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Dienstag, 13. März 2007, 02:13

Final Fantasy XII Kritik/Interpretation



Wenn es auch schon bessere Stories in FF gab, so ist die von FFXII nun wieder auch nicht banal. Ich stelle mal die Dinge so dar, wie ich sie sehe. Andere Meinungen sind natürlich willkommen.

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Ich würde sagen, es geht in erster Linie um das Thema Verantwortung. Schon am Anfang der Story, als Vaan den Geldbeutel stiehlt, betont Penelo gleich die Verantwortung, die sie gegenüber den anderen Leuten aus Dalmasca haben, aber auch die Vaan ihr gegenüber hat, wenn er das Brot isst, für das sie arbeitet.

Die Verantwortung für Dalmasca ist im Weiteren dann ein zentraler Aspekt. Wie diese Verantwortung für Dalmasca jedoch umzusetzen ist, wird an verschiedenen Ansichten diskutiert (Basch und Vossler, Gabranth/Noah): Widerstand zur Unabhängigkeit oder Kapitulation für den Frieden.

Raithwall verkörpert die Monopolisierung der Verantwortung in einer Person. Ein um das Wohl seiner Untertanen besorgter Herrscher solle für alle sorgen und dazu auch über alle Länder herrschen. Doch letztlich ist auch er eine Marionette, eingesetzt, geduldet und kontrolliert von höherer Macht, den Occuria.

Diese Occuria sehen den Menschen als triebhaft und verantwortungslos und sich als die Hüter der Ordnung, die über ein Rachegericht die Stunde Null immer wieder herzustellen. Wenn der Mensch also keine Verantwortung zeigt, so sei dies nötig, um die Welt zu bewahren. Ohne Verantwortung auch keine Freiheit des Menschen.

Die Freiheit des Menschengeschlechtes zu erlangen ist nun wiederum das Ziel von Vayne und Cid. Unterstützt werden sie hierbei von einem abtrünnigen der Occuria, Vernat. Eine Art Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte?
Jedenfalls ist Vaynes Streben nach Macht nicht von der Verantwortung für eine bessere Welt getrieben, sondern eher von individuellen Machtgelüsten. Freiheit als Verfügen über Macht, die es einem ermöglicht, zu tun, was man will. Diese Macht sehen Vayne und Cid in Massenvernichtungswaffen göttlichen Ursprungs und alles, was nötig sei, diese Macht zu erreichen wird als "Notwendigkeit" bezeichnet. Dem Volk eine Rede über Frieden gehalten, was aber nur kurze Zustimmung bringen kann. Die Ablehnung der Diktatur geht tiefer.

Während es Vayne vor allem um seine eigene Macht geht, so schwingt bei Cid das Motiv einer rücksichtslosen Wissenschaft mit. Wissen sei wichtiger als die Menschen, oder wie stand es auf einem Wegweiser in denn Henna-Mienen: Die Förderung von Nethicite sei wichtiger als die körperliche Gesundheit. So ungefähr, aber doch der Ästhetik halber in einem Reim.

Dadurch, dass Venat solche Menschen außerchoren hat, die alleinige Herrschaft der Occuria zu brechen und am Ende selbst mit Vayne verschmilzt, hat er wohl auch keine anderen Ziele als die persönliche Macht. Er hat mit Cid und Vayne eben nur seine Marionetten ausgeschickt, ihm den Weg zu bereiten.

Die Occuria wollen nun wiederum in Ashe eine neue Marionette wählen, die die Dinge so verwaltet, wie sie es wünschen und die den Menschen über ihre Rache Strafe bringt. Doch hier setzt ein weiterer wichtiger Aspekt von FFXII ein: Die Bewältigung der Vergangenheit. Vergeltung kann hierfür nicht der Weg sein, da sie die Dinge nicht ungeschehen macht und, im Gegenteil, nur verschlimmert und neue Vergeltung heraufbeschwört. Man wäre nach der Eskalation der Gewalt wieder bei der Stunde Null, die die Occuria herbeisehnen.
Dagegen muss die Vergangenheit akzeptiert werden. Man kann sie nicht ändern und alles was man tun will, um sie zu korrigieren kann ihr Ziel nicht erreichen, aber man kann aus ihr lernen und seine Schuldigkeit durch richtiges Handeln in der Zukunft abgelten. So setzt sich z.B. Reddas/Judge Zecht aufopferungsvoll ein, um neues Unheil abzuwenden, nachdem er bereits in der Vergangenheit durch sein Handeln das Leben vieler unschuldiger Menschen nahm.
Auch Balthier muss erkennen, dass er seiner Vergangenheit nicht entfliehen kann, und kämpft nun gegen das, vor dem er nicht wegrennen konnte.

Auf den Punkt gebracht wird das Thema Verantwortung dann, als Ashe vor dem Finale ankündigt, für eine bessere Zukunft zu kämpfen, Vann, Penelo und die anderen ihr jedoch deutlich machen, dass dies nicht nur ihre Aufgabe ist, sondern die von allen. Die Verantwortung für eine bessere Welt liegt, wenn auch in einem größeren Maße, aber nicht ausschließlich bei einem Herrscher, einem Politiker, jemandem mit Macht, sondern auch bei jedem einzelnen, der seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann.

Vor dem Hintergrund dieser Verantwortung des Menschen kann man ihm auch die Freiheit zubilligen. Ashe trifft ihre Entscheidung gegen die Occuria, sie zerstört das Nethicite und verhilft der Menschheit zur Freiheit. Denn wahre Autorität benötigt keine Instrumente der Macht, sondern entsteht durch die Zustimmung der Menschen. Und diese werden nur dann zustimmen, wenn ein Herrscher – und auch jeder andere – sich verantwortungsvoll zeigt. So und nicht mit den Nethicite herrschte das Königsgeschlecht von Dalmasca über die Jahre hinweg und dies ist es, was Ashe am Ende bewusst wird.

Auch Larsa formuliert diese vorbildliche Haltung immer wieder sehr schön. Er hat Vertrauen in die Menschen und zu aller Ironie schätzt Vayne, der das Gegenteil sinnt, eben dieses Menschliche an Larsa so.

Als Fazit also: Freiheit und Verantwortung sind zwei Seiten einer Medaille.

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Die entgegengesetzten Positionen sind in FFXII auch mit Personen besetzt, die sich nahe stehen, sich betrügen, verraten, voreinander fliehen und auch wieder zueinander stehen (z.B. Basch und Noah), aber dennoch finde ich, dass es hätte intensiver umgesetzt werden können. Z.B. gibt im Spiel keine einzige Rückblende aus dem Leben der Hauptcharaktere. Balthier erzählt zwar Ashe an der Phon-Küste in einer – wenn auch sehr gut zu ihm passenden – coolen Art und Weise seine Vergangenheit, aber in einer spielbaren Rückblende hätte man dies viel intensiver gestalten können.

Das Königreich Rozzaria ist leider mehr ein Schatten als ein Mit- bzw. Gegenspieler und über Al-Cid und Rozzaria lässt sich so nicht sehr viel sagen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »VisionCatcher« (13. März 2007, 02:26)


Squall Strife

Pulse-L'Cie

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Freitag, 6. April 2007, 19:34

Deine Interpretation trifft den Nagel auf den Kopf! Dazu will ich mich nicht näher äußern, denn es gibt nichts mehr^^.

Das Spiel wurde wirklich gut umgesetzt, aber wie du schon erwähnt hast, hätte man einige Momente wie in FF8 machen können oder einfach überhaupt mehr Zwischensequenzen, so hätte man mehr Verbindung zu den Charakteren bekommen, anstatt sie wie jetzt auf Distanz zu halten. Ich muss schon sagen (bin noch nicht ganz durch, die Luftfeste fehlt mir noch) dass mir das Game viel besser gefallen hat als X, doch noch sehr viel Platz zu den legendären 8 und 7 herrscht.
MfG Squall
Vienna Calling! TU VIENNA, Bachelor of Science

~ Man kann Kugeln nicht mit Idealen bekämpfen! ~

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