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MfLuder

Gaukler

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Mittwoch, 13. Oktober 2010, 21:06

Studie: Rechtes Gedankengut gefährlich in den Menschen verankert.

Heute wurde eine düstere Studie publiziert, die mir sehr, sehr viel Sorgen bereitet und in geradezu bösen Kontext zu einer Dokumentation über Ausschwitz steht, die ich gestern gesehen habe. Die Friedrich-Ebert Stiftung veröffentlichte heute die Ergebnisse einer jahrelangen Befragung über rechtes Gedankengut in den Köpfen der Menschen. Das Ergebnis. Über 30% sehen das Land als überfremdet an, 10% wünschen sich eine starke Partei mit einem starken Diktator, dann wiederum bejahen 90% die Demokratie. 34% sagen, Ausländer kommen her, um die Sozialsysteme zu infizizieren, wiederum große Mehrheiten wünschen sich eine Beschränkung der Religionsausübung von Muslimen.

Hier mal Links zu Spiegel und zur Zeit:

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan…,722751,00.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan…,722789,00.html (Kommentar)

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010…tigen-sich_4768


Die Zahlen sind sehr düster und die Ergebnisse erschreckend.

Ich persönlich glaube nicht, dass Deutschland jetzt ernsthaft in Gefahr ist, wieder zu einer Diktatur zu werden, denn dazu würden zu viele die nackte Präsentation dieser Ideen, z.B. in Form einer rechtsextremen Partei, ablehnen. Viele der Meinungen rekrutieren sich auch aus dem linken Lager, wie z.B. der SPD. Was also mehr durchscheint, ist die pure Ahnungslosigkeit von manchen Beteiligten, wie rechts sie eigentlich sind, bzw., wohin der Gang der Geschichte gehen würde, würde man ihre Meinungen in konkrete Politik umsetzen.

Ich denke, wirkliche Demokratie ist eine sehr schwierige Sache und viele Leute, die in diesem Land wohnen, haben eben immer noch nicht verstanden, was eine Demokratie wirklich bedeutet, bzw. auch nicht die Zeit, darüber nachzudenken. Man ist verbittert über vieles und lässt eben so seine Wut raus.
Alles schön und gut, nur im Prinzip ist Hitler auch aus solchen verhältnismäßig kleinen Motiven an die Macht gekommen.

Generell gibt es sehr besorgniserregende Entwicklungen. Seit der verdammte Sarrazin mit seinem Buch an die Öffentlichkeit gegangen ist, wurden vor allem durch seine vollkommen irrigen und verletztenden Formulierungen (getarnt als Provokation), die vollkommen irrational sind, Tür und Tor für die wildesten Ideen geöffnet.
Positiv ist, dass Integration diskutiert wird.
Nur ist die Frage, ob Ausländerfeindlichkeit wirklich hauptsächlich aus einer misslungenen Integration herrührt oder mehr aus abstrakten Feindbildern.

Ich wohne in Berlin und gelegentlich fühle ich mich auch sehr unwohl, wenn manche Über-Machos (mit Migrationshintergrund) in die U-Bahn kommen und dort erst einmal zeigen, wer der Boss ist oder laut Musik hören, wo man fühlt, dass die Jungs echt gewalttätig sein können. Und ich kenne das, wenn man Angst hat oder wenn einem Unwohl ist, man das aber nicht sagen kann, dann bleibt da schon was.
Andererseits bin ich sehr gerne in Kreuzberg unterwegs und man sieht viele wirklich tolle Leute, vor allem die, wo man sofort merkt, dass die was erreichen werden wollen, dass sie einen eigenen Laden aufmachen oder - heute, z.B. - ein paar Leute, die bei mir beim Film als Komparsen dabei waren, wahnsinnig diszipliniert gearbeitet haben und einfach unglaublich freundlich und professionell im Umgang sind.
Also man merkt ja relativ schnell, gerade in Berlin, dass es wie überall ganz verschiedene Menschen mit verschiedensten Lebensentwürfen gibt.
Doch trotzdem... ich merke das an mir, das manchmal doch etwas hängen bleibt und dann gelegentlich Reflexe auftauchen, die ich eigentlich in mir nicht haben will, wenn es z.B. mal wieder in der U-Bahn abgeht. Es ist nichts rassistisches, im Sinne von "Die müssen weg", aber es ist schon so ein "Jetzt geht es wieder los..."
Vll. ist das eine reinmenschliche Sache und es ist nur purer Zufall, dass es in Neukölln eben überwiegend Jungs mit Migrationshintergrund sind. In anderen Gegenden sehen dann solche Leute eben anders aus.
Aber trotzdem, ich mache mir da schon viel Gedanken.

Ich glaube, dass da z.B. Heinz Buschkowsky, der Bürgermeister von Neukölln, ein sehr gutes Vorbild, da er zeigt, wie man Dinge anspricht, ohne polemisch zu sein oder Leute zu verletzen oder anzugreifen. Für mich ist es klar, dass er überhaupt nicht ein Hauch von rassistischem Gedankengut in sich trägt, aber gleichzeitig in der Lage ist, Sachen, bzw. Fakten, wie sie sich ihm darstellen, in Worte zu fassen, ohne dass es niederwälzend oder beleidigend wäre. Und vor allem, ohne selbst zu verkrampfen und sein Blickfeld zu verengen.

Mich hat die Studie sehr traurig gemacht. Denn irgendwas sagt mir, dass es nicht so sehr um Integration oder Ausländer in Deutschland oder um Fremdenfeindlichkeit geht, sondern um eine Mentalität. Ich glaube, dass die, die sich einen starken Führer für Deutschland wünschen und die, die in der U-Bahn und bei Jugendgerichten unangenehm auffallen, mehr gemeinsam haben, als sie vielleicht wahrhaben wollen.
Und mich stört das Misstrauen und die gegenseitige Verkrampfung. Vor allem, da die Leute mit der größten Klappe und den ach so tollsten Ansichten meist dort wohnen, wo es keinen einzigen Menschen mit türkischen oder arabischen Wurzeln gibt.

Ich glaube sehr, dass es der ganzen Debatte gut tun würde, wenn man die Emotionalität rausnimmt. Und sachlich argumentiert, auch wenn das so ein Schlagwort ist. Und es ist schwierig, gerade in Deutschland ist es schwierig, dem Land, dass das vielleicht größte Verbrechen der Menschheit begangen hat.

Mir tut es nur sehr weh, dass gerade dieses Land, was solche gewaltigen Fortschritte macht, das so offen geworden ist und vor allem, gerade in Berlin, eben auch pulsierend und lebendig ist und wo endlich auch die steife, militärische Sprache endlich mal aufgelöst wurde, ein Land, das endlich wieder lebendig ist - das vor allem in so einem Land jetzt solche Ansichten noch weit verbreitet sind.

Ich möchte diese Studie mal zum Anlass nehmen, das ganze Integrationsthema etwas anzuschneiden und vor allem eure Meinungen dazu zu hören. Ich weiß so ein bisschen, dass in dem Forum hier viele Leute mit ganz verschiedenen Hintergründen unterwegs sind, die alle irgendwie natürlich auch eine andere Perspektive als ich haben und vll. kann man einfach mal hier verschiedene Erfahrungen zusammentragen.

Weiß nicht, vll. kommt ja was gutes bei rum. :)

Balki

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Donnerstag, 14. Oktober 2010, 00:52

Naja das ist in erster Linie das große Problem im deutschsprachigen Politikraum, der Geist des Nationalsozialismus schwebte über den Staaten und viele Politiker hielten Abstand davon, selbst als Integrationsprobleme auftraten, schauten sie weg und lieferten so die Grundlage für Rechtspopulismus, die keine Scheu hatten dieses Thema aufzugreifen.

Dieses Unwohlsein in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ganz normal, mir ist da relativ egal ob das 'ne Gruppe Österreicher ist oder eine Gruppe Immigranten, es sind (in meinen Augen) asoziale Vollidioten, aber ich kann durchaus verstehen wenn jemand Ressentiments entwickelt gegen Ausländer aufgrund solcher Erfahrung.
"Lustig" finde ich Menschen mit ultrarechten Einstellungen die im nirgendwo leben wo es maximal 1% Ausländeranteil gibt.

Viele genießen die Vorteile der Immigration ohne größer darüber nachzudenken.
Was macht man wenn man Sonntags merkt, dass man keine Milch mehr hat ?
Man geht zum türkischen Supermarkt um die Ecke.

Das ist ein Thema über das ich lange schreiben könnte, werde jedoch versuchen mich kurzzuhalten.
Zu sagen es gäbe kein Immigrationsproblem ist linkslinker Realitätsverlust, das Problem sind jedoch nicht Einwanderer/Asylanten, sondern wie mit ihnen umgegangen wird.
Es wird nahezu nichts für die Bildungsförderung gemacht (da gibt es in Öst. zumindest leichte Fortschritte mittlerweile). Asylanten werden teilweise einfach nur in Auffanglanger gesteckt, die teilweise aus Kostengründen mitten in einer Großstadt liegen.
Wow.
Was erwarten sich Politiker wenn sie einen Menschen einfach irgendwo reinstecken und ihm nichts bieten, außer ein Dach über dem Kopf (was in vielen Fällen von Asylwerbern schon ein Luxus ist, aber dazu später mehr).
Man bietet keine Perspektiven, keine Zukunft, im Gegenteil man restringiert, sperrt ein und grenzt aus. Super Voraussetzungen!
Asylanten bleiben unter sich, haben den ganzen Tag nichts zu und genießen lediglich Sicherheit.
Das man da keine Perspektiven hat, verzweifelt und sehr leicht auf die schiefe Bahn gerät ist eine notwendige Folge.
Was machen ?
Ich habe dazu ein Modell einer Asylantenstadt als Übergangslösung, wobei ich mich da sehr zurückhalte diese Idee laut zu äußern, da ich meistens noch bevor ich die Gelegenheit habe auszureden man mich als verkappten Rechten beschimpft und mich in Lager schiebt in die ich nicht gehöre, vielleicht liegt es auch nur an meiner Umwelt, die Hauptuniversität Wien ist ein stark links/sozialistisch geprägter Raum.
Diese Übergangslösung so stelle ich mir das vor ist eine komplette Stadt inklusive Infrastruktur und politischer Verwaltung, die komplett von Asylanten betrieben wird.
Hauptziele wären das Erlernen der deutschen Sprache und die Integration in eine Arbeitsgesellschaft.
Es gibt Arbeitsplätze nur ist es schwer diese zu finden.
Die großen Supermarktketten könnten Filialen in diesen Dörfern betreiben und später die Mitarbeiter dann in den Ballungszentrum/Städten/etc verwenden und ihnen dort eine Perspektive bieten.
Den Kindern soll eine Bildung geliefert werden die es ihnen ermöglichen soll ins österreichische Bildungssystem einzusteigen.
Diese Stadt sollte nur eine Übergangslösung sein in der eine Famile / ein Asylant nicht länger als maximal 5 Jahre sein sollte (bis dahin sollte das Asylverfahren geklärt sein, bzw sollte das schon viel früher geklärt sein, aber wir wissen wie die Bürokratie ist) und dann in die "normale" Gesellschaft integriert werden.
Ich weiß es ist ein etwas utopisches Projekt, mit ein paar Ecken und Kanten (die eine Arbeitsgruppe sicherlich ausfeilen könnte), aber es gäbe viele Gründe warum so ein Projekt scheitern könnte:
Widerstand von links/linker Propaganda
Zweifel und Zurückhaltung gemäßigter Parteien (aus Angst vor Imageverlust...)
Missbrauch/Missgestaltung und somit zwangsläufig die Bildung eines Pariser Vororts ...
Es wäre ein Projekt, dass viel Arbeit fordern würde (vorallem bautechnischer Natur), viel Geld und eine große Bürokratie.
Aber um Welten besser als die jetzige Situation.

Ein ähnliches Thema bei "normaler Migration".
Es wird wenig dazu getan Migration zu ermöglichen.
Anscheinend scheint die Idee in den Köpfen verankert zu sein "Lern deutsch bevor du herziehst!"
Was lustig ist, ich muss nur auf die Englischkenntnisse der gemeinen Bevölkerung verweisen.
Das Lernen einer Fremdsprache ohne praktische Erfahrung nebenbei führt zu nichts, bestenfalls zu einer "Krüppelsprache" mit starken Akzenten, komplett falscher Syntax und mangelhaften Wortschatz.
Knackpunkt ist und bleibt die deutsche Sprache ... und man sollte von offizieller Stelle helfen diese zu erlernen.
Staatlich geförderte Schulungsprogramme & ähnliches.
Bisher nur teilweise und eher schlecht als Recht durchgeführt, Deutschkurse kosten teilweise Unsummen oder werden billig vom Arbeitsmarktservice veranstaltet mit zweifelhaften Erfolg lediglich um die Arbeitslosenstatistik zu beschönen.
Privat gibt es teilweise schon bessere Fortschritte, aber das betrifft nur einen kleinen Personenkreis.
Der deutsche Kulturraum braucht Zuwanderung.
Sowohl profesionell ausgebildete Fachkräfte, als auch Arbeitskräfte für den "Niedriglohnsektor".
Es wird aber sehr wenig getan dies zu fördern.
Ausgebildete Fachkräfte kriegen keine Arbeit, weil der bürokratische Aufwand einen Ausländer einzustellen viel zu hoch / zu teuer ist.
Billiglohnkräfte werden verarscht und zu dumping getrieben.
Ein Beispiel für ersteres ist ein Radiomoderator bei fm4, gebürtiger Bosnier, Abschluss in Jus und Japanologie (meines wissens nach) und beherrscht ca 2dutzend Sprachen.
Er findet seit Jahren keine Stelle, weil er kein öst. Staatsbürger ist.

