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Noriyori

Hokuto no Ken!

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Mittwoch, 11. Juli 2007, 02:14

Ronin und doch unfrei

Prolog


Seit Ewigkeiten so scheint es wandern wir durch die Tunnel, Müdigkeit plagt uns alle, Durst und Hunger, doch wir stoppen nicht, nicht bevor uns dieser Schrecken verlassen hat...allein dieser Schrecken ist es der uns vorantreibt durch die Dunkelheit, die Angst vor dem was auf der Oberfläche passiert...

Heute morgen ist Jerry zusammengebrochen, wir mussten ihn zurücklassen, er ruhe in Frieden. Der Commander teilte uns mit, das wir uns unter Detroit befinden, ich verstehe nicht wie er so sicher sein kann in dieser lichtlosen Welt, erhellt von unseren wenigen Lampen, die das Dunkel jedoch nicht von unseren Herzen fernhalten, die Furcht...

Angeblich nähern wir uns einer Zuflucht, Hoffnung glimmt in den Augen einiger, doch mich berührt sie nicht...

Die Hälfte des Flüchtlingzuges ist gestern umgekommen, als wir eine der weiten Kavernen betreten hatten, haben wir das Loch zur Oberfläche nicht früh genug gesehen, die Strahlenkrankheit raffte sofort die Schwächsten dahin, grünlicher Schleim quoll aus ihren Leichen...die meisten verstarben innerhalb weniger Stunden...nurnoch die Angst selber ein Opfer zu werden lässt mich durch die dreckigen Gänge kriechen...

"Die Zuflucht ist nahe.", dieser Satz ging durch die Überlebenden wie eine Welle, neue Kraft erfülllte uns...

Ungläubig starrten wir auf die riesige Kaverne in die wir getreten waren, ein klarer pechschwarzer See lag vor uns.

"Wir sind jetzt 1,5 km unter der Erde, sicher vor der Strahlung! Dieser Ort soll unsere neue Heimat sein, unsere Zuflucht!", ekstasisch schrie die Menge als sie diese Botschaft vernahm, doch die Freude bekam einen schnellen Dämpfer, so sollte vor uns schier unmögliche Arbeit liegen...


Tagebuchseiten des Seargant Jeremiah Cole.

"Dies waren die Zeilen einer der letzten Oberflächenbewohner.", geduldig blickte die Lehrerin über die Schar der Kinder. Keines regte sich nach dem Ende ihres Vortrags. Zögerlich hob ein kleiner Junge die Hand.
"Ja, Hiroya?"
"Frau Lehrerin, was ist die Oberfläche?"
"Die Oberfläche liegt exakt 1,5 Kilometer über dem Felshimmel unserer Stadt. Stell dir eine unendlich weite Fläche vor, ohne Felswände, ohne den Felshimmel, nur unendlich weiter blauer Himmel."
Angestrengt schien der Junge nachzudenken.
"Das kann ich mir nicht vorstellen.", beschämt schaute er auf den Boden.
"Du musst dich nicht schämen Hiroya, nicht viele können sich dies Weite vorstellen."
Schrill erklang die Pausenklingel, jubelnd verließen die Schüler den Klassenraum.
"Niemand von uns wird jeh den Himmel sehen, wir sind verdammt zu einem Leben in den Tiefen.", deprimiert setzte sich die Lehrerin auf den Tisch, starrte we hypnotisiert auf die Felsendecke, das fahle Leuchten hervorgerufen durch das indirekte Licht der Stadt...dem Moloch Nekropolis.

Die Schüler bemerkten nicht den traurigen Blick der Lehrerin als sie das Klassenzimmer verließen, ihre Gedanken waren voller Freude, noch schützte sie ihre Jugend vor dem Trübsal, der jeden Bewohner der ehemaligen Flüchtlingsstadt befiel.

"Hiroya, kommst du heute zu mir? Joss und Mai sind auch da.", freudig lächelte ein strohblondes Mädchen Hiroya an.
"Natürlich komme ich, ich muss nur Mama und Papa Bescheid sagen, bis gleich Tess.", eilig lief der Kleine nachhause durch die engen Gassen des Armenviertels, bedrohlich warfen die Sauerstofffabriken der Yotaka Corporation ihren Schatten über das Armenviertel.
Hiroya schien dies nicht zu kümmern.
"Mama, Papa, ich bin zuhause.", leise öffnete er die Tür.
Ungewöhnliche Stille empfing ihm, ein Gänseschauer jagte ihm über den Rücken.
"Mama...Papa?", Panik ließ sein Herz schneller schlagen.
Lautlos stellte er seine Tasche ab, ging in das kleien Wohnzimmer, er hörte jemanden flach atmen.
Vorsichtig schritt er um das Sofa.
"Ma....mama!", hektisch kniete er sich neben sie, drehte sie mühsam auf den Rücken.
"Hi...hiroya Schatz, ganz ruhig mir geht es gut.", schwach strich sie ihm über die Wange. Sich krümmend hustete sie.
"Mama, was ist mit dir passiert?", Tränen floßen über seine Wangen.
"Nicht weinen, Schatz, nicht weinen.", vorsichtig nahm sie ihn in den Arm.
"Mama, du blutest ja!", panisch rieß er sich los, starrte auf das Blut an seiner Hand.
"Nur...eine...kleine...Wunde,...Schatz.", ihre Augen flatterten, dann schloßen sie sich.
"MAMA!", weinend rüttelte er an ihr. "MAMA, WACH AUF!", doch ihre Augen sollten sich niewieder öffnen.
Sein Vater fand ihn weinend auf seiner Mutter liegend, immer wieder nach ihr rufend. Augenblicklich erfasste er was passiert war.
"Hiroya, du wirst sie nicht zurückholen können. Niemand kann das.", weinend schloß er seinen Sohn in die Arme, versuchte ihm den Halt zu geben den er jetzt brauchte.
"Papa, warum?", schwach stieß er die Worte zwischen den Schluchzern hervor.
"Ich weiß es nicht.", die Stimme das Vaters klang schwach doch in seinen Augen lag ein seltsames Funkeln...

Am nächsten Tag wurde sie stillschweigend verbrannt, nur wenige Menschen waren anwesend, denn wer gab schon etwas um eine weitere Leiche in dieser großen Stadt?
Als das synthetische Holz in Brand gesetzt wurde riß sich Hiroya von seinem Vater los, rannte vom Friedhof um seinem Schmerz zu entkommen, rannte, rannte einfach weiter.
Plötzlich stieß er mit Tess zusammen.
"Hiroya, warum bist du gestern nicht gekommen?"
Er schlug nur weinend auf sie ein, immer wieder, immer wieder...
"Hiroya, beruhig dich was ist passiert?", verzweifelt versuchte sie ihn zu stoppen.
Plötzlich packten ihn zwei Hände von hinten, verhinderten weitere Schläge.
"Danke, Joss.", kurz lächelte sie den dicken Jungen an.
Vorsichtig strich sie Hiroya, übers Gesicht.
"Ganz ruhig, Hiryoa, was ist passiert?"
"Gestern, Mama, Blut...", er wagte nicht zu sagen das sie tot ist, es wäre so endgültig.
"Hiroya, was ist passiert?", energisch schüttelte sie ihn.
Schluchzend erzählte er ihr was passiert war.
"Hiroya...", vorsichtig schloß sie ihn in die Arme, wiegte ihn hin und her, verzweifelt die eigenen Tränen zurückhaltend, hinter ihr blickte Joss bedrückt zu Boden.
Nachdem er sich beruhig hatte brachten sie ihn gemeinsam zu seinem Vater.
"Danke Kinder, danke das ihr ihm geholfen habt.", mit rotgeweinten Augen blickte er sie an.
"Wir kommen morgen zu dir Hiroya.", beide lächelten ihn an, dann schloß der Vater die Tür.

Jahre vergingen, der Tod der Mutter verfolgte sie immer wieder in ihren Gedanken, doch das Leben musste weitergehen und so begleitete sie der nie verarbeitete Schmerz durch die Jahre.
An seinem 14ten Geburtstag, bemerkte Hiroya eine Änderung an seinem Vater.
"Herzlichen Glückwunsch, mein Sohn.", er lächelte ihn breit an, doch seine Augen blieben starr.
Hiryoa wurde unruhig. "Papa, stimmt etwas nicht?"
"Es ist alles ok...heute ist so ein besonderer Tag, in jeder Hinsicht.", seine Freude schien echt zu sein, doch seine Augen blieben immernoch so seltsam starr.
"Ich werde für 2 Stunden weg sein, danach feiern wir ok?"
"Papa, bitte bleib.", ein unangenehmes Gefühl machte sich in seinem Magen breit.
Doch sein Vater war schon verschwunden, nach 3 Stunden war er immernochnicht zurück, Hiroya wurde immer unruhiger, plötzlich klopfte es.
Vorsichtig öffnete er die Tür.
Vor ihm stand ein Mitglied der Söldnereinheit Seratarn, der persönlichen Leibwache des Herrschers von Nekropolis.
"Du bist Hiroya Kusanagi?"
"Ja...", ängstlich blickte er den Söldner an.
Plötzlich schlug dieser ihm ins Gesicht, schreiend fiel Hiroya zurück.
"Du dreckiges Kind eines Verräters!", wie in Rage trat er Hiroya immer wieder in die Seite.
"Du dreckiges Blach, dein Bastard von Vater hat versucht unseren allmächtigen Herrscher Caven zu töten!", immer wieder trat er zu, Hiroya spuckte Blut, wimmerte, er verstand das alles nicht.
Hart traf ihn der Fuss am Kopf, die Schwärze hieß er erleichtert willkommen...

Als er aufwachte war der Soldat verschwunden, langsam ordneten sich seine Gedanken, sein Vater ein Verräter, der Herrscher...wieder erbrach er Blut, schlief unter Krämpfen ein.
Die Schmerzen waren verschwunden als er erwachte, nur das Blut zeugte von den Schlägen des Söldners.
Verräter...die Worte des Söldners hallten in seinem Kopf wieder.
Vorsichtig stand er auf, durchsuchte wie in Trance die Wohnung. Fand im Zimmer seines Vaters einen Brief.

"Anjo, nach langer Recherche haben wir endlich die Verbindung deiner Frau zu den Seratarn gefunden, der Herrscher selber schien sie gekannt zu haben, uns ist immernoch unklar, wie oder warum. Aber offenbar wusste sie zuviel und musste beseitigt werden. Wir werden weiterforschen, bitte handle nicht überstürzt."

Keine Unterschrift kein Absender...
Wütend zerknüllte Hiroya den Brief in der Hand, ließ ihn fallen, heiße Tränen rannen über sein Gesicht.
"Erst Mutter und jetzt du, warum? Warum musstest du nach ihrem sinnlosen Tod ihr in einen ebenso sinnlosen Tod folgen? Warum? Warum du IDIOT?", schreiend schlug er auf den Tisch, in seinem Herzen verschloß sich etwas, sein Blick verhärtete sich...schweigend verließ er das Haus, seine Vergangenheit hinter sich lassend...

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Montag, 16. Juli 2007, 00:46

Kapitel 1


"Sie hatten gewünscht mich zu sprechen?", vorsichtig setzte sich ein älterer Herr auf dne wackeligen Stuhl.
Im gegenüber im Schatten eine weitere Person, die Geräusche des Restaurantbetriebs klangen schwach zu ihnen herüber.
"Ja, das hatte ich. Kaffee?"
"Nein, danke. Also warum haben sie mich in dieses billige Restaurant bestellt?"
"Scht, Nicht zu laut, sie erregen zuviel Aufmerksamkeit.", der Mann beugte sich aus dem Schatten vor.
"Warum bin ich jetzt hier?", langsam wurde der Ältere ungeduldig.
"Weil die Wände meines Hauses Augen und Ohren haben, so wie die ihren, deswegen sind wir hier."
"Verstehe...", leise atmete er ein, "Also warum wollten sie mich jetzt sprechen?"
"Wegen des Transports."
"Des Transports?", die Augen des Alten weiteten sich.
"Nicht so laut hatte ich gesagt. Ja, der Transport, es ist alles vorbereitet, wir warten nurnoch darauf das sie ihren Anteil erfüllen.", ohne den Blick von ihm abzuwenden schob er ihm einen Zettel zu.
Wie zufällig legte der Alte seine Hand auf den Zettel, als er sie zurückzog war er verschwunden.
"Mein Anteil wird morgen eintreffen, wehe sie halten sich nicht an die Bedingungen."
"Habe ich sie jemals enttäuscht?"
Schnaubend wandte sich der Alte ab, stapfte aus dem Restaurant. Zufrieden lehnte sich der Zurückgebliebene an die Wand, nur ein Lichtstrahl erhellte seine tiefblauen Augen als er genüsslich seinen Kaffee austrank.
Er schien entspannt, doch er dachte hochkonzentriert nochmal den Plan des Transports durch.
Der Transport war vom Ältesten des Großen Hauses Iroy in Auftrag gegeben worden, die Bezahlung war diesmal doppelt so hoch wie sonst, er wusste nicht was in diesem Paket war, doch es mußte ungeheuerlich wertvoll sein.
In Gedanken sondierte er nochmal die kritischen Punkte der Route.

"Glaubst du wir können aus diesem Gespräch Informationen herausfiltern?", seufzend lehnte sich Karen in ihrem Stuhl zurück, das alte Metall knarzte.
"Ich hätte zu gern gewusst was auf diesem Zettel steht...", grübelnd starrte Aston auf die Computerbildschirme, die Tonspur des aufgezeichneten Gesprächs zuckte über einen der Bildschirme.
"An den Zettel kommen wir nicht ran...aber was haben wir an Informationen bisher?"
"Den Tipp deines Informanten aus der Dienerschaft der Iroys bezüglich des eben belauschten Treffens, die Tatsache des omniösen Transports desen Inhalt uns unbekannt ist. Dann das der Älteste der Iroys einen Anteil zu erfüllen hat, wahrscheinlich die Bezahlung. Dann dieses Transportunternehmen das schon öfters von den Iroys beauftragt wurde. Wo wir schon bei dem Unternehmen sind...was hast du bisher herausgefunden?"
Geschwind betätigte Karen einige Schalter an der Computerkonsole, ratternd wurden einige Papiere ausgedruckt.
"Erstmal das übliche, das Transportunternehmen läuft öffentlich unter dem Namen Labtection Transports und ist angemeldet auf einen gewissen Yoro Watanaki, wahrscheinlich ein Deckname. Meine Untergrundquellen haben da Interessanteres rausgefunden, dort ist das Unternehmen für spezielle Transporte bekannt, das heißt im Klartext, illegale Waren, Waffentransporte und so weiter.
Das ist jetzt nicht so besonders, es gibt viele solcher Unternehmen, jedoch besteht hier die bemerkenswerte Verbindung zu den Iroys, die sonst kein Unternehmen zu ihnen hat, solch ein Fall ist in dne anderen Häusern bisher nicht aufgetreten. Im Untergrund ist er als Schermo bekannt, was soviel wie Schatten bedeutet, denn seine Transporte laufen meist reibungsfrei und unauffällig ab."
"Und was war bei diesen Ausnahmen?"
"Einmal ist die Ladung eines Transports hochgegangen, offenbar ein Fehler des Kunden und dann die zweite Ausnahme...das eben belauschte Gespräch."
"Was ist mit diesem Kunden passiert der das Unternehmen in Aufruhr gebracht hat?"
"Tot."
"Wer war dieser Kunde?"
"Es gibt keine direkten Hinweise aber der Tod des Sohnes des Ghimhauses fällt gebau zusammen mit dem Tod des unbekannten Kunden."
"Interressant, gut faß die Informationen für unseren Obersten zusammen, er wird sie an den Ältesten des Orsonhauses weiterleiten, indess versuchen wir mehr über diesen Transport rauszufinden.", hustend zündete sich Aston eine Zigarette an.

"Heute wurde zum wiederholten Male ein Anschlag auf unseren großen Herrscher Cohen vereitelt. Wir haben einen Gruppenführer der Seratarn zu einem Statement überreden können. Gruppenführer sie haben das Wort.", die Kamera schwenkte rüber zu einem kleinen kräftigen Mann, ein Mikrofon wurde ins Bild geschoben.
"Danke. Wie ihnen bereits mitgeteilt wurde ist ein weiterer Anschlag auf den großen Herrscher verübt worden. Es handelte sich um eine Splittergruppe von Revoluzzern die den Herrscher nicht anerkennen wollten. Wir die Seratarn haben ihnen ihre gerechte Strafe erteilt...den Tod. Die Strafe die jeden ereilen wird der sich gegen den Herrscher stellt!", die Augen des Gruppenführers glühten.
"Danke, Gruppenführer für ihr Statement, wir melden uns wieder wenn es neues vom großen Herrscher zu berichten gibt. Möge seine Weisheit das Dunkel unserer Welt erhellen.", Knacken, als das Signal unterbrochen wurde.

Anteilnahmslos schaute Hiroya auf den Bildschirm, es flimmerten nurnoch Lobpreisungen des Herrschers darüber, dann verschwand das Bild.
"Na Hiroya, wiedermal so früh in der Kneipe...irgendwann wird dich dieses synthetisierte Teufelszeug umbringen.", geräuschvoll spie Duncan auf den Boden.
"Dieses synthetisierte Teufelszeug ist mein einzieges Lebenselixier, alter Bastard.", er nahm einen kräftigen Schluck zu sich, Duncan lachte nur.
"Seitdem ich dich hier getroffen habe, habe ich dich nie nüchtern gesehen, wie bezahlst du das Zeug überhaupt?"
"Mal hier ein Job, mal da ein Job.", ein Speichelfaden rann aus Hiroyas Mundwinkel, zerfloß im Bartgestrüpp das sein Kinn schmückte.
"Was für Jobs?"
"Duncan du fragst zuviel.", Hiroya wandte das Gesicht von ihm ab, für ihn war das Gespräch beendet.
"Na dann, bis nächstes Mal...und laß dich nicht erwischen Junge.", er verließ das Lokal.
Hiroya war auf dem Tresen eingeschlafen in einer Lache aus dem billigen Synthetikbier, Fliegen umschwirrten ihn.
Plötzlich stieg ein ekelhafter Geruch von ihm auf.
"Nicht schonwieder...", seufzend rüttelte der Wirt ihn wach.
"Das war das letzte mal Hiroya...raus aus dem Lokal wenn du nichtmal deinen eigenen Darm kontrollieren kannst.", mit sanfter Gewalt beförderte er ihn hinaus.
Angewidert von seinem Gestank wandten sich die Leute von ihm ab als er auf die Strasse trat, etwas Braunes kullerte aus seiner zerissenen Hose. Einer der Passanten schubste ihn zur Seite, taumelnd blieb Hiroya in einer Seitengasse stehen, in seinem Kopf drehte sich alles.
Würgend erbrach er die grünliche Flüssigkeit, dann fiel er einfach zur Seite, Schnarschgeräusche ausstoßend.

"Tess, was ist los?", Joss beugte sich über seine Freundin aus Kindertagen, sie war schweißgebadet, in ihren Augen stand reine Panik.
"NEIN!", weinend schrie sie auf, wälzte sich voller Panik.
Wieder stiegen die Bilder in ihr auf, Fratzen der Soldaten, die gierigen Blicke.
"Du willst es doch auch, kleine Schlampe!"
"Zier dich nicht so."
"Hör auf dich zu wehren, du bist nicht mehr als dreckiges Vieh, elendige Bettlerin!"
Dann der Schlag der ihren Willen gebrochen hatte, das gierige Eindringen, all die Gewalt, der Schmerz, das Blut...immer wieder die unmenschlich verzerrten Fratzen der Soldaten.
"Tess! Tess! Beruhig dich! Beruhig dich!", verzweifelt versuchte Joss sie zu beruhigen, doch seine Versuche blieben erfolglos.
Immer stärker schüttelten sie die Krämpfe.
"Mai hol die Medizin!", panisch schrie er die neben ihm stehende Frau mit asiatischen Zügen an. Zittenrd verschwand sie im Nebenraum.
"Die Krämpfe waren vorher nie so stark. Mai beeil dich!"
Mit einer Spritze kam sie aus dem Nebenraum.
"Halt sie fest.", mit aller Kraft versuchte Joss die zitternde Tess festzuhalten.
Als sie die Spritze setzte beruhigte sich Tess augenblicklich.
"Gut, ihr Schlaf wird traumlos sein.", kalter Schweiss lag auf Joss Stirn, er beobachtete das nun friedliche Gesicht Tess.
"Ay, wird immer schlimmer mit ihrem Traum seitdem wir sie gefunden haben...warum will sie nicht reden?"
"Weil der Schrecken und die Angst zu tief sitzt Mai, lass sie ruhen, irgendwann wird sie bereit sein zu reden...als du sie versorgt hast hast du ja gesehen was passiert war damals."
"Ja, ich habe es gesehen.", traurig blickte sie auf Tess, "Ihre Seele hatte nach dem Vorfall tiefe Wunden getragen."
"Wir müssen schlafen, morgen wird ein schwerer Tag, Tess wird keine weiteren Anfälle heute Nacht haben."
Nach kurzer Zeit waren beide eingeschlafen...

Noriyori

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Donnerstag, 19. Juli 2007, 01:55

Kapitel 2


"Junge, wach auf.", jemand trat ihm in die Seite. Stöhnend wälzte sich Hiroya herum, verwirrt blinzelte er mit den Augen, das Licht explodierte auf seiner Netzhaut, hämmernd erinnerte ihn der Kopfschmerz an seine Erlebnisse bevor er eingeschlafen war.
"Na, also geht doch.", war das Duncans Stimme?
Jemand half ihm hoch, würgend erbrach sich Hiroya.
"Das kann doch so nicht weitergehen. Los öffne deine Augen.", es war Duncans Stimme.
"Was...was willst du?"
"Dich aus deinem depressiven Arschlochtrip holen, jetzt schau mich an!", Duncan schlug ihm ins Gesicht, der Kopfschmerz brachte ihn fast um die Besinnung, doch genug Klarheit um den Rest des Alkoholnebels zu vertreiben.
"Lass mich in Ruhe, elender Bastard!", wütend taumelte Hiroya auf Duncan zu, sein Schlag traf nur Luft.
Hart traf ihn Duncan in die Seite, keuchend brach Hiroya zusammen.
"Steh auf!", mit Leichtigkeit zog Duncan ihn hoch.
Als er los ließ, stürzte Hiroya wieder auf den Boden, der Kopfschmerz quälte ihn immer mehr.
"Ich hab gesagt steh auf!", Duncan klang wütend, was war mit ihm los, er hatte sich seit ihrem ersten Treffen nie so verhalten...
Wieder zog er ihn hoch, diesmal blieb Hiroya schwankend stehen.
"Schau mich an.", diesmal klang Duncan ruhiger.
Feindselig starrte Hiroya ihn an.
"Na endlich, wurde auch Zeit."
"Was willst du?", Hiroyas Stimme klang zischend vor unterdrückter Wut, sein ganzer Körper schmerzte von den Schlägen.
"Wie gesagt dich aus deinem depressiven Arschlochtrip rausholen...du kommst jetzt mit, sofort.", er duldete keine Widerrede.
Murrend folgte Hiroya ihm, sein Körper erinnerte ihn nur allzudeutlich an die Schmerzen.
"Wohin gehen wir?"
"Meine Wohnung."
"Warum hilfst du mir?"
"Sagen wir jemand hat Interesse an dir."
"Wer?"
"Das wirst du noch früh genug erfahren. Wie sagtest du gestern? Ich würde zuviel fragen, jetzt fragst du zuviel.", eisiges Schweigen legte sich zwischen die beiden, nur dunkel konnte sich Hiroya an den letzten Abend erinnern, der Alkohol hatte das meiste ausgelöscht.
Nach einiger Zeit stoppte Duncan.
"Wir sind da.", ohne Eile öffnete er die Tür eines 2stöckigen Gebäudes, schweigend folgte Hiroya ihm in den ersten Stock, sie traten in seine Wohnung.
"Waschen."
"Was?"
"Ich habe gesagt du sollst dich waschen, das Badezimmer ist die zweite Tür links."
"Ist ja gut.", murrend ging Hiroya durch den Flur, aus dem Augenwinkel einige Orden auf einem Tisch als er die Badezimmertür öffnete.

Duncan begab sich indess in sein Wohnzimmer, schwungvoll setzte er sich auf die Couch, nahm sich das Telefon vom Tisch.
"Sichere Verbindung."

Hiroya bemerkte dies nicht, warm prasselte das Wasser auf seine Schultern, wann hatte er sich das letzte Mal gewaschen, er wusste es nichtmehr. Seufzend wusch er sich all den Gestank und Dreck der letzten Jahre ab. Nachdem er fertig war nahm er sich einen an der Wand hängenden Badematel, trat aus dem Badezimmer.
Er sah noch wie Duncan das Telefon weglegte, mit wem hatte er telefoniert?
"Schon viel besser, setz dich."
Trotzig blieb Hiroya stehen.
"Ich sagte setz dich!", drohend blickte Duncan ihn an, Hiroya setzte sich.
"Würdest du...", begann Hiroya.
"Ich werde nichts.", endete Duncan.
"Aber..."
"Kein Aber..."
Resigniert blickte Hiroya aus dem Fenster, beobachtete das ferne Schimmern der Felsdecke.
Wieder versuchte er ein Gespräch zu beginnen.
"Warum hast du eben auf mich eingeschlagen?",ein Stich ging durch seine Seite, mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sich Hiroya die schmerzende Stelle.
"Hättest du auf mich gehört wenn ich bitte gesagt hätte?", Duncans Stimme klang tonlos, er trat ans Fenster, blickte auf die Felsen, atmete seufzend aus.
Hiroya hielt es nicht für nötig zu antworten, beide kannten die Antwort ohne es auszusprechen.
"Hiroya?"
"Ja?"
"Was hat dich in dieses Loch getrieben, diesen Trip in die Abgründe des Alkohols?"
"Das geht dich nichts an.", die Augen halb geschlossen starrte Hiroya auf die Felsen so wie Duncan, die Felsen erdrückten ihr Gemüt, es war fast physisch spürbar...
Duncan schien ruhig, mit der gleichen tonlosen Stimme antwortete er.
"Warum geht es mich nichts an?"
"Warum sollte ich dir was erzählen?", Hiroya wurde aufbrausend, "Warum, hä? Du tauchst vor ein paar Wochen auf, bequatschst mich jedesmal wegen des Alkohols und dann stehst du aufeinmal vor mir und schlägst mich zusammen...und jetzt sitz ich in deiner Wohnung und ich werde hier wahrscheinlich nicht rausgelassen werden!", er war aufgestanden, eine Ader pochte auf seiner Stirn.
"Setz dich wieder, es besteht kein Grund zur Aufregung.", Duncans Stimme war immernoch so tonlos.
"Kein Grund zur Aufregung...DU NENNST DAS KEINEN GRUND ZUR AUFREGUNG?", eine Welle des Schmerz raste durch seinen Kopf.
Langsam drehte sich Duncan um, eiskalt starrten die hellgrauen Augen ihm ins Gesicht, als schiene er willenlos setzte er sich wieder.
Duncan setzte sich wieder. "Willst du etwas trinken?", immernoch diese kalten grauen Augen, Hiroya hatte sie vorher nie bemerkt, Härte lag in ihnen, wie tot starrten sie ihn an.
"Willst du etwas trinken?", der Satz riss Hiroyas Blick von diesen Augen.
"Ja..Ja...Hast du Kaffee? Ich brauche etwas um klar zu denken, den Kopfschmerz zu vertreiben."
"Gut, das ist das erste wirklich vernünftige was ich von dir heute höre.", fünf Minuten später kam Duncan mit dem Kaffee wieder.
Hiroya nahm einen Schluck, er schmeckte kaum etwas, die Nachwirkung des jahrelangen Alkoholkonsums.
"Du wirst mir keine einziege Frage beantworten, die dein Verhalten erklärt oder?"
Duncan nickte nur.
"Darf ich wenigstens erfahren ab wann ich mehr erfahre, oder etwas passiert?"
"Morgen.", Duncan nippte an seinem Getränk.

"Shermo, die Zahlung des Kunden ist eingetroffen."
"Ah, sehr gut, dann beginnt den Transport.", lächelnd winkte Shermo seinen Kurier hinaus.
Wenige Minuten später starteten mehrere Kleinlaster von verschiedenen Punkten aus den Slums, dem Industriegebiet und dem Eingang zu den Tunneln...

"Tess, wieder alles ok?", besorgt blickte Joss seine Freundin an, tiefe Schatten lagen in ihren Augen.
"Ay, Joss komm schnell zum Funkgerät, ich fange ein zufälliges Signal auf."

"L1...an...,wir pass...die Spe...Gebiet...Hohe...Häu...."
"Verstanden."

Der Rest ging im Rauschen unter.
"Hast du es aufgezeichnet?", Joss hatte sich nach einem weiteren Blick auf Tess zu Mai begeben.
"Ay, natürlich habe ich, wie kannst du nur sowas denken."
"Tu nicht so, als ob dir keine Fehler unterlaufen. Spiel das Band ab."
"Ist ja gut, ungehobelter Klotz."

Zeitgleich hörten Karen und Aston den Funkspruch, jedoch kannten sie den Zusammenhang mit dem Transport.
"Steht das Überfallkommando?", Karen sprach in den Funk.
"Ja, aber ich bin mir immernochnicht sicher ob...", antwortete eine junge Stimme aus dem Funkkanal.
"Seargant, sie haben nicht zu denken, sie haben zu handeln, wenn der Lastwagen kommt, täuschen sie eine Kontrolle vor und durchsuchen die Ladung, verstanden? Benachrichtigen sie die anderen Teams, wir müssen alle Lastwagen bekommen."
"Verstanden!", das Funkgerät knackte.
"Jungspunde, wenn ich Befehle gebe hat man mir nicht zu widersprechen."
"Karen, du bist grademal 23, also tu nicht so großspurig, überwach lieber deine Daten."
"Diese Operation ist ernst Aston. Also müssen sie gehorchen."
Aston schüttelte nur grinsend den Kopf, sie wusste noch so wenig.

"Captain!", ein junger Mann in Söldneruniform salutierte.
"Seargant, rühren sie sich. Was haben sie zu berichten?"
"Das Zielobjekt nähert sich vom Süden, Captain!"
"Beziehen sie Stellung!"
"Jawoll, Captain!", eilig rannte der junge Mann davon, langsamen Schrittes trat der Seargant aus dem Schatten des Hauses, stellte sich auf die Strasse. Quietschend hielt der Laster vor ihm.
"Ausserplanmäßige Kontrolle. Ihre Papiere, bitte.", der Captain trat ans Fenster.
"Warum den eine Kontrolle ist was vorgefallen?", der Fahrer reichte die Papiere rüber, der Captain konnte keine Anzeichen von Nervosität entdecken.
"Meldung eines vermuteten Anschlages auf ein großes Haus, bitte steigen sie aus wir müssen den Wagen durchsuchen.", zufrieden bemerkte der Captain die geweiteten Augen des Fahrers.
"Ja, natürlich.", schnell stieg er aus.
"Seargant!", der junge Mann trat aus dem Schatten.
"Stellen sie sich bitte an den Wagen.", der Fahrer gehorchte.
Er wurden durchsucht, keine Waffen.
"Wir würden gerne die Ladung inspizieren."
"Die Ladung ist doch auf den Frachtpapieren verzeichnet."
"Ja, aber sie könnten zu den gemeldeten Attentätern gehören, sperren sie den Laderaum auf!"
Der Fahrer zögerte.
"Sie sind umzingelt, Widerstand ist zwecklos, sperren sie auf!"
Mehrere Söldner traten aus den Häuserschatten.
Die Miene des Fahrers verhärtete sich.
"Schliessen..sie...auf!", drohend zückte der Captain seine Pistole.
Zitternd ging der Fahrer zur Tür, schloss sie auf, der Laderaum schien vollgepackt mit Stoffen höchster Qualität.
"Ausräumen!"
"Aber das können sie dochnicht machen."
"Ich kann sehr wohl."
Einige Söldner begaben sich zum Laderaum, räumten ihn komplett aus.
"Gut, das scheint sauber zu sein, nach geheimen Fächern suchen."
"Captain, der Wagen ist sauber."
"Einräumen!", eilig wurde alles wieder hergerichtet.
"Warum haben sie gezögert wenn ihr Wagen sauber war?"
"Ich war verwirrt."
"Verwirrt also.", der Captain nickte abfällig.
"Wegtreten, sie dürfen weiterfahren!"
So
wie sie aufgetaucht waren verschwanden die Söldner in den Häuserschatten.
Als sie verschwunden waren grinste der Fahrer nur.

"Verdammt!", Karen fluchte, in keinem der Laster war etwas zu finden gewesen, der Shermo müsste sich jetzt über sie kaputtlachen. "Verdammt!"
"Karen, reg dich nicht so auf."
"Aber die Operation ist geplatzt!"
"Nicht ganz."
"Nicht ganz?"
"Schau.", Aston drückte auf eine Taste, ein Video erschien auf dem Bildschirm, die Hinteransicht des Iroyhauses.
"Schau, dort, da bewegt sich eine Person durch die Schatten.", Aston zeigte auf eine kaum wahrnehmbare Gestalt die im Iroyhaus verschwand.
"Zoom heran.", Karen blickte konzentriert auf den Bildschirm, das Gesicht der Person wurde herangezoomt.
"Kontrast erhöhen und Helligkeit höher.", verschwommen wurden Gesichtszüge sichtbar...

"Ältester, der Shermo lässt seine Grüße ausrichten.", der Kurier kniete vor ihm, das Gesicht im Schatten.
"Gut, gib mir das Paket."
Geräuschlos schob der Kurier eine kleine Box rüber zum Ältesten.
"Richten sie Shermo aus, der Rest der Zahlung trifft morgen ein.", als der Älteste den Kopf hob war der Kurier bereits verschwunden...

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Samstag, 21. Juli 2007, 22:38

Kapitel 3


"Scheisse! Scheisse! SCHEISSE!", fluchend starrte Aston auf das eben sichtbar gewordene Gesicht, Karen war wie erstarrt von seinem Ausbruch.
"Verdammte Scheisse!", wütend schlug er gegen das Metall des Terminals.
"Wieso muss dieser Scheißkerl wieder auftauchen?", immer wieder schlug er gegen das Metall.
Nach einiger Zeit verrauchte sein Zorn, seine Gedanken nahmen wieder klare Strukturen an, Karen löste sich aus ihrer Starre.
"Aston, was ist los, wer ist das, warum dieser Ausbruch?"
"Robert...es ist Robert..."
"Robert...Robert Orson..."
"Ein Orson, ein Verwandter des Ältesten? Warum regst du dich dann...", Aston unterbrach sie abrupt.
"Warum ich mich aufrege?", Schweiß tropfte von seiner Stirn, "Weisst du nichts von seinem Verrat?", wütend starrte er sie an.
"Aston, Aston, beruhig dich, nein ich kenne ihn nicht, erzähl mir von seinem Verrat."
Langsam beruhigte sich Aston, langsam begann er zu sprechen.
"Es...es war vor 8 Jahren, ich hatte gerade meine Ausbildung als Spion bei den Orsons beendet, du weißt ja, meine Familie dient den Orsons seit Generationen. Damals war Robert Orson, gehörig zu einer Zweigfamilie der Orsons womit ihm der Platz des Ältesten verwehrt blieb, der Berater des Ältesten, einer seiner besten Berater. Ich weiß nichtmehr warum, aber wir begannen damals ihn zu beschatten, wahrscheinlich ein Befehl des Ältesten. Zuerst zeigte sich nichts auffälliges, doch Robert verschwand immer wieder des Nachts in den Slums, wir maßen dem nicht viel Bedeutung bei, vielleicht hat er dort eine kleine Schlampe, dachten wir damals, jedoch irrten wir uns gewaltig. Ein halbes Jahr verging bis wir beauftragt wurden ihn auch in die Slums zu verfolgen, es war eine meiner ersten Außenmissionen. Erst schien es ganz einfach, ich folgte ihm durch die Häuserschatten bis er in einem kleinen Haus verschwand wie es Tausende in den Slums gibt, natürlich pirschte ich mich vorsichtig an bis ich im Schatten des Hauses wieder Schutz suchen konnte. Von innen hörte ich die Stimme Roberts und eine mir unbekannte Stimme. Vorsichtig kroch ich unter eines der Fenster, dort vernahm ich laut und deutlich ihre Stimmen, sie wähnten sich allein. Das Gespräch drehte sich um den Ältesten, Robert unterbreitete den Plan die Hauptfamilie auszulöschen um den Platz als Ältesten einnehmen zu können. Die andere Stimme befürwortete dies begeister und erwähnte eine dauerhafte Allianz zwischen den Orson und den Iroy.
Später fanden wir heraus das der Unterhändler ein Mitglied der Zweigfamilie der Iroy war, Istilen Iroy, eigentlich ein unbedeutendes Mitglied, jedoch verband ihn und Robert der Hunger nach der Macht des Ältesten, doch um diese Macht zu bekommen hätten beide ihre Hauptfamilien auslöschen müssen. Wir nahmen den Plan nicht ernst, schon viele Zweigfamilien hatten dies versucht, doch alle waren gescheitert. Wir bemerkten unseren schrecklichen Irrtum erst als zwei Mitglieder der Hauptfamilie an einer unbekannten Krankheit starben, ausgelöst durch eine synthetische Droge die wir erst nach der Autopsie feststellen konnten. Zur gleichen Zeit hatte es solche Todesfälle bei den Iroys gegeben, sofort wurden Istilen und Robert von den familieneigenen Söldnern festgenommen und in die Tunnel verbannt um zu sterben. Uns ist heute immernoch ein Rätsel wie die Droge in den Blutkreislauf der beiden Verstorbenen kam, es gab keinerlei Hinweise. Und jetzt ist dieser verdammte Verräter wieder hier!", Aston begann wieder zu fluchen.
"Um das richtig zu verstehen, Robert und Istilen sind die ersten erfolgreichen Attentate auf die Hauptfamilie gelungen, dann wurden sie verbannt, warum nicht getötet?"
"Weil Mitglieder der Zweigfamilien der ehrenhafte Weg des Freitods in den Tunneln gewährt werden muss."
"Und jetzt ist er wieder da?"
"Genau, das...verdammt! Karen kontaktier den Oberst..."

"Ich kann beim besten Willen keinen Zusammenhang mit etwas daraus schließen, wir sollten Shauni kontaktieren, vielleicht weiss sie mehr.", genervt blickte Mai Joss ins Gesicht.
"Ja, kontaktier sie, aber über eine sichere Verbindung. Ich kümmerm ich wieder um Tess, sie ist immernoch aphatisch."
Mai nickte nur.

Wieder die Schmerzen, die Schreie der Männer, verschwommene Gesichter, immer wieder, die Stöße, ein Ruf, ein Aufschrei, jemand ergießt sich in sie...diese Erinnerung war neu...
"Mai!", plötzlich schrie Tess den Namen ihrer Freundin.
"Tess?....TESS! Du redest!", freudig rannte Joss auf sie zu um sie in die Arme zu schliessen.
"Mai, bitte, ich will Mai sprechen."
"Mai kommt gleich, sie redet mit Shauni.", vorsichtig nahm er Tess in die Arme, er schluchzte.
"Ach Tess, wir haben gedacht du redest niemehr...", ein weiteres Schluchzen entrang sich seiner Kehle.
"Joss, beruhig dich, Joss. Mein großer, ganz ruhig, es geht mir gut.", äußerlich versuchte Tess erleichtert zu wirken, doch innerlich quälten sie immernoch die Erinnerungen, das Gefühl der Leere...
"Tess, Tess, ich kann es nicht glauben...Tess!", strahlend umarmten sich die beiden Freundinnen.
"Mai, Mai, schau mich an.", verzweifelt blickte sie ihrer alten Freundin in die Augen.
Sofort verstand sie. "Joss, verlass bitte den Raum für kurze Zeit."
"Aber."
"Sofort!"
Beleidigt ging er in den Nebenraum.
"Du musst mich behandelt haben, sonst wäre ich nicht hier, dann...", sie stockte,"dann musst du auch gesehen haben.", Tränen liefen ihre Wangen hinunter.
"Scht.", zärtlich legte sie einen Finger auf Tess Lippen, "Du musst nicht reden, jetzt nochnicht.", liebevoll schloß sie die weinende Freundin in den Arm.

"Hiroya, aufstehn.", unsanft weckte ihn Duncans Stimme, verschlafen schaute er auf die Uhr.
Es war 5...
"Duncan, warum so früh? Können wir nicht etwas länger...?"
"Wolltest du nicht erfahren, warum ich dich hierher gebracht habe und warum ich mich so verhalte?"
Sofort war Hiroya hellwach.
"Fang an dein Verhalten zu erklären."
"Wer hat gesagt das ich es jetzt erkläre? Später. Geh ins Bad, dusch dich nochmal, kümmer dich mal um deine Zähne, Sachen liegen bereit."
Grummelnd befolgte Hiroya die Anweisungen.
"Beeil dich, wir kommen sonst zu spät."
"Zu spät wohin?"
Duncans Blick versagte jede Antwort.
Schweigend wanderte Duncan durch die engen Gassen des Slums bis sie an die Grenze zum Bezirk der Seratarnquartiere kamen.
"Duncan, was wollen wir hier?"
Wieder erhielt er keine Antwort, zielstrebig bewegte sich Duncan auf eine der Schranken zu.
"Seargant, erbitte Einlass eines Rekrutierungsöldner mit Rekruten, ID 43656."
"Captain Duncan, willkommen zurück, ihr Rekrut?"
"Hiroya Kusanagai, ansässig in den Slums, rekrutiert vor 12 Stunden."
Schweigend öffnete der Seargant die Schranke.
"Captain ,Rekrutierung, Rekrut? Duncan, was hast du vor?"
"Schweig, du befindest dich auf dem Gebiet der Seratarn, dumme Fragen werden nicht geduldet."
Missmutig folgte Hiroya ihm, Furcht breitete sich in seinem Herzen aus, vor dem was noch kommen mag.

"Warum waren sie so unvorsichtig Robert?", wütend starrte Shermo seinen alten Bekannten an.
"Sagen wir ich tat es im Namen eines Freundes. Gleich müsste es soweit sein."
Plötzlich stieß jemand die Tür auf.
"Shermo, Shermo, der Älteste der Iroy ist tot! Eine Explosion!", aufgeregt blieb der Mann stehen.
"ROBERT! Du verdammter....warum hast du das getan, das bringt alles in Gefahr!"
"Wie gesagt ich tat es für einen Freund, ich schuldete es ihm."
"Ach verdammt, raus alle beide! Ich muss denken!", wütend schlug er auf seinen Schreibtisch, klackend schloß sich die Tür...

Noriyori

Hokuto no Ken!

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5

Sonntag, 5. August 2007, 16:31

Die Machtstruktur von Nekropolis verzeichnet im Jahre 324 nach dem Verlassen der Oberfläche

Jeder kennt die offizielle Legende der Machtverteilung, alle Macht läge in den Händen unseres Herrschers Caven, seinem Beraterstab und seiner Söldnerarmee die Seratarn, die als ausführendes Glied behandelt wird. Jedoch sollte die Macht der 3 großen Häuser nicht unterschätzt werden. Iroy, Orson und Syrnin. Die 3 mächtigsten Familien in unserer Welt aus Stein, Die Orsons, Waffenfabrikanten seit den Anfängen unserer Stadt, offizielle Waffenlieferanten des Herrschers. Die Syrnin, Besitzer der Sauerstofffabriken, ohne die das Leben hier nicht möglich wäre. Die Iroy mit ihren Verbündeten, den Ghim und den Nod, ihre Macht liegt verborgen so haben sie doch weder Militär noch Fabriken, doch Wissen kann auch Macht sein, nicht wahr?

Verbotene Schriften, Abteilung Untergrabung der Autorität unseres einzig wahren Herrschers.

Kapitel 4


Schweigend trat Hiroya in eine weitläufige Halle, kaltes blaues Licht ließ die Szenerie trist wirken, bis auf einige weitere Personen war die Halle leer.
"Duncan, warum?"
"Hatte ich nicht gesagt du sollst schweigen? Du bist hier bei den Seratarn, der Garde des Herrschers, schweige im Angesicht der Macht!", Duncans Augen schienen vor Fanatismus zu glühen, eingeschüchtert wich Hiroya zurück.
Dann erreichten sie die kleine Gruppe Menschen.
"Warte hier.", bevor Hiroya etwas sagen konnte war Duncan verschwunden.
Dann wandte er sich der kleinen Menschengruppe zu...

Grübelnd lehnte sich Shauni zurück, die Informationen von Mai ergaben mit den Berichten aus dem Distrikt der großen Häuser einen Sinn, jedoch beschäftigte sie mehr die Nachricht einer ihrer Spione. Der Tod des Ältesten der Iroy brachte ungeahnte Folgen mit sich. Viele Fragen schwirrten ihr durch den Kopf. Wird das Machtgleichgewicht kippen? Kann sie ihr Spionagenetz in der Dienerschaft der Iroys nach diesem Vorfall aufrecht erhalten? Wie würde sich das Ganze auf die Infiltration der großen Häuser Einfluß nehmen? Wie handelt jetzt das Haus der Iroy nach dem Verlust ihres Ältesten, wer hält nun die Macht in seinen Händen? Fragen über Fragen, ungewisse Antworten...Angst vor den Folgen machte sich in ihr breit...

Wütend schlug Shermo gegen die Wand, warum hatte Robert das nur getan? Gefallen für einen Freund, wen? Istilen? Der war in den Gängen verreckt, warum sollte Robert einem Toten einen Gefallen erfüllen? Was war damals in den Gängen passiert das Robert zu dieser Wahnsinnstat verleitete? War er nach dieser Aktion noch zuverlässig, die Informationen die er Shermo gebracht hatte waren wertvoll, doch nachdem Robert all sein Wissen herausgegeben hatte, war er dann noch von Nutzen? Doch wie Shermo Robert kannte hatte er nicht alles verraten, so dumm war er nicht. Robert war ein Risiko das beseitigt werden musste, doch wie kam er an die letzten Informationen die Robert zurückhielt? Mit zitternden Händen steckte er sich eine Zigarette an, es musste doch einen Ausweg geben? Nachdenklich starrte er auf die Platte seines Schreibtischs...

Die Nachricht erreichte Tess, Mai und Joss in ihrem kleinen Versteck nicht, noch nicht. Joss hielt Wache am Bett seiner Kameradin, Tess war wieder eingeschlafen. Glücklich betrachtete er ihr Gesicht, es war entspannt, kein Traum schien sie zu quälen.
"Joss, komm in den Funkraum, wir haben neue Instruktionen von Shauni.", sanft legte sie ihre Hand auf seine Schulter, müde drehte er den Kopf.
Schwerfällig trottete er ihr hinterher.
"Wir müssen wahrscheinlich diesen Platz verlassen."
"Warum?"
Plötzlich wurde Mai's Stimme aufgeregt.
"Shauni hat gerade eine Rundnachricht verschickt das der Älteste der Iroy einem Anschlag zum Opfer gefallen ist, weisst du was das heisst? Eines der Häuser hat seine Macht verloren!"
"Ältester der Iroy, tot?"
"Ja!"
Langsam schüttelte Joss den Kopf. "Schön das zu Hören, nur ist jetzt wichtiger warum wir hier weg müssen."
"Kannst du dir das nicht denken?"
"Sag es mir.", ruhig blickte er Mai an.
"Ich werde nie verstehen wie du immer so ruhig bleiben kannst. Ausser wenn es um Tess geht.", schelmisch grinste sie ihn an.
Joss wurde knallrot.
"Te...Tess...un...unwichtig, warum müssen wir jetzt weg?", schnell versuchte er das Thema wieder umzulenken.
Mai grinste noch immer.
"Gut, also. Die Nachricht hat sich offenbar in Windeseile in der ganzen Stadt breit gemacht. Darauf folgte die hastige Aktion des Herrschers die Stadt durchkämmen zu lassen nach dem Verursacher des Anschlags. Also durchkämmen seine Soldaten jetzt die Stadt und wenn sie uns und die Ausrüstung hier finden dann war es das für uns jedenfalls."
"Verstehe, aber was ist mit Tess, sie ist noch sehr schwach."
"Du bist doch so groß und stark, trag sie.", wieder lief Joss rot an.
"Wa...Was...ist mit den Aufzeichnungen hier?"
"Werden zerstört.", mit diesen Worten zündete Mai die Nachricht Shaunis an.
Kurz darauf verließen sie das Gebäude, verschwanden in den engen Gassen der Slums, auf dem Weg zu einem sicheren Ort.

"Du bist?", ruhig trat einer der Männer auf ihn zu, ein blonder Hüne, blaue Augen, er strahlte eine gewisse Vertrautheit aus.
"Hiroya..Hiroya Kusanagi, du bist?"
"Aiden, schön dich kennenzulernen Hiroya.", lächelnd blickte er ihn an.
Knarrend öffnete sich eine Tür, sofort richteten sich alle Augen auf die Geräuschquelle.
Ein untersetzter Mann in den 50ern trat ein, eisgraues Haar, kalte graue Augen, hinter ihm traten mehrere Söldner aus der Tür, postierten sich um ihn.
Zackig schritt er vor die Gruppe, schnell zog sich Hiroya zurück, Aiden stellte sich zwischen die Gruppe und den General.
"Nehmt Haltung an, vor euch steht General Brice!", der Sprecher trat vor Aiden.
Keiner rührte sich...
Plötzlich umringten die Söldner die kleine Gruppe, hart schlugen sie einigen Unglücklichen die Gewehrkolben gegen Rücken und Brust, Schmerzensschreie hallten in der Halle wieder.
"NEHMT HALTUNG AN!", wütend schrie der Sprecher von vorhin Aiden an.
"Wir sollten erstmal auf sie hören.", flüsterte dieser, zügig reihte sich die Gruppe auf, versuchte stramm zu stehen wie die Söldner.
"Geht doch.", unterwürfig verbeugte sich der Sprecher vor dem General und trat hinter ihn.
"Ihr wisst warum ihr hier seid?", kalt starrte er Aiden an, der seinen Blick gelassen erwiderte.
Bevor Aiden antworten konnte führte der General seine Rede fort.
"Ihr seid hier um die Ehre einer Ausbildung zu empfangen! Ihr werdet Seratarn sein, gnadenlos, gewissenlos, effizient! Kämpfer um den Willen unseres Herrschers auszuführen, das törichte Volk zu unterdrücken!"
"Wir sind zur Zeit das Volk, warum sollten wir Cohen dienen?", ein kleiener rattenartiger Mann trat aus der Reihe.
"Warum ihr dem Herrscher dienen solltet?", langsam ging Brice auf ihn zu.
"Weil sonst das passiert!", plötzlich hielt er ihm eine Pistole vor den Kopf, es knallte, einen Moment später verteilte sich die Hirnmasse des Fragestellers auf dem Boden.
"Deswegen, habt ihr das verstanden?!"
Ängstlich zuckten die übriggebliebenen zusammen, ein undeutliches Ja wurde gemurmelt.
"Habt IHR das verstanden?!", diesmal schoß Brice in die Luft.
"JA, HABEN WIR!", diesmal laut und deutlich.
"Geht doch, führt sie zu ihrer Barracke, Preston wird sich freuen sie auszubilden.", dann trat der General aus dem Raum, so schnell wie er gekommen war.
Unwirkliche Stille machte sich breit, Hiroya zitterte, Erinnerungen an den Brief den er in den Sachen seines Vaters gefunden hatte kamen in ihm hoch, ihm wurde schlecht vor Angst...
"Komm Junge, wir schaffen das.", warmherzig legte Aiden seine Hand auf Hiroyas Schulter.
Doch die Angst ließ Hiroya nicht los...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Noriyori« (5. August 2007, 16:41)


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