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Sonntag, 3. Juni 2007, 23:29

Saints of Element

Saints of Element

Kapitel 1a


"Was ist passiert?" ... "Wieso lebe ich?" ... "Wieso lebe ich?" ... "Hallo?" ... "Ist jemand da?" ... "Antwortet! Wieso lebe ich?" Wieso? Wo bin ich?" ... "Was habt ihr mit mir gemacht?" "Ist niemand da?"

Baoru stand in einem hellen Raum, er war durchgehend gefliest mit großen Fliesen an den Wänden, an der Decke, auf dem Boden. Komische Skulpturen standen überall im Raum. Einige waren mit Baoru über Schläuche und Kanülen verbunden. Er konnte sich nicht bewegen.
Er war nackt, seine Haare waren lang gewachsen, um seine Augen waren große dunkle Ringe. Seine Stimme war heiser. Er wollte sich losreißen. Wollte diesen schauerlichen Ort verlassen. Er blickte sich um. Er stand an einer Art Kreuz an der Wand. An Armen und Beinen war er mit Lederschnallen gefesselt. In seiner linken Hand stecke eine Spritze, die in einen Glaskolben überlief und dauerhaft eine Flüssigkeit injizierte. Baoru versuchte die Spritze zu greifen. Das Lederband war jedoch sehr fest. Baoru schrie vor Anstrengung, bekam die Spritze mit den Fingern zu halten und zog an ihr. Eine lange Nadel zog sich aus seinem Arm. Als er sie raus hatte, rammte er den Glaskolben an die Wand, sodass er zerbarst. Fingerfertig zerschnitt er den Lederriemen und in kürzester Zeit war er frei. Er stand auf den kalten Fliesen und zog sich eine Kanüle nach der anderen aus der Haut. Dann untersuchte er den Raum. Viel Glas, viele verschiedene Gebräue, manche über Flammen. Displays und Computer standen in einer Ecke, Baoru verstand nichts davon. Auf einem Monitor blinkten acht rote Lämpchen. Er dachte an die Kanülen und Spritzen. Auch das waren acht gewesen. War das ein Alarm, dass sie entfernt wurden? Wurde er schon gesucht? Er sah sich nach einem Ausgang um. Nichts... die einzige Metalltür war fest verschlossen und hatte innen keinen Griff. Fenster gab es keine. Dann hörte er Schritte hinter der Tür. Schlüsselklirren. Gleich würden sie drin sein. Baoru griff nach einer Spritze und dem zerbrochenen Kolben und stellte sich hinter die Tür. Sie schwang auf und drei Männer in weißen Mänteln rannten in den Raum.
"Wo ist er?"
"Er hat sich losgerissen!"
"Unmöglich."
Baoru stand im Schatten der Tür. Die Wissenschaftler rannten zum Monitor.
"Er hat sich losgerissen. Ich sag es euch. Die Mittel haben allesamt versagt."
"Sie haben nicht versagt. Sie haben bisher bei allen gewirkt. Ich versteh nur nicht, wie er den Raum verlassen konnte."
"Ja, selbst wenn die Mittel nicht gewirkt hätten, hätte er sich nicht ohne Schäden zu hinterlassen aus dem Staub machen können."
Der Wissenschaftler, der als letztes gesprochen hatte ging zum Kreuz.
"Er hat sich losgeschnitten. Er hat keine Magie benutzt. Also wo zum Teufel ist er?"
"Ich lade gerade das Überwachungsvideo. Wir werden herausfinden, wo er ist. Er kann sich ja nicht in Luft aufgelöst haben."
"Ich werde vorsichtshalber Alarm schlagen, dass hier vielleicht ein Irrer durch den Komplex rennt, bei dem die Mittel versagt haben. Roter Alarm."
"Tun sie, was sie nicht lassen können, Herr ‚Professor‘…"
Mit einem Schnauben verließ der eine Weißkittel den Raum.
"Gleich haben wir das Video. Mit Spannung betrachtete er den Monitor."
"Es sind nur noch sieben", meinte der andere gedankenverloren.
"Wie meinen?"
"Es sind nur noch sieben Injektionen hier. Es waren aber acht. Und hier liegen Scherben. Er hat die Chi-Lösung zerstört." Er deutete auf ein Symbol an der Flasche. "Die anderen sind noch heil."
"Und wo ist er damit hin?", der Professors sah seinen Kollegen an. Dieser zuckte mit den Schultern. Dann sah er zurück auf den Monitor.
" Ich habs, er hat den Kolben an der Wand zerstört und damit die Fesseln zerschnitten.", er ließ den Blick nicht vom Monitor.
"Kommen sie und sehen sie selbst!"
Der andere Wissenschaftler ließ vom Kreuz ab und ging zum Tisch zurück auf dem der Monitor stand. Der erste saß ihm gegenüber am Tisch und starrte auf die Flimmerkiste.
"Er hat sich umgesehen. Dann ist er auf den Monitor aufmerksam geworden….Da jetzt wahrscheinlich hört er uns…Er rennt zum Kreuz…Er nimmt die Spritze und… Oh mein Gott…ER STEHT HINTER DER TÜR!!!"
Der Professor schreckte hoch, sein Stuhl viel nach hinten um. Er blickte seinem Kollegen ins Gesicht. Diesem rann ein Blutfaden von der Stirn, ein dünner Metallstab ragte aus der Stirn hervor. Der Professor verdrehte die Augen, dann viel er der Länge nach hin. In seinem Hinterkopf steckte die Spritze. Hinter ihm stand Baoru. Schweigend standen er dem Professor gegenüber. Baoru hielt den zertrümmerten Kolben in der Hand. Langsam ging der Wissenschaftler um den Tisch herum. Baoru ließ ihn nicht aus den Augen. Ganz langsam und behutsam tat der Wissenschaftler einen Schritt nach dem anderen auf die Ausgangstür zu. Angstschweiß stand ihm auf der Stirn. Baoru rannte los. Der Professor schrie, auch er rannte Richtung Ausgang. Er hatte die Tür erreicht. Dann stürzte er nach vorn Seine Brille flog aus dem Raum, klirrte beim Aufprall und schlitterte den Flur entlang. Im Rücken des Wissenschaftlers steckte der Glaskolben. Baoru atmete schwer. Wie lange hatte er hier verbracht? Er hatte kaum noch Kraft. Dabei hatte er sich kaum bewegt. Er ging zurück zum ersten Toten zog diesem den Mantel und die Schuhe aus und zog sich an. Er zog den zweiten in den Raum zurück, nahm ihm das Schlüsselband ab und schloss die Tür hinter sich. Fast lautlos schlich er durch den dunklen Flur. Überall waren die gleichen Türen links und rechts an den Wänden. Quälend lang zog sich der Flur. ‚Was muss ich auch im letzten Zimmer sitzen‘, dachte Baoru. Er hatte den Flur durchquert. "Treppe oder Fahrstuhl?", Baoru grinste. Dann drückte er auf den Knopf und setzte sich neben der Fahrstuhltür auf eine Bank um kurz zu verschnaufen. Schweiß stand ihm auf der Stirn. "Oh man, ich bin aus dem Training.", flüsterte er sich zu. Es war gut, seine Stimme zu hören. Seine Atmung beruhigte sich etwas. Er stemmte die Ellenbogen auf die Knie und stützte seinen Kopf ab. ‚Bing‘, die Fahrstuhltür öffnete sich. Er ging hinein. Drückte auf E. Der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung. Baoru traute seinen Augen nicht. "Welches Gebäude der Welt hat denn 1250 Stockwerke? Quälend langsam blinkten die Zahlen auf der LED-Anzeige. 1230…1229…1228… "Von wegen aus dem Training. Bei der dünnen Luft ist mir alles klar.", dachte er sich.

Endlos lang erschien ihm die Fahrt und er fragte sich, ob die Wissenschaftler wohl in diesem Gebäude wohnten, da ein Weg zur Arbeit wohl ziemlich lang wäre. Er schielte wieder auf die Anzeige: 712…711…710… Bald hatte er die Hälfte geschafft. Niemand war eingestiegen in der Zeit. Wenn er dachte, dass er die Treppe hätte nehmen wollen. Er schloss die Augen um sich auszuruhen. Ein kleines Lächeln lag auf seinem Gesicht. Ein Rütteln. Der Fahrstuhl stoppte. Baoru sah auf die Anzeige: 704. "Hier wollte ich aber nicht raus.", Baoru verzog das Gesicht. Dann erlosch das Licht des Fahrstuhls und eine rote Rundumleuchte tauchte den sterilen Fahrstuhl in eine schummrige Atmosphäre. "Alarm", meinte eine freundliche Frauenstimme aus einem Lautsprecher, "Bitte bleiben sie ruhig. Der Sicherheitsdienst wird sie gleich aus dem Fahrstuhl befreien. Für dieses Gebäude wurde roter Alarm ausgelöst, welcher den Stillstand der Fahrstühle zur Folge hat. Alarm. Bitte bleiben sie ruhig. Der Sicherheitsdienst wird…."
Baoru suchte nach einem Ausgang. Er hatte irgendwie keine Lust auf den Sicherheitsdienst zu treffen. Zu auffällig war seine Kleidung. Allerdings war er das einzige, was sich im Fahrstuhl befand. Keine Pflanze, kein Stuhl. Kein Ausweg. Baoru lauschte an der Tür. Auf der anderen Seite war jemand.
"Hier ist noch ein Fahrstuhl…Ja 2 Minuten hab ich verstanden." Ein Klicken, die Person hatte ein Funkgerät abgestellt. "Bitte bleiben sie ruhig. Der Sicherheitsdienst wird sie gleich aus dem Fahrstuhl befreien. Für dieses Gebäude wurde roter Alarm ausgelöst…" Baoru trat mit voller Wucht gegen die Fahrstuhltür. Er hämmerte mit den Fäusten dagegen. Jedoch ohne Erfolg. Japsend hielt er sich an der Tür fest. Scheinbar hatte die Luft doch weniger mit seiner Kondition zu tun, als erwartet. Er hustete.
"Was habt ihr eigentlich in mich rein gepumpt?", draußen gab es ein Klicken. Langsam schwang die Tür zur Seite.
"Wie sehn sie denn aus?" Ein Mann in beige-farbener Uniform ging in den Fahrstuhl und half dem japsenden und keuchenden Baoru auf die Beine.
"Mir geht es nicht gut", stöhnte Baoru, "Mir geht’s nicht gut in engen Räumen und dann noch dieser Alarm. Da hab ich Panik bekommen." Baoru war kalkweiß. Ihm war wirklich nicht wohl, was aber weniger mit dem Fahrstuhl zu tun hatte. Was war nur mit ihm los?
"Keine Angst, wir bringen sie auf die Krankenstation. Das sind nur 5 Stockwerke nach unten. Sie haben Glück. Fassen sie mal mit an!" Der Wachmann und ein kahlköpfiger Beamter stützen Baoru und gingen mit ihm Etage um Etage tiefer durchs Treppenhaus. Im 699. Stockwerk fing der Krankenhausbereich an. Baoru hatte wieder etwas an Farbe gewonnen. Er wurde von 2 Schwestern in Empfang genommen, die ihn in einen Rollstuhl setzten.
"Was haben sie denn Herr Professor?"
‚Herr Professor? Halten die mich allen Ernstes für einen Wissenschaftler?‘
"Ich habe Platzangst und der Fahrstuhl ist steckengeblieben.", sagte Baoru zu der freundlichen blonden Frau.
"Oh das geht gleich vorbei. Ich bring ihnen ein Glas Wasser.", sagte die Blonde und verschwand. Die andere Schwester schob ihn weiter in einen Warteraum. Er war leer.
"Ich werde jetzt ihre Personalien aufnehmen.",
sagte die andere schwarzhaarige Schwester. "Warten sie kurz hier Professor…?"
"Akinawa, Hatomo Akinawa", log Baoru. Das Schild stand auf dem Namensschild am Kittel.
Nach kurzer Zeit kam die Krankenschwester wieder herein.
"Hier Herr Professor, ihr Wasser. Und da sind zwei Leute, die gern mit ihnen reden wollen."
"Mit mir?" Baoru’s Nackenhaare stellten sich auf. Er sah die Krankenschwester überrascht an, doch diese zuckte nur mit den Achseln und ging. Baoru drehte den Rollstuhl Richtung Tür und stellte ihn rücklings an die Wand. So hatte er die Tür gut im Auge. Sie schwang auf.
"Herr Baoru?", eine Frau und ein Mann betraten den Raum. Er war mindestens zwei Meter groß und bullig. Sie war 2 Köpfe kleiner als er, jedoch muskulös. Beide trugen Sonnenbrillen, schwarze Tanktops und lange schwarze Hosen.
"Was wollen sie von mir? Wer sind sie?", Baoru stand noch immer der Schweiß auf der Stirn. Hektisch sah er sich nach einem Fluchtweg um.
"Oh wir wollen nichts weiter. Wir haben nur ihren Tod im Sinn.", sagte die Frau freundlich und lächelte.
"Oh na wenn es weiter nichts ist.", wiegelte Baoru gespielt ab. "Darf ich denn erfahren, warum man so dringend meinen Tod herbeisehnt?"
"Aber natürlich darfst du es wissen.", meinte die Frau. Wenn es nicht um sein Leben ginge, hätte er sie fast sympathisch gefunden.
"Der Chef meint, sie wären schon lange überfällig."
"Ach na wenn der das sagt…", Baoru trank einen Schluck. "Wissen sie, ich würde mich darüber gerne persönlich mit eurem Chef unterhalten. Dürfte ich erfahren, wie er denn mit bürgerlichem Namen heißt?", das Gespräch geriet zunehmend zur Farce.
"Ich darf leider nicht zulassen, dass sie noch länger Leben. Ich hätte sonst gern ein Treffen für sie arrangiert. Aber ich muss mich beeilen. Ich muss sie töten, bevor es zu spät ist. Das ist mir jetzt überaus peinlich, aber ich kann ihnen ihren letzten Wunsch leider nicht erfüllen. Sie müssen mir das verzeihen, aber es ist mein Job. Nichts Persönliches. Sie dürfen jetzt nichts Falsches von mir denken."
Mit diesen Worten zog sie ein Skalpell aus dem Gürtel. Baoru schluckte. Er stand aus seinem Rollstuhl auf. Langsam ging die Frau auf Baoru zu, das Skalpell in Angriffshaltung. Baoru wich zurück. Sie erreichten die Wand. Baoru war in die Ecke gedrängt. Die Frau schnellte nach vorne. Baoru schüttete ihr das Glas ins Gesicht und tauchte weg. Das Skalpell blieb in der Wand stecken. Die Frau wischte sich das Wasser aus den Augen. Sie sah ihn böse an. Dann drosch er ihr das leere Glas über den Schädel und sie sackte auf dem Stuhl zusammen. Nun regte sich der Hüne. Er schritt auf Baoru zu. Ließ seine Muskeln spielen und presste die Faust in die hohle Hand um Baoru zu signalisieren, was er wohl gleich mit seinem Schädel machen würde. Baoru versuchte das Skalpell aus der Wand zu ziehen. Körperlich war er dem Typen weit unterlegen. Plötzlich traf ihn ein Schlag in die Magengegend. Baoru sackte auf einem Stuhl zusammen und hielt sich den Bauch. Die Frau war aufgewacht. Sie hatte eine Platzwunde am Kopf und Blut sickerte an der Stirn entlang. Baoru’s Augen tränten. Er konnte sie nur verschwommen erkennen. Der Hüne zog Baoru nach oben und warf ihn quer durch den Raum. Er krachte auf die Metallstühle und blieb benommen liegen. Die Frau zog das Skalpell aus der Wand. Sie ging auf ihn zu. Langsam und bedächtig. Baoru sah seinen Tod kommen. Sie kniete sich auf ihn und drückte ihm die Luft aus den Lungen. Sie holte aus. Stach zu. Baoru stoppte ihre Faust mit seinen Händen.
"Geben sie auf Herr Baoru. Sie haben zu Ende gelebt. Der Chef will es so.", zischte sie. Sie war jetzt voll angestrengt. Das Skalpell kam Baoru’s Kopf immer näher. Er atmete hektisch, wollte sie abschütteln, aber sie war zu stark. Panik ergriff ihn. Er sah das Skalpell direkt vor seinem Auge.
"So stirb schon.", der Frau stand der Schweiß auf der Stirn.
"Nein, ich sterbe nicht.", presste Baoru hervor. "Noch nicht jetzt."
"Oh doch. Der Chef hat es befohlen."
"Der Chef kann mich mal. Ich werde nicht sterben!"
"Das Skalpell berührte leicht Baoru’s Stirn. Ein Tropfen Blut rann aus der kleinen Wunde, vermischte sich mit dem Schweiß Baorus und rann von der Stirn in die Augenhöhle und ins Auge. Es brannte fürchterlich. Baoru schrie. Hob das Skalpell mit allen Kräften noch einmal an.
Der Hüne ging auf die Beiden zu. Kniete sich vor Baoru hin und ergriff ebenfalls das Skalpell. Dann hörte er ihn zum ersten Mal reden:
"Jetzt stirbst du Baoru!"
"NEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!" Baoru’s Schrei ließ die Wände erzittern. Dann schoss es ihm wie ein Blitz durch den Kopf.
"Break-Out!", sagte er mit einer völlig anderen Stimme. Er sah der Frau in die Augen. Sie sah ihm in seine. Sie hatten sich verfärbt. Das neutrale leuchtende Blau war verschwunden. Stattdessen sah sie in ein glasiges Eisblau. Sie überkam eine unendliche Sehnsucht, eine einzige Träne überkam sie, aus Reflex drückte sie sie raus. Wie in Zeitlupe fiel sie aus ihrem Auge. Sie klatschte Baoru auf die Stirn. Dann explodierte er. Tausende Eiskristalle flogen aus seiner Haut, durch den Kittel und quer durch den Raum und zerfetzten der Frau die Arme und das Gesicht. Sie wurde zurückgeschleudert und blieb blutüberströmt liegen. Das Skalpell war dem Hünen durch die Hand und an die Decke geflogen. Leise wimmernd hielt er sich die Wunde. Baoru stand auf. Der Hüne wich zurück. Furcht stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er zog eine Maschinenpistole und richtete die Mündung auf Baoru.
"Arctic Shield!", schrie Baoru und riss die Hände hoch. Das Mündungsfeuer blitzte auf und die Kugeln flogen auf Baoru zu. Eine Eiswand zog sich vor Baoru hoch. Die Kugeln schlugen in sie ein und kleine Splitter flogen heraus. Der Hüne war wie besessen. Baoru rannte um das Schild. Mit zwei Schritten war er auf einer Stuhlreihe, rannte auf ihr entlang, stieß sich von der Wand ab und trat dem Hünen mit dem gleichen Fuss ins Gesicht. Dieser taumelte gegen die gegenüberliegende Wand. Die Waffe flog in hohem Bogen durch den Raum und blieb in einem Blumenkübel stecken. Baoru rannte auf den Hünen zu und donnerte ihm die Faust auf die Brust. Der Hüne brach über ihm zusammen und spuckte Blut. Baoru schulterte ihn und warf ihn gegen die Wand. Schielend blieb der Mann auf einem Stuhl sitzen, der sich unter ihm bog. Baoru machte einen Salto rückwärts, blieb auf zwei Stühlen stehen und hob die linke Hand. "Eis.", flüsterte er. Er atmete aus und man konnte den Atem sehen, obwohl es wohlig warm im Raum war. Über seiner Hand bildete sich ein Eispfahl. Bedrohlich blitzte er dem Hünen entgegen. Ein letztes Mal schaute er Baoru in die Augen. Das Eisblau weckte seine Sehnsüchte. Dann bohrte sich der Pfahl durch seine Brust.
Baoru ging zur Frau. Sie lag in einer Blutlache. Sie war bewusstlos, wenn nicht sogar schon tot. Baoru fror ihren Kopf und ihre Arme ein, dann zog er ihr das Top über den Kopf und die Hose aus. Er zog sich die Klamotten über und blickte die Tote ein letztes Mal an.
"Wer seid ihr nur, und was wollt ihr alle von mir?"
Er öffnete die Tür und verließ den Raum. Seine Augen strahlten in einem leuchtenden Blau.
"Ich stehe unglaublich unter Stress!!!
Ich habe drei Kinder und kein Geld!
Warum kann ich nicht
keine Kinder haben und drei Geld?"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Boeller« (22. Juli 2007, 11:12)


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Freitag, 29. Juni 2007, 22:31

Kapitel 1b


"Miss Bendita Buendía?â€?, Bendita schreckte zusammen. Über ihr stand ein älterer Herr mit einer finsteren Miene und einem Zeigestock in der Hand. Sie sah sich kurz um: alle Anwesenden sahen sie an. Einige lachten.
"Miss Buendía, ich muss Sie wirklich darum anhalten, meinem Unterricht mehr Euphorie entgegenzubringen, als ihr beruhigendes, aber eintöniges Schnarchgeräusch.", die Klasse brach in schallendes Gelächter aus. Bendita wurde auf der Stelle rot.
"Entschuldigen Sie bitte Herr Professor. Es wird nie wieder vorkommen. Das Ganze ist mir äußerst peinlich."
Der Professor ging zurück zur Tafel um der Klasse auf trockenste Art und Weise die Freud’sche Psychoanalyse näherzubringen. Niemand in der Klasse zeigte ernsthaftes Interesse, doch Einschlafen im Unterricht ging dann doch zu weit. Bendita streckte sich möglichst unauffällig und gähnte einmal herzhaft. Sie schaute in ihr Heft um abzugleichen in wie weit ihre Aufzeichnungen mit denen an der Tafel übereinstimmten. Deutlich konnte man sehen, wie sie beim Schreiben eingeschlafen war: Zuerst wurde ihre Schrift undeutlich, dann krakelig und zog sich dann in einem dicken, schwarzen Strich über die ganze Zeile und, zu ihrem Entsetzen, auch noch über den Tisch. Sie blickte über den Tischrand hinweg. Da lag ihr Füller auf dem Boden. Lautlos glitt sie von ihrem Stuhl um ihn aufzuheben.
"Miss Buendía was machen Sie da?", schnarrte der Professor. Wieder vereinzeltes Gelächter. Bendita schob sich auf den Platz zurück und hielt dem Professor triumphierend und grinsend ihren Füller entgegen.
Der Professor wandte sich kopfschüttelnd wieder der Tafel zu. Bendita setze den Füller aufs Blatt um das Versäumte aufzuholen. Kratzend bewegte sich der Füller übers Blatt. Doch das Papier blieb weiß.
‚Das gibs doch nicht… Tinte alle? Nicht, dass der ausgelaufen ist… Ich hätte heute morgen im Bett bleiben sollen…‘ Sie kramte in ihrer Federtasche nach einer neuen Patrone und schraubte den Füller auf. Jedoch statt einer neuen Patrone war ein Zettel in der Halterung. Verblüfft sah sie sich um. Wer hatte das denn fabriziert? Sie hatte wohl länger geschlafen als sie im ersten Augenblick gedacht hatte. Sie blickte ihre näheren Mitschüler an. Alle schrieben mehr oder weniger gelangweilt mit. Niemand beobachtete sie. Sie entrollte den Zettel.
‚Ich treffe dich nach der Schule in Etage 312 in Holoraum 7.‘ noch einmal ließ sie den Blick durch die Klasse schweifen. Wer könnte sie treffen wollen? Und warum?
Sie drehte den Zettel um. Ein einzelnes Zeichen war auf ihm zu sehen. Es sah aus wie ein kleines "n" allerdings war der Schreiber wohl abgerutscht. Das zweite Bein des "n" war auffällig lang nach unten gezogen.
‚Was hat das nu wieder zu bedeuten…‘ Noch bevor sie weiter darüber nachdenken konnte beendete das Klingeln den Unterricht.

"Und das war in deinem Füller?", Mateo sah sie verblüfft an.
"Wenn ich es dir doch sage…", antwortete Bendita aufgeregt, "ich habe nicht mal 2 Minuten auf der Bank gelegen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass einer meiner Mitschüler mir irgendwas Wichtiges zu sagen hat… und ich hab sie beobachtet. Keinen hat interessiert, ob ich was gefunden hab. Was wenn ich nicht mehr geschrieben hätte. Vielleicht hätte ich das einfach übersehen."
"Hmm soll ich vielleicht mitkommen? Nur für den Fall…"
"Mateo ich brauch keinen Aufpasser, ok? Wenn ich Hilfe von meinem großen Bruder brauche, sag ich ihm schon Bescheid." Sie grinste ihn an. Er steckte ihr die Zunge raus.
"Du hast noch Unterricht, wenn ich da hingehe und wenn du noch mehr fehlst, schmeißen sie dich noch mal raus. Außerdem, vielleicht find ich den Typ ja ganz nett und ich will ihn auf der Stelle vernaschen.", sie lächelte geheimnisvoll, "was glaubst du, wie er sich zieren würde, wenn du daneben stehst." Diesmal grinste er.
"Ich glaube, das "n" auf der anderen Seite ist gar kein "n". Wenn der so böse abgerutscht wäre, hätte er den Zettel neu geschrieben. Guck doch auf der andern Seite ist alles ordentlich." Beide betrachteten den Zettel.
"Und was ist es dann?", fragte Bendita.
"Keine Ahnung.", meinte Mateo und zuckte mit den Schultern.
"Ich frag einfach meinen Verehrer, der wird das schon wissen, was er malt."
"Pass trotzdem auf dich auf, ja? Du weißt nicht, was er will.", sagte Mateo ernst.
"Ja mach ich. Und ich hab deine Handynummer, falls was los ist.", sie zwinkerte ihm zu.
"Na dann viel Spass, kleine Schwester.", Mateo grinste wieder.
"Ciao großer Bruder. Ich sag dir dann wies war.", Sie umarmten sich und gingen dann getrennter Wege. Mateo machte sich auf den Weg zu seiner Klasse und Bendita Richtung der Aufzüge.

Der Aufzug öffnete sich mit einem Zischen. Etage 312 blinkte auf dem Display. Bendita stieg aus. Der Flur war menschenleer. Er war Kreisrund und hatte außer der Fahrstuhltür noch 23 weitere Türen. Alle führten zu verschiedenen Holoräumen, die aber alle gleiche Ausstattung und gleichen Funktionen hatten. Sie ging vor Nummer 7 und es passierte nichts. Die Tür schob nicht automatisch zur Seite. Bendita zog die Augenbrauen hoch. Sie untersuchte die Tür, doch es gab weder Klinke noch Schlüsselloch. Links von der Tür war ein Display eingelassen. Sie stellte fest, dass man auf dem Touchscreen malen konnte. Sie malte ein Dreieck. Auf dem oberen Display erschien die Anzeige: "Falsch, kein Einlass. Der fehlerhafte Versuch wurde der Verwaltung gemeldet." Na toll, dachte Bendita. Dann sollte ich besser gehen. Ich weiß ja nicht mal, ob ich überhaupt hier sein darf. Sie wandte sich zum gehen, als ihr auf einmal ein Gedanke kam. "Einen Versuch schaff ich noch", dachte sie. Sie zog den Zettel aus der Tasche und sah sich das "n" an, das kein "n" war. Sie setzte den Finger auf den Screen und fuhr die Linien des Symbols ab. Als sie geendet hatte, schwang die Tür auf. Bendita ging ohne zögern hindurch. Hinter ihr schloss sich die Tür.

"Das macht einen von zwei Punkten in der Prüfung."
Bendita sah sich um. Woher kam diese Stimme. Der Holoraum war ein Dschungel, immergrüne Bäume mischten sich mit den seltsamsten Sträuchern und wunderbar duftenden und leuchtenden Blumen. Sie stand auf einer Lichtung, die Erde, moosbewachsen, gab unter jedem ihrer Schritte ein klein wenig nach. Dann sah sie einen Stuhl mitten im hohen Gras stehen. Instinktiv setzte sie sich. Der Dschungel verschwamm als hätte jemand Wasser über ein Bild gekippt. Dann wurde alles dunkel und der eigentliche Holoraum, ein riesiger metallisch ausgekleideter Raum mit tausenden funkelnden Sensoren kam zum Vorschein. Er war schwach beleuchtet. Der Stuhl jedoch war stehengeblieben und ihm gegenüber stand ein weiterer Stuhl gleicher Bauart. Auf ihm saß ein junger Mann. Er hatte einen Schuh auf sein anderes Bein gelegt und die Hände in den Hosentaschen.
"Warum nur einen Punkt?", fragte Bendita.
"Da du deinen Finger zum Eingeben des Eta genommen hast, hast du der Hausverwaltung freundlicherweise deinen Fingerabdruck hinterlassen. Ich denke sie wissen schon, dass du hier bist."
"Eta?", fragte sie unbeirrt weiter.
"Ja Eta", sagte der Mann. "Ein griechischer Buchstabe, altgriechisch um genau zu sein."
"Aha, sehr interessant und was willst du jetzt von mir?", Bendita war ein wenig unruhig. Es war nicht gerade klug sich mit der Verwaltung anzulegen. Sie hatten immerhin die Gewalt über das ganze Haus.
"Ich will dich warnen Bendita Buendìa. Du bist in Gefahr. Du und fünf andere Leute sind in höchster Gefahr. Er ist erwacht und es ist nur eine Frage der Zeit, wann er seine Kräfte entdeckt."
"Was soll der Blödsinn?", soviel Dreistigkeit konnte Bendita nicht fassen. "Wer bist du eigentlich, mir so meine wertvolle Zeit zu stehlen? Ich könnte längst an meinen Hausaufgaben sitzen." Sie stand auf.
"Bendita, wenn du weiter nur an deine Hausaufgaben denkst, wird deine Familie bald nicht Mal mehr die Möglichkeit haben, an deinem Grab zu weinen.", die Stimme des Mannes wurde eindringlich und ernst. Bendita schluckte. Plötzlich hämmerte jemand an die Tür des Holoraums.
"Bendita Buendìa, wir wissen, dass sie da drin sind. Kommen sie mit erhobenen Händen heraus und ihnen wird nichts geschehen."
"Das ist die Verwaltung.", bemerkte der Fremde. "Wenn dir dein Leben lieb ist, stellst du dich ihnen und empfängst die Strafe für unerlaubtes Betreten dieses Bereichs."
"Wieso was steht darauf?", fragte Bendita vorsichtig.
"Ich denke Mal, sie werden dich dafür von der Schule werfen. Aber für die hast du jetzt eh keine Zeit mehr. Du musst die andern fünf finden und wenn du sie gefunden hast, musst du mit ihnen dieses Haus verlassen."
"Das Haus verlassen? Aber das ist unmöglich!", schrie Bendita.
"Du musst Bendita. Sonst seit ihr alle dem Untergang geweiht."
"Miss Buendìa sollten sie sich den Anweisungen widersetzen können wir für nichts garantieren. Kommen sie heraus, oder wir kommen rein."
"Ich…ich kann nicht.", sie setzte sich zurück auf den Stuhl. "Das kann nicht wahr sein. Du lügst.", schrie sie. "Und du hast mein Leben gerade ruiniert. Ich muss doch zur Schule, damit ich später gut leben kann."
"Ich kann dich verstehen, doch du musst die Gefahr erkennen. Und ich werde für dich beten, dass du sie bald erkennst. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest.", der Fremde zog einen kurzen Stab. "Ich kann es mir nicht leisten, der Verwaltung in die Hände zu fallen. Und du solltest dich wohl auch nicht in ihrer Nähe aufhalten. Das gibt nur unnötig Ärger und Bürokram." Der Fremde schwang seinen Stab durch die Luft. Er verlängerte sich auf die dreifache Länge,
außerdem bekam er drei geschwungene Spitzen.
"Ein Dreizack?", Bendita guckte ungläubig.
"Er war ein Geschenk. Hast du eine Waffe?"
Bendita zog einen Dolch. In diesem Augenblick zerbarst die Tür und große Metallteile flogen durch den Raum. Bendita wich springend aus und rappelte sich schnell wieder auf. Der Fremde hatte nur kurz seinen Kopf zur Seite gelegt. Er ließ seinen Dreizack durch die Luft kreisen. Kaum hatte sich der Staub gelegt, rannten mehrere gepanzerte und bewaffnete Männer in den Raum. Alle sahen gleich aus. Alle hatten Maschinengewehre. Die roten Punkte der Zielvorrichtungen schwirrten an den Wänden entlang.
"Miss Bendita Bundìa", sagte eine Stimme. Sie hallte aus dem Vorraum herein. "Geben sie sofort auf. Sie haben Sicherheitsbereich Level 2 unbefugt betreten und werden jetzt dem Sicherheitsdienst des Hauses übergeben. Sollten sie Widerstand leisten, haben wir Befehl, sie zu eleminieren. Also geben sie lieber auf."
Hart krachte der Stuhl in die Reihe der Sicherheitkräfte. Es gab ein hässliches knackendes Geräusch und zwei Männer blieben regungslos liegen.
"Feuer!!!!", schrie die Stimme.
Bendita legte sich flach auf den Boden. Im Augenwinkel sah sie den Fremden durch die Luft springen. Er rannte an der Wand entlang. Blitzschnell schien er den Kugeln auszuweichen. Dann war er am Pulk der Soldaten angelangt. Ohne zu zögern enthauptete er den ersten mit seinem Dreizack.
"Nahkampf!", schrie der Befehlshaber. "Tötet ihn!"
Die Soldaten stoben auseinander und zogen ihre Schwerter. Die ersten beiden griffen sofort an. Der Fremde wich dem ersten aus und bohrte dem zweiten seinen Dreizack in den Bauch. Jetzt gingen auch die anderen auf ihn los. Er parierte einen Schlag nach dem anderen und wich zurück, einer bekam den Dreizack ins Gesicht und fiel lautlos um, sein nebenman schlug zu und traf den Fremden am Arm, dieser zog seine Waffe aus dem Schädel und ließ sie einmal bedrohlich kreisen, bevor er den Angreifer spaltete. Langsam wurde er in die Ecke gedrängt. Ein weiteres Schwert traf ihn am Bein. Nachdem der Fremde einem der Soldaten den griff auf den Schädel gedonnert hatte, rissen zwei andere den Dreizack an sich und stießen ihn in die Ecke. Der Fremde schwitzte und blutete. Er sah seinem Tod in die Augen. Die Soldaten hielten ihm die Schwerter vors Gesicht, bereit ihn bei der kleinsten Regung zu töten. Der Befehlshaber schritt langsam an den Leichen seiner Sicherheitskräfte vorbei in die Ecke, in der der Fremde saß und sich den blutenden Arm hielt. Er ergriff den Dreizack und warf ihn hinter sich.
"So dein Spielzeug bist du los. Aber du bist nicht Miss Buendìa. Mit stellt sich also die Frage, wo ist sie und wer bist du?"
Der Soldat neben ihm schrie auf und kippte nach vorne über. In seinem Kopf steckte ein Wurfstern. Die Soldaten drehten sich erschreckt um. Ihnen gegenüber stand ein Mädchen von knapp 20 Jahren. Sie war gut gebräunt und hielt einen Dolch in der Hand.
"Miss Buendìa, wenn ich mich nicht irre?", sagte der Befehlshaber, ohne die Augen von dem Fremden zu nehmen. "Was soll denn der Blödsinn? Sie haben gerade einen Mord begangen, Miss Buendìa. Wissen sie, was auf Mord und Widerstand gegen die Staatsgewalt steht? Sollten sie sich nicht sofort ergeben, sind sie des Todes. Und dann werde ich mich nicht darum bemühen, ihr hübsches Gesicht zu retten."
Bendita zitterte. Sie schluchzte und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Was hatte sie nur getan? Sie kannte diesen Mann doch garnicht. Warum ließ sie alles fallen um ihn zu retten? Der Befehlshaber drehte sich um. Sie sah ihm direkt in die Augen. Sie hatten etwas warmes an sich.
"Miss Buendìa wollen sie wirklich sterben? Sie haben ihr Leben doch noch vor sich."
Langsam lockerte Bendita den Griff um ihren Dolch. Sie senkte den Kopf. Klirrend fiel der Dolch zu Boden.
"Ergreift sie.", sagte der Befehlshaber.
"Nein!", schrie der Fremde.
Blitzschnell drehte der Befehlshaber sich um und rammt ihm seine Faust ins Gesicht. Die Nase brach und blutete augenblicklich. Der Fremde gab keinen Ton mehr von sich.
"Schleift ihn und die Leichen hier raus, wies er die drei letzten Soldaten an. Und dann bringt ihr Miss Buendìa und den Typen hier in den Todestrakt."
Ein hässliches Schlitzgeräusch ließ den Befehlshaber herumwirbeln. Bendita hatte einen zweiten Dolch gezogen und den beiden Soldaten, die sie festnehmen sollten die Hände abgetrennt. Das Blut spritze auf den Boden. Die beiden Soldaten schrien. Bendita rammte dem einen den Dolch in den Hals. Sein Schrei erstarb mit ihm. Noch im Fallen zog Bendita einen Wurfstern, welcher den anderen Schreihals zwischen den Augen in den Kopf schoss. Die Ruhe des Holoraumes war wiederhergestellt.
"Miss Buendìa, sie haben gerade jegliches Recht auf Leben verwirkt. Nehmt sie fest oder tötet sie!", wies er die 3 übrigen Soldaten an. Bendita hob ihren ersten Dolch auf. Die drei Soldaten stürmten auf sie zu. Sie wollte gerade zustechen, als die beiden äußeren ihre Arme festhielten und sie zu Boden warfen. Der dritte sprang hoch, hob sein Schwert um es ihr in die Brust zu rammen. Bendita schloss die Augen. "Blutopfer", flüsterte sie und ließ den einen Dolch fallen. Doch es klirrte nicht. Der Dolch schwebte in der Luft. Und dann sauste er auf den dritten Angreifer zu. Dieser wusste nicht wie ihm geschah, als der Dolch ihn durchbohrte. Die anderen beiden bekamen es mit der Angst zu tun. Sie holten zum Schlag aus.
Wie aus dem nichts wurden beide von einem Hurrikan erfasst und durch die Luft geschleudert. Schreiend und unkontrolliert flogen sie durch die Luft und prallten gegen eine Wand, von der sie tief auf den Boden fielen und in äußerst unbequemen Posen liegen blieben.
Der Befehlshaber war sprachlos. Doch auch Bendita wusste nichts zu sagen. War das ihr Verdienst gewesen? War es der Fremde? Sie konnte es nicht gewesen sein. Sie war zwar eine hervorragende Kämpferin des Huracan-Ordens, doch konnte sie den Wind nicht kontrollieren. Was also war passiert? Der Befehlshaber rang nach Fassung. Seine anfängliche Ruhe war nun vollends verschwunden. Zorn stieg in ihm auf. Seine Einheit war von einem Mädchen getötet worden.
"Widerstand gegen die Staatsgewalt wird mit dem Tode bestraft. Das Urteil wird sofort vollstreckt!", schrie er. Er ergriff den Dreizack des Fremden und rannte auf sie zu.
Bendita machte eine kurze Handbewegung und dem Befehlshaber wurde der Dreizack entrissen. Er wunderte sich noch über die Aktion, als Bendita die Waffe ergriff und wie einen Speer zurückwarf. Der Befehlshaber hatte keine Zeit auszuweichen. Der Dreizack versenkte sich in seine Brust. Der Mann wurde zurückgeschleudert und vom Dreizack an die Wand genagelt. Er war sofort tot.

Bendita starrte auf ihre Hände. Sie war es also doch gewesen. Sie hatte den Hurrikan beschworen und mit einem Luftstoss den Dreizack kontrolliert. Aber wie konnte sie? Nach ihren Kenntnissen gab es niemanden, der das sonst konnte. Ob der Fremde mehr darüber wusste? Sie rannte an den toten Soldaten vorbei zu dem verwundeten Mann. Er atmete flach und sah schlimm lädiert aus. Sie rüttelte an ihm, um ihn aufzuwecken. Er stöhnte auf und öffnete die Augen. Sie lächelte ihn an. Los komm mit. Du musst behandelt werden. Außerdem hab ich noch n Haufen Fragen an dich. Er stand auf und sie stützte ihn. Mit einer Handbewegung beschwor sie einen kurzen Windstoss, der den Dreizack aus der Wand riss. Der Befehlshaber fiel zu Boden. Der Dreizack flog auf sie zu und sie ergriff ihn.
"Hier, das ist deiner.", sagte sie und gab ihm die Waffe zurück. Er verwandelte ihn auf Knopfdruck zurück und steckte ihn weg.
"Wie hast du das gemacht?", fragte der Fremde.
"Ich habe keine Ahnung.", gab Bendita zu. "Es passiert einfach."
"Vielleicht glaubst du mir nicht, wenn ich dir sage, dass ich das schon vor dir gewusst habe, aber es ist so. Und genau deswegen musst du fliehen. Deine Gabe wird dein Fluch werden, Bendita. Mehr darf ich dir nicht sagen. Du musst jetzt gehen. Sag auch Mateo nichts davon. Du wirst ihn wiedersehen. Dafür sorge ich."
"Und wo soll ich hin? Ich hab kein Geld und jetzt auch keine bleibe mehr."
"Du musst die anderen finden. Auch sie haben deine Gabe. Sie hat sich bisher nur nicht gezeigt. So wie bei dir. Ich kann dir nicht weiter helfen. Trenn dich von allem, was dir wichtig ist. Es wird dir nur Nachteile bescheren. Finde die anderen Bendita. Du wirst sie erkennen."
Sie hatten den Aufzug erreicht.
"Ich komm schon klar Bendita. Drück die 400, ok?"
Bendita klickte die Nummer an.
"Wir sehen uns wieder, Bendita."
Die Fahrstuhltür ging zu.
Bendita sah die Nummern größer werden.
"Wenn ich nicht nach Haus und nicht in die Schule kann, wo kann nich dann hin?"
Sie steckte die Waffen weg und wählte erneut die Taste für den Fahrstuhl. Sofort ging die Tür auf und ein leerer Fahrstuhl stand zur Abfahrt bereit. Sie ging hinein, schloss die Augen und stellte sich vor die Wand aus Nummern. Dann drückte sie eine Taste und fuhr ins Ungewisse.
"Ich stehe unglaublich unter Stress!!!
Ich habe drei Kinder und kein Geld!
Warum kann ich nicht
keine Kinder haben und drei Geld?"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Boeller« (22. Juli 2007, 11:13)


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