Es gibt Integrationsprobleme wir sollten nicht die Augen verschließen aber auch nicht hetzen und kurzfristige Lösungen anstreben.
Aber und in dem Punkt habe ich eine ziemlich radikale Meinung, was vielen Stumpf aufstößt bei meinem Hintergrund, stehe ich auch für eine Nulltoleranzpolitik bei Verbrechen.
Wenn die oben genannten Szenarien eintreten und der Staat wirklich etwas für Immigration macht, dann gibt es auch keine Rechtfertigung bzw für mich kein Verständnis mehr für Verbrechen.
Nulltoleranz bedeutet auch Abschiebung/Aufenthaltsverbot.
Asoziales Verhalten soll in einem sozialen Staat nicht geduldet werden, ebensowenig das Ausnützen von Sozialleistungen.
Es hat einen Grund warum wir ein soziales Netz haben.
Dieses Netz soll soziale Notfälle abfangen und absichern, Menschen wieder auf die Beine helfen.
Anscheinend wird dieses soziale Netz jedoch von vielen IN UND AUS!-ländern als ein Luxus gesehen, eine Möglichkeit an Geld zu kommen ohne etwas zu tun, anscheinend können diese Personen es mit sich selbst vereinbaren ein sozialer Notfall zu sein ohne daran etwas ändern zu wollen.
Bei solchen Fällen habe ich ebenfalls eine ziemlich radikale Meinung und werde oftmals in falsche Lager geschoben, dabei Frage ich mich, warum es denn unmöglich sein soll radike politische Meinungen zu haben und dennoch ideologisch neutral zu bleiben ?
Wenn der 45jährige Franz Müller jeden Tag in seine Stammkneipe geht und sich darüber beschwert, das "die scheiß Ausländer mir die Arbeit wegnehmen". Während er nichts macht außer zu trinken, Fußball zu schauen und rumzugammeln ohne eine Bewerbung in Jahren geschrieben zu haben ist es für mich genau dasselbe wie ein Immigrant der der Meinung ist nur weil er 4 Kinder hat braucht er nichts zu machen und kann von dem Geld leben.
Das soziale Netz soll auffangen und eine Übergangslösung sein. Ich bin der Meinung, dass man Langzeitsozialfälle unterstützen und fördern soll, aber auch bestrafen falls diese sich zurücklehnen und "überhobene Ansprüche" haben. Wenn jemand in 5 Jahren keine Bewerbung schreibt und sich aufregt keine Arbeit zu haben, soll er kein Geld vom Staat kriegen, sondern lediglich die Miete und Grundsicherung bezahlt bekommen in Form von Hartgütern/Marken. Auch hier eine etwas unorthodoxe Ansicht.
Aber diese "überhobenen Ansprüche" habe ich aus erster Hand selber mitbekommen.

Mein Vater arbeitet in einem Abrissunternehmen als Baggerfahrer. In der Mittagspause wollten sie nicht zum McDonalds hatten aber auch keine Zeit zum nächsten Supermarkt zu fahren, in der Nähe der Baustelle gab es einen Würstelstand.
Mein Vater und einige seiner Arbeitskollegen gingen dorthin um zu essen, in der Firma arbeiten zu einem hohen Prozentsatz Immigranten (hauptsächlich Kroaten, Albaner und Türken, aber viele andere Ethnien aus dem Südbalkan sind vertreten).
Am Würstelstand standen ein paar Jugendliche ungefähr um die 20.
Vom Äußerlichen her in die Rockerszene zu schieben, Jeanskutten, Nieten, Stahlkappenstiefel, etc.
Jedenfalls kamen aus diesen Reihen ein paar dumme Äußerungen, da mein Vater und seine Arbeitskollegen nicht auf deutsch sprachen.
Darunter auch das berühmte "Ausländer nehmen mir die Arbeit weg".
Mein Vater schlug denen vor sie sofort anzustellen. Sie brauchen physische Hilfsarbeiter an jeder Baustelle und mit einem nahezu unbegrenzten Bedarf, je mehr arbeiten, desto schneller ist man fertig, desto mehr Geld verdient man.
Der Vorschlag war auch ernst gemeint, da mein Vater ziemlich gut mit einem der Vorstände befreundet ist. Sie hätten sofort eine Anstellung gehabt und am Abend dann einen Arbeitsvertrag und hätten genausoviel verdient wie alle anderen physischen Hilfskräfte in der Firma.
Die Antworten waren erstaunlich, ein paar wenige Beispiele:
"Ich arbeite doch nicht auf 'ner Baustelle! Wer bin ich ?" "Nein danke, ich will was im Büro machen. Buchhaltung oder sowas" in beiden Fällen stellte sich heraus, dass sie keinen Schulabschluss hatten und mein persönlicher Favorit "Ja gerne aber ich will mindestens 12 Euro die Stunde"
Was in der Firma das Gehalt der Baggerfahrer darstellt, die schon etwas länger in der Firma arbeiten. Und was großteils damit zu erklären ist, dass sie eine große Verantwortung tragen, denn sie operieren mit tonnenschweren Maschinen und kleinste Unachtsamkeiten können tragisch enden (2008 gab es einen Unfall der durch die Unachtsamkeit der Bauaufsicht zustandekam, ein Arbeiter trug schwere Verletzungen davon und lag lange im Koma).
Das sind auch so Sachen auf die ich sehr allergisch reagiere, fast so allergisch wie auf asoziale Jugendliche in Ubahnen.

Als eingebürgerter Österreicher unterscheide ich in erster Linie nicht zwischen Migranten und Inländern, sondern zwischen sozialen und asozialen Mitgliedern der Gesellschaft (wobei das ziemlich aggressive und gefährliche Ausdrücke sind, lediglich habe ich keine besseren gefunden, die gleichzeitig aber kurz und prägnant sind).

Aus dem Vorsatz mich kurz zu halten wurde anscheinend doch nichts, es ist lediglich ein Thema, dass mich besonders aufregt bzw mich besonders dazu anregt mir Gedanken darüber zu machen. Vorallem da die aktuelle politische Situation lächerlich ist.
Links: Realitätsverweigerer
Mitte: Augenzudrücker
Rechts: Hetzer und Verdreher
...

Balki out

MfLuder

Gaukler

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Donnerstag, 14. Oktober 2010, 11:37

Ganz kurz zu dem Punkt der Asylantenstadt.

Die Idee finde ich etwas zu kurz gedacht, bzw., es ist ein nettes Modell, aber ich glaube, da gibt es von meiner Seite aus Widersprüche fundamentaler Natur. Und das ist jetzt nicht irgendwelche linke realitätsverweigerungs Propaganda...

Und zwar, wie soll Deutsch gelernt werden in einer Stadt, wo alle unter sich sind? Wo nicht die Notwendigkeit besteht, dass deutsch gelernt werden muss? Die Natur des Menschen, der Evolution ist relativ simpel. Veränderungen kommen, wenn sie notwendig sind. Deswegen wurden z.B. vor 20 Jahren die Grünen belächelt und heute, wo das Problem der Umweltzerstörung immer klarer wird, sind sie gesellschaftlicher Konsens.
Genau diese abgeschiedenen Städte gibt es zu Hauf in Amerika, eben aber nur als Teil von Großstädten.

Wenn Leute nur unter sich sind, gibt es keine Notwendigkeit. Und wer soll Deutsch lehren. Lehrer, die jeden Morgen dorthin fahren, um dann wieder abzufahren. Du sagst selbst, eine Sprache lernt man nur im täglichen Umgang und wie sollen Leute eine Sprache, wenn niemand konstant um sie herum ist, der die Sprache muttersprachlich perfekt spricht?

Politisch wäre es sicher eine Unmöglichkeit, quasi einen souverän regierten Ministaat oder eine Stadt im eigenen Land zu haben.

Abgesehen davon, dass man Integration nicht unbedingt fördert, wenn die Leute erst einmal isoliert werden.

Die Idee einer Durchgangsstation mag erst einmal einleuchten, aber es tauchen eben tausende von Dingen dagegen auf. Z.B. auch ganz menschliche Gründe. Was ist, wenn sich Leute dort heimisch fühlen und nicht weg wollen. Schickt man Polizei hin? Was ist, wenn es Widerstand gibt? Gibt es dann einen Bürgerkrieg?
Psychologische Gründe, baut man wirklich Angst ab, auch bei Immigranten, wenn sie isoliert aufwachsen?

Ich denke, Integration ist erst einmal ein organischer Prozess, der viel Mühe und Mut von beiden Seiten benötigt. Das können Freundschaften sein, Liebesbeziehungen, das kann Arbeit sein. Und wenn man Leute, auch auf Durchgang isoliert, dann gibt es diesen Prozess nicht.

Das Problem ist, wenn sich einer der beiden Seiten abkapselt und dicht macht und sich nicht verändern will, obwohl sich die Situation längst verändert hat. Wenn quasi einfach das Leben weitergelebt wird, was vorher gelebt wurde, ohne auf die neue Umwelt und die neue Situation zu reagieren.

Ich glaube, dass eine solche Übergangsstadt, die auch noch selbstständig verwaltet ist, genau einem solchen Verhalten bei der Migrantenseite Vorschub leisten kann.

So furchtbar radikal finde ich persönlich die Idee nicht, aber an manchen Stellen noch unüberlegt.

Das Problem der Ausweisung: Du sagst selbst, du unterscheidest nicht zwischen der Herkunft, sondern nur über asoziales und soziales Verhalten. Wenn nun aber ein Mitbürger mit einem deutschen oder einem österreichischem Paß sich asozial verhält, egal, ob das nun ein Murat oder ein Frank ist, soll man dann, im Prozess der Rechtsfindung doch wieder die Herkunft mit einbeziehen? Und mit zweierlei Maß messen?
Oder in welches Land soll Frank abgeschoben werden?
Ich verstehe die Wut vollkommen, wenn man, gerade in Berlin, jugendliche Straftäter findet, die permanent rückfällig werden und das, aus ihrer Sicht, schwache Justizsystem ausnutzen. Nur man darf auch nicht vergessen, dass eine Abschiebung das moderne Äquivalent des Fortjagens aus dem Dorf ist.


Ich denke, Ausweisung ist nur gerechtfertigt, wenn festgestellt wird, dass das Verhalten der betreffenden Personen mit dem Grundgesetz nicht übereinstimmt, also antidemokratisch und menschenverachtend ist.
Trotzdem bleiben dann noch Lücken, die manche Leute hemmungslos ausnutzen. Aber ehe man unüberlegt Gesetze erlässt, die dann wiederum für alle gelten und auch diejenigen treffen, die nicht so eine große Schuld haben, sollte man sehr genau überlegen und nicht panisch reagieren oder populistisch.

Balki

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Donnerstag, 14. Oktober 2010, 12:47

Die Einwände die du aufführst sind vollkommen richtig und teilweise frag ich mich wie ich nicht drauf gekommen bin, bei anderen Punkten seh ich aber auch einfach meine altersbedingte Kurzsichtigkeit.
Aber ich bin auch nicht so arrogant und sage, dass mein Modell da eine Ideallösung ist, bestenfalls eine Grundstruktur an der man arbeiten könnte, zumindest aber eine Idee.

Was Verbrechen von Einheimischen betrifft (egal ob geborene oder eingebürgerte) dafür gibt es ja das einheimische Justiz- und Gefängnissystem bzw Rehabilitationsprogramme und ähnliches.
Auch und da habe ich mich vielleicht zu unvorsichtig ausgedrückt, soll Abschiebung nur ein "letztes Mittel" sein.
Jetzt nicht jeden straffällig gewordenen Immigranten sofort wegschicken, aber Wiederholungstäter, unverbesserliche Gesetzesbrecher die über Jahre und Jahrzehnte immer wieder verhaftet und angezeigt werden, sehe ich keinen Grund warum man diese Elemente in einer Gesellschaft behalten soll. Da stellt sich mir der Gedanke "warum ist diese Person denn hergekommen ? Um hier zu leben oder um hier eine Verbrecherlaufbahn zu führen ?"
Ich selbst habe als Jugendlicher viel scheiße gebaut, auf die ich nicht stolz bin.
Angefangen mit Schule schwänzen und mit Freunden rumgammeln, ging es weiter zu Rumpöbeln, Schlägereien und ein paar Mal habe ich gestohlen. Ich entschuldige es im nachhinein mit jugendlicher Dummheit und schlechtem Einfluss, ich habe mich rechtzeitig gefangen und gemerkt, dass das nicht der richtige Weg ist.
Jetzt studiere ich und werde, hoffentlich, in einigen Jahren Lehrer an höheren bildenden Schulen.
Wenn ich meinen Freundeskreis von damals betrachte sind die meisten von diesem Trip abgekommen, studieren oder arbeiten normal zurzeit.
Aber ein paar Ausreißer gibt es die darin steckengeblieben sind, die teilweise mehrere Vorstrafen haben bzw auch im Gefängnis sitzen/saßen.
Abschiebung soll kein leichtfertig gefälltes Urteil sein, sondern in dem Punkt eingesetzt werden wo ein Einheimischer lange Haftstrafen und harte Auflagen bekommen würde.
Aber bevor ich anfange pauschal zu verurteilen, gebe ich wie oben erwähnt in erster Linie der jetzigen politischen und gesellschaftlichen Situation die Schuld, da bin ich einfach ein zu starker Anhänger der Milieutheorie.
Wichtig ist zuallererst das Perspektiven geboten werden und es möglich gemacht wird diese Perspektiven zu verfolgen.

5

Freitag, 15. Oktober 2010, 12:03

Nu ja, was den Umgang mit jugendlichen Straftätern egal welchen Hintergrundes betrifft, hat Kirsten Heisig - möge sie in Frieden ruhen - ein intelligentes, unaufgeregtes und (im Gegensatz zu dem meisten, was in der öffentlichen Debatte so gesagt wird) sehr realitätsverankertes Buch geschrieben. Warum verkauft sich das eigentlich nicht so gut wie das Sarrazin-Buch? Und vor allem: warum wird das nicht von denjenigen gelesen, die im Justizsystem was bewegen könnten?

Der Vergleich mit dem Sarrazin-Buch tut besonders weh in Anbetracht der Tatsache, dass Frau Heisigs Buch von einer Fachfrau mit jahrelanger Erfahrung und exzellentem theoretischem Hintergrund verfasst wurde, während Herr Sarrazin hauptsächlich über Themen schreibt, von denen er keine Ahnung hat und deren wissenschaftlichen Hintergrund er schlichtweg nicht versteht.

Leider hat Balki natürlich auch Recht, wenn er feststellt, dass alle politischen Lager ihre eigene Art der Realitätsverweigerung haben, aber schwarz-weiße Ideologien lassen sich eben leichter verkaufen als die grau getönte Wirklichkeit. Und es ist nur logisch, dass diejenigen, die kaum Ausländer kennen, mehr unreflektierte Vorurteile haben (in beide Richtungen) - wer in Neukölln wohnt, kennt natürlich die bedrohlichen Halbwüchsigen und die feindseligen Blicke der älteren Männer aus den Cafés mit arabischen Namen; aber der kennt eben auch den netten türkischen Pizzabäcker, oder die arabischen Nachbarn mit den höflichen, wohlerzogenen Kindern; und irgendwann wird es schwer, "die Ausländer" als eine gesichtslose Masse wahrzunehmen, in der alle irgendwie gleich sind.

In diesem Sinne wäre es für eine gelungene Integration nötig, dass alle - die deutschlandgeborenen ebenso wie die zugewanderten - Bürger sich gegenseitig kennenlernen. Zum einen hat MfLuder recht, man lernt erst richtig Deutsch, wenn man mit Muttersprachlern spricht, und man lernt die deutsche Kultur und Gesellschaft auch erst kennen, wenn man Menschen kennenlernt, die darin aufgewachsen sind. Und andererseits lernt man erst, eine fremde Kultur als gleichwertig und eine Masse fremder Menschen als unterschiedliche Individuen wahrzunehmen, wenn man sie kennenlernt. Die Frage ist nur, wie und ob man das institutionalisieren kann. Ich fürchte, das ist etwas, was der Einzelne leisten muss; der Staat kann hierfür nur einen Rahmen bieten. Ein guter Anfang wären natürlich qualitativ hochwertige Deutschkurse für Einwanderer mit einer Tandemvermittlung, um den Spracherwerb auch mit einer Kontaktaufnahme zu verbinden. Da stellt sich aber natürlich die Frage: Woher nimmt man Tandempartner? (Und wer finanziert die Kurse?)

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Squall Strife

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6

Freitag, 15. Oktober 2010, 19:00

Zu dem Thema allgemein: Man merkt, dass es in letzter Zeit einen ordentlichen Rollback gibt seit das ganze Einwanderungsthema im negativen Sinn aufgekommen ist. Es wird eher daran gedacht, wie man abschiebt, reguliert und Asylverfahren verschnellern kann, jedoch nicht wie man richtig integriert oder ähnlich positive Zeichen. Es weht ein harter Wind, nicht nur in der Politik, sondern auch in der Gesellschaft und es polarisiert sich enorm. Der Konsens zwischen den verschiedenen Gruppierungen bröckelt genauso und es kommt zu einem Halt.

Zitat

Dieses Unwohlsein in öffentlichen Verkehrsmitteln ist ganz normal, mir ist da relativ egal ob das 'ne Gruppe Österreicher ist oder eine Gruppe Immigranten, es sind (in meinen Augen) asoziale Vollidioten, aber ich kann durchaus verstehen wenn jemand Ressentiments entwickelt gegen Ausländer aufgrund solcher Erfahrung.


Dieses Unwohlsein ist zurückzuführen auf ein fehlendes Sicherheitsgefühl und hat somit nichts mit der Ethnie oder ähnlichen Dingen zu tun, jedoch wird durch Medien etc. eingetrichtert, dass Ausländer gefährlich wären usw. Pauschalierungen werden gern verwendet, wenn es um solche Themen geht, aber genau wie B führ ich das ganze eher auf die assozialen Gestalten zurück, die es wohl immer gab und immer geben wird.

Zitat

Ein Beispiel für ersteres ist ein Radiomoderator bei fm4, gebürtiger Bosnier, Abschluss in Jus und Japanologie (meines wissens nach) und beherrscht ca 2dutzend Sprachen.
Er findet seit Jahren keine Stelle, weil er kein öst. Staatsbürger ist.


Der größte Witz bei dem Punkt ist: Hab von einem Oststaatentyp gehört, kann sehr gut deutsch sprechen und studiert auf der TU Wien Informatikmaster. Jedoch ist die Gesetzeslage so, dass die meisten dieser Leute, auch wenn sie spitzenqualifiziert wären, von österreichischen Unternehmen nicht eingestellt werden können, weil sie kein Arbeitsvisum haben. Viele von den Leuten kriegen nit mal nach abgeschlossenen Studium so eine und gehen somit zurück in ihre Heimat. Wir zahlen ihre Ausbildung, können sie aber nicht behalten und haben nen Fachkräftemangel? WTF!

tbc
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Terry

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Freitag, 15. Oktober 2010, 22:47

Die Probleme sind ja nicht unbedingt aktuell, sie gab es schon immer.
Als ich ein Kind war, habe ich die damalige Ausländerfeindlichkeit in den 80er-Jahren deutlich gespürt.
Ich war nur zu jung um diese wirklich zu begreifen. Die momentane Abneigung Immigranten gegenüber ist durch Aneinanderkettung von Ereignissen wieder der große Renner in den Medien.
Sarrazin ist nur ein kleiner Beitrag von mehreren. Spontan fallen mir die üblen Bahnattacken von Jugendlichen wie z.B. die S-Bahn-Schläger in München mit dem darauffolgenden Tod von Dominik Brunner und der Fall Serkan, der mit einem Kumpel auf einen Rentner losgingen und ihn mit einem Tritt am Kopf verletzten, ein.

Sich zu integrieren ist aber meist keine leichte Aufgabe für die Immigranten. Oftmals ist die Umgebung schon ausreichend, um sich persönlich zu entwickeln um, ich sags mal so, sich den "Vorgaben" zu entsprechen. Ich würde Balkis Asylantenstadt nicht unbedingt als unrealistisch betrachten. Wer sagt denn, dass sein Projekt nicht längst vor zigjahren umgesetzt wurde?
Sie sind im Grunde allgegenwärtig und nennt sich Slums/Ghettos oder anders ausgedrückt sozial niedrigeren Schichten.
In der Tat sind eben jene Schichten sehr ausschlaggebend für die Entwicklung unserer Jugen.
Ich selbst war noch nie in Berlin und kann nicht über die Stadtteile Kreuzberg oder Neukölln ein Urteil abgeben, aber mir reichen schon die Erfahrungen hier in Nürnberg.
Nürnberg ist eine sehr schöne Stadt und ich bin froh hier zu leben, aber ich selbst komme aus niedrigen Verhältnissen und war auch auf Schulen, die nicht unbedingt als Elite zu bezeichnen sind. Tatsächlich habe ich die deutsche Sprache erst in der 3.Klasse der Grundschule gut beherrschen können. Die vorherigen 2 Jahre verliefen nicht unbedingt nach Wunsch meiner Eltern, die ja bekanntlich wie alle anderen Eltern auch, wollten, dass ihr Kind mal studieren und was besseres sein wird.
Die Eltern selbst sind in solchen Lagen sehr überfordert. Sie müssen schließlich mit ihrer niedrigen Bildung, ihrer schlechten Sprachkenntnisse, den bürokratischen Papierkram und sonstiges auf ihre Lasten tragen und dabei noch die Familie ernähren.
Selbstverständlich kommt noch der Punkt hinzu, dass in den eigenen vier Wänden die Muttersprache gesprochen wird.

Sobald man die Pubertät erreicht hat, erkennt man eine erschreckende Tatsache. Die Schule ist bald vorbei und was hat man in der Tasche?
Was hat man danach? Eine Ausbildung? Die Möglichkeit sich weiter zu bilden?
Und meist steht man in dieser Perspektivlosigkeit nicht allein. Der Freundeskreis erledigt den Rest.

Um eine Utopie zu kreieren, wie Balki mit seinem Asylantenstadt, würde ich lieber eine einheitliches Schulsystem auf die Beine stellen.
Meiner Meinung nach wird zu schnell zwischen Hauptschülern und Gymnasiasten unterteilt. Ich behaupte mal, dass viele Immigranten erst relativ spät "zünden".

Ihr im Forum habt meine letzten 2 Jahre quasi mitbekommen. Glaubt ihr mir wenn ich es sage, dass ich da zum ersten Mal mit Kurvendiskussionen und Funktionen, sowie Analytischer Geometrie und Stochastik zutun hatte? Für meine Mitschüler die aus der Realschule bzw. ausm Gymnasium kamen, war es lediglich eine Wiederholung.

Es steckt soviel Potential in unserem Land, die nicht gefördert werden und das Geld in falsche Ecken gesteckt werden.


8

Sonntag, 17. Oktober 2010, 12:08

Zitat

Es steckt soviel Potential in unserem Land, die nicht gefördert werden und das Geld in falsche Ecken gesteckt werden.
Ganz genau. Und du hast Recht, der Punkt, an dem man ansetzen müsste und könnte, ist das Bildungssystem. Aber was passiert, wenn man das versucht, hat man in Hamburg gesehen... Ich bin froh, dass es in Deutschland wenigstens ein recht gutes Erwachsenenbildungssystem gibt, und du, Terry, bist ja ein Beispiel dafür, dass das funktioniert. Aber ich glaube dir aufs Wort, dass das nicht einfach war, und ich kann mir auch vorstellen, dass gerade Immigrantenkinder, die z.B. zu Hause halt die Muttersprache sprechen, ein bisschen länger brauchen - und die werden dann halt "aussortiert" und haben es dann erst recht schwerer.

Schade, dass der Großteil der Diskussion nur darum geht, wie man die "bösen" Ausländer loswird (wie Squall beschreibt), und nicht darum, wie man ihr Potential nutzen kann. Und es ist traurig, dass ein negativer Einzelfall genügt, um all die vielen kleinen, mühsamen Schritte der echten Integration, die ständig überall von allen möglichen Leuten geleistet werden, einfach so wieder zu entwerten :(

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