen?“, fragte das klapperdürre Kind.

„Verpiss Dich! Hey Jungs! Gebt euch mal das Skelett hier!“

Im Bruchteil einer Sekunde bildete sich ein Rudel um das Kind herum und es wurde hin und her geschubst.

„Iiih, bist du hässlich!“

„Was ist denn los, huh? Gibt’s bei dir daheim nichts zu Essen oder was!?“

„Wer bist du? Dich haben wir hier noch nie gesehen?“

„Bäh, du stinkst ja abartig, du Ekelklumpen!“

Das waren die einzigen Sätze die Ontaro aus dem ganzen Geschrei herausfiltern konnte.

„Ich wollte nur mitspielen“, sagte das Kind mit wässrigen Kulleraugen.

„Hau ab! Wir wollen nicht mit sowas wie dir spielen!“

„Verschwinde, du Hurensohn!“

„Warum seid ihr so gemein?“, fragte es.

Eines der Kinder holte aus und schlug das arme Kind nieder. Ein Zweites tat es ihm nach und schlug, noch während das Kind auf den Boden fiel, zu.Das dritte Kind, ein Mädchen, trat nach ihm.Mit einer Kettenreaktion ging der Rest der Bande auf ihn los. Ontaro drehte den Kopf zur Seite und kniff die Augen, als ob er die Schmerzen am eigenen Körper fühlen würde. Kinder können so grausam sein, dachte er sich. Die Kinder schlugen und traten weiter. Fast schon spielte Ontaro mit dem Gedanken, ob er schlichten sollte, aber er hockte zu bequem und im Endeffekt war es nicht sein Problem.
Schließlich war es nicht das erste Mal, dass er mit ansehen musste, wie Kinder im geschätzten Alter von 6-7 Jahren mit solcher Brutalität miteinander umgingen. Allerdings überraschte es ihn immer wieder. Was soll‘s, dachte er sich und wollte erneut in den Apfel reinbeißen, als plötzlich die Kinder schreiend, wie von einer Schockwelle erfasst, weit nach hintengestoßen wurden.
Ontaro spürte eine Hitzewelle, die seinen Körper umhüllte und fast schon unerträglich war.
Ein paar der Kinder standen schnell wieder auf und rannten weinend weg. Einige blieben am Boden, krümmten sich schutzsuchend zusammen; andere krochen weg, nur weg vom Ursprung ihrer Schmerzen. Das verprügelte Kind richtete sich langsam auf und blickte grimmig in die Runde. Das Blatt hatte sich, auf welche geheimnisvolle Weise auch immer, gewendet. Das Kind ging langsam auf einen seiner Peiniger zu. Dieser kroch rücklings von ihm weg, bis ihm die Angst genug Kraft gab aufzuspringen und die Beine in die Hand zu nehmen. Die anderen Kinder, die noch nicht geflohen waren, taten es ihm nach. Der Junge blickte ihnen eine Weile hinterher. Sein Atem ging jetzt ruhiger. Er wandte sich ab, und in dieser Bewegung kreuzte sich sein Blick mit Ontaros. Nur kurz trafen sich ihre Blicke, aber Ontaro konnte das Glühen in den Augen deutlich erkennen. Dann rannte der Kleine auf und davon.

Ontaro blickte ihm eine Weile nach..
„Hmm…“, machte er nachdenklich.
Dann zuckte er die Achseln mit einem trockenem „Hm.“

Er biss noch einmal kräftig in den Apfel und sabberte das Stück wieder aus dem Mund heraus. Es hat völlig an Geschmack verloren. War die Hitzewelle von vorhin daran schuld? Er kratzte sich am Bart, zuckte erneut mit den Achseln und warf den Rest über seine Schulter weg. Ontaro gähnte ein weiteres Mal und legte sich hin. Er war noch zu müde um aufzustehen.Es waren nur wenige Minuten vergangen, als eine Gestalt sich vor ihn stellte.

„Verzeihung. Ich muss Sie etwas fragen“, sagte eine mädchenhafte Stimme.

Ontaro öffnete ein Auge und gab ein brummendes Geräusch von sich.

„Was willst du denn?“, fragte er mit seiner bassigen Stimme.

„Haben Sie einen Jungen gesehen, 6 Jahre alt und ungefähr so groß?“, fragte das Mädchen, das er für ungefähr 14 Jahre alt hielt, und zeigte mit ihrer Hand eine bestimmte Höhe.

„Ich hab viele Kinder auf diese Beschreibung gesehen.“

„Das Kind, nach dem ich suche, ist sehr auffällig“, sagte das Mädchen, in der Hoffnung, Ontaro würde die Andeutung verstehen.

„Deine Beschreibung ist seltsam. Ich achte nicht auf die Menschen in meiner Umgebung, vor allem nicht auf Kinder. Warum sollte ich das auch?“

„Bitte!“, flehte sie ihn traurigen Blickes an. „Er ist so allein, verzweifelt und völlig hilflos

„Hilflos? Der war alles andere als hilflos“, fiel ihr Ontaro ins Wort und bereute das sofort.

Das Mädchen riss die Augen auf und wollte hastig etwas sagen, ehe Ontaro noch schnell hinzufügte: „Vielleicht weiß ich ja etwas, was dich interessieren könnte, aber dafür musst du mir schon eine Gegenleistung bringen. Wie wäre es, wenn du dich von mir ficken lässt. Das wäre ein fairer Deal.“

Das Mädchen kniff die Augen zusammen, beugte sich leicht nach vorn als dankende Geste, kehrte ihm danach den Rücken zu und ging.

„Hm.“, gab Ontaro von sich.

„Naja.. war sowieso noch zu jung, das Ding. Ich sollte sowas in Zukunft nicht zu einer Minderjährigen sagen“, grinste er und machte es sich wieder für sein Nickerchen gemütlich. Nur wenige Sekunden vergingen, bevor sein Gesicht wieder von Schatten bedeckt wurde.

„Na? Hast es dir anders überlegt?“, fragte Ontaro und öffnete seine Augen.Diesmal war zu seinem Bedauern eine andere Gestalt vor ihm. Ein Mann, verhüllt von einer schwarzen Kutte.

„Hast du vor Kurzem einen Jungen gesehen?“, fragte der fremde Mann.

Ontaro schloss die Augen unbeeindruckt und zeigte mit dem Finger in eine Richtung. Einige Sekunden in Stille vergingen und Ontaro richtete sich auf. Er sah sich um und konnte weder das Mädchen noch den Fremden im Umkreis sehen. Das Feld war groß genug, um Personen noch minutenlang hinterher zu blicken. Ontaro wusste, dass die beiden eine Lichtmagierin und ein Schattenmagier waren. Beide auf der Suche nach dem kleinen ausgehungerten Kind. Ontaro kratzte sich am Bart. Eigentlich interessierte er sich für kein Individuum, solange es nicht um ihn selbst ging. Aber er wunderte sich, weswegen er dem Fremden die falsche Richtung gezeigt hatte.

„Hmm...“, machte Ontaro

Er entschloss sich, nicht weiter darüber nachzudenken. Vielleicht hat er dem Jungen damit einen Gefallen getan oder auch nicht.Im Endeffekt war es ihm egal. Was ihm nicht egal war, war sein Hunger. So nahm er sich seinen Rucksack und lief in eine bestimmte Richtung.


Terry

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Donnerstag, 2. Februar 2012, 12:21

Vor vielen Äonen gab es schon einmal ein Volk intelligenter Wesen auf diesem Planeten, die Terkez. Sie waren nicht menschlich; ihre Gestalt war fremdartig und ihre Sprache nicht für menschliche Zungen. Sie waren sehr klug, und sie lernten den Planeten zu verstehen wie kein Wesen vor oder nach ihnen. So tief war ihr Wissen, dass sie eins wurden mit dem Planeten.
Das gab ihnen große Macht: Sie konnten Pflanzen wachsen und verdorren lassen, ganze Konitnente in fruchtbares Land oder öde Wüste verwandeln, ja die Bewegung der Kontinente selbst beeinflussen. Die Elemente gehorchten ihren Gedanken. Die Kraft, mit der sie all das tun konnten, nannten sie das Jamodenon. Es ist die Lebensenergie des Planeten selbst, und alles ist von ihm durchdrungen.
Doch die Terkez waren nicht nur mächtig, sondern auch weise, und so sahen sie schnell, dass diese Kraft zum Guten wie zum Schlechten benutzt werden konnte, und sie bekamen Angst vor dem, was ein schwacher Geist mit dieser Kraft tun könnte. Sie liebten das Leben – alles Leben, und deshalb beschlossen sie, das größte Opfer zu geben, um das Leben auf ihrem Planeten zu bewahren.
Sie beschlossen zu sterben, damit der Planet leben konnte.
Das Jamodenon, das den Planeten durchfließt, folgt seinen eigenen Pfaden. An bestimmten Stellen kreuzen sich diese Pfade, und dort ist die Macht des Jamodenon besonders stark. An die größte und mächtigste dieser Kreuzungen begaben sich nun also die Terkez, und dort errichteten sie das größte Bauwerk, das sie je errichtet hatten, einen gigantischen Apparat, den nur ein Volk so klug wie die Terkez ersinnen und nur ein Volk so mächtig wie sie erbauen konnte, ohne Gleichen im ganzen belebten All. Und alls der Apparat fertig war, da bündelten sie ein letztes Mal ihre Kräfte, um in einem einzigen Ritual zu erschaffen und zu zerstören, zu sterben, um das Leben selbst zu retten.
An jenem Tag verschwand ein Volk vom Antlitz des Planeten, und ein neues Volk betrat seinen Boden: Die Menschen.
Schwach waren sie im Vergleich zu ihren Schöpfern, jung und unwissend; und doch hatten sie zwei Gaben von den Terkez bekommen, die sie mächtig und groß machen sollten.
Sie erbten die Klugheit der Terkez, wenn auch nicht ihre Weisheit, und so entwickelten sie Kultur und Wissenschaft, bauten Städte und verbreiteten sich über den ganzen Planeten.
Und sie erbten das Jamodenon, das Leben des Planeten.
Und damit sie das Jamodenon kontrollieren konnten und nicht von ihm vernichtet würden, blieben vier Terkez zurück, den Menschen Paten und Begleiter zu sein. Sie unterteilten das Jamodenon in vier Elemente, und jeder von ihnen nahm sich eines Elementes an: Huracan des Windes, Weomel des Wassers, Dhromm der Erde und Izanaghi des Feuers. Diese vier blieben bei den Menschen, standen ihnen bei und beobachteten ihre Entwicklung, in der Hoffnung, dass sie eines Tages auch die Weisheit der Terkez entwickelten und die Menschen das Erbe ihrer Schöpfer antreten konnten.
In einem jedoch unterschieden sich die Menschen von den Terkez, denn so zahlreich diese gewesen waren, dachten sie doch mit einem Geist und fühlten mit einem Herz. Die Menschen jedoch waren Einzelwesen, immer Nähe suchend und doch den Abstand nie überwindend. Große Liebe entstand aus dieser Trennung und großer Hass, und sie führten Kriege, wie die Terkez sie nie gekannt hatten.
Dennoch hatte ein jeder von ihnen die Fähigkeit, mit dem Planeten in Einklang zu kommen. Ein jeder konnte das Jamodenon spüren, wenn er es nur suchte; doch die meisten suchten es nicht, und nur wenige waren fähig, die Macht des Jamodenon zu nutzen ohne es zu verstehen. Diese, mit dem angeborenen Talent zur Kontrolle der Elemente, wurden Bändiger genannt, und wer nicht die Geduld hatte, die Kraft selbst zu suchen, der fürchtete und verehrte die Bändiger.
Jeder der Bändiger hatte eines der vier Elemente als sein Erbteil, und so gab es Windbändiger, die Huracan folgten, Wasserbändiger im Dienste des Weomel, Dhromms Erdbändiger und Izanaghis Erben, die das Feuer bändigten. Und es gab solche, die das reine Jamodenon bändigen konnten, und sie waren zu Unglaublichem fähig – schreckliche Zerstörung konnten sie wirken und wunderbare Heilung. Unter diesen gab es einige, die ihre Kraft dem Guten widmeten, die Verletzten heilten und die Schwachen schützten, und sie rechneten sich dem Licht selber zu, den sie hatten keinen Paten unter den Terkez; und es gab solche, die, von ihrer Macht trunken, sich der Zerstörung widmeten und dem Tod, und sie wählten die Dunkelheit und die Schatten zu ihrem Patron. So entstanden die Licht- und die Schattenmagier, und weil die Menschen sie nicht verstanden, glaubten sie, Licht und Schatten seien eigene Elemente, Mächte unterschiedlicher Natur, so entgegengesetzt wie Feuer und Wasser, obwohl doch alles die eine Kraft war.
Die Menschen gediehen in ihrer neuen Heimat und nahmen sie in Besitz. Ehrfürchtig erzählten sie einander von den Terkez, die sie geschaffen hatten, und dem Jamodenon, das sie ihnen hinterlassen hatten; doch Menschen leben kurz und vergessen schnell, und mit der Zeit vergaßen sie auch, woher sie gekommen waren. Nur die Ruinen der großen Terkez-Stadt auf dem südlichen Kontinent erinnerte noch an ihre Väter, und hier gründete man die erste Menschen-Stadt und nannte sie Terk City.
Mit der Zeit schwand jedoch auch diese Erinnerung. Man baute neue Städte, drang bis in jeden Winkel des Planeten vor, und nach zahllosen Kriegen und Friedensschlüssen, Geburten und Toden waren die vier größten Städte des Planeten die nach den Himmelsrichtungen benannten Westpark, Northpoint und Easttown und das alte Terk City, das sie – unwissend über die Herkunft seines Namens – nun Southville nannten. Und an der Stelle, an der sie geboren waren und zu der es sie noch immer zog, errichteten sie eine neue Stadt – Neo Terk City. Und weil ihr Umland fruchtbar war und die Menschen ernähren konnte, die es zur Geburtsstätte ihrer Art zog, wuchs sie rasch zur größten Stadt des Planeten. Jeder Mensch kannte sie, auch wenn keiner mehr wusste, warum sie war.
Und man erzählte sich von den vier Patronen der Elemente, und weil man vergessen hatte, was ein Terkez war, hielt man sie für Götter, baute ihnen Tempel und verehrte sie.
Und wer durch Geburt dazu auserwählt war, ein Element bändigen zu können, der diente dem Gott seines Elementes oder dem Schatten oder dem Licht; und wer die Geduld hatte, Weisheit zu erwerben und das Jamodenon verstehen zu lernen, der konnte einer von ihnen werden. Doch nur wenige nahmen diesen Weg auf sich.


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Dienstag, 17. April 2012, 15:58

Mürrisch blickte der 17jährige Heco auf die andere Seite des Flusses. An das Ufergeländer angelehnt, versuchte er mit seiner Haltung den anderen deutlich zu machen, dass dies sein Revier ist.

„Hey Heco!“, schrie Nubert, sein Kumpel, als er ihn sah und näherte sich ihm.

Schnell sah Nubert, dass der ein Jahr ältere Heco nicht bei bester Laune war. Ein Blick auf die andere Seite gab ihm schnell die Antwort auf seine Frage.

„Oh nö, nicht die schon wieder”, ächzte Nubert.

„Ich sags dir, wenn die auch nur einen Fuß auf die Brücke setzen, renn ich hin und fick ihre Ärsche bis sie bluten!“, schimpfte Heco

„Bleib mal locker, die werden schon dort bleiben, wo sie sind. Wo bleibt der Rest von uns?“, fragte Nubert, als er dann Stimmen aus einer anderen Richtung hörte. Und da kam auch der Rest der Truppe.

„Hey, hier sind wir!“, winkte der 15-jährige Cedan in Begleitung von drei Mädchen.

„Oh man, der Junge ist echt peinlich“, sprach Nubert leise. „Wieso hängt der überhaupt mit uns ab?“

„Jetzt bleib mal du locker. Der Junge ist in Ordnung, solange er uns immer die Füße ableckt”, antwortete Heco

„Da seid ihr ja endlich, wo wart ihr so lange?“, fragte Nubert.

„Kayla und Sanna mussten sich noch fertig machen, frag nicht, was ich alles ertragen musste”, sagte Cedan.

„Hallo Jayna“, gab Nubert verliebt von sich und ignorierte dabei Cedan völlig.

„Aus dem Weg, Arschkriecher“, sagte Jayna und drückte ihn Beiseite.

Sie ging auf Heco zu und gab ihm einen Kuss zur Begrüßung. Er erwiderte den Kuss nicht und drehte sich weg, dass sie seinem Iro ausweichen musste.

„Was ist denn jetzt schon wieder?“, fragte Jayna, die seine schlechte Laune augenblicklich ansteckt. Sie folgte seinen Augen und seufzte laut.

„Kommt Leute, ich habe keinen Bock auf sowas. Lasst uns woanders hingehen“, schlug die 16-jährige Kayla vor.

„Finde ich auch”, unterstrich die 15-jährige Sanna.

„Keiner macht auch nur einen Schritt zurück! Das ist unsere Ecke! Und die überlassen wir nicht solchen Arschkindern, wie diese Missgeburten da vorne!“, fauchte Heco den anderen zu und erwartete ihre Loyalität.

„Bleib ruhig, Schatz”, sagte Jayna und legte ihren Arm um seine Lederjacke.

„Die wollen nur auf ihrer Seite bleiben. Glaub mir, da muss schon etwas Urkomisches passieren, damit sie sich mit uns anlegen wollen”, fügte sie noch und wollte ihm einen Kuss auf die Wange geben, als plötzlich von der Brücke ein Junge splitterfasernackt in den Fluss sprang.

„ARSCHBOMBE!!!“

Heco und die anderen sprangen mit einem Satz nach hinten, um den Unmengen von emporgeschossenen Wassertropfen auszuweichen. Wenige Sekunden vergingen, als die Truppe bemerkte, dass die anderen auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses nicht rechtzeitig reagieren konnten. So brachen sie in lautes Gelächter aus und provozierten damit die Gemüter.

Der Sünder tauchte an der Wasseroberfläche auf. Sein Gesicht war mit seinen langen Haaren komplett verdeckt - lediglich die Nase war frei zu erkennen.

„Hey, Kamerad!“, schrie Heco „Wie gedenkst du da wieder rauszukommen?“

Der Unbekannte wischte sich die Haare zur Seite und siehe da, es war ein Junge ungefähr in ihrem Alter. Seine Blicke wanderten ringsum und er stellte fest, dass es keine Möglichkeit für ihn gab, aus dem Fluss wieder herauszukommen.

„Hier, nimm meine Hand“, bot Heco ihm an und er streckte sich weit über das Geländer. Nubert unterstützte ihn bei seinem Vorhaben.

„Danke“, erwiderte der Fremde.

Mit geballter Kraft holten ihn die beiden raus aus dem Wasser. Klitschnass in seinem Adamskostüm stand er direkt vor Cedan und den drei Mädchen.

„Hallo Mädels!“, sagte er und wringte seine schulterlangen, nassen Haare aus.

„Was bei allen Göttern sollte das werden?“, fragte Jayna

„Oh, sorry. Ich wollte euch nicht nass machen. Immer wenn ich duschen will, überkommt mich so ein Gefühl der Freude. Da schalte ich meistens ab und vergiss dabei, dass ich nicht der einzige Mensch im Umkreis bin”, sagte der Fremde und schüttelte sich einmal kräftig.

Als er dann auf Jayna zuging, reichte er ihr seine Hand.

„Hi, ich bin Suko“, sagte er breit grinsend.

„Jayna!“, schnipste Heco „Wir stellen uns Suko später vor. Wir kriegen Gesellschaft, auf die ich mich ganz besonders freue”

Jeder aus der Gruppe kehrte Suko den Rücken zu und widmeten ihre Aufmerksamkeit den anderen, die sich von der anderen Seite auf der Brücke sich ihnen näherten. Außer Cedan, der sich neben Suko stellte.

„Solltest du nicht besonders scharf auf Verletzungen sein, was bei deiner Bekleidung durchaus sehr leicht machbar wäre, solltest du gehörigen Abstand halten”, sagte er.

Suko war etwas verwirrt. Denn von einem Moment wurde die herzliche Atmosphäre in eine geladene umgeschwankt und er wusste nicht warum.

„Gehört die Schwuchtel da zu euch?“, fragte der Typ, der offensichtlich der Anführer war.

„Nein, aber trotzdem, war doch eine nette Geste von ihm, oder nicht?“, sagte Heco süffisant.

„Habt ihr ein Problem? Wollt ihr etwa Stress!?“, drohte er Heco.

Sofort zuckten alle ihre Messer und die anderen zuckten vor Schreck zusammen.

„Um ehrlich zu sein, ja, das wollen wir”, antwortete Heco hämisch grinsend „Ihr Hurensöhne geht mir schon seit längerem auf den Sack!“

„Hey hey hey… bleibt mal ganz ruhig mit den Dingern, ja?“, sagte der Typ mit erhobenen Händen als Geste der Kapitulation.

„Wasn los? Erst einen auf dicke Eier machen und jetzt vor Angst in die Hose scheißen!?“, spottete Nubert.

„Pass mal auf du Bastard, ich will dich und dein Kindergartenhaufen hier nie mehr wieder sehen. Sollte ich euch dennoch hier noch einmal erwischen, werden wir euch abschlachten”, sagte Heco.

„Und nur zu, wagt es euch zu rächen. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn ihr mit Verstärkung antanzen würdet”, fügte Jayna hinzu.

„Ihr wärt nicht die Ersten, die hinterher heulend zu Mami laufen würden“, sagte Kayla.

„Mit einigen körperlichen Veränderungen versteht sich”, beendete Sanna die Gruppendynamik.

Ohne Gegenantwort und deutliche Anzeichen von Furcht, gingen die anderen vorsichtigen Schrittes zurück zur Brücke auf die andere Seite und verschwanden aus dem Sichtfeld.

Heco ging noch auf die Brücke und holte Sachen, die dort herumlagen und kehrte zurück.

„Nun Suko“, fing er an und warf ihm die Klamotten und ein Seesack rüber „Ich nehme an, die gehören dir”

„Jop!“, bestätige Suko.

„Du hast uns einen Gefallen getan. Dafür schulde ich dir was. Ich bin übrigens Heco”

„Ich bin Nubert und das hier sind Kayla und Sanna“, antwortete Nubert hastig um seinen Stellenwert zu markieren.

Suko sah neugierig einen nach dem anderen an. Zwei zögerten noch recht.

„Cedan“, sagte der Junge, der etwas schüchtern wirkte.

Alle Blicke wanderten dann auf Jayna, die noch etwas misstrauisch Suko beäugelte.

„Du hast irgendwas von Duschen erwähnt“, brach sie schließlich die Stille.

„Ja genau”, erwiderte Suko und begann sich seine dreckige, löchrige Jeans anzuziehen.

„Hast du keine Unterhose?“, fragte Kayla leicht angewidert.

„So etwas ist unpraktisch. Ich bin lang auf Reisen und kann mir nicht soviel Textil leisten”, gab Suko Antwort.

Alle wunderten sich.

„Du bist lang auf Reisen? Und wäschst dich in einem Fluss?“, fragte Jayna.

„Ja. Und wenn es regnet”, antwortete er kurz und knapp, als er sich noch sein weißes, zerfledertes T-Shirt anzog.

„Hast du kein Zuhause?“, fragte Sanna.

„Nö“, sagte Suko und holte aus seiner Hosentasche ein Stück Gummi, das er sich um seine Haare überzog, um einen Pferdeschwanz zu bilden.

Alle, außer Jayna, gingen einen Schritt von ihm zurück.

„Du bist also ein Penner”, fasste Heco zusammen „Deine Klamotten sehen jedenfalls aus wie die von zu Cedan”

Nubert, Kayla und Sanna musste dreckig lachen. Cedan blickte beschämt zu Boden, während Jayna Suko nicht aus den Augen ließ.

„Ein Vagabund”, korrigierte Suko grinsend.

Für eine Weile war noch jeder sprachlos, doch dann ging Jayna auf ihn zu und streckte letztlich ihm ihre Hand aus.

„Ich bin Jayna”, sagte sie mit einem Grinsen auf einem Mundwinkel.

„Nett euch alle kennenzulernen”, sagte Suko auf charmante Art, wie Jayna es mochte, und schüttelte ihr die Hand.

„Also dann, Suko…“, sagte Heco und legte Jayna einen Arm über ihre Schulter. „…Du bist also ein Vagabund, erzähl uns doch mal was”, forderte Heco, der sich an das Geländer lehnte und dabei Jayna an sich heranzog, auf.

Die anderen bildeten einen Halbkreis um den Vagabunden.

„Naja, viel gibt es da nix zu erzählen”, erwiderte Suko.

„Junge, du kleidest dich wie ein Penner, siehst auch aus wie einer und Hand aufs Herz, deine ‚Dusche’ hat nicht viel gebracht“, sagte Kayla.

„Meinst du ihn oder Cedan?“, fragte Nubert und alle, außer Cedan natürlich, brachen in schallendes Gelächter aus.

„Wie alt bist du?“, fragte Jayna.

„16“, antwortete Suko und alle wurden wieder still

„16!?“, fragten Nubert und Kayla zeitgleich, da sie im selben Alter waren.

„Und wie lange trottest du schon mit deinen Eltern durch die Welt?“, fragte Heco wenig beeindruckt.

„Ich hab keine Eltern”, sagte Suko trocken.

Für eine kurze Weile trat Schweigen in der Truppe ein. Während Kayla und Sanna Mitleid zeigten, hatte Cedan gemischte Gefühle. Irgendwie hatte er Mitleid, aber auch Neid. Ein Junge, gerade mal ein Jahr älter als er selbst, der ganz alleine auf sich gestellt ist und tun und machen kann, was er will und dabei auch noch durch die Welt reist... Suko hat vermutlich mehr Dinge gesehen und erlebt, als alle zusammen. Er beobachtete die Gesichter der anderen und versuchte zu erkennen, was sie dachten. Coolness, Mitleid... Und Jayna? So, wie die 17-jährige Suko ansah, schien sie große Sympathien für ihn zu entwickeln. Heco dagegen zeigte sich wenig beeindruckt und sein Nebenmann wusste zunächst nicht, wie er reagieren sollte, passte jedoch seine Mimik an sein Idol an.

„Heco“, setzte sie an „was hältst du davon, wenn er uns etwas Gesellschaft leistet? Er wird bestimmt nach und nach mehr über sich und der Welt erzählen”

Heco zögerte noch etwas.

„Klar.. warum nicht? Ich sagte ja, ich schulde dir was. Was sagst du, Suko? Würdest du mit uns abhängen? Vor deiner Abreise?“, sagte er schließlich.

Nubert musste kichern.

„Klar, gern. Ich hab Zeit“, antwortete Suko.

„Na dann.. lasst uns zur abgelegenen Hütte laufen”, kommandierte Heco und ohne Widerspruch folgten ihm alle.

Alle bis auf Suko.

„Na komm schon“, sagte Cedan und winkte ihn zu sich.

„Abgelegene Hütte?“, fragte Suko während er Anschluss fand.

„Ja, das ist nicht weit von hier. Ist ne nette Ecke. Sind dort ganz unter uns allein, weil niemand sich gern dort aufhält”, sprach Cedan.

„Die beiden könnten fast Zwillinge sein“, sagte Heco und alle lachten herzhaft.

„Was meint er damit?“, fragte Suko.

„Ach nichts”, meinte Cedan.

Suko bemerkte die auffallend großen Lederhandschuhe an Cedans Händen.

„Hey, die sehen cool aus”

„Findest du?“, fragte Cedan geschmeichelt.

„Ja, sie wirken zwar etwas zu groß geraten, aber sehen dennoch cool aus”

„Was redest du für einen Müll? Die Handschuhe hat er von Heco bekommen, weil er damit wie ein Gammler aussieht”, sagte Sanna und alle Lachten.

„Wie Heco sagte, die beiden sind wie Zwillinge“, sagte Nubert, doch wurde er von den anderen ignoriert.

„Sagt mal.. was war das eigentlich vorhin mit den anderen?“, wollte Suko wissen.

„Scheiß auf die! Das waren Schwanzlutscher und haben uns zeitweise ziemlich genervt”, sagte Heco.

„Wieso? Was haben die getan?“

„Die tauchten vor ungefähr drei Tagen auf und wollten nimmer verschwinden. Dabei haben die genau gewusst, dass wir vorher da waren”, meinte Sanna.

Suko verzog die Augenbraue. So richtig verstanden hat er die Logik nicht. Aber er wollte nicht aufdringlich sein und fragte nicht weiter nach.

„Zum Glück war keiner von denen ein Bändiger“, sagte Cedan.

„Du bist echt ein Schlappschwanz, Cedan!“, maulte Nubert „was hätte so ein schwuler Bändiger machen können? Uns verbrennen?“

Alle kicherten. Suko wurde hellhörig.

„Es hätte durchaus möglich sein können, oder etwa nicht?“, rechtfertigte sich Cedan.

„Hey, macht hier mal keinen Stress ja? Ich hab jetzt keinen Bock zwischen euch zu schlichten”, sagte Heco und Nubert gehorchte. „Außerdem Cedan, wie oft soll ich dir das noch erklären? Hier in unserer Kleinstadt gibt es weit und breit keine Bändiger, begreif das doch endlich”

„Aber…“, setzte Cedan an.

„Nix aber! Heco hat recht! Bändiger wirst du höchstens in Easttown treffen, aber nicht hier bei uns. Mensch, werde endlich erwachsen!“, sagte Kayla.

Cedan schwieg und schmollte.

„Ähm… wieso sollte es sie hier nicht geben? Und wieso in Easttown?“, fragte Suko

„Na für jemanden der durch die Welt reist, hast aber ganz schön wenig Ahnung”, sagte Heco. „Easttown ist von hier aus die nächstgrößere Stadt. Und das Jemodenon hier ist besonders schwach. Keiner, der hier geboren wurde, ist in der Lage irgendwas zu bändigen. Also wirst du wahrscheinlich eher in Easttown einen dieser Bändiger begegnen”

„Hmmm“, machte Suko

„So, ich denke, wir können hier für eine Weile rasten“, sagte Ontaro mit seiner bassigen Stimme.

Der kleine Suko war sichtlich froh über seine Worte. Tat er sich doch recht schwer mit dem großen schwarzhäutigen Mann Schritt zu halten. Sofort ließ er sich rücklings fallen und hechelte demonstrativ.

„Jaja“, brummte Ontaro, dem Sukos Schwächeanfall nicht entgangen ist. Er kramte etwas in seinem Seesack und warf dem kleinen Burschen eine kleine Flasche Wasser zu.

„Hier“, sagte er „tank etwas auf. Wir bleiben hier nicht lange”

Suko wippte in den Schneidersitz hoch, fing die Flasche noch während der Luft und trank es hastig aus. An guten Reflexen mangelte es dem Jungen nicht, dachte sich Ontaro und ging zu ihm in die Hocke.

„Streck mal deine Arme nach oben“, sagte er und Suko gehorchte.

Ontaro taste ihn an den Rippen.

„Gut“, meinte er „du nimmst von Tag zu Tag immer mehr zu. Schon bald wirst du dein Normalgewicht erreichen”

Suko grinste breit.

„Na wenigstens kannst du darüber lachen“, amüsierte sich Ontaro und strubbelte Sukos Haare durcheinander, dem es offensichtlich gefiel.

„So, nun Schluss mit lustig. Es wird Zeit dir ein paar Dinge beizubringen”

Suko wurde augenblicklich still und konnte es kaum erwarten.

Ontaro grub seine Hand tief in den Boden und schaufelte eine große Menge Erde. Er drehte seine Hand um und öffnete seine Handfläche. Während dieser Bewegung, bändigte er die Erde und formte daraus zwei unterschiedlich große Kugeln und ließ sie umeinander kreisen.

„stell dir vor…“, sagte Ontaro „…diese zwei Kugeln wären zwei Sonnen. Das würde man dann ein Doppelsternsystem nennen”

„Woa“, gab Suko begeistert von sich.

„Das klingt ziemlich aufregend was? Aber leider ist einer dieser Sterne dem Tod verdammt. Der größere von ihnen wird im Laufe der Zeit den anderen verschlingen”

Die Kugeln näherten sich, wurden dabei schneller und schneller, bis sie schließlich zusammenkrachten. Ontaro ließ die Trümmer noch auf seiner Hand umherschwirren und starrte tief in Sukos Augen.

„Unser Sonnensystem ist etwas ganz besonderes”, sagte er und formte aus den kleinen Krümeln drei gleichgroße Kugeln und ließ sie achtförmig umeinander kreisen.

„Nenne es Glück oder puren Zufall oder andere höhere Magie, aber unsere Sonnen stehen perfekt zueinander und sind obendrein, wie du siehst, gleich groß. Sie ziehen sich und stoßen sich gegenseitig ab. Das bedeutet, dass sie sich nie zu nahe kommen, um sich gegenseitig zu zerstören”

Suko hat nur den letzten Satz verstanden, dennoch folgten seine Augen fasziniert den Kugeln nach.

„Der besondere unter ihnen, ist Thear. Weil er die Umlaufbahn aller Sonnen kreuzt. Er ist das Symbol für das Gleichgewicht. Alles um dich herum Suko, existiert nur, weil es ein Gleichgewicht gibt. Zum Beispiel Tag und Nacht”

„Du bist groß und ich bin klein”, meinte Suko.

„Das ist zwar nicht genau das, was ich bezwecken wollte, aber im Grunde ja. Das einfache Prinzip hast du schon mal kapiert. Jedenfalls verdanken wir dem Gleichgewicht unsere Existenz und unsere Fähigkeit der Bändigung. Asimh ist die Sonne links, sie ist das Symbol der Intelligenz. Wyron, der dritte Stern, ist das Symbol für Weisheit”

„Gibts einen Unterschied zwischen Intelligenz und Weisheit?“, fragte Suko.

„Ja, den gibt es. Intelligenz ist die Fähigkeit, Wissen aufzunehmen und anzuwenden und unbekannte Probleme zu lösen. Weisheit benötigt normalerweise Intelligenz, ist aber sehr viel weitblickender”

Suko hob beide Augenbrauen und ungewollt machte er dadurch einen Hundeblick.

„Jemand Intelligentes findet vielleicht heraus, wie man das Grab des Königs öffnet, aber jemand Weises erkennt, dass man das lieber lassen sollte”, gab Ontaro als doofes Beispiel.

„Ui”, antwortete Suko der nun den Unterschied wohl begriffen hat.

„Jedenfalls haben diese Sonnen eine weitaus höhere Bedeutung, als nur Symbole für irgendwas zu sein. Sie sind die Energiequellen unserer Vorfahren. Die Terkez erschufen damit die Elemente und die eine Macht, das Jamodenon”

„Woa”, gab Suko leise und erstaunt von sich.

„Asimh, die Sonne der Intelligenz, ist die Energiequelle der Windmagie. Wyron, die Sonne der Weisheit, die, der Erdbändiger. Unsere Götter sind es, die diese Energiequellen uns zugänglich machen. Huracan, ist der Gott des Windes. Dhromm, der Gott der Erde”

Ontaro ballte seine Hand zusammen und begrub die Erdkugeln in seiner Faust. Wieder blickte Ontaro tief in die Augen Sukos. Dieser erwiderte seinen Blick. Ab da wusste Ontaro, dass sein Unterricht bei dem Jungen ganz gut ankam.

„Jetzt, kommt der für dich interessanteste Teil dieser Lehrstunde”, sagte Ontaro stolz.

Ontaro öffnete seine Hand und bändigte neue Kugeln. In der Mitte ein großes und um ihn herumkreisend zwei kleine.

„Das ist unser Planet und die beiden Monde. Aidun und Maroh”

Aidun ist das Symbol für Kraft und Maroh, das für Leben. Beide haben eine ganz besondere Bindung zueinander. Der eine, kann ohne den anderen nicht existieren, aber gleichzeitig können sie sich gegenseitig zerstören und damit alles auslöschen, was ist”

Ontaro hielt seine Hand auf Sukos Augenhöhe, welcher so begeistert und gefesselt auf die kreisenden kugeln fixiert war.

Maroh, der blaue Mond, ist die Energiequelle der Wassermagier. Aidun, der rote Mond…”, Ontaro formte alle drei Kugeln zu einer ganzen. „…die Energiequelle der Feuerbändiger”

Sukos Gesicht war voller Ehrfurcht. Langsam drehte sich der Erdklumpen um seine eigene Achse und doch fühlte sich Suko zu diesem verbunden.

„Die Götter sind Weomel, Gott des Wassers und Izanaghi, Gott des Feuers”, sagte Ontaro

„Izanaghi“, wiederholte Suko flüsternd.

Ontaro ballte seine Hand erneut zusammen.

„Aidun und Maroh… sind zwei ganz besondere Trabanten. Sie spiegeln sowohl deine Herkunft, als auch die Herkunft deines Rivalen. Von allen Bändigern, seid ihr die Repräsentanten des Gleichgewichts. Kein Wind, kann einen Felsen wegpusten. Kein Erdklumpen kann Wind zerschlagen. Wasser hingegen kann Feuer löschen und Feuer wiederum Wasser verdampfen”

Suko war so vertieft, dass er es nicht wagte seine Kulleraugen nur einmal zu blinzeln.

„Das Feuer hat noch eine Eigenart. Es ist heiß. So hat sich eine Teilgruppe der Wasserbändiger darauf spezialisiert die Kälte zu bändigen, um daraus Eis zu formen. Ganz unkonventionell nennen sie sich Eisbändiger. Vor denen musst du auf der Hut sein, klar mein Junge?“

Suko nickte.

„Wenn du schon dabei bist, halte dich auch von den Windbändigern fern. Mit diesen Leuten ist nicht zu spaßen. Ok?“

Suko nickte erneut.

„So und jetzt hör genau zu”, sagt Ontaro und öffnete wieder seine Hand. Erneut bändigte er einen großen Klumpen.

„Thear… ist die Energiequelle der Lichtbändiger. Sie folgen keinem Gott, sie selbst nennen sich die Hüter des Gleichgewichts. Wenn du mich fragst, ist das eine Bande voller Verrückter”

Ontaro kratzte sich am Bart und machte sein typisches „Hmm…“

„Es gibt noch eine Kraft. Das musst du dir jetzt gut vorstellen. Unser Planet, die beiden Monde und unsere drei Sonnen. Sie alle sind real. Aber sie sind Teil von etwas noch Größerem. Um uns herum, ist das All. Je weiter du in das All eindringen würdest, umso dunkler wird es. Kein Licht erhellt dir den Weg. Es ist… Nichts, außer Dunkelheit. Und daraus schöpfen die Schattenmagier ihre Energie. Vor ihnen musst du dich absolut in acht nehmen, hast du verstanden Suko? Das sind ganz große Arschlöcher!“

Suko verzog eine Braue.

„Was sind Arschlöcher?“, fragte er neugierig.

Ontaro ließ sein Kinn weit offen.

„Ähm.. naja… ein Arschloch eben, halt mehr als nur einer”, sagte Ontaro zittrig und kratzte sich verlegen am Bart.

„Und was ist ein Arschloch?“, fragte Suko nach.

„Na das Loch zwischen deinen Pobacken!“, antwortete Ontaro forsch.

„Ach du meinst den Bibuknopf!“, sagte Suko.

„Den WAS?!“; fragte Ontaro entsetzt.

„Den Bibuknopf! Ich habs kapiert, alter Brummbär, ich muss mich vor den Schattenbändigern verstecken, weil das große, eklige Bibuknöpfe sind, aus denen mächtige Haufen rauskommen”, kicherte Suko.

Ontaro näherte sich bedrohlich mit seinem Gesicht.

„Sage niemals, niemals wieder Bibuknopf…“, drohte er mit seiner bassigen Stimme.

Suko schluckte kräftig.

„Zurück zum Thema. Du siehst, mein kleiner Freund, unsere Himmelskörper schenken uns ihre Macht. So wie sie Tag und Nacht über unsere Köpfe umherkreisen, so allgegenwärtig ist auch das Jamodenon. Es ist in jedem von uns. Bei dem einen etwas stärker ausgeprägt, beim anderen wiederum geringer. Aber das ist egal, das Wichtigste ist, dass du weist, dass das Jamodenon überall ist”

„Ok, Das Jamodenon ist überall und ich muss mich vor Bibuknöpfen verstecken”, sagte Suko.

„Habe ich dir nicht gesagt,…“, setzte Ontaro bedrohlich an.

„Jaja, ich weiß, und du bist intelligent, alter Brummbär”, sagte Suko und strahlte mit einem breiten Lächeln.

„Was soll denn das wieder bedeuten?“, fragte Ontaro.

„Du wärst so blöd und würdest den Grab des Königs öffnen”, lachte Suko und rannte auf und davon.

Ontaro blickte mit entsetztem Gesicht hinterher und seine Adern traten an seinem Hals hervor. Sämtliche lose Steine in seiner Nähe schwebten vom Boden ab, die Erde unter seinen Füßen bebte leicht. Ontaro spannte seine mächtigen Armmuskeln. Dann streckte er sie in die Luft, um auszuholen, bevor er sie mit aller Kraft gegen den Boden hämmerte.

Ein lauter Knall nahm Suko hinter sich wahr.

„Oh-oh”, machte er und rannte noch schneller.

Ontaro hebte zwei mehrere tonnenschwere Erdklumpen vom Boden und schleuderte sie mit aller Macht Richtung Suko.


„Hey, träumst du etwa?“, riss Jayna Suko aus seinen Gedanken.

„Huh?“, machte Suko „Oh, nein nein.. ich war nur in Gedanken etwas vertieft”

„Ein bisschen zu sehr vertieft. Wir sind jedenfalls da”, sagte Nubert und deutete mit seiner Hand auf die abgelegene Hütte.

Suko sah einen kleinen Schuppen aus gewellten Blechen, das nahezu vollständig gerostet ist.
Nur ein provisorisches Fenster war vorhanden und bot keinerlei richtigen Schutz vor Umwelteinflüssen. Die Hütte war gerade noch groß genug, dass alle Platz darin fanden.
Suko fragte sich, was die Truppe dort wohl machen würde.

„Trete ein, in unser Geheimdomizil“, sagte Heco und gab ihm gestikulierend den ersten Vortritt.

Suko trat ein und innen drin sollte es nicht wesentlich spektakulärer sein, als außen.
Die Hütte war komplett leer. Einige Nägel steckten an den Blechwänden, offensichtlich hat hier einiges gehangen. Der Boden war der größte Blickfang. Es war einfache Erde, die auffällig mehrmals ein- und ausgegraben wurde.

Alle traten nacheinander in die Hütte ein und bildeten einen Kreis, bis sie schließlich in die Hocke gingen. Suko tat es ihnen nach und warf fragend Blicke in die Runde.

„Wo sind wir eigentlich?“, fragte er schließlich kaum aushaltend.

„Vor vielen Jahren wurde hier Landwirtschaft betrieben. Was dann geschah weiß keiner genau. Jedenfalls ist diese Hütte übrig geblieben”, antwortete Cedan.

„Hier sind wir ungestört, weil niemand sich hier in die Nähe aufhalten will”, sagte Kayla.

„Und wenn, dann vertreiben wir sie”, fügte Nubert noch hinzu und zog sein Messer grinsend hervor.

„Cedan, fang an. Nubert, her mit dem Zeug”, befahl Heco.

Suko beobachtete, wie Cedan die lose Erde ausgrub und ein markanter Geruch ihm unter die Nase kam.

„Sanna”, sprach Heco

Und sie holte aus dem hinteren Eck ein langes Rohr, das Suko vorher gar nicht wahrgenommen hatte.

Während Cedan ein großes Loch ausgegraben hatte, holte Nubert eine kleine Plastiktüte aus seiner Lederjacke und ein kleines, langes Stück mit einer v-förmigen Mündung.

„Was macht ihr da?“, fragte Suko neugierig.

Heco und die anderen sahen ihn an. Erst fing Heco süffisant das Lachen an, dann folgten Nubert und die Mädchen. Jayna und Cedan verhielten sich dagegen ruhig.

„Oh man Junge, du hast wirklich keine Ahnung was wir hier machen?“, fragte Heco ungläubig.

Suko schüttelte den Kopf.

„Na gut, dann lerne mal unsere Mentalität kennen. Das hier, ist Dredd. Feinster Stoff aus Easttown. Aus dem Wald der Illusionen”

„Was soll das sein?“, fragte Suko.

„Unfassbar. Du bist echt ein Naivling“, sagte Heco, der schon etwas genervt wirkte.

„Drogen”, sprang Jayna ein.

Suko sah ihr in die Augen.

„Es ist ein Rauschmittel, sie versetzen dich kurzzeitig in Trance und dein Körper reagiert entsprechend darauf”, sagte sie.

„Und inwiefern reagiert mein Körper darauf?“, fragte Suko.

„Hört hört, die Frage allein sagt mir schon, dass du es ausprobieren möchtest“, sprang Heco ein, der das Dialog zwischen den Beiden unterbrach.

„Ganz einfach, entweder du hast das Gefühl, als würdest du fliegen, oder kackst ab, wie unser Cedan jedes Mal”

Alle, außer Jayna und Cedan, lachten. Suko bemerkte, dass es Cedan äußerst peinlich war.
Was genau Heco mit abkacken meinte, war Suko nicht bewusst, er verstand jedoch, dass es sowohl gute, als auch böse Auswirkungen haben würde.

„Los Cedan“, befahl Heco.

Sanna überreichte Cedan das Rohr und dieser legte es lose in das Loch. Nubert füllte währenddessen das Dredd in die Mündung des kleinen Stücks und legte es anschließend an das andere Ende des Lochs.

„Jayna”, sagte Heco.

Sie warf ihm einen grimmigen Blick, letztendlich holte sie das Endstück hervor.

„und was ist das?“, fragte Suko.

„Das ist eine Art Deckel. Es dient als Luftkanal, zwischen dem Rohr und dem Topf. Wir bedecken das alles mit der Erde, damit das Dredd konzentriert eingeatmet werden kann”, sagte Heco.

Cedan grub alles wieder zu. Nur das Stück mit dem Topf ragte hervor und das lange Rohr.

„Wer macht den Anfang?“, fragte Heco „Cedan, du?“

Nervös schüttelte er den Kopf.

„Los mach keine Anstalten hier, du Pfeife, fang an!“

Cedan atmete tief druch und führte seinen Mund an das Rohrende.

„Nub.”, sagte Heco und mit einer Kopfbewegung befahl er Nubert den Topf anzuzünden.

Nubert kramte ein Feuerzeug aus seiner Tasche hervor und zündete das Dredd an.

„Na los, zieh schon”, forderte Nubert Cedan auf.

Cedan zog an dem Rohr und Suko beobachtete, wie die Glut am Topf immer heftiger brannte.
Cedan atmete eine gigantische Rauchschwade aus und hustete wild. Während des Hustens stieß er noch weiteren Rauch aus. Seine Augen schwollen rot an und Tränen liefen ihm augenblicklich die Wangen runter. Suko nahm das sehr besorgt zur Kenntnis, bemerkte aber, dass sich niemand um ihn kümmerte. Cedan kroch auf allen vieren zur Tür hinaus und man konnte hören wie er erbrach.

„Immer dasselbe mit ihm. Wer will als nächster, Sanna?“; fragte Heco.

„Ich möchte nach Jayna drankommen“, sagte sie.

„Nur keine Scheu Mädchen”, sagte er.

Sanna blickte zu Jayna und sie nickte nur vorsichtig. Sie krabbelte zum Rohr und führte ihr Mund an die Mündung. Nubert hatte bereits die Asche aus dem Topf rausgekratzt und neues Dredd gefüllt. Dann folgte die gleiche Prozedur wie vorhin, doch Sanna hustete nicht, stattdessen fiel sie rücklings in Ohnmacht. Kayla konnte sie gerade noch auffangen.

„Wow, echt guter Stoff”, sagte sie „Ich will als nächste”

Gesagt getan und Kayla blieb von allen am standhaftesten.

„Oh yeah! Das Zeug haut rein”, sagte sie feierlich.

„Was ist? Möchtest du dich ranwagen?“, fragte Heco.

Suko zögerte zunächst, aber traute sich dann doch zum Rohr.

„Einfach tief einatmen, richtig? Und dann kräftig ausatmen”, fragte er.

„Wenn du den wirklich Kick haben möchtest, dann halte den Rauch für ein paar Sekunden länger in der Lunge“, beschrieb Heco.

„Heco“, griff Jayna ein.

„Schon ok, Jayna. Du willst doch unserem Gast nicht den Spaß verderben, oder?“, sagte Heco
„Oder?“, verlieh er nochmals Ausdruck, um Jayna einzuschüchtern.

Jayna kniff die Lippen zusammen und drehte ihren Kopf weg.

„Nub“, sagte Heco und machte noch einen Zeichen, dass er Suko eine größere Dosis verabreichen soll. Nubert nickte und gab mehr Dredd hinzu, bis er es schließlich anzündete.
Suko zog kräftig am Rohr unterstützt von mehreren „los, zieh, zieh, zieh“-Rufen von Nubert.
Jayna bemerkte zu spät den Hinterhalt und wollte eingreifen, doch Suko hatte mittlerweile alles in der Lunge.

„Ihr Idioten!“, maulte sie und packte Suko an den Schultern. Entsetzt sah sie sein Gesicht. Er schielte und verzog dabei eine groteske Grimasse, während ein Augenlied zuckte.

„Suko? SUKO! Verdammt, atme das Zeug wieder aus! SUKO!“, schrie Jayna ihn an.

Doch Sukos Sinne waren in dem Moment getrübt. Er hörte nur dumpf einen Schrei, das nach und nach verstummte. Vor seinen Augen blitzten viele kleine bunte Punkte, und nach und nach verfärbte sich alles schwarz, bis schließlich alles in Dunkelheit unterging und eine Schwade Rauch vor ihm aufstieg. Sukos Kopf folgte der Rauchschwade, die sich ungefähr drei Meter hochtürmte, bis aus dem Rauch eine Gestalt hervortrat.

Suko hob eine Braue.

Plötzlich entzündete sich der Rauch in einer gigantischen Explosion. Feuer umhüllte die beiden. Suko machte keine Anstalten sich zu wehren und ließ dieses Etwas nicht aus den Augen, als plötzlich dessen Augen rotglühend hervorstachen und Flammen austraten.

„Hallo Suko“, sagte es.

„Es ist schon so lange her, dass ich eines meiner Kinder zu Gesicht bekam”, fuhr es mit freundlicher Stimme fort, die nicht menschlich klang.

„Wer bist du?“, fragte Suko.

Die Gestalt streckte ihre Hand langsam nach ihm aus. Suko sah die fremdartige Hand, bestehend aus vier Fingern, jeweils so groß wie Sukos Unterarm.

„Was bist du?“, korrigierte er seine Frage.

„Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt. Wir werden uns aber hoffentlich bald wiedersehen”, sagte die Gestalt und verschwand.

So wie alles andere um ihn herum auch. Dann war Suko wieder da. Vor seinen Augen Jayna, die ihn besorgt ansah.

„Atme endlich aus verdammt nochmal!“, schrie sie ihn an.

Suko tat, was sie ihm befahl, doch es kam nichts. Heco und Nubert standen auf und starrten ihn mit weitgeöffnetem Mund.

„Puh… echt krasses Zeug man. Nicht schlecht. Das war… woa!“, sagte Suko.

Auch Jayna sah ihn fassungslos an.

„Ich geh mal kurz an die frische Luft“, sagte Suko und ging hinaus.

„Hast du nicht gesagt, es wäre gutes Dredd?“, fragte Heco grimmigen Blickes.

„Ich schwöre dir Heco, die Menge die ich ihm gab, hätte ein Behemoth prall gemacht”, verteidigte Nubert

„Ach ja? Es kam nicht mal ein Furz von einem Rauch aus ihm heraus!“

„Du hast es doch mit deinen Augen gesehen. Und so eine Glut habe ich auch noch nie gesehen, so wie er dran gezogen hat”

„Heco… was sollte das werden?“, fragte Jayna.

„Was sollte was werden?“, gab Heco zurück.

„Was versuchst du hier abzuziehen? Was hat er dir getan?“

„Es geht nicht darum, was er getan hat, mehr darum, wer er ist!“

„Deswegen versuchst du ihn beinahe umzubringen?!“

„Hey, sprich so nicht mit ihm!“, ging Nubert dazwischen.

„Halt die Klappe, du Arsch!“, giftete Jayna.

„Du kleines Miststück!“, Nubert zuckte sein Messer.

„Nub, halt dich da raus”, befahl Heco und Nubert gehorchte.

„Glaubst du mir ist nicht aufgefallen, wie du ihn ansiehst”, sagte Heco.

„Was? Wie sehe ich ihn denn an?“

„Halte mich nicht für dumm. Sei nur gewarnt. Halt dich fern von ihm”

„Oder was?“

Heco näherte sich ihr.

„Oder ich poliere dir die Fresse. Und zwar schlimmer, als das letzte Mal”

„Heco…“, Jaynas Unterlippe zitterte.

„Deine Entscheidung. Oder willst du mich nicht mehr? Nubert kratzt bestimmt deine Reste auf,
wenn ich mit dir fertig bin”

Nubert lachte wie eine Hyäne und setzte einen gierigen Blick. Jayna starrte ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und Abscheu an. Dann blickte sie wieder zu Heco.

„Mach dir keine Sorgen“, sagte sie „ich bin dein Mädchen”

Heco grinste triumphierend.

„Aber ich finde es nicht in Ordnung, wie wir mit ihm umgehen. Lassen wir ihn einfach gehen”

„Kommt nicht in Frage“, sagte Heco „Ich habe von Anfang an gewusst, dass er irgendwie komisch ist und wir alle sind gerade Zeugen geworden, dass ich Recht hatte. Ich will wissen, was er vor uns verheimlicht”

„Das kann uns doch egal sein. Soll er verschwinden und wir genießen unseren Abend, wie geplant”

„Nein, habe ich gesagt. Ich will mehr über ihn wissen”

„Und dann? Was willst du dann? Ich verstehe die Logik überhaupt nicht”

„Das kann ein Mädchen wie du auch gar nicht verstehen”

„Manchmal kannst du ein richtiger Arsch sein!“, sagte Jayna und ging zur Tür hinaus.

„Den du heute Abend übrigens lecken wirst, das wirst du schon sehen!“, rief Heco ihr nach.

„Oder schmecken!“, rief Nubert nach und bekam dafür einen Schlag auf den Hinterkopf.

„Heco, mein Iro!“

„Schnauze! Du kannst das Ding wieder leicht herrichten. Im Gegensatz zu meinem ist es sowieso nur ein Witz und sprich nie wieder so über meine Freundin”

„Ja, Boss”

„Nenn mich nicht Boss! Und jetzt was anderes, hast du das Zeug für heute Abend auftreiben können?“

„Ja, habe ich”

„Na hoffentlich ist das nicht wieder so eine Lutsche wie das Dredd”

„Heco, ich schwöre dir beim Leben meiner Mutter! Das Dredd ist fantastisch. Sieh dir die beiden doch an”

Heco warf ein Blick auf Sanna und Kayla. Beide saßen breitgrinsend nebeneinander und haben vom Spektakel scheinbar gar nichts wahrgenommen. Nubert hatte Recht. Sannas Zustand war Heco egal, aber Kayla war ziemlich weggetreten und er wusste, dass sie einiges aushält.

Als Jayna rauslief, erblickte sie Suko, als er versuchte Cedan auf die Beine zu helfen.

„Lass ihn“, forderte sie ihn auf.

„Ihn lassen? Dem Jungen gehts furchtbar”, meinte er.

Jayna berührte Sukos Schulter.

„Es wäre besser für ihn, wenn du ihn einfach lässt. Vertrau mir”, sagte sie und Suko ließ von ihm ab. Cedan war grün im Gesicht und musste schon einige Mal sich übergeben.
Regungslos lag er vor den Beiden.

„Wieso hat es ihn so übel erwischt?“, wollte Suko wissen.

„Das ist reine Kopfsache. Er weiß, dass das Zeug nicht gut ist und sein Körper wehrt sich dagegen. Jede Bewegung verursacht bei ihm Übelkeit, selbst wenn er nur paar Worte wie ‚Lass mich in Ruhe’ sagen würde”, antwortete Jayna

„Atmet er deshalb so heftig?“

„Ja, sein Herz arbeitet auf Hochtouren und der Körper baut den Stoff ab”

„Warum macht er dann sowas?“

„Weil er ein Mitläufer ist”

Suko hob eine Braue. Er verstand den Zusammenhang nicht. Schließlich lief er ja selbst, seit der Brücke, mit ihnen mit. Doch wollte er sie nicht danach fragen. Viel mehr fiel ihm ihr trauriger Blick auf.

„Ist bei dir alles in Ordnung. Du wirkst so bedrückt”

Jayna sah von Cedan zu ihm rüber und schnappte tief Luft.

„Nein, alles ok”, sagte sie und ging weiter.

Suko blickte ihr eine Weile nach. Sie lief, als würde sie nicht wissen wohin und ihr herabgelassener Kopf zeigte, dass sehr wohl etwas nicht stimmt. Sie hielt sich außerdem selbst an den Armen fest.

„Suko“, sagte eine halbnarkotisierte Stimme.

Er blickte herab zu Cedan.

„Du kannst mir jetzt aufhelfen”

Na also, dachte sich Suko und ließ sich das nicht zweimal sagen.

„Vorsicht!“, zischte Cedan mit knirschenden Zähnen.

„Oh Sorry, dir ist schlecht, dass habe ich vergessen”

„Bring mich dorthin“, sagte Cedan und deutete mühselig mit seinem Finger an eine Stelle, wo Gras wächst.

„Ah, viel bequemer zum Liegen, wie?“, meinte Suko grinsend und trug Cedan stützend dorthin und legte ihn ab.

Er nahm neben ihm Platz und hielt Ausschau. Jayna wanderte immer noch durch die Gegend und offensichtlich dröhnten sich die anderen noch weiter in der Hütte die Birne zu. Aus dem Fenster jedenfalls kam immer wieder eine große Rauchschwade heraus.

„Suko“, fragte Cedan mit leichter Stimme.

„Ja?“

„Erzähl mir bitte was. Lenk mich ab”

„Oh… äh… ja…”, sagte Suko verdutzt und wollte ihm natürlich helfen, allerdings wusste er nicht, wo er anfangen sollte.

„Mein Meister und Ich waren mal in so einer Gegend, ähnlich wie dieser hier. Das war damals in Westpark in der Nähe einer verlassenen Miene. Die Landschaft dort war sehr karg. Alles wurde gerodet und lauter Hügel mit irgendwelchen Sandgemischen waren aufgetürmt. Wo das Auge hinreichte, nur künstliche Hügel waren zu sehen. Mein Meister sagte, ich solle nicht von seiner Seite weichen, da es eine gefährliche Stelle war, wo wir uns befanden”

„Dein… Meister?“, fragte Cedan.

„Naja.. eigentlich war er mehr mein Freund. Ich nannte ihn immer Brummbär, weil er immer, wenn er nachdachte, sich am Bart kratzte und dabei brummte”, Suko lachte herzhaft.

„Er war ein sehr launischer Typ. Ich liebte es ihn zu ärgern, da flippte er immer aus. Als wir uns kennenlernten, wollte er, dass ich ihn Meister nenne. Das habe ich auch anfangs getan, aber er war nach kurzer Zeit mit mir sehr überfordert. Ich war schließlich noch ein Kind und habe ihn unabsichtlich zur Weißglut gebracht. Schnell verlor er die Geduld, und ich konnte nicht anders. Immer wenn er ausrastete, hatte ich einen Heidenspaß. Er war sozusagen ein lebendes Spielzeug“, Suko musste lauter Lachen.

„Jedenfalls war er mein Lehrer. Ihm habe ich alles zu verdanken. Er zeigte mir Orte, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Brachte mir bei, wie man tagelang ohne Ernährung zurechtkommt und wo man Essbares in der Natur findet. Brachte mir den Umgang mit den Menschen bei und lehrte mich Dinge, die man sonst so im alltäglichen Leben braucht”

„Westpark?“, fragte Cedan fast mit schläfriger Stimme.

„Oh ja genau, Westpark. Diese Hügel nutzten wir als Schlafplatz. Einige waren sehr grobkörnig, da konntest du nicht lange liegen bleiben. Jedenfalls erzählte mir mein Meister, dass diese Minen früher Fundamente für die Errichtung Neo Terk Citys waren. Irgendwann sei aber irgendwas passiert, mehr wollte er mir nicht verraten. Die Einwohner dort jedenfalls leben von diesen Hügeln. Sie schaufeln sich selbst das Zeug heraus und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel”

„Warst du schon mal in Neo Terk City?“, fragte Jayna

Suko zuckte kurz zusammen. Er hatte nicht bemerkt, dass sie vor ihm Stand.

„Ja, das war ich, aber nur einmal und ich war sehr klein. Mein Meister wollte damals von dort so schnell wie möglich wieder verschwinden”

Jayna setzte sich zu ihm.

„Warst du auch schon in Easttown?“, fragte sie.

Suko zögerte zunächst, antwortete aber dann mit „Ja, auch dort waren wir. Sehr oft sogar. Mein Meister liebte diese Stadt. Er sagte immer ‚Das Tolle an Easttown, ist das Essen’ und er hatte auch Recht. Überall, wohin man nur sah, an jeder Ecke, gab es Essen verschiedenster Sorten”

„Wie sind die Menschen dort?“, fragte sie.

„Sie sind die freundlichsten der Welt”, sagte Suko lächelnd.

Jaynas Augen funkelten und sie lächelte, als ob sie die Antwort bekam, dass sie hören wollte.

„JAYNA!“, schrie Heco aus der Hütte und beide zuckten zusammen.

„MACH CEDAN UND DIESEN TROTTEL AUFMARSCHBEREIT! WIR BRECHEN GLEICH AUF!“

Jayna sah Suko an. Er blickte gefühllos zurück. Sie konnte nicht anders, sie musste seinem Blick ausweichen und stand auf.

Drei Monate waren vergangen, seit Ontaro seinen Zögling bei sich aufgenommen hatte.
In dieser Zeit gab er sich alle Mühe, ihn zu einem gesunden Gewicht zu mästen.
Solch ein Aufwand betrieb Ontaro nicht einmal für sich selbst. Das Ergebnis konnte sich aber sehen lassen. Der kleine Suko sah inzwischen wie ein kerngesundes Kind aus.

“Wie lange noch, bis wir endlich in Southville sind, Brummbär?“

„Das dauert noch, mein Kleiner. Wir müssen erstmal runter bis zur Küste. Von da aus nehmen wir dann die Fähre”

„Wir fahren mit der Fähre?“

„Ja. Mit Fähren werden wir häufiger reisen. Ich zeige dir dann auch gleich ein paar Tricks, wie man ohne Ticket und Geld aufs Schiff gelangt”

„Ist das noch ein weiter Weg?“, fragte Suko

„Hmmm…“, machte Ontaro und kratzte sich am Bart. Plötzlich blieb er stehen und betrachtete Suko von Kopf bis Fuß.

„ich glaub, wir können die Zeit etwas überbrücken”, meinte er schließlich und ließ seinen mächtigen Seesack fallen.

„Nimm Platz“, forderte er Suko auf, der auf der Stelle gehorchte.

Ontaro nahm mit seinen Beinen eine auffällig stabile Haltung ein, drückte seinen Rücken durch und starrte in die Leere, während er seine Fäuste auf Brusthöhe gegeneinander drückte.

„Das Jamodenon ist ein Geschenk Suko. Es ist so Individuell wie der Mensch selbst.
Es bestimmt seinen Wirt und die Gabe, für die er empfänglich ist. Hat man es einmal bekommen, wird man es nie mehr los”, sagte er und atmete tief ein und hielt die Luft an.

Die Erde bebte und beim ruckartigen Ausatmen breitete sich unterhalb seiner Füße eine Druckwelle aus und die Umgebung ging in eine Senke unter. Bäume knickten um und große Steine zerbarsten. Suko blieb dabei an Ort und Stelle. Er selbst war vor Aufregung regungslos wie eine Statue.

„Die Erde ist meine Gabe, mein Segen und mein Fluch”, sagte Ontaro und nahm wieder eine entspannte Haltung. Er kniete sich zu Suko runter.

„Letzteres darfst du jedoch nicht so wörtlich nehmen. Wir können zum Beispiel, wenn wir Durst haben, nicht einfach so Wasser herbei bändigen, was ziemlich praktisch wäre. Aber das Feuer, mein Kleiner, ist ein ganz großes Geschenk. Nicht jedem wird dies zuteil und das solltest du zu schätzen wissen”

Suko nickte mehrmals.

„Nicken allein ist nicht alles, was du tun solltest, du musst für dich selbst lernen, mit dem Feuer mit Respekt und Ehrfurcht umzugehen. Brauchst du ein Lagerfeuer, zünde nur kurz das Holz an, verbrenne es aber nicht auf einmal. Lass das Feuer für dich arbeiten. Brauchst du Licht im Dunkeln, mach dir ein spärliches Feuer, mach aber nicht gleich die Nacht zum Tag. Nutze das Licht, das dir die kleine Flamme schenkt”

Suko nickte mehrmals.

„Hmm…“, machte Ontaro und kratzte sich am Bart.

„Ich bin in der Lage, mit meiner Kraft den Boden unter unseren Füßen förmlich wegzureißen.
Ich kann, wenn ich will, eine neue Bergkette entstehen lassen. Oder ein kleines Dorf mit einem riesigen Felsen zermalmen. Die Frage ist aber, wofür? Was bringt mir das? Und vor allem, warum sollte ich so etwas tun?“

Suko sah ihn an und wartete gespannt auf die Antwort.

„Schau mich nicht so an. Natürlich weil man so etwas nicht macht, du halber Cockatrice!“

5 Jahre später

„Hey Brummbär, wach auf!“, versuchte Suko Ontaro zu wecken, doch dieser brummte vor sich hin und schüttelte ihn ab. Suko startete immer wieder neue Versuche, schüttelte seinen Meister hin und her, doch mehr wie 'nerv nicht und lass mich weiterpennen’ holte er dabei nicht heraus.

Suko bückte sein Hinterteil auf Ontaros Gesicht. Dies war sein allerletzter Versuch, Ontaro mit einem herzhaften Furz zu wecken. Doch diese Aktion quittierte Ontaro mit einer aus dem Boden hervorschießenden Säule, die Suko schmerzhaft wegkatapultierte.

Nach einer unsanften Landung wälzte sich Suko schmerzverkrümmt hin und her. Eine andere Reaktion hätte er von Ontaro ohnehin nicht erwartet.

„Na gut, dann eben nicht”, sagte er und richtete sich endlich wieder auf, „finde ich es eben allein heraus”

Suko ging auf einen der Bäume zu, untersuchte seinen Zustand und stellte keine Affälligkeiten fest. Es war ein gewöhnlicher, gesunder Baum. Ontaro hatte ihm vor langer Zeit beigebracht, dass alles Leben auf dieser Welt Wasser zum Überleben benötigt, sogar Pflanzen, angefangen von Gräsern zu Blumen bis hin zu Bäumen. Suko hatte das Prinzip nicht so ganz verstanden – Tiere tranken Wasser, klar, aber wie sollten Pflanzen das machen? Sie hatten doch keinen Mund. Eigentlich hatte er seinen Meister fragen wollen, doch dieser hat ihm unmissverständlich klar gemacht, was er davon hielt.
Suko hat ein paar Mal beobachtet, dass Pflanzen ohne Wasser verwelkten. Durch einige Hitzeperioden trockneten sie sogar ganz aus. Dies machte es zu einem hervorragenden Brennmaterial. Was wäre aber, wenn Suko es schaffen würde, das Wasser aus dem Baum zu verdampfen und mit einem Impuls den Baum zum Zerbersten zu bringen? Er hatte versucht, Meister das zu fragen; nun aber musste er es selbst herausfinden.

Suko legte seine Hand an den Stamm und schloss die Augen. Atmete einmal tief ein und aus.
Hielt für ein paar Sekunden inne und atmete erneut tief ein und aus. Ein letztes Mal noch kurz die Luft anhalten und dann mit einem Zug sehr tief einatmen. Suko öffnete die Augen und ließ seine Magie in den Baum einfließen. An der Stelle wo seine Hand lag trocknete das Holz sehr schnell aus, und die Trockenheit breitete sich kreisförmig aus. Suko beobachte, wie sich zuerst die Farbe des Holzes aufhellte, gefolgt von knirschenden Geräuschen, als ob es sich zusammenziehen würde, dann, wie die Blätter augenblicklich zusammenschrumpelten, viele sogar abfielen.
In dem Regen aus verwelkten Blättern, der sich über ihn ergoss, bemerkte er auch einige Insekten.
Er hatte ganz vergessen, dass viele Kleintiere auf dem Baum lebten, nun waren sie vermutlich alle tot, doch es gab nun kein Zurück. Als kein Wasser mehr im Baum war das ganze Spektakel damit sein Ende fand, leckte sich Suko über die Lippen. Er war gespannt darauf, ob das funktionieren würde, wie er sich es vorstellte. Ein paar Mal pustete er Luft aus, bevor er ein weiteres Mal kräftig viel Luft einatmete und dann seinen Impuls durch die Handfläche abgab.
Der komplette Baum zersprang mit einem Knall in tausend kleine Stücke, die sich überall in andere Bäume hineinbohrten. Der Knall war so laut, dass sämtliche Waldbewohner die Flucht ergriffen.
Geschockt sprang Ontaro auf und sah zu Suko rüber.

„Hey Brummbär! Schau mal was ich getan habe, ist das nicht cool?“, schrie Suko voller Freude und lief auf ihn zu.

In Panik sammelte Ontaro seine Sachen und stopfte sie hastig in seinen Seesack.

„Hey Brummbär, hast du das gesehen?... was machst du da?“

„Oh schön, sehr gut gemacht und jetzt verpiss dich und zwar für immer“, sagte Ontaro ohne ihm Beachtung zu schenken.

„Was?“, gab Suko von sich, der spürte, wie sein Herz in die Hose rutschte.

Ontaro band seinen Seesack zu und hievte ihn auf die Schulter. Dann richtete er sich auf.

„Habe ich dir die letzten Jahre alles beigebracht, damit du es in deinem Spielrausch verbrennen kannst? Wenn es dir Spaß macht, bitte, tu dir keinen Zwang an und spiele weiter, aber dazu brauchst du meine Lehre nicht!“, sagte er auf ihn herabblickend.

„Brummbär, was sagst du da?“, sagte Suko, dessen Augen sich augenblicklich mit Tränen füllten.

„Ganz einfach. Du gehst den Weg“, Ontaro zeigte mit seinem Finger willkürlich in eine Richtung
„und ich nehme den anderen Weg. Leb wohl”

Ontaro drehte sich um und ging. Suko weinte los, lief ihm hinterher. Packte ihn an seiner Hose und fiel auf die Knie.

„NEIN MEISTER! BITTE NICHT! ES TUT MIR LEID!“, schrie das kleine verängstigte Kind.

Ontaro bändigte seine Kräfte und ließ kurzerhand eine hüfthohe Mauer zwischen ihnen entstehen. Suko wurde zum Loslassen forciert, doch dieser lief um die Mauer herum.
Ontaro beschleunigte seinen Gang, doch Suko hielt mit, krallte sich wieder an ihm fest.

„MEISTER BITTE! BITTE LASST MICH NICHT ALLEIN!“

Erneut schoss eine Mauer aus der Erde hervor und Suko fiel zu Boden. Die Mauer traf ihn so hart, dass er Sterne sah, aber das war ihm egal. Schmerzen spürte er in diesem Moment ohnehin nicht. Blitzschnell kam er wieder zu Füßen und rannte zu Ontaro.

„BITTE! ICH SCHWÖRE, DASS ICH ES NIE MEHR TUN WERDE!“

Ontaro blieb stehen und drehte sich zu ihm um.

„HÖR AUF RUMZUSCHREIEN!“, schrie er.

Suko gehorchte sofort und presste seine Zähne zusammen. Ein furchtbar schmerzhafter Knoten bildete sich in seinem Hals. Tränen flossen unaufhörlich seine Wangen runter.
Noch nie zuvor hatte Suko Ontaro mit so einem bösen Gesicht gesehen. Verzweiflung machte sich in ihm breit. Was würde er ohne ihn machen? Suko hatte furchtbare Angst und würde alles tun, damit sein Freund ihn nicht verließ, aber er wusste nicht wie und zitterte dabei am ganzen Leibe.
Ontaro wandte sich wieder ab und lief schnell weiter. Suko rannte ihm hinterher.

Was er nicht bemerkte, war der Schweiß auf Ontaros Stirn.

Das Kreischen des Kindes hatte Ontaro unterbinden können. Er hoffte inständig, dass das reichen würde. Er spürte, wie zwei unterschiedliche Auren immer näher kamen. Ontaro kannte diese Auren... Er beschleunigte seine Schritte, ohne auf Suko zu achten. Der Junge würde schon mitkommen.

Er wusste, dass er dabei ein großes Risiko einging. Er könnte genauso den Jungen in die Arme nehmen und wegrennen, doch wie sonst sollte er Suko diese Lektion lehren? Solange die beiden bei diesem Tempo blieben und sich so schnell wie möglich von ihrem Rastplatz entfernten, dürften sie bald in Sicherheit sein. Solange der Junge dabei nicht schrie und nahezu jedes Raubtier in der Umgebung auf sie aufmerksam machte, würden sie es schaffen.
Konzentriert bändigte Ontaro die Erde, um ihre Fußspuren zu verwischen.

Noch einmal legte er an Tempo zu.


„Hey, träumst du etwa schon wieder?“, fragte Heco hämisch.

„Huh?“, machte Suko und riss von seinen Gedanken ab. Alle standen vor ihm und aufmarschbereit. Sogar Cedan, der aber noch wackelig auf den Füßen stand.

„Los, auf gehts und vergiss deinen dämlichen Seesack nicht ständig”, sagte Heco und schmiss Sukos Hab und Gut vor seinen Füßen.

„Wohin?“

„Zur Party“, sagte Heco trocken.


Terry

Kamikaze

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Wohnort: Franken

Beruf: Elektrotechniker

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4

Dienstag, 17. April 2012, 16:17

Es verging ungefähr eine halbe Stunde Fußmarsch, eher sie alle wieder an der Brücke waren.

„Seid ihr bereit?“, fragte Heco die Runde.

„Bereit wofür?“, fragte Suko.

„Für dich wird es eh was ganz besonderes werden, mein Freund“, grinste Heco hämisch und schnipste mit den Fingern. Ein Zeichen für Nubert, dass er das Mitbringsel auspacken soll.

Jayna weitete die Augen, als sie sah, was Nubert da rausholte. Cedan und die beiden anderen Mädchen machten einen unsicheren Eindruck.

„Was ist das?“, fragte Suko.

„Das hier mein Freund, ist die Eintrittskarte für einen Superabend. Steem”, antwortete Heco.

Suko sah lediglich dieses fingerkuppengroße, hellblauglühende Würfelding an. Er fragte sich, ob das wieder so eine Art Droge ist.

„Heco nein”, sagte Jayna.

„Keine Sorge, ich will unserem Kameraden hier nichts Böses antun. Das Zeug hier ist verdammt gut. So gut, dass ich sogar damit anfangen werde”, sagte Heco und nahm Nubert den kleinen Würfel aus der Hand und knabberte ein Stück davon ab.

Suko beobachtete, wie Heco die Augen schloss und vermutlich das Stückchen im Moment zergehen ließ. Eher er einen erfrischenden Seufzer von sich gab und die Augen öffnete.
Suko fiel auf, dass Hecos Pupillen sich enorm ausweiteten.

„Wer will als nächster?“, fragte er.

Nubert wollte, doch Heco ignorierte ihn.

„Was ist mit dir Suko?“, fragte Heco und hielt das Würfelstück auf Augenhöhe.

Suko sah eindringlich in den Würfel, es leuchtete weiterhin in einem dezent durchsichtigen, hellblauen Ton.

„Nein Danke“, sagte er darauf „Ich will diesen unheimlichen Typen nicht nochmal begegnen”

„Hä?“, machte Heco.

„Was ist mit euch?“, fragte Suko „Wollt ihr euch das Ding wirklich antun? Seid ihr euch nicht Schade dafür?“

Cedan und die beiden Mädchen sahen Weg. Jayna hingegen sah Suko mit ernster Miene an.

„Hey!“, fauchte Heco „Halt die anderen raus! Wenn du nicht willst, dann geh zur Seite, Feigling!“

„Du bist hier der Feigling. Statt ein normales Leben zu führen und es zu genießen machst du dich mit irgendwelchen Drogen abhängig und ziehst die anderen mit in den Dreck, vermutlich weil du schiss hast, irgendwann alleine auf dem Mist zu bleiben”

Heco sah Suko mit rotunterlaufenen Augen an und alle anderen gingen einen Schritt zurück. Noch nie haben sie erlebt, dass irgendjemand sich mit Heco anlegen wollte.

„Ich für mein Teil habe genug gesehen und ich muss zugeben, dass ich enttäuscht bin. Ich wollte euch kennenlernen, mit euch Spaß haben, doch was ihr mir gezeigt habt, war an Sinnlosigkeit kaum zu überbieten. Da bleibe ich doch lieber ein ahnungsloser Trottel, bin aber dafür der glücklichste Mensch auf Erden. Und was euch alle anderen betrifft, hört auf mit dem Gedanken, dass Heco Macht über euch hat, denn das hat er nicht. In Wahrheit habt ihr Macht über ihn”

Heco holte weitaus, ballte seine Faust und zog auf. Blitzschnell packte Suko ihn am Handgelenk und stoppte abrupt den Angriff. Alle hielten laut die Luft an. Auch Heco geriet kurzzeitig in einen Schockzustand. Plötzlich drückte Suko fester zu.

Hecos Faust öffnete sich langsam, gegen seinen Willen. Sie zitterte, als er versuchte sich zu whren. Heco biss die Zähne zusammen und stöhnte leise. Sein Gesicht verzerrte zu einer grotesken Grimmasse. Er in Sukos Augen, die jedoch keinerlei Gefühl zeigten.

„Oh sehr schön, von Nahkampf scheinst du leichte Grundkenntnisse zu haben, aber mehr hast du nicht drauf?“, verhöhnte Suko.

Heco schluckte die Schmerzen runter, mit seiner freien Hand wollte er nachziehen, aber er war zu überwältigt und stand zu sehr unter dem Einfluss des Steems.

„Ich habe mein gesamtes Leben draußen in der freien Natur verbracht. Tag für Tag musste ich ums Überleben kämpfen müssen. Wärst du im Stande da auch nur eine Nacht zu überstehen? Glaube mir, da draußen gibt es Dinge, von denen du keine Ahnung hast, stattdessen versinkst du in Selbstmitleid in deinem Drogensumpf und ziehst andere schamlos mit in den Abgrund. Mich wolltest du wohl auch mit hineinziehen, aber über mich hast du keine Macht”, sagte Suko und stieß Heco von sich, der ein paar Schritte nach hinten torkelte.

Heco rieb sein Handgelenk zur Entspannung. Wild fixierte er Suko. Unter seinen Drogeneinfluss vergaß er, dass er für gewöhnlich sein Messer zucken würde.

„Nun, ich hoffe ihr werdet bald klar im Kopf. Machts gut“, sagte Suko und setzte zum Aufmarsch an.

„Ja, verpiss dich! Sonst mach ich dich noch kalt!“, schrie Heco „Los Leute, gehen wir”

„Nein“, sagte Jayna.

Heco und den anderen stockte der Atem.

„Was hast du gesagt?“, fragte Heco in einem bedrohlichen Ton. Suko blieb noch stehen und wollte den Stimmungsumbruch mitverfolgen.

„Er hat Recht. Du hast keine Macht über uns”, sagte sie ruhig.

„Hast du den Verstand verloren? Hast du vergessen, was ich dir heute gesagt habe?“

„Du bist eine kleine dreckige Ratte, Heco, vor dir habe ich keine Angst mehr”

Für eine Weile herrschte unterträgliche Stille.

„Na schön… wer von euch Scheißern ist derselben Meinung wie die Hure?“

„Ich“, sagte Cedan.

„Welch Überraschung“, spottete Heco.

„Ich auch“, sagte Kayla und Heco blickte überrascht zu ihr.

„und Ich“, fügte sich Sanna.

Hecos Zorn stieg immens und blickte zu Nubert.

„Niemals Heco, ich steh immer auf deiner Seite“, der vor Angst einen Schritt zurückging.

"Ihr Alle, was ist los mit euch? Wir waren immer ein Team. Bisher war doch alles gut. Und Jetzt? Wollt ihr wirklich ein Keil zwischen uns treiben, nur weil irgend so eine dahergekommene Missgeburt uns seine Moralpredigt hält? Wacht auf! Er ist so alt wie wir und sieht ihn euch doch mal an! Er ist ein Penner! Er lebt auf der Straße!"

Keiner gab ihm Antwort und nur Jayna wich seinen Blicken nicht aus.

"Jayna, Baby. Meinst du das ernst? Du liebst mich! Das weist du doch”

Langsam schüttelte sie den Kopf. Heco schäumte.

"Du kleine Schlampe. Ich breche dir alle Knochen, du verräterische Hure!!" Doch Jayna blieb fest.
Er wandte sich Cedan zu.

"Was ist mit dir?"

Cedan wich seinem Blick aus und starrte auf die Flecken auf seinen Schuhen.

"Was ist? Brauchst du keine Freunde mehr?", Hecos Stimme nahm einen hämischen Ton an.

"Bist du jetzt groß und stark und kommst alleine klar? Oder glaubst du, der Obdachlose passt auf dich auf, wie wir das getan haben? Du bist nichts ohne mich”

Cedan blickte nicht auf, aber schüttelte den Kopf. Seine Hände, die schlaff herunterhingen, ballten sich zu Fäusten.

Hecos Blick wanderte von einem zum anderen. "Ich glaubs nicht. Kayla, du warst doch immer cool! Was ist los mit dir?"

"Ich bin cool", betonte sie und warf den Kopf zurück. "Aber ich glaube, du bist es nicht”

"Sanna” Inzwischen klang Heco flehend. "Süße. Du bist wie meine kleine Schwester. Willst du jetzt echt abhauen und mit einem Gammler rumhängen? Dafür bist du doch viel zu schade”

Sie zögerte, trat von einem Fuß auf den anderen. "Heco..”, murmelte sie. Dann warf sie einen Blick auf Jayna, die ihren Freund - Ex-Freund jetzt wohl - kalt, fast verächtlich anblickte. Sie senkte den Kopf und zog die Schultern hoch. "Lass mich in Ruhe”, flüsterte sie.

Heco blickte noch ein letztes Mal in die Runde, eher er sich aus dem Staub machte. Ohne Aufforderung folgte ihm Nubert.

„Dies ist eure letzte Chance. Folgt mir und ich werde euch verzeihen. Wenn nicht, schwöre ich auf alle Götter, dass ich euch einen nach dem anderen umbringen werde!“, schrie Heco noch aus der Ferne. Doch niemand ließ sich davon einschüchtern. Heco und Nubert liefen dann weiter.

„Wow! Ich bin beeindruckt. Gratuliere euch. Ab jetzt fängt ein neuer Abschnitt an”, sagte Suko.

Alle anderen sahen ihn schief an.

„Wie meinst du das?“, fragte Sanna.

„Ich hab keine Ahnung“, grinste Suko achselzuckend. „Mein Meister sagte mir das häufig. Er sagte immer, dass wenn man in unangenehmen Momenten sich für einen von zwei Wegen entscheiden kann, und dabei den Mut dazu hat den schwierigen Weg zu nehmen, ebnet sich einem danach meist ein viel leichterer.
Die Zukunft ist nicht vorherbestimmt. Es besteht immer nur aus zwei Wegen und man kann sich immer nur für einen Entscheiden. Ab jetzt, wird euer Leben sich von Grund auf ändern. Freut euch, es kann nur noch besser werden”

Alle schwiegen und sahen ihn weiterhin schief an.

„Ich glaub, ich muss gleich wieder übergeben”, meinte Cedan.

„Ich will nach Hause“, sagte Sanna ängstlich und mit Tränen in den Augen.

„Ich begleite dich“, sagte Kayla und umarmte sie zur Beruhigung.

„Ich will auch nur noch nach Hause. Jayna?“, fragte Cedan.

„Geht ruhig. Ich bleib noch eine Weile allein“, sagte sie.

Alle nickten und gingen dann fort. Nur Jayna und Suko blieben noch an Ort und Stelle.
Jayna sah zum Himmel hinauf und blickte zum Mond Aidun.

„Der Mond schimmert heute besonders bedrohlich rot. Ein schlechtes Zeichen?“, sprach Jayna.

Suko blickte mit verzogener Braue hinauf. Es war Aidun, wie eh und je, dachte er sich.

„Solange er mit Maroh im Einklang steht, dürfte nichts passieren, wo man sich Sorgen machen müsste”

Jayna sah ihn überrascht an.

„Wo willst du als nächstes hingehen?“, fragte sie.

„Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung. Ich laufe einfach irgendwohin. Frei aus dem Bauch heraus”

„Ein tolles Leben“, sagte sie „aber so, lasse ich dich nicht davonziehen”

Suko sah sie fragend an.

„Los komm mit“, forderte sie ihn auf.

Suko folgte ihr ohne Widerworte.

„Wo gehen wir hin?“, fragte er.

„Wir besorgen dir ein paar anständige Klamotten”

„Ach echt?“, sagte er mit leichter Freude „Wer wird denn so freundlich sein und mir Klamotten geben?“

„Na ich”

Suko verzog seine Braue und zögerte bevor er antwortete.

„Ich fühle mich zwar geschmeichelt, wirklich, aber ich glaube nicht, dass mir deine Sachen passen”

Jayna lachte herzhaft und blieb stehen.

„Suko ganz ehrlich. Ich bin noch nie einem Menschen wie dich begegnet. Du bist einerseits ein unglaublich doofer Kerl, aber auf der anderen Seite unglaublich süß. Ich kaufe dir neue Klamotten”

„Du machst was?“

„Na los komm schon, ich weiß genau wo es die perfekte Kleidung für dich gibt. Noch haben wir Zeit, bevor alle Läden schließen”

Auf Schritt und Tritt folgte er ihr und wagte es nicht weiterzusprechen. Jayna machte ohnehin schon den Eindruck, dass ihr nicht zum Reden zumute ist. Der Vorfall vorhin auf der Brücke hat sie viel Kraft gekostet. Wahrscheinlich hat sie große Angst vor dem, was auf sie zukommt.

„Ok, wir wären da“, sagte sie und blieb stehen. Beide standen vor einem Laden, das nicht hoch frequentiert wurde.

„Ähm…“, machte Suko.

„Na los, keine Scheu. Gehen wir rein”

Sie traten ein und der Verkäufer machte einen recht wenig erfreuten Eindruck über Sukos Anwesenheit. Nichtsdestotrotz gab er ein freundliches Hallo, doch Jayna beachtete ihn kaum.
Stattdessen wählte sie eine dunkelbraune Hose.

„Hier, probier sie an”, sagte sie zu Suko.

„Kann ich Ihnen behilflich sein“, ging der Verkäufer dazwischen, der nicht erfreut darüber war, dass ein Straßenjunge seine Ware gleich anziehen wird.

„Schnauze!“, fauchte sie. „Die Hose wird ihm stehen und dann kaufen wir sie”

Der Verkäufer nickte freundlich und ging wieder hinter die Kasse.

Suko knöpfte seine Hose auf. Jayna öffnete ihren Mund. Wollte ihm sagen, dass er die Umkleidekabine benutzen soll, doch sie entschied sich den Mund zu halten.

„Wenn wir schon dabei sind“, sagte sie und nahm eine schwarze Boxershort. „zieh die hier als erstes an”

Suko nahm die Unterwäsche, obwohl er sowas eher unpraktisch fand, und zog sie ihr zuliebe gleich an. Auch der Verkäufer staunte nicht schlecht und sah das lüsterne Grinsen von Jayna.

„Fertig. Hey, passt echt wie angegossen”, sagte Suko vor Freude.

Jayna bedauerte dies, doch widmete sich schnell dem Restlichen zu. Sie nahm noch ein paar dunkle Socken, die Suko gleich anzog und eine passende dunkelbraune Jacke zur Hose.

„Jetzt brauchen wir nur noch einen Eye-Catcher”, meinte sie und holte ein weinrotes T-Shirt aus dem Regal.

„Rot?“, fragte Suko.

„Ja, als ich den Mond und dich vorhin sah, spürte ich etwas. Ich weiß es nicht und kann es dir nicht genau sagen, aber rot ist definitiv deine Farbe, vertrau mir”

Suko nahm das T-Shirt und zog das alte gammlige aus. Jayna bleckte sich über die Lippen beim Anblick seines Oberkörpers.

„Zieh dir die Jacke drüber und noch diese roten Schuhe“, forderte sie ihn auf.

Suko sah nach wenigen Minuten wie ein neuer Mensch aus.

„Perfekt”, sagte sie und ging zur Kasse.

„500 Skirr“, sagte der Verkäufer und Suko verlor hinten das Gleichgewicht.

Nachdem dumpfen Aufprall richtete er sich wieder auf und sah, wie Jayna ihre Hand auf eine eine Art Lesegerät legte und die Rechnung bezahlte.

„Los gehen wir“, sagte sie und zerrte ihn vor die Tür.

„Als nächstes gehen wir deine Haare machen”

„Stop Jayna. Das alles wird mir hier zu bunt. 500 Skirr!!! Ich habe noch nie in meinem Leben so etwas Teueres getragen”

„Komm mit. Wir machen deine Haare und danach erzähl ich dir mehr von mir. Einverstanden?“

Wieder folgte er ihr ohne Worte. Einige Minuten später befanden sie sich vor einem Friseursalon.
Suko schluckte kräftig.

„Da willst du mich reinschleppen?“, fragte er etwas beängstigt.

„Ja, hast du etwa Angst?“

„Lieber versuche ich beim Metzger frisches Fleisch zu klauen, als da reinzugehen”

„Ist nicht dein Ernst?“

„Was ist an meinen Haaren auszusetzen?“

„Du siehst aus wie ein Mädchen”

„Los, gehen wir rein!“

Eine Dreiviertelstunde später verließ Suko als Erster unter Tränen den Salon. Jayna folgte ihm und konnte sich das Grinsen nicht verkneifen.

„Nun hör schon auf zu flennen, du siehst gut aus”, sagte sie lächelnd.

Suko taste nach, und voller Entsetzen fühlte er seine Haarspitzen auf Kinnhöhe und brach erneut winselnd in Tränen aus.

„Hier“, sagte Jayna.

Suko unterbrach das Weinen abrupt und sah, wie sie ihr bordeauxrotes Stirnband abnahm.

„Statt so ein unerotisches Haarband zu verwenden, nutze lieber das“, sagte sie und reichte es ihm rüber.

Suko sah das Zeug an und viele Fragen gingen durch seinen Kopf. Wie sollte er mit so einem großen Ding seine Haare binden? In ihrer Ursprungsform wäre das noch möglich gewesen. Und was bedeutet unerotisch?

„Du weist nicht was das ist, oder? Komm her“, sagte sie und ging einen Schritt auf ihn zu und band es über sein Kopf. Sie kämmte mit ihren Fingern noch ein wenig an den Strähnen und ging schließlich wieder einen Schritt zurück. Dann betrachte sie ihn von unten nach oben.

„Du wirst es vermutlich nicht glauben, aber du siehst ungeheuer gut aus. Kaum wieder zu erkennen und die Klamotten stehen dir”

„Findest du? Braun und rot…”

„Gerade diese Farbkombination steht dir außerordentlich gut. Solltest du dich unterwegs wieder schmutzig machen, fällt es nicht sonderlich auf. Und ein gewisser Dirty-Look würde auch passen. Du musst nur drauf achten, dass du deine Klamotten nicht zu sehr schmutzig werden. Deshalb solltest du auch hin und wieder nicht nur dich selbst waschen”

„hmpf“, machte Suko betrachte sich selbst. So richtig glücklich schien er nicht zu sein, doch Jayna wusste genau, dass er sich schon sehr bald daran gewöhnen wird.

„Das solltest du aber nicht gleich heute auf die Probe stellen“, sagte Jayna.

„Huh?“, machte Suko.

„Da drüben am Horizont… Ein Sturm zieht auf”

Suko drehte sich um.

„Brummbär, ich habe Hunger!“, jaulte der kleine Suko.

„Nerv nicht. Wir werden bald rasten und dann gibts erst was zu futtern”, sagte Ontaro.

„Ich will aber nicht mehr das Zeug, das du mit dir rum trägst, essen! Ich will was Ordentliches!“

„Hmmm…“, machte Ontaro und sah Suko bedrohlich mit zusammengekniffenen Augen an.

Es ist schwierig dem Jungen den Wert von Nahrung beizubringen. Eher Ontaro den Mund aufmachte, blickte er ruckartig in eine Richtung.

„Brummbär?“, fragte Suko leicht besorgt.

Ontaro ließ seinen Seesack fallen und rammte seine linke gestreckte Hand tief in den Boden.
Suko erschrak.

„Was ist los?“, wollte er wissen.

„Sei still!“, fauchte Ontaro ihn an und Suko wagte es nicht, sich zu bewegen, geschweige zu Atmen.

Die Erde kroch langsam Ontaros Arm hoch bis zum Ellbogen und breitete sich von dort aus wie versteinerte Adern seine Schulter aus, verschwand in seinem Ärmel, kam in der Kragenöffnung wieder hervor und breitete sich zum Hals aus, auf seine Wangen und bis zu den Schläfen. Ontaros Blick war starr und ernst. Und dann ging die Erde blitzartig wieder zurück zum Boden, und Ontaro hob seine Hand wieder an.

„Verdammt… das Unterholz und die Mulchschicht sind hier viel zu trocken“, murmelte Ontaro vor sich und kratzte sich am Bart.

„Was ist los?“, fragte Suko der vor Neugierde förmlich platzte.

„Ein heftiger Sturm zieht von Westen auf. Wir müssen schnell den Wald verlassen. Los komm“, sagte Ontaro und Suko folgte ihm ohne Widerworte.

Selten hat Suko erlebt, wie sein Lehrer es so eilig hatte. Er hatte enorme Schwierigkeiten mitzuhalten, wagte es aber nicht zu jammern. Die Anstrengung war groß für den kleinen Jungen und er wusste schon nicht mehr, wie lange sie zum Waldrand hinrannten. Doch irgendwann erreichten sie schließlich ihr Ziel und alles was Suko sah, war eine große, flache, ebene Landschaft. Die Grashalme ragten bis zu seinem Brustkorb. Ein Blick hoch zu Ontaro zeigte ihm, dass dieser nicht glücklich über diese Aussicht war. Mit einem brummigen „Verdammt“, bestätigte Suko seine Vermutung.

„Ok, wir haben keine Wahl. Los, wir müssen weit vor”, befahl Ontaro und Suko dackelte ihm nach. Plötzlich blitzte der Himmel hell auf und beide drehten sich zum Wald zurück. Wenige Sekunden später donnerte es heftig. Was sich ihnen am Himmel anbot, ließ ihnen die Adern gefrieren.
Eine gigantische dunkle Walze überrollte den Wald und kam immer näher. In dem Augenblick zog ein starker Wind auf. Suko musste sein Gesicht mit den Armen schützen und verstand die Rufe seines Meisters kaum. Ontaro begriff die Situation und packte sich seinen Schützling und rannte weiter weg vom Wald. Nach einem kurzen Sprint aber blieb er stehen und ließ den Jungen fallen.
Suko sah zu ihm hinauf und sah das verbissene Gesicht Ontaros. Plötzlich zuckten mehrere Blitze am Himmel und der Donner folgte darauf in immer kürzeren Abständen.
Suko konnte es nicht ahnen, aber Ontaro begriff schnell, dass er beide in eine noch gefährlichere Lage gebracht hat und musste schnell handeln.

„Steh auf“, schrie er zu Suko, so laut er konnte.

Suko richtete sich auf seine Beine. Der Wind drückte das Gras, sodass er selbst ohne Probleme schnell hätte rennen können. Doch Ontaro ließ sein Seesack fallen. Ein weiteres Mal blickte er zum dem großen, schwarzhäutigen Mann, der seine Muskeln zähnefletschend anspannte.
Suko liebte eigentlich diese Momente, doch diesmal bekam er es mit der Angst zutun. Ontaros Gesicht verzerrte sich, dass er kaum wiederzuerkennen war. Voller Ehrfurcht und ebenso voller Faszination konnte Suko den Blick nicht von ihm lassen.
Dann stieß Ontaro einen tiefen Schrei, der aus seinem Innersten zu kommen schien. Wie eine Faust durchschlug die Schallwelle den Erdboden und riss eine Kluft hinein, dass Steine und Erdklumpen zur Seite stoben.

„Woa“, machte Suko voller Staunen.

An der Spitze der Kluft schoss eine mehrere Meter hohe Säule aus Erde hervor.
Ontaro streckte seine Hand in die andere Richtung und wiederholte die Prozedur einige Male bis um sie herum mehr als ein Dutzend dieser Säulen aufrecht standen.
Dann war es soweit. Die ersten Regentropfen prasselten auf die Ebene nieder und Suko spürte, wie groß und schwer jeder Tropfen war.

„Los gehts“, sagte Ontaro und fing an sich auszuziehen. Suko kannte das Ritual und tat es ihm nach. Die Kleider stecken sie hastig in den Seesack und gingen anschließend splitternackt nebeneinander in Position. Ontaro rammte seine Fäuste auf Bauchhöhe gegeneinander und atmete tief ein, streckte dabei den Brustkorb und seine mächtigen Brustmuskeln weit raus.
Suko legte seinen Handrücken auf die Handfläche der anderen Hand und tat es ihm nach.
Dann nahm der Wolkenbruch seinen Höhepunkt und der Regen fiel vom Himmel wie ein Wasserfall. Suko hatte Schwierigkeiten durch die Nase zu atmen und doch konzentrierte er sich.
Dann zuckte ein Blitz ohrenbetäubend und zerstörte eines der Säulen. Suko zuckte vor Schreck zusammen. Die Trümmer flogen direkt auf sie zu, aber Ontaro atmete weiter tief und ruhig weiter.
Plötzlich blieben die Trümmer mitten in der Luft stehen. Dann zuckte ein zweiter und ein dritter Blitz, jeweils zerstörten sie eines der Säulen. Suko sah wie unzählige, teilweise immens große Stücke auf sie zuflogen, aber auch diese Trümmer blieben ab einen bestimmten Punkt in der Luft stehen. Sie bildeten schon fast einen Halbkreis. Suko begriff schnell und richtete sich wieder hoch und nahm seine Position neben seinem Meister auf. Ontaro atmete laut und langsam aus, das Regenwasser schnalzte seinen Atem und alle Trümmer gingen zurück und richteten die Säulen wieder auf. Suko schloss seine Augen und atmete ruhig ein und aus.
Die nächsten zwei Stunden sollten damit vergehen, dass Suko nichts anderes tat. Der Regen glitt seinen Haaren entlang, drang in seinen Ohren. Das Rauschen beruhigte ihn und den lauten Donner nahm er nur noch dumpf wahr. Alle paar Sekunden zuckten Blitze, doch das ständige erhellen seiner Augenlider brachte ihn nicht aus der Fassung. Auch der Knall, wie eine Säule nach der anderen zerstört wurde und sich anschließend wiederherstellte, brachte ihn nicht aus der Ruhe. Er hörte nur laut seinen Atem und fühlte, wie das Regenwasser durch sein Ausatmen an seiner Nasenspitze peitschte.
Irgendwann ließ die Intensität der Blitze nach. Das Regenwasser auf seiner Haut wurde immer dünner, bis schließlich seine Ohren wieder frei waren und er der Natur lauschen konnte. Der Sturm zog ab und er öffnete seine Augen. Die Ebene war ein riesiger Schlammhaufen und die Säulen ragten weiterhin empor. Suko blickte zu seinem Meister hoch und sah, wie auch dieser langsam aus seiner Meditation erwachte.
Beide sahen sich tief in die Augen. Während Suko breit lächelte, grinste Ontaro cool.


„Suko?“

„Huh?“

„Bist du wieder am Träumen?“, fragte Jayna

„Ähm…naja ein bisschen”, sagte Suko

„Du bist ganz schön häufig am Tagträumen”

„Ich hab mich an meinen Meister erinnert”

„Verstehe… und? Wo gehst du als nächstes hin? Ich weiß, ich hab dich das schon mal gefragt”

„Ähm.. ich weiß es immer noch nicht. Habe mir keine Gedanken darüber gemacht”

„Ok… möchtest du noch etwas mit mir abhängen? Nach dem heutigen Tag möchte ich nicht unbedingt allein sein. Du könntest du mir auch was von deinem Meister erzählen”

„Klar, warum nicht?“, sagte Suko lächelnd und es donnerte am Himmel.

„Na dann folge mir, ich kenne einen ruhigen Ort”

Während beide nebeneinander liefen, fielen die ersten Tropfen vom Himmel.

„Du sagtest vorhin, du hättest dich an deinen Meister erinnert?“

„Äh… ja… als ich noch ein Kind war, da waren wir mitten im Sommer in einem Waldstück. Ein heftiger Sturm zog auf und mein Meister wusste sofort, dass wir schnell wieder den Wald verlassen mussten, da das Unterholz stark getrocknet war. Ein Blitz hätte genügt und wir wären in einem Waldbrand gefangen gewesen. Wir rannten gegen die Zeit zum Waldrand, doch statt uns aus der Gefahr zu bringen, brachte mein Meister uns in eine noch schlimmere Lage. Vor uns erstreckte sich eine große flache Ebene. Wenn wir da durchmarschiert wären, hätten unsere Köpfe ein hervorragendes Ziel für die Blitze abgegeben”

„Und? Was habt ihr gemacht?“

Suko sah sie mit erhobenen Brauen an.

„Naja… wir sind wieder zurück in den Wald und haben abgewartet. Zum Glück ist nichts passiert”, antwortete er verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. Dabei bemerkte er, wie komisch sich seine neue Frisur anfühlte.
Die Regentropfen fielen immer schneller und dichter und Jayna erhöhte ihre Geschwindigkeit. Suko blieb an ihr dran und beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Sie war sehr vertieft in ihren Gedanken und machte einen unglücklichen Eindruck.

„Dein Meister, wie hieß er?“

„Ontaro“

„Und er war auch ein Vagabund, so wie du?“

„Durch ihn bin ich zum Vagabunden geworden. Er hat mir einfach alles beigebracht”

„Verstehe” Sagte sie leise und schwieg auf dem restlichen Wege. Suko war etwas unwohl. Es war das erste Mal, dass er seine Zeit mit einem Mädchen verbrachte. Es fiel ihm schwer eigene Fragen zu stellen.

„Wir sind da” Sagte Jayna nach einigen Minuten und Suko sah einen kleinen Fußgängertunnel und hob eine Braue.

„Hier willst du abhängen?“, fragte er ungläubig.

„Ja, was ist daran auszusetzen, Herr Vagabund?“

„Nichts, ich fühl mich hier wohl, aber… warum willst du ausgerechnet hier abhängen?“

„Ganz einfach“, sagte sie und lehnte sich an die Wand im Tunnel, während sie sich davon in die Hocke herab gleiten ließ.

„Das Regenwasser wird da vorne umgeleitet. Hier kommt kein Tropfen rein. Außerdem muss man flüstern, will man nicht, dass die eigene Stimme hallt“, sagte sie.

Suko ging in den Schneidersitz und lehnte sich ihr gegenüber.

„Ja, das stimmt“, sprach Suko aus Erfahrung.

„Ich bin nicht häufig hier, falls du das denkst, aber gerade an solchen Tagen ist dies ein idealer Ort zum Nachdenken. Es regnet selten und meist sind die Umstände anders, als hierher alleine zukommen”

„Du bist also nicht häufig hier, aber oft genug”

Jayna sah Suko in die Augen.

„Wer war Ontaro?“, fragte Jayna um das Thema zu wechseln.

„Huh?“, machte Suko.

„Du sagtest, dass du durch ihn zum Vagabund geworden bist. Wie kam es dazu? Ich mein, was ist mit deinen Eltern?“

Suko schwieg und blickte hinaus, wo der Regen schon im vollen Gange vom Himmel herab fiel.

„Ich war damals klein. 6 Jahre alt, wenn ich mich recht erinnere. Ich weiß nicht was geschah, aber ich irrte von Tag zu Tag durch die Gegend. Ohne Ziel. Ohne Grund. Einfach so. Ich wusste weder, warum ich das mache, noch wie es dazu kam. Wo meine Eltern sind, wer meine Eltern sind, ich wusste es einfach nicht mehr. Viele Tage vergingen, vielleicht sogar Wochen oder mehr, ich weiß es echt nicht mehr, und dann begegnete ich Ontaro. Er erkannte, dass ich auf mich allein gestellt war und nahm mich unter seine Fittiche”

„Wo ist er jetzt?“

„Ich weiß es nicht. Es war vor ungefähr 2 Jahren. Wir waren in der Nähe von Southville und schlugen dort unseren Rastplatz auf. Es war ein schöner gemütlicher Abend. Doch an jenem Abend war er anders wie sonst. Er war so reumütig und warmherzig. Er sagte, hätte er erneut die Wahl gehabt, mich damals zu treffen, so hätte er sich wieder für ein Leben mit mir entschieden und schenkte mir dies” Suko holte aus seinem Seesack eine Art Medaillon.

Jayna sah das Medaillon und streckte ihre Hand. Suko gab es ihr:
Sie sah darin drei ineinanderschlinge Flammen drauf.

„Wow… hat das irgendeine Bedeutung?“

„Ich weiß es nicht. Vermutlich die drei Sonnen. Am Morgen danach, als ich aufwachte… war ich allein. Über Nacht hat er mich verlassen und ich weiß nicht warum. Seine Spuren hatte er verwischt, er wollte wohl nicht, dass ich nach ihm suche”

Jayna griff sich an den Hals und band ihr Amulett, das an einem dünnen Lederriemen geknotet war, los. Sie trennte das Schmuckstück vom Riemen und band ihm das Medaillon um.

„Was machst du da?“, fragte Suko.

„Hier“, sagte Sie und ging zu ihm, um das Medaillon um seinen Hals zu wickeln.

„Sowas trägt man nicht in der Tasche, sondern möglichst nah bei sich”, meinte sie.

Suko sah auf seine Brust hinab.

„Na also, wer sagts denn. Das letzte Puzzlestück für dein neues Erscheinungsbild”, sagte Jayna triumphierend.

„Jayna… warum tust du das?“, fragte Suko und Jayna verfinsterte ihren Blick erneut.

„Mein Vater war…“, fing Jayna an „…als ich noch ein Kind war, sehr oft auf Reisen – aus beruflichen Gründen. Er ist es eigentlich immer noch, nur nimmt er mich schon seit längerem nicht mehr mit. Wir waren oft in Neo Terk City, ganz selten woanders. Diese Stadt… diese gigantisch riesengroße Monsterstadt… Ich habe sie immer gehasst. Als Kind hat es mir schon immer Angst eingejagt. Ich fühlte mich dort fremd, verloren, überfordert… ich wollte immer so schnell wie möglich nach Hause”

Es donnerte dumpf in der Ferne.

„Dann, eines Tages, waren wir in Easttown. Auch sie war ziemlich groß, aber die Stadt war total anders. Weltoffener, menschenfreundlicher, warmherziger… ich kann mich nur vage an alles erinnern, aber die Leute dort waren so toll… es ging viel zu schnell vorbei und dann waren wir auch schon wieder hier zu Hause. Seitdem waren wir nie mehr in Easttown, auch wenn ich es mir immer gewünscht habe…
Vor ein paar Jahren verstarb meine Mutter und mein Vater wandelte sich zu einem anderen Menschen. Er vernachlässigte mich und seither haben wir ein gespaltenes Verhältnis”

„Das tut mir leid”, sagte Suko.

„Das braucht es nicht. Irgendwann war ich alt genug, um auf mich selbst aufzupassen. Ich ging raus, lernte neue Freunde kennen”

„Heco”, meinte Suko.

„Er war es, der neue Lebensfreude in mir weckte”

„Weiß er auch, dass du Steinreich bist? Weiß das, außer mir, überhaupt irgendjemand?“

Jayna schwieg und blickte hinaus ins Leere.

„Du fürchtest dich davor, dass sie dich nicht so wahrnehmen, wer du wirklich bist, nicht wahr?“

„Als Mutter starb, ging für mich eine Welt unter. Ich war so hilflos, so allein. Mein Vater ließ mich im Stich.. ich fürchte mich vor der Einsamkeit, Suko”

„Jayna was redest du da für einen Unsinn? Weist du überhaupt wie groß die Welt ist? Du könntest überall hingehen und neue Menschen kennenlernen. Du könntest nach Easttown gehen, was gar nicht einmal soweit von hier entfernt ist, wie ich gehört habe. Nur einige Tagesmärsche entfernt…angeblich”

Jayna sah ihn an.

„Ich wünschte ich könnte, ich bin aber nicht so wie du”

„Was hat das mit mir zutun? Jayna, du bist ein bildhübsches Mädchen und eine ausgesprochen mutige dazu. Das Feuer das ich in dir heute gesehen habe, zeigt mir, dass in dir mehr drinsteckt.
Und mit dem Geld, was du hast, lässt sich einiges leichter bewältigen. Du könntest jemanden anheuern, der dich dahinfährt”

„Für dich klingt alles so leicht. Du machst sowas schon seit deiner Kindheit. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich kann nicht einfach so ohne Weiteres abhauen”

„Warum nicht? Wem gegenüber bist du denn verpflichtet? Deinem Vater? Heco?“

Jayna schwieg.

„Jayna… irgendwann kommt der Moment, wo du an einem Punkt angelangt bist. Spätestens da fällt die Entscheidung, ob du den Rest deines Lebens in einem Käfig verbringen möchtest oder deinen eigenen Weg gehen wirst”

„Wann soll dieser Moment sein?“

„Wer sagt, dass dieser Moment längst nicht war? Das Leben ist nicht bei jedem gleich. Es geht hier um dein Wohlbefinden, da kannst du auf andere keine Rücksicht nehmen. Jayna, von der ganzen Truppe bist du diejenige, die allen weit voraus ist. Nimm dein Leben selbst in die Hand. Das hast du schon mal getan, als dein Vater sich nicht mehr um dich kümmerte. Du könntest es wieder tun. Aber sei froh, es ist noch nicht zu spät”, meinte Suko und grinste.

„Willst du mir sagen, du würdest mich mitnehmen?“

„Wenn es dir wichtig ist, klar, für den Anfang kann ich dir auch ein paar Tricks zeigen”

Jayna sprang auf Suko und umarmte ihn.

„Hey hey, ist ja schon gut“, sagte Suko verlegen und erwiderte die Umarmung mit einem sanften Klopfen auf ihren Rücken, doch statt loszulassen drückte sie immer fester. Suko zögerte nicht und erwiderte den Druck. Er spürte, wie sie auf seine Schulter weinte und streichelte ihren Rücken.

Draußen donnerte es weiterhin dumpf. Das Gewitter zog langsam an ihnen vorbei, doch es regnete weiterhin stark. Plötzlich spürte Suko, wie Jayna irgendwas an seiner Halsgegend machte. Zunächst zuckte er ein bisschen, doch dann verstand er, dass sie an seinem Hals knabberte. Suko fletschte mit den Zähnen. Er musste sich beherrschen. Wollte sie fragen, was sie da eigentlich genau macht, doch es kitzelte auf furchtbare Weise und doch fühlte es sich angenehm an. Er brachte es nicht zustande ein Wort von sich zu geben. Stattdessen krallte er sich an ihrem Korsett fest.
Jayna setzte zwischenzeitlich ihre Zunge ein und arbeitete sich hoch zu seinem Ohr. Suko zappelte bereits mit seinen Zehen und starb tausend Tode.
Zu seinem Glück ließ Jayna nach kurzer Zeit ab und richtete ihren Kopf auf seine Blickhöhe. Sie sahen sich einander an, nur anders als Suko es bisher kannte. Sie atmete stoßartig und bewegte ihre Lippen auf und ab. Und dann berührten sich ihre Lippen.
Sukos Körper war elektrisiert. Es kribbelte überall und er befand sich in einem tranceähnlichen Zustand. Zuerst küssten sie sich zärtlich, dann immer wilder, bis schließlich Jaynas Zunge in seinen Mundraum eindrang. Suko begriff nicht was da gerade passiert, aber nach wenigen Sekunden schloss er seine Augen und passte sich ihrem Rhythmus an. Währenddessen bewegte Jayna ihre Hüften vor und zurück. Was sie da genau tat, war für Suko nicht begreiflich, allerdings spürte er, wie sein Gemächt darauf reagierte. Jayna stöhnte hin und wieder leicht. Ein Laut, dass Suko in der Form noch nie gehört hatte. Zunächst vermutete er, dass sie Schmerzen dabei empfand, umso unerklärlicher war es für ihn, warum sie sich überhaupt an ihm rieb, bis er sich selbst dabei ertappte, wie er kurz einen Seufzer von sich gab. Jayna stoppte den Kuss, biss sich selbst auf die Unterlippe und atmete heftig.

„Du machst mich richtig wild“, flüsterte sie.

„Oh Scheiße, tut mir leid, das wollte ich nicht”

„Halt die Klappe“, sagte Jayna und küsste ihn noch wilder und bewegte ihre Hüften noch schneller, noch fester. So fest, dass Sukos Genitalbereich tatsächlich leicht schmerzte.

„Oh ihr Götter“, sagte Jayna stöhnend.

Oh ja, deren Hilfe konnte Suko gerade im Moment gut gebrachen, dachte er sich. Selten war er als Mensch so überfordert, wie jetzt. Und dann hielt Jayna inne. Ein letzter sanfter Kuss und Jayna wich mit ihrem Kopf zurück. Ihre Blicke kreuzten sich. Suko schluckte kräftig, denn ihr Blick war fordernd, fast schon gierig.

„Ich will ficken”, sagte sie.

Suko blieb cool. Er fasste die Ereignisse des heutigen Tages zusammen, analysierte in Gedanken und kombinierte logische Schlussfolgerungen. Schließlich kam er zum Entschluss, dass Jayna wohl meint, dass sie großen Hunger hat, genau wie er.

„Ok“, sagte er fröhlich.

Jayna schmunzelte. War ja klar, dass er bei ihrem Angebot nicht nein sagen würde. Sie stand auf, und half ihm hochzukommen, dann drückte sie ihn gegen die Wand. Gierig hauchte sie ihren Atem auf Sukos Lippen, der starr vor Angst sich kaum bewegte. Jayna knutschte ihn ein weiteres Mal, bis sie sich an seinem Hals entlang bewegte, ihn am Brustansatz küsste und anschließend in die Knie ging. Verblüfft blickte Suko hinab und sah, wie Jayna seine Hose öffnete.

„Was tust du da?“, fragte er ängstlich.

Eher er eine Antwort bekam, hatte Jayna bereits seinen Penis in der Hand und führte ihn zu ihrem Mund. Der erste Kontakt presste Suko die Luft aus seinen Lungen und er knallte mit dem Kopf gegen die Wand. Die Hände zu einer Faust bildend und gegen die Wand hämmernd, versuchte er tief nach Luft zu schnappen. Während Jayna ihre Zungenfertigkeit gekonnt einsetzte, trug Suko den härtesten Kampf seinen bisherigen jungen Lebens. Es kitzelte unerträglich, kribbelte bis zu seinem Rückenmark und betäubte seine Fingerspitzen. Kontrolliertes Atmen war für ihn nicht mehr möglich. Jayna saugte immer stärker, bewegte ihren Kopf und ihre Hand immer schneller, drückte fester zu. Sekundenschnell brach Sukos Gesicht in Schweiß aus, er biss sich kräftig auf die Zähne, atmete immer stoßartiger. Er wusste nicht, wie es um ihn gerade geschieht. Sein Körper reagierte nicht mehr auf seinen Willen. Er fühlte sich ausgeliefert. Jayna stöhnte immer lauter, immer gieriger. Irgendwas geschieht mit Suko und er konnte dies alles nicht verstehen. Er wollte sich wehren, etwas dagegen tun, doch wusste er mit dieser Situation nicht umzugehen, wusste nicht, was sein Körper da gerade empfindet. Langsam streckte er seinen Kopf. Seine Augen blickten zur Decke, spannte sämtliche Muskeln am Körper, presste die Luft raus, starrte aggressiv ins Leere bis seine Augen glühend leuchteten.

„Jay…naaaa“, presste er heraus, als das Kribbeln seines Körpers den Höhepunkt fand und er die Kontraktion spürte.

Plötzlich ließ Jayna von ihm ab, keuchte und würgte. Hastig spuckte sie ihren Mundinhalt aus und griff sich schluchzend an die Kehle. Sie schien kaum Luft zu bekommen, und als sie endlich wieder einatmete, stieß sie den Atem mit einem Lauten Schrei wieder aus.

„Was.. Jayna was hast du?“, fragte Suko in seiner Verzweiflung und bemerkte den Rauch, der aus ihrem Mund austrat, und nahm den Geruch von kochendem Fleisch.

Jayna schrie noch immer und spuckte weiter verzweifelt. Suko wollte ihr irgendwie helfen, doch dann richtete sie sich auf, stieß ihn zur Seite und lief davon.

„Jayna warte!“, schrie Suko ihr nach und stolperte bei seinem ersten über seine heruntergelassene Hose, und fiel zu Boden.

„Verdammt“, zischte er und zog hastig die Hose hoch, als er sein Ejakulat neben ihm erblickte. Völlig konfus stellte er sich die Frage, was das Zeug ist und ob das wirklich aus ihm kam. Rasch kam er wieder zu sich und rannte Jayna nach. Mehrmals rief er ihren Namen, blickte in alle Richtungen. Es regnete immer noch in Strömen und machte es ihm schwer irgendwelche Spuren zu deuten. Er versuchte sich zu konzentrieren, vielleicht konnte er ihre Aura spüren, doch seine Gefühle waren zu aufgewühlt. Er suchte weiter verzweifelt. An jeder Ecke blickte er weit, rief nach ihr. Suchte nach irgendwelchen Hinweisen, doch letztendlich musste er aufgeben. Jayna war verschwunden. Zähnefletschend bündelte er seine Wut in seiner Faust.

„Verdammte Scheiße!“, schrie er und hämmerte seinen Feuerball auf die Pfütze vor ihm, das sofort verdampfte.

Plötzlich vernahm er Geräusche. Suko hat irgendwelche Aufmerksamkeiten auf sich gerichtet.
Auf dieses Theater hatte er keinen Bock, so zog er sich zurück und lief einfach der Straße entlang. In Gedanken vertieft bemerkte er nicht, dass er bereits verfolgt wurde.


Terry

Kamikaze

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Wohnort: Franken

Beruf: Elektrotechniker

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Dienstag, 17. April 2012, 16:19

„So, dann wollen wir uns mal abtrocknen“, sagte Ontaro, nachdem sie die Ebene verlassen hatten.

Er holte das miefige Handtuch aus seinem Seesack und wollte gerade Suko abwischen, als er bemerkte, dass der kleine Junge am ganzen Leibe bereits trocken war.

„Hast du dich selbst abgetrocknet?“, fragte er.

Suko sah sich unter den Achseln abwechselnd an.

„Guter Trick, was?“, antwortete der Kleine breit grinsend.

„Hmmm…“, machte Ontaro und kratzte sich am Bart „Manchmal kann Feuermagie in der Tat äußerst nützlich sein. Naja, umso besser”, sagte er und trocknete sich selbst ab.

Während Ontaro sich an jeder Körperstelle abtrocknete, grübelte Suko nach.

„Brummbär? Warum sind wir nicht im Wald geblieben?“

„Hmm“, brummte Ontaro „Zu dieser Jahreszeit ist der Wald sehr trocken. Die Gefahr ist groß, dass ein Blitz einen Waldbrand entfacht. Dann säßen wir in ernsten Schwierigkeiten”

„Aber ich hätte diesen Waldbrand aufhalten können!“, schmollte Suko

„Oh-oh“, dachte Ontaro, der die anstauende Wut des kleinen Feuerbändigers bemerkte. Augenblicklich ging er in die Knie, um den Jungen zu besänftigen.

„Hör zu. Eines Tages wirst du sowas bestimmt können. Du musst aber Vieles noch lernen und noch viel wichtiger: Vieles verstehen”, sagte er und streichelte sanft den Kopf des Jungen.

„Du kannst ein Lagerfeuer auslöschen, keine Frage. Aber ein Waldbrand ist eine ungeheure Kraft. Sieh her”, sagte Ontaro und bändigte einen kleinen Stein herbei.

„Stell dir vor, dieser Stein wäre ein kleines Feuer. Hier nimm”, sagte er und gab es Suko.

„Siehst du, du kannst es ohne Probleme in der Hand halten, aber dieser Fels hier…“, sagte Ontaro und schlug seine Faust zum Boden. Wenige Meter neben ihnen entstand ein großer Felsen. „…ist viel zu schwer. Du bist noch viel zu klein um ein Feuer dieser Größe zu bändigen. Doch das ist keine Schande. Denn das ist das, was du anstreben sollst. Du wirst von Tag zu Tag immer größer und immer stärker. Schon sehr bald wirst du in der Lage sein auch ein sehr großes Feuer zu kontrollieren. Aber…“, sagte Ontaro und zeigte mit seinem Finger auf den Horizont, wo sich eine große Bergkette kilometerweit erstreckte.

„…sowas hier, ist selbst für einen großen Meister nur schwer zu beherrschen. Nicht jeder kann das, verstehst du?“

„Nicht mal du?“, fragte Suko.

„Nicht mal ich. Denn das Jamodenon verleiht uns nicht nur große Macht, es verlangt eine Wertschätzung. Du kannst nicht einfach so mit deinem Feuer durch die Gegend fuchteln, am Ende könnte es nämlich dich selbst vernichten”

„Was?“, reagierte Suko ängstlich.

„Ja, denn wir sind Menschen. Wir sind sterblich. Also nichts Besonderes. Wir sind Teil dieser Natur und die Natur kann zerstörerisch sein. Dann liegt es in deinem gesunden Menschenverstand, ob du der Gefahr aus dem Weg gehst oder Blind deinem Tod begegnen möchtest.
Ich könnte versuchen einen riesengroßen Berg zu bändigen, aber ich könnte dabei zermalmt werden. Ein Wasserbändiger könnte versuchen den Ozean zu bändigen, könnte aber dabei ertrinken. Du mein kleiner Freund, kannst schlimmstenfalls verbrennen”

„Aber das geht doch gar nicht“, meinte Suko.

„Nein, solange du darauf aufpasst”, sagte Ontaro und strubbelte an Sukos Haaren.

„Noch etwas…“, sagte Ontaro und mahnte mit seinem Zeigefinger „…Das Feuer kann ziemlich gefährlich sein. Du musst immer darauf achten, dass andere Menschen nicht versehentlich zu Schaden kommen. Sei immer allzeit konzentriert. Du kannst es dir nicht leisten, einen Moment abgelenkt zu sein, verstehst du was ich mein?“

„Ja, alter Brummbär“, nickte Suko und presste grinsend seine Lippen zusammen.


Suko blieb stehen und betrachtete seinen rechten Unterarm, nahe am Ellbogen, wo sich eine große Brandnarbe befand.

„Scheiße“, fluchte er leise.

„Scheiße gelaufen was?“, sprach eine bekannte Stimme hinter ihm. Suko drehte sich um und erblickte unweit entfernt Cedan.

„Was tust du hier?“, fragte Suko.

„Ich lebe hier”

Für ein paar Sekunden schwiegen beide. Bis Cedan die Stille brach.

„Was hast du Jayna angetan?“

Sukos Mimik verfinsterte sich leicht und er schluckte kräftig runter.

„Was hast du alles mitbekommen?“

„Ich habe euch verfolgt, nachdem wir uns alle getrennt haben. Die beiden Mädchen wollten mich nicht in ihrer Nähe haben und ich wollte nicht nach Hause, nicht allein sein. Ich hab euch beobachtet, wie ihr euren Spaß beim Einkaufsbummel hattet. Was ist das für ein Spiel, das du hier treibst?“

„Diese Klamotten hier, habe nicht ich bezahlt.”

„Ich weiß. Ich weiß alles über Jayna.”

Nun wurde es Suko unheimlich.

„Seit ich sie das erste Mal sah, habe ich mich unsterblich in sie verliebt. Ich hätte alles für sie getan. Aber was will so eine tolle Frau von so einem Loser wie mich? War ja klar, dass sie sich an Typen wie Heco interessiert. Doch dieses Arschloch misshandelt sie nur wie ein Stück Dreck. Und dann kamst du.”

„Wie lange hast du uns nachspioniert?“

„Bis zum Tunnel. Als ihr euch geküsst habt, konnte ich das nicht mit ansehen. Musste weg. Dann hörte ich sie schreien und ich eilte zurück, doch als ich ankam, wart ihr verschwunden. Hast du sie vergewaltigt?“

„Was habe ich?“, schon wieder ein komisches Wort, dachte sich Suko.

„Hast du sie vergewaltigt?!“, verlieh Cedan seinen Wort Nachdruck.

Suko kniff die Augen zusammen und dachte scharf nach, was er damit meinte.

„Ob du sie ficken wolltest man!“, wurde Cedan lauter.

„Achso, ja, sie wollte mich zum Essen einladen, doch irgendwie lief da etwas schief.”

Cedan blickte verdutzt.

„Cedan glaube mir, ich hätte nichts getan, was ihr weh getan hätte. Ich bin ihr extra nachgerannt, wollte wissen was mit ihr los war, was ich falsch gemacht habe. Doch sie war einfach weg.”

„Ja… so ist sie. Sie kennt hier jeden Schlupfwinkel wie kein anderer. Ist sie einmal fort, findet sie niemand”, seufzte Cedan „Na gut. Ich glaube dir.”

Suko atmete vor Erleichterung tief durch.

„Ok, solltest du sie sehen, sag ihr, dass es mir wahnsinnig leid tut und das es keine Absicht war.”

„Wo willst du hin?“

„Zum Northpoint. Ich brauch ne Abkühlung.”

„Du läufst gerade nach Süden zur abgelegenen Hütte.”

Suko blieb stehen. Sah nach links und rechts, wo jeweils ein Weg nach irgendwohin führte.
Er entschied sich für den rechten Weg.

„Wo läufst du jetzt hin? Sagmal, hast du von Himmelsrichtungen überhaupt eine Ahnung?“

Suko blieb erneut stehen und warf Cedan einen mürrischen Blick zu.

„Komm mit, ich begleite dich zur Stadtgrenze”, sagte Cedan und winkte ihn zu sich.
Suko gehorchte und sie liefen dann nebeneinander.

„Warum hilfst du mir?“, fragte Suko.

„Für einen Wildfremden, warst du einer der ganz wenigen, der nett zu mir war. Dies ist die Möglichkeit mich bei dir zu bedanken.”

„Ein einfacher Händedruck hätte das auch getan.”

„Ich glaub du kapierst es immer noch nicht. Sollte Jayna irgendwas zugestoßen sein, ist hier die Hölle los und du bekommst ein ernsthaftes Problem.”

Suko gab kein Kommentar mehr ab. Er schwieg und folgte ihm einfach.

„Zum Northpoint gelangst du über die Fähre. Lass uns eine Abkürzung nehmen. Die Gefahr, das wir zufällig Heco und Nubert begegnen ist in so einer Kleinstadt recht hoch und die beiden sind auf Steem.”

„Dieses Steem.. was genau bewirkt das eigentlich?“, fragte Suko, als sie um die Ecke in eine Gasse abbogen.

„Es ist das genaue Gegenteil von Dredd. Steem puscht den Körper auf. Man wird aktiver, fühlt sich unverwundbar und alles um einen erscheint wie eine Party. Leider sind die Nebenwirkungen gravierender. Paranoia, Angstzustände, man spürt keine Schmerzen, obwohl man welche haben sollte, man ist tagelang wach, auch wenn man müde ist und einschlafen möchte. ”

„Aha.. und was macht man dagegen?“

„Das ist ja das Dumme. Gar nichts! Der Körper baut es mit der Zeit ab, aber bis dahin ist mit uns nichts anzufangen. Früher war es nur das Dredd, aber Heco besorgt seit einiger Zeit immer häufiger Steem. Bis zum heutigen Tag hat ihm niemand widersprochen. Was wir da tun, ist echt gefährlich, aber niemand hört auf mich. Stattdessen nehmen wir es in Kauf, dass wir rumhängen wie Leichen. Und vermutlich sogar welche werden.”

„Und du tust es nur, um Jayna zu imponieren.”

Cedan blieb stehen, packte Suko am Kragen und drückte ihn gegen die Wand.

„Was weißt du denn schon?“, fauchte Cedan. „Tag für Tag zerbreche ich mir den Schädel, was ich unternehmen kann. Lese Zeitschriften, die vermeintliche Tipps geben. Doch am allermeisten kotzt mich das an, dass niemand auf meiner Seite ist. Ich habe niemanden, den ich um Hilfe bitten könnte. Außerdem, sieh mich an!“, sagte Cedan und ließ Suko abrupt los.

„Ich stecke bedauerlicherweise in einem Körper fest, der physisch nicht in der Lage ist, es gegen Heco und Nubert aufzunehmen. Sieh dir mein Gesicht an! Nenn mir eine Frau, die sich in das hier verlieben könnte! Und schau dir meine Klamotten an! Schon Scheiße, wenn die eigenen Eltern einen finanziell nicht unterstützen können, und einen Job finde ich in dieser Stadt auch nicht!“

„Weißt du, über Klamotten habe ich mir nie Gedanken gemacht. Und was ist an deinem Gesicht auszusetzen? Du bist ein weitaus hübscherer Kerl als die anderen und großartig viel Geld besaß ich auch noch nie.” Suko musterte Cedan. „Und blöd scheinst du eigentlich auch nicht zu sein. Hör dir mal selber zu, du redest wie gedruckt. Warum fängst du damit nichts an?“

„Was soll ich damit schon machen? Glaubst du, dass es die anderen beeindruckt, wie viel ich gelesen habe?“

Suko verdrehte die Augen. „Vielleicht fängst du damit an, dass du nicht alles auf die anderen beziehst. Ich würde mir da nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.“

„Du bist auch anders als ich! Du trottest von Stadt zu Stadt und ich lebe hier. Alle kennen mich hier und niemand anders will mit mir zutun haben. Du bist neu und vermutlich wirst du hier genauso gehasst, wenn du dich hier länger aufhalten würdest.”

„Und warum hasst dich Jayna dann nicht?“

Cedan war den Tränen nahe und konnte nicht antworten, stattdessen sah er zu Boden.

„Jayna weiß, dass in deinem Kern ein großartiger Junge steckt. Sie ist nur mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, deshalb kann sie auf deine Hilferufe nicht reagieren. Dafür musst du schon selbst sorgen.”

„Ich tue ja nichts anderes.”

„Vielleicht ist es mal an der Reihe, etwas anderes zutun.“

„Und das wäre?“

„Aufzuhören dir selbst einzureden, dass du nichts ändern kannst. Du bist vielleicht kräftemäßig den anderen unterlegen, aber wie sie mit dir umgehen musst du dir noch lange nicht gefallen lassen.”

„Ich hab aber Angst meine Freunde zu verlieren.”

„Es tut mir leid dir das so sagen zu müssen, aber wenn das deine einzigen Freunde sind, dann hattest du noch nie wahre Freunde. Wovor du dich am meisten fürchtest, ist die Einsamkeit.”

Cedan blickte in Sukos Augen. Suko konnte durch den Regen nicht erkennen, ob Cedan Tränen vergoss, aber das Zucken an seinen Lippen verriet es.

„Natürlich habe ich Angst davor, wer hat das nicht? Du etwa!? Oh, ich vergaß, du bist ja bereits allein.”

„Ja, das bin ich. Aber ich liebe mein Leben. Weil ich jeden Tag immer was Neues erlebe und auch neue Menschen kennenlerne, so wie dich.”

„Siehst du und genau da liegt das Problem. Ich fühle mich hier gefangen. Ich will eigentlich weg, kann es aber nicht.”

„Weil du es nicht kannst oder weil du es nicht willst?“

Cedan stotterte zunächst, ließ es aber sein zu antworten.

„Was wirst du tun, wenn Jayna eines Tages die Stadt verlässt und niemandem einen Hinweis ihres Aufenthalts hinterlässt? Ihr völlig ziellos nachrennen? Bis eure Wege sich eines Tages kreuzen?“, sagte Suko und verfluchte in Gedanken seinen Meister.

Cedan blickte abwechselnd nach links und rechts.

„Soweit hast du noch gar nicht gedacht, stimmts? Na dann Glückwunsch“, sagte Suko und legte eine Hand auf Cedans Schulter.

„Das Leben besteht nur aus Veränderungen. Du bist gerade deshalb so unglücklich, weil du die größte Veränderung verpasst hast.”

„Und was wäre das gewesen?“

„Dein Nest zu verlassen. Du hast den Sprung versäumt, aber irgendwann wird der Moment wieder kommen. Spätestens da wirst du eine Entscheidung treffen, die du längst hättest treffen sollen – ob du willst oder nicht.”

„Was ist, wenn es schon zu spät ist?“

„Es ist nie zu spät, es wird nur immer komplizierter.”

Cedan blickte traurig und atmete tief ein.

„Nimmst du mich mit?“, fragte er daraufhin.

„Hä?“, machte Suko.

„Du könntest mir ein paar Tricks zeigen und solche Dinge, wie man alleine zurechtkommt und sowas.”

Suko lief die Gasse weiter und ließ Cedan hinter sich.

„Hey, warte auf mich! Bitte man! Du wärst meine Rettung!“, rief Cedan und lief ihm hinterher.

„Ich bin keine Rettung für irgendjemanden. Das schaffst du schon allein.“

„Wie denn? Ich weiß noch nicht einmal, wie ich anfangen soll.“

„Och, das ist ganz leicht. Ist wie pinkeln. Nimm einfach deinen Schwanz raus und lass es laufen.”

„Wie soll ich das nun verstehen?“

„Das du einfach deinen eigenen Weg gehen sollst. Das liegt in der Natur des Menschen, du wirst schon alleine zurechtfinden”, antwortete Suko, der in Gedanken leicht in Panik ausbrach.

„Aber ich kann nicht mal hier auf mich selbst aufpassen, wie soll ich es dann da draußen in der großen weiten Welt schaffen?“

„Weil genau da das Problem liegt, der Mensch ist nicht dafür geschaffen, an nur einem Ort zu hängen“, meinte Suko, der nun alles dafür tat, nur um nicht von Cedan gestalkt zu werden. Soll doch dieser weiterhin Jayna heimlich spionieren.

„Erzähl keinen Blödsinn. Der Mensch ist ein Herden- und Lerntier, du wärst für mich der ideale Lehrpartner. Komm schon!“

„Hör mal, ich gehe zum Northpoint, du wirst dort keinen Tag mit deinem Outfit die Kälte überstehen.”

„Und was ist mit deinem? Das ist auch nicht gerade Wintertauglich.”

Suko knirschte mit den Zähnen.

„Du hattest auch schließlich deinen Meister, du könntest nun mein Meister werden. Komm schon, man!“, flehte Cedan ihn an.

Langsam brachte der Junge Suko zur Weißglut. Insgeheim begann er einen Plan zu schmieden, Cedan allerspätestens an der Stadtgrenze loszuwerden. Einige Meter sind sie nun gelaufen. Die Gasse schien unendlich zu sein. Als er weiter vorne ein paar Geräusche vernehmen konnte.

„Komm schon Suko, ich bitte dich! Was ist denn schon dabei!?“

Suko blieb stehen und hob seine Hand hoch.

„Deine erste Lektion fürs Leben sollte sein, nicht so laut zu schreien.”

Cedan bemerkte, dass sich ihnen Personen näherten. Zu seinem Bedauern erkannte er sie.

„Cedi, Cedi, Cedi… dich hört man ja selbst bei Regenwetter bis nach Southville”, sagte Heco spöttisch.

„Oooh Scheiße“, fluchte Cedan leise „bei allen Zufällen, muss das ausgerechnet das hier und jetzt sein?“

„Hey Cedan, willst du uns deinen neuen Freund nicht vorstellen?“, fragte Nubert, und Heco fing an Suko genauer zu betrachten.

„Suko?“, gab er daraufhin verwundert. Nubert sah zunächst zu Heco und dann rüber zu Suko.

„Tatsächlich! Er ist es wirklich!“, bestätigte er und stupste mit seinem Ellbogen Heco an.

„Ich wusste, dass mit dir etwas nicht stimmt! Du hast uns von Anfang an verarscht!“, schrie Heco und zuckte sein Messer, was Nubert ihm nachtat.

„Cedan, für deinen Verrat wirst du nachher aufkommen. Geh zur Seite, damit wir diese falsche Ratte abschlachten!“, befahl Heco.

Nubert blickte leicht besorgt. Er wusste nicht, ob Heco das ernst meinte. Suko hingegen blickte finster und rührte sich kaum. Es schien, als wäre er wenig beeindruckt. Plötzlich stellte sich Cedan vor ihm und ging in Kampfposition. Heco und Nubert stockte kurzzeitig der Atem. Sie blickten einander und richteten ihre Aufmerksamkeit wieder zu Cedan.

„Cedan, was soll das werden?“, fragte Heco.

„Ihr werde Suko in Ruhe lassen!“

„Sonst was?“, drohte Nubert.

„sonst werde ich deinen Arsch wegtreten!“

„Was tust du da?“, fragte Suko ruhig.

„Eine Entscheidung treffen“, antwortete Cedan.

„Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, die Art von Entscheidung zu treffen.”

„Ja, ich hätte es längst tun müssen, nun ist es kompliziert, wie du sagtest.”

„So war das nicht gemeint.“

„Cedan.. hast du den Verstand verloren?!“, daraufhin Nubert „Geh zur Seite, du Spinner!”

„Komm doch her und versuch mich zur Seite zu schieben!”

„Cedan.. langweil mich nicht und geh aus dem Weg!“, maulte Heco.

„Gegen dich habe ich keine Chance Heco, aber was ist mit dir Nubert?“

„Wie war das?“, fragte Nubert.

„Gegen dich Arschgeber nehme ich es mit links auf!”

Nubert fiel die Kinnlade runter.

„Was ist? Traust du dich etwa nicht, du Schisser!“

„Cedan, ich weiß nicht welche Floskeln dir der Straßenjunge in den Kopf gesetzt hat, aber hör auf mich zu nerven und unterlass diese Beleidigungen!”, sagte Nubert und fuchtelte mit seinem Messer.

„In einem Kampf Mann gegen Mann würde ich dich so fertig machen!”

Cedan wirkte entschlossen wie nie.

„Pass auf, was du sagst! Ich schwöre, dass ich dich umbringen werde, du Schwuchtel!“

„Ich bin nicht schwul! Sobald ich mit dir fertig bin, werde ich deine Mutter ficken!“

Heco hielt die Luft an. Nubert war geschockt und riss die Augen weit auf.

„Du willst seine Mutter zum Essen einladen?“, fragte Suko, der ohnehin mit allen Fluchwörtern überfordert war.

In Rage stürmte Nubert vor, holte mit dem Messer weit aus. Cedan hechtete sich vor, kollidierte mit Nubert, dass dieser sein Messer fallen ließ. Beide wälzten sich auf dem nassen Boden hin und her. Zwischendurch schlug Nubert mit den Fäusten auf Cedan ein. Voller Adrenalin, spürte Cedan keinen Schmerz, wich nicht zurück und schlug selbst mehrere Male mit den Fäusten zu.

Heco wollte eingreifen, doch als er kurz zu Suko rübersah, hielten ihn dessen finsterer Blick und geballten Fäuste zurück. Sollte Heco jetzt irgendetwas tun, was den Kampf beeinträchtigte, würde Suko eingreifen. Heco erinnert sich noch gut an Sukos Kraft. Selbst auf Steem zitterte seine Hand mit dem Messer darin.

Währenddessen erlangte Cedan die Oberhand und verfestigte Nubert unter sich. Augenblicklich schmetterte er seine Faust mehrmals auf ihn nieder. Triumphierend brüllte er seine Rage heraus. Schlug weiter und weiter auf ihn ein.

„Cedan! Du bringst ihn noch um!“, schrie Heco in der Hoffnung, dass sein Blitzgedanke aufgehen würde.

Cedan hielt inne, und Suko schloss bedauernd die Augen.

Nubert nutzte die Gelegenheit und stieß Cedan von sich. Hastig kroch er auf sein Messer zu, packte es und hechtete auf den verwirrten Cedan zu. Cedan schrie vor Angst, während er versuchte das Messer abzuwehren. Doch ein Ellbogenschlag in die Magengegend brach seine Deckung und Nubert stach ihm in die Brust. Cedan hickste. Erschrocken sah Nubert ihm in die Augen.

Dann ging ein Ruck durch ihn, und er riss das Messer heraus. „Du Hurensohn hast mir meine Nase gebrochen!“, schrie er und stieß ein weiteres Mal zu.

Während Heco diesen Schockmoment verinnerlichte, blickte er nochmal zu Suko, der weiterhin auf ihn fixiert war.

„Nub… komm sofort zu mir. SOFORT!“

Nubert zog das Messer wieder heraus und richtete sich langsam auf. Völlig aus dem Gleichgewicht stolperte er zu Heco hinüber.

„Ich habs getan, Heco. Ich habs getan… ich habe einen Menschen getötet. Ich habs getan“, sagte er verstört.

Cedan rang unter Schmerzen nach Luft. Suko ging zu ihm, was die anderen beiden nervös beobachteten. Vorsichtig hob er Cedans Kopf und nahm seine Hand.

„Suko… es… es tut so höllisch weh”, stotterte Cedan. Blut quoll bei diesen Worten aus seinem Mund, ebenso wie aus den Wunden in seiner Brust.

Suko betrachtete den zerstochenen Oberkörper. Es sah nicht gut aus.

„Werde.. werde.. ich jetzt sterben?“, fragte Cedan ängstlich.

„Ich fürchte, ja“

„Oh ihr Götter… ich will aber noch nicht sterben“, winselte Cedan.

Suko fühlte sich überfordert. Was sollte er tun? Er versuchte nachzudenken, während Cedan weiterhin nach Luft schnappte. Bei jedem Atemzug blubberten die Löcher in seiner Brust.

„Suko, ich bin noch viel zu jung um zu sterben.”

„Mein Meister sagte mir…“, begann Suko zu lügen, „…das man im Moment seines Todes nicht bedauern soll, dass man viel zu früh geht, sondern sich daran erinnern soll, was man erreicht hat. Du warst sehr männlich, mein Freund.”

Cedan grinste, während Blut aus seinem Mundwinkel austrat.

„Ja… das war ich wirklich. Ich hab ihn voll fertig gemacht, nicht wahr?“

„Oh ja. Er hatte keine Chance. Du hast ihn eindeutig besiegt”

„Jayna wäre beeindruckt, nicht wahr?“

„Du kannst auf dich stolz sein”

„Das.. bin ich… das… das….” Cedan hörte auf zu atmen.

„Ich habs getan Heco!“, wiederholte Nubert „ICH HABS GETAN!“

„Gut gemacht, gut gemacht und jetzt bring ihn da auch um!“

„Was?“, fragte Nubert geschockt.

„Na los.. mach ihn kalt!”

„Aber…“

„MACH SCHON! TU WAS ICH DIR SAGE!“, schrie Heco und schubste ihn vor.

Auf zittrigen Beinen und das Messer mit beiden Händen festhaltend, ging er langsamen Schrittes auf Suko zu. Suko hingegen schenkte ihm keine Beachtung. Die toten Augen Cedans schloss er vorsichtig mit seinen Fingern und entledigte ihn seiner Handschuhe.

Nervös beobachteten Heco und Nubert, was Suko da gerade tat. Er zog sich die Handschuhe über und zog sie straff. Dann bildete er die Fäuste, dass man das Dehnen des Leders hören konnte. Die Handschuhe saßen perfekt. Endlich richtete er sich auf und widmete seine volle Aufmerksamkeit Nubert. Der zitterte am ganzen Leibe atmete mehrmals hastig und lautstark.

„BRING IHN UM!!!“, schrie Heco hinter ihm, worauf Nubert zuckte.

„Heco, du hast jeden Menschen in deinem Umfeld Leid zugefügt. Du versuchst deine Furcht vor Einsamkeit durch eine Fassade zu verdecken und manipulierst jeden, um deine Schwäche zu vertuschen”, sprach Suko.

Heco blickte ihn hasserfüllt, aber ängstlich.

„Du bist es nicht Wert bemitleidet zu werden. Das Unvermeidbare hat dich bereits eingeholt.”

„TÖTE IHN!!!!“, schrie Heco wutentbrannt.

„Und du Nubert…“, richtete Suko seine Worte auf ihn und sah finster in seine Augen „…von allen Menschen, denen ich begegnet bin, bist du die armseligste Figur. Ohne Rückgrat, ohne Würde, kein eigenständiges Dasein.”

Nubert zitterte noch heftiger, seine Knie schlotterten buchstäblich.

„Ihr beide seid Abschaum und habt den Tod verdient!“

Hecos Gesicht wechselte vor schäumender Wut in Furcht und Nubert klapperte wild mit den Zähnen.

„Mein Meister lehrte mich, dass ich nicht das Recht habe, über das Leben anderer zu entscheiden. Deshalb überlasse ich euch die Entscheidung. Geht! Verschwindet und lebt euer jämmerliches Leben… oder kämpft”, mit dem letzten Wort spannte Suko seine Muskeln bedrohlich.

„doch seid gewarnt. Ich bin kein Gegner wie die Truppe heute Mittag. Lebt, oder stirbt! Entscheidet, jetzt!“

„NA LOS, MACH SCHON, MACH IHN KALT!“, schrie Heco und schubste Nubert kräftig.

Stolpernd raste Nubert auf Suko zu, das Messer weiterhin fest im Griff, und holte weit aus. Ein diagonaler Schwung, und er würde Suko den ganzen Körper aufschlitzen. Plötzlich schoss ihm eine heiße Druckwelle entgegen. Kraftvoll schleuderte sie Nubert weit nach hinten an Heco vorbei. Er krachte zwischen Mülltonnen und herumliegenden Kartons auf den Boden. Heco, der Nubert rechtzeitig hatte ausweichen können, spürte die Hitzewelle ebenfalls. Ein Blick auf Suko ließ das Blut in seinen Adern gefrieren. Flammen brodelten auf dessen Schultern. Seine Arme brannten lichterloh. Zähnefletschend und mit bizarr hasserfülltem Blick fixierte Suko ihn.

„Du hast deine Entscheidung getroffen, also kämpfe! Kämpf um deine Ehre oder stirb!“

Heco war im Panikzustand. Er warf einen Blick zurück zu Nubert, der etwas benommen aus dem Müll kroch, dann zurück zu Suko.

„Na los, komm her!“, schrie Suko.

Heco zögerte keine Sekunde und rannte davon.

„Hecoooo“, schrie ihm Nubert nach. Sein Schrei halte durch die Gasse.

Suko hob seine Hand, zielte auf Heco und alle Flammen auf seinem Körper verliefen zu einem tellergroßen Ball in seiner Handfläche.

„Für Jayna und Cedan“, flüsterte Suko und schoss seinen Feuerball ab.

Mit rasender Geschwindigkeit flog er auf Heco zu, wo er schließlich mit einem Knall aufprallte und Heco ohne die Gelegenheit eines Schmerzensschreies in mehrere Fetzen zerriss.
Nubert schrie vor Schreck, als er Hecos Tod mit ansah. Er ließ sich zu Boden fallen, rollte sich zusammen und schützte seinen Kopf und Oberkörper vor den fliegenden Überresten. Sogar im Regen spürte er den Unterschied zwischen Regentropfen und dem Blut, das auf ihn herabregnete, und als es vorbei war, riskierte er einen Blick nach oben, zu Suko, der längst vor ihm stand und zu ihm hinabsah.

Lange sahen sie sich an. Nubert schloss innerlich mit seinem Leben ab. Sein Körper war starr vor Angst. Suko kniff seine Augen zusammen. Langsam entspannte er seine geballten Fäuste. Jetzt, wo der Puppenspieler tot war, konnte diese Marionette überhaupt noch jemandem gefährlich werden? Schließlich entschied er sich, ihn am Leben zu lassen, und wandte sich von ihm ab. Nubert blickte ihm verwirrt nach und fing dann plötzlich an zu lachen. Er lachte und lachte. Dann bemerkte er das Messer, das neben ihm lag. Die Druckwelle muss es gemeinsam mit ihm zurückgeschleudert haben. Er griff danach. Blickte Suko erneut hinterher. Umklammerte das Messer fest mit der Hand. Lachte immer lauter, immer grotesker. Suko reagierte nicht, lief einfach weiter. Und dann hörte er ein ekliges Röcheln. Er blieb stehen. Das Röcheln wurde zur Mischung aus Luftschnappen und Husten…. Bis es aufhörte und nur noch der Regen zu hören war. Suko schloss kurz die Augen, atme tief ein und ging seinen Weg weiter.

Am Morgen danach

Mehrere Stunden verbrachte Suko damit, den Hafen zu finden, bis er endlich sein Ziel erreichte.
Die Sonne ging auf und endlich wurde die Ortschaft heller und somit für ihn klarer.
Er wollte sich nicht eingestehen, dass er vom Weg abgekommen ist und vermutlich mehrere Male auf und ab gelaufen ist. Eine kleine Schlange bildete sich bei der Fähre. Er hatte wohl ziemliches Glück, die Fähre schien gerade im Augenblick seine Passagiere aufzunehmen. Während er sich hinten einreihte, beobachtete er, wie ein Kontrolleur von jedem ein Ticket abnahm. Wäre auch zu schön gewesen, dachte er sich.

„Ihr Ticket, bitte“, sagte der Mann mit Schnauzer, als er dran kam.

„Ich habe kein Ticket“, antwortete Suko.

„Ohne Ticket, dürfen Sie nicht mitfahren oder Sie zahlen gleich 50 Skirr.”

„Soviel Geld habe ich nicht.“

„Du siehst nicht aus, als würdest du nicht viel Geld haben“, sagte der Mann, der Bezug auf Sukos Klamotten nahm. „Wenn dem aber so ist, dann verpiss Dich! Mach Platz für die anderen!“

„Hören Sie, ich bin jung und kräftig. Ich will nicht umsonst mitfahren und auch nicht um einen Schlafplatz betteln. Ich mache jede Arbeit, die Sie mir auftragen.”

Zögernd reagierte der Kontroller, betrachte sich Suko genauer an und fiel seine Entscheidung.

„Geh zum Maschinenraum, dort fragst du nach Marl, dem Maschinist. Du kannst ihm beim Kohleschaufeln helfen.”

„Alles klar, Danke!“, sagte Suko und betrat die Fähre und das Unvermeidliche nahm seinen Lauf.

Suko fand den Maschinenraum natürlich nicht und den Namen des Maschinisten vergaß er auch schnell. Einige Male lief er an Bug und Heck vorbei, bis er es schließlich aufgab. Die Fähre hatte inzwischen abgelegt. Irgendwann wird ihn schon einer der Matrosen finden und ihn zum Maschinenraum schleppen. So lehnte er sich am Reling und ließ den Fahrtwind auf sich wirken. Weit blickte er aufs offene Meer hinaus. In wenigen Stunden, dachte er sich, wird er nur noch umzingelt von Eis sein. Allein bei dem Gedanken sträubten sich seine Haare, doch nach den gestrigen Ereignissen, hatte er es sich als nächstes Ziel ausgesucht und nun gab es kein Zurück.

„Na du junger Hüpfer, du machst ja ein Gesicht wie 5 Tage Westpark-Wetter”, sagte ein Mitreisender, der sich neben Suko gesellte.

Suko sah ihn nur kurz an. Der Typ war knapp 2 Meter groß und braunhäutig. Das war auch das Einzige, was Suko vernahm und richtete seinen Blick wieder in die Ausgangsposition.

„Dich scheint ja wirklich etwas zu betrüben. Ich sehe es nicht gern, wenn Jugendliche so ein trauriges Gesicht aufsetzen. Ihr seid schließlich unsere Zukunft. Ich bin Dern”, sagte er und gab ihm die Hand.

Suko erwiderte die freundliche Geste und stellte sich vor, doch schenkte er ihm weiterhin keine Aufmerksamkeit.

„Bist du alleine hier?“, fragte Dern und Suko nickte.

„Verrate mir Suko, was macht einen jungen Mann wie dich so zu schaffen? Verzeih mir, dass ich als Fremder so neugierig bin, aber du siehst wirklich so aus, als könntest du ein offenes Ohr gebrauchen.”

Suko seufzte.

„Ich habe versehentlich einem Mädchen, das ich mochte, wehgetan und bekam nicht einmal die Gelegenheit mich zu entschuldigen.”

Ohne weiter in die Materie einzugehen, klopfte Dern auf seine Schulter.

„Weist du Suko, es gibt Dinge im Leben, die äußerst kompliziert sind. Insbesondere Frauen. Merk dir das fürs Leben. Das ist aber noch lange kein Grund Trübsal zu blasen. Du bist du ein ziemlich hübscher Bengel. Eines Tages kommt die Richtige, wirst schon sehen”, sagte Dern und lachte dabei laut.

„Gestern habe ich interessante Leute kennengelernt. Sie waren alle ungefähr in meinem Alter.”

„Oh toll, neue Freunde! Sowas mag ich an euch Teenys! Ihr kommuniziert recht schnell.”

„Ich habe sie als geschlossene Gemeinschaft kennengelernt und musste mit ansehen, wie sie sich wandelten, wie drei von Ihnen sich gegenseitig umbrachten.“

Vor Überraschung hob Dern seine Brauen und spitzte sein Mund zu.

„Nun es gibt manche Dinge, die Menschen moralisch ablehnen und darunter zählt Mord. Aber das ist so eine Definitionssache, verstehst du? Jemanden zu ermorden, klingt äußerst negativ, dabei ist es an sich gar nicht so ungewöhnlich.”

„Jemanden zu töten ist also das Normalste auf der Welt?“, fragte Suko höhnisch.

„Nein, so war das nicht gemeint. Aber es ist halt nun mal der Lauf der Natur. Der Tod ist ein Teil davon. Die Tierwelt liefert uns schlagkräftige Argumente. Raubtiere müssen für ihre Nahrung töten, Revierkämpfe können manchmal tödlich enden und manchmal fressen Tiere ihre eigenen Jungen. Es gibt viele Beispiele.”

Suko wollte was dazu sagen, aber Dern setzte fort.

„Hör mal, was ich dir sagen will ist, dass du die Vergangenheit abhaken solltest. Wir Menschen haben uns selbst die Richtlinien gegeben und Urteilen selbst über Verbrechen und Nichtverbrechen, dabei haben wir längst verlernt von richtig oder falsch zu Unterscheiden. Also, was dir auch immer widerfahren ist, lass einfach los. Sieh her, ich bin 40 Jahre alt und bestimmt mehr als doppelt so alt wie du. Was glaubst du was ich alles erlebt hab, hm?“

„Ich frage mich aber, ob ich es nicht hätte verhindern können. Stattdessen habe ich zugesehen, wie sie aufeinander prügelten. Einer von Ihnen hatte es besonders schwer und hat in diesem Moment seinen Lebenswillen zurückerlangt und dann wurde er abgestochen. Ich hätte eingreifen sollen.”

„Und dann? Hättest du es wirklich verhindern können? Auch daran gedacht, dass es vielleicht vier, statt drei tote gegeben hätte? Hättest du anders gehandelt, wärst du vermutlich nicht hier und ich würde mit dir keine Konversation führen.”

Suko schwieg. Vermutlich hatte Dern Recht.

„Ernsthaft Junge, hör auf dich fertig zu machen. Das Leben ist viel zu schön, um sich über dessen Kehrseite Gedanken zu machen. Abgesehen davon ist deine Seele etwas Kostbares. Sei einfach der, wer du bist, und vergifte es nicht durch äußere Einflüsse”, sagte Dern und holte aus seiner Jackentasche eine selbstgedrehte Zigarette. Als er es sich anzündete, zuckte er kurzzeitig mit seinem Gesicht.

„Uff, verdammt guter Stoff. Magst du auch?“, fragte er und reichte sie Suko rüber.

„Was ist das?“; fragte Suko.

„Allerbestes Dredd“, antwortete Dern.

„Oh, nein Danke. Ich möchte diesem Kerl, oder was auch immer das war, nicht noch einmal begegnen”, sagte Suko, und daraufhin wusste Dern nicht zu antworten.

Suko wandte sich wieder ans offene Meer. War das, was er in der abgelegenen Hütte erlebt hat wirklich nur eine Illusion?

„Ich hoffe für dich, dass du in deinem Seesack kälteresistente Kleidung hast. Northpoint ist eine sehr kalte Gegend”, meinte Dern.

„Oh ja…die Kälte darf ruhig kommen“, sagte Suko und grinste.


Terry

Kamikaze

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6

Freitag, 7. September 2012, 10:13

kleiner Motivationsschub für Paul ;)

Der Yldis-Pakt

Vor Tausenden von Jahren herrschten die Lichtbändiger über den Planeten.
Ihre Gabe, das reine Jamodenon zu kontrollieren, machte sie zur Elite unter den Menschen, und sie ernannten sich selbst zu Hütern des Gleichgewichts.
Niemand sollte stärker sein als sie, und niemand Stärkeres sollte Schwächeren Leid zufügen.
Während die Ausbreitung der Elementarbändiger sich in überschaubarem Maße entwickelte, sorgte eine Gruppe für Besorgnis.
Neben den Lichtmagiern konnten auch die Schattenmagier das reine Jamodenon kontrollieren, nur in einer anderen Form. Auch sie breiteten sich immer schneller aus und wurden in ihrem Verhalten immer aggressiver und bedrohlicher. Yldis, der König der Lichtmagier, beschloss, dem ein Ende zu setzen - und so begann eine Ausrottung, wie sie der Planet in diesem Ausmaße noch nie erlebt hatte.
Der Krieg endete, als nur noch eine Handvoll Schattenmagier übrig war.
Nie wieder sollten sie zu ihrer ursprünglichen Kraft zurückkehren, so wollte es Yldis.
Ihre Dezimierung zwang sie, im Untergrund zu leben. Kaum wagten sie es, ihre Kräfte einzusetzen, denn die Lichtbändiger verfolgten sie noch immer mit Misstrauen. So entwickelten sie neue Kräfte, um zu überleben. Eine davon war das Verzehren menschlicher Seelen durch Absorption.
Die Schattenmagier breiteten sich wieder aus und kehrten langsam zu ihrer alten Stärke zurück - aber auf Kosten der Menschen, deren Seelen sie absorbierten.
Yldis, der alles eine zeitlang beobachtete, erkannte, dass das Massaker an den Menschen auf sein Handeln in der Vergangenheit zurückzuführen war. Diesen Fehler wollte er wiedergutmachen, und so schloss er mit den Schattenbändigern einen Pakt: Die Schattenmagier sollten augenblicklich das Töten der Menschen einstellen und die Seelenabsorption nie mehr verwenden. Sie willigten ein, da sie dafür nun ein Leben in Koexistenz mit den anderen führen konnten.
Doch die Gabe der Seelenabsorption verschwand nie. Sie manifestierte sich in den Genen der Schattenmagier und sollte an jeden ihrer Nachkommen vererbt werden.
Nur wenige entdeckten diese besondere Fähigkeit, und diese mussten stets darauf achten, bei ihrer Ausübung nicht bemerkt zu werden.
Jahrtausende vergingen, und der Yldis-Pakt bestand fort, doch die Überwachung der Schatten- durch die Lichtmagier wurde nur noch leichtfertig und mit wenig Sorgfalt weitergeführt.
______

und das Intro fürs neue Kapitel ist auch fertig! Schönes Wochenende ;)
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7

Freitag, 1. März 2013, 11:30

Puh... rechtzeitig zum Wochende.

ÜBERRASCHUNG!!!
Yep, ich war fleißig :thumbsup:
Wenn dieser vermaleidete Armbruch nicht gewesen wäre, hätte ichs vllt noch vor Weihnachten geschafft.

Die Story ist diesmal nicht so düster wie die letzten Abenteuer, und ist meine persönliche Hommage an den FC.
Deshalb bekommt es auch als Erstes einen "anständigen" Kapitelnamen.
Enjoy! ;)

PS : Wer das Intro schon gelesen hat und es überspringen möchte : Strg + F, Kinderspiel eingeben.
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8

Freitag, 6. Dezember 2013, 09:07

Jo :thumbup:

Habe diesmal was neues ausprobiert. Hat spaß gemacht, wobei es stellenweise ziemlich schwierig war.
Hoffe es gefällt euch.

Übrigens stelle ich hier noch was vor, damit es nicht zu sehr wirr wird :

Die Kontinente

Darisnica - Westpark
Capotinea - NTC
Pandorien - Southville
Kaedika - Northpoint
Andaria - Easttown
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