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Balki

God's loyal Bloodhound

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Sonntag, 25. April 2010, 01:52

Sturm (Oneshot)

Habe seit langer Zeit Ideen im Kopf und den Entwurf einer Welt, habe aber keine genaue Idee für eine Geschichte (und auch nicht wirklich Zeit eine auszuarbeiten), aber in den letzten Tagen immer mehr und mehr darüber nachgedacht und kreative Phasen gehabt und dann eine kurze (3 1/2 Seiten) Geschichte geschrieben um diesen Durst zu stillen.
Hab merken müssen wie eingerostet ich bin und wie schwer es mir fällt auf deutsch zu schreiben mittlerweile, weil ich oft die Sätze auf englisch im Kopf formuliere und dann übersetzen muss (Rede aus Spaß mit Freunden in letzter Zeit vermehrt auf englisch ...).

Der volle Titel ist eigentlich "Evolution - Sturm" (für den Fall, dass ich mehr zu dieser Welt schreibe)
Die Welt die ich entworfen habe, ist doch mehr so moderne Fantasy mit Göttern und dabei verschiedenen Mythologien eingebaut.
Lange rede kurzer Sinn hier der Text (im Spoiler oder als .pdf zum download).

Spoiler Spoiler


Sturm am Morgen

Der Bass hämmerte wie wild aus den Boxen, die stickige Luft im Raum drückte zusätzlich von oben herunter.
Der plötzliche Wechsel von Farben und Lichtern, dieses halbdunkel das von inkonsistenten Schimmern durchbrochen wurde, dieser von schwitzenden Menschen berstende Raum war das zuhause von jungen Menschen ohne Perspektive.
Ein Sammelpunkt der Generation X.
Am Rand der Tanzhalle saß ein Mann auf ein paar Kisten, der vom äußerlichen nicht in den Raum passte.
Ein Mittzwanziger mit kurzen weißen Haaren, einem harten und gegerbtem Gesicht mit einer Narbe auf der rechten Wange, er trug eine enge weiße Jeans und eine schwarze Lederjacke und passte damit absolut nicht zu den restlichen Besuchern des Raves.
“Hallo Thor, was machst du 'n hier ?”
Eine Frau lehnte sich an ihn an und knabberte an seinem Ohr.
“Hätte dich nie hier erwartet, geschäftlich ?”
Das wenige was sie anhatte, war zerrissen und heruntergekommen.
“Vielleicht umsonst, vielleicht geschäftlich.”
“Gesprächig wie eh und je Thor. Bau keine Scheiße in meinem Laden!”
“Wenn es sich vermeiden lässt.”
“Ich hoffe für dich, dass es sich vermeiden lässt.”
“Ich werd mein bestes geben … Quzah.”
“Nenn mich nicht so!”, stieß sie scharf hervor und ging weg.
Thor hob die Mundwinkel zu einem leichten Lächeln an und dachte sich, dass sie sich in all den Jahren nicht verändert hatte.

Granatendonner ließ den Raum erschüttern, die Wände bebten und der Putz bröckelte herunter.
“Herr Sturmscharführer wir sind eingekesselt!”
“Schauze Feldwebel ich denke!”
“Sturmscharführer wir haben den Funkkontakt zum Hauptquartier verloren!”
“Verdammt!”
“Ein Trupp Amerikaner kommt die Hauptstraße herunter, Befehle Sturmscharführer?”
“Nicht feuern, ich wiederhole nicht feuern!”
Sturmscharführer Paul Holstermann breitete eine Karte von Caen.
Er ging die Karte ab und tippte mit den Fingern an die Stellen die von allierten Truppen besetzt waren oder wo er allierte Truppen vermutete.
Er arbeitete auf Hochtouren um eine Fluchtroute zu finden, einen sicheren Weg für sich und seine Männer aus der Stadt.
Seine Einheit wurde aufgerieben, er und vier weitere Soldaten waren alles was übrig war, ein Soldat lag tot im Zimmer, er hatte erst vor einer halben Stunde sein Leben ausgehaucht.
“Wenn wir die Route nehmen, da in den Seitengassen untertauchen, da sollten noch Truppen von uns sein ...”, dachte er laut vor sich hin.
“Ich sag' dir, das ist Wahnsinn! Wir sollten uns ergeben!”
“Du bist wahnsinnig! Was glaubst du machen die Britenschweine mit ein paar Nazis ?”
“Besser als irgendwo zu verrotten!”
Die Soldaten flüsterten miteinander, vergebens, der Sturmscharführer hatte jedes Wort mitbekommen.
“Gefreiter, haben sie mir etwas zu sagen ?”, der Sturmscharführer hielt dem Soldaten die Pistole an die Stirn.
“N...n...nein. Nein! Herr Sturmscharführer!”
“Gut, macht euch bereit! Wir gehen.”
Er drehte sich zur Leiche.
“Kamerad ruhe in Frieden wir werden deinen Tod rächen!”

Thor rieb sich die Narbe.
“Warum erinnere ich mich jetzt an diese alte Geschichte … schlechtes Omen.”
Trotz der Nebelwolken im dunklen Raum in ihrer Myriade von Farben, sah Thor scharf und klar und beobachtete schon seit einer Stunde dieselbe Person.

“DECKUNG!”
Eine Granate explodierte, fetzte Trümmer durch die Luft, eine Staubwolke erhob sich, der Lärm in den Ohren klang dem Sturmscharführer nur langsam ab.
“MG Nest! 12 Uhr, 100, 2ter Stock.”
Die fünf Soldaten kauerten hinter einem umgekipptem Transportlkw.
In letzter Minute hatten sie die Granate gesehen und sind in Deckung gesprungen.
“Bastarde!”, schrie einer der Soldaten.
“Fresse! Wir hatten Glück!”, schrie der Sturmscharführer.
Hätten die britischen Soldaten sofort das Feuer eröffnet, wären sie umgenäht worden.
“Feldwebel!”
“Jawohl!”
“Das Haus gegenüber, erster Stock rechts.”
Der Feldwebel sah zum halbzerstörten Haus hoch, die Seitenmauer fehlte, er konnte jedoch nicht sehen ob sich jemand hinter der Mauer verbarg oder nicht.
“Dort oben ist wahrscheinlisch ein verwunderter allierter Soldat, gehen sie hoch und schalten sie ihn aus. Die Briten haben uns bis zur Granate nicht bemerkt. Gefreiter Müller und Bauer ihr rennt mit ihm rüber zum Eingang und deckt diesen, sollte er getroffen werden, geht einer von euch beiden rauf. Gefreiter Konrad sie werden mit mir Feuerschutz geben und das Feuer auf uns lenken bevor sie laufen. Los!”
Die beiden tauchten auf der rechten Seite des LKWs hervor und eröffneten das Sperrfeuer auf das britische MG-Nest, das bisher geschwiegen hatte. Sofort ging das Feuer des MGs los, die Kugeln schlugen in den LKW ein, in den Boden vor den beiden und schossen an ihnen vorbei.
Die anderen 3 waren schon lange am laufen, zu spät schwänkte das MG um, die 3 schafften es unversehrt auf die andere Seite der Straße und der Feldwebel ging auf die Suche.

Thor sah wieder nach dem Jugendlichen, er hatte ihn kurz aus dem Blick verloren als er auf die Decke starrte und in Gedanken versunken war.
“Woran denkst du ?”
Quzah trat an Thor heran mit 2 Getränken.
“An früher ?”
“Ja.”
“Beschissene Zeit, '44 … keine Ahnung warum ich dich damals nicht umgebracht habe, den dreckigen kleinen Nazi.”
“Reiß' die alten Wunden nicht auf, ich war jung und die Rotzbremse ein guter Rhetoriker, wenn er wollte, dass du Scheiße frisst und sie wie Schokolade schmeckt, dann hat sie nach Schokolade geschmeckt.”
“Sturmscharführer Paul Holstermann, Träger der silbernen germanischen Leistungsrune, ha ha, des Infanterie-Sturmabzeichens, des ...”
“Halt die Fresse!”
“Jetzt sind wir quit”, sie lachte und setzte sich neben ihn und lehnte ihren Kopf an seine Schulter.
“Nenn mich bitte nicht so, ich hasse diesen Namen, ich wollte nie diesen Namen haben, ich wollte damals sterben, nur noch sterben, ich kämpfte an allen großen Fronten, in jeder großen Schlacht bis zu Overlord, bis Caen. Ich überlebte alles, selbst da wo ich halbtot in einer Ruine lag neben den Leichen meiner Kameraden. Als ich euch auf die Stellung der Briten zumarschieren sah und die euch nicht bemerkten, hab' ich eine Granate werfen müssen, wie lächerlich findest du nicht ? Das ich sowas wie ein Interesse an diesem Krieg hatte ...”
“Die Führer auf beiden Seiten konnten einen begeistern, egal ob junge Menschen oder eine junge Göttin.”
Er umarmte sie und drückte sie an sich ran.
“Wärst du damals in den Raum gekommen, hättest du mich sofort erschossen und es wäre aus gewesen.”, sie lachte verschmitzt, “dein dummer Feldwebel wollte noch etwas Spaß haben mit einer verwundeten kanadischen Soldaten der Spezialeinsatzkräfte.”
“Ich hatte nur Gerüchte gehört über deine Einheit, ich hätte alle meine Abzeichen gewettet, dass es euch nicht gibt.”, erinnerte sich Thor.
“Wir hatten eine Stellung in diesem Haus aufgebaut, hinter feindlichen Linien um Hinterhalte zu legen.”, erzählte sie, “ironischerweise wurde das Haus von allierter Infanterie zerstört.”
“Ein Wunder, dass du überlebt hast, selbst für einen Gott war diese Situation gefährlich.”
“3 Tage in einem Haus liegen, tödlich verwundet, schwach und unfähig sich zu bewegen, aber nicht in der Lage zu sterben, weil das letzte bisschen fehlt ...”
Er legte ihr einen Finger auf die Lippen.
Nach einer kurzen Pause fragte sie ihn: “Glaubst du ist er einer ?”
“Ja, mein Informant hat mir gesteckt, dass heute ein Gott geboren wird, ich hoffe es ist einer von uns, wenn nicht bring ich ihn um bevor die anderen ihn kriegen.”
Ein greller Lichtblitz füllte plötzlich den Raum aus und tosender Lärm übertönte die Musik.
Panik brach aus, die Menschen rannten zu den Ausgängen, viele fielen blind hin und wurden niedergetrampelt, niemand achtete auf den anderen.
In der Mitte des Raumes lag der Jugendliche den Thor den ganzen Abend beobachtet hatte, um ihn herum standen 4 Männer in Motorradanzügen, Helme bedeckten ihre Gesichter.
“Ein Donnergott, der Boss wird enttäuscht sein.”, seufzte einer der vier.
Der Junge lag am Boden, über ihm flimmerte die Luft man konnte ein halbkugelförmiges Schild erkennen.
Thor erinnerte sich an seine Geburt damals in Caen, die unter ähnlichen Umständen ablief.
“Jungs könnt gehen, wir übernehmen.”
“Ich denke nicht Tim, vier gegen eins, geh' lieber zu Mama bevor du dir die Finger verbrennst.”
Thor knackste mit den Knöcheln.
“Wer schickt euch ? Hephaistos ? Sein Bruder Vulcanus ? Ein anderer ? Letzte Chance, geht, kriecht ihm in den Hintern und richtet ihm schöne Grüße von Thor aus.”
Die vier Biker wichen zurück und gingen in Verteidigungsstellung.
“Was redest du? Thor ? Dass ich nicht lache! Laber keinen Müll, nachher wird es dir Leid tun.”
Der Junge sah sich panisch um, von Thor zu den vier Bikern.
“Schatz, bring' den Jungen in Sicherheit und erklär ihm mal was los ist, du kannst das so toll. Miss SpecialTaskForce.”, Thor grinste, “ich kümmer mich um die Babies hier.”
Einer der vier sprang nach vorne um den Jungen zu schnappen, aber bevor er sich versah war er schon weg.
“Ihr seid soeben Zeugen des berüchtigten Donnerschritts geworden, leider muss ich euch jetzt umbringen.”
Thor zog seine Lederjacke aus und warf sie in die Ecke des Clubs, die Narben auf seiner Brust loderten gelblich.
“Du Wichser bist nicht Thor!”
“Weil ?”, er dehnte das weil und warf einen hämischen Ton ein.
“Ein Gott auf dem Level von Thor hätte nicht solche Narben!”
“Ah das, ein Souvenir, aus Polen.”
“Was auch immer, letzte Worte ?”
“Bis zum Blut, bis zum Tod, meine Ehre mein Stolz, wir kämpfen bis zum letzten Mann.”
“Was ?”
Als Thor mit seinem Schlachtgebet fertig war, sprang er nach vor, duckte sich unter einem Schlag weg und versenkte seine Faust in der Magengrube des ersten Bikers. Der Körper des Getroffenen zuckte kurz und fiel dann leblos zu Boden, es stank nach verbranntem Fleisch.
“Hurenkind!”
Eine Flammensäule schoss aus dem Boden und umschloss Thor.
“Lächerlich.”
Ein goldener Strahl schoß aus den Flammen heraus und dem Angreifer durch den Kopf, gleichzeitig sah der Dritte für einen kurzen Augenblick eine Silhouette aus dem Flammen springen, bevor sich 2 Finger in seine Augenhöhlen bohrten und ein Stromschock das Gehirn zerstörte.
“Du … du … du bist wirklich Thor, du bist es wirklich … ich will nicht … ich will nicht ...”
Der Biker fiel rückwärts auf den Boden und kroch langsam von Thor weg, der ihm langsam folgte.
“Gib mir dein Handy, sofort.”
Der Biker warf es ihm zu.
“Die Nummer vom Boss ?”
“U-u-unter V gespeichert.”, er drückte sich gegen die Wand.
“Also doch … Jo Volcanus, ich hab hier ein paar deiner Jungs die mir Stress gemacht haben.”
Eine tiefe, brummende Stimme, die nur schwer die Wut unterdrücken konnte, antwortete: “Stress ? Vielleicht sollte ich vorbeischauen und dich erledigen, wenn die 4 dir Stress machen.”
“Lieber nicht, wenn wir den Club noch mehr verwüsten bringt sie mich noch um.”
“Haha, ja ich würde es lieber nicht drauf ankommen lassen, also was willst du Thor ? Du rufst mich doch nicht an um Smalltalk zu führen.”
“Der hier hat sich mehr oder weniger ergeben und als ehemaliger Soldat bring ich es nicht einfach übers Herz einen Gefangen zu töten, aber einfach so gehen lassen kann ich ihn nicht.”
“Gib ihn mir.”
“Der Chef will dich sprechen.”
Der vierte Biker nickte nur mehrmals stumm und legte nach einer Zeit auf.
Er steckte die Hand in den Mund und verzerrte vor Schmerz das Gesicht.
Als er die Hand rausnahm war die Zunge ein kleiner verstümmelter Klumpen im Mund.
“Volcanus … dein Sinn für Humor bei Bestrafungen hat sich nicht verändert.”
“Ein neuer Gott für den Donnerclan, mal Zeus anrufen und ihm Bescheid sagen, der Wichser wird sich sicher freuen mitten in der Nacht meine Stimme zu hören.”
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Lucris

~Kritikergott~

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2

Samstag, 22. Mai 2010, 13:58

meine erste Kritik seit langem. Puh, muss erst mal wieder rienkommen, was? Aber fangen wir mal an. Als allererstes weißt du bestimmt wie alle anderen, dass ich kein Freund von Schmeichelei bin und offen sage, was gut und was wiederum verbesserungswürdig ist.

Allgemein:
Deine Geschichte entführt uns zu einem Ort ohne wirklichen Zeitpunkt. Wir sehen Polen im Jahre 1944 und anschließend eine Bar in der nicht allzufernen Zukunft. Oder vielleicht doch? Altern die Protagonisten nicht? Ist die Bar vielleicht doch nur ein paar Jahre weiter vorne? Zwar wird diese Frage nicht geklärt, aber man sieht darüber hinweg. Kommen wir lieber zum genauen Hauptmerkmal, nämlich Thor. Wir hören mehrere Götternahmen wie Volcanus oder Zeus, aber da geht mir ein Gedanke durch den Kopf. Thor aus der germanischen Mythologie mit der Griechischen? ich bezweifle stark, dass du dich nicht mit den Mythologien auskennst, weshalb ich sofort dachte, dass dahinter ein cleverer Plan stecken muss. Zwar sehen wir diesen nicht aber wer weiß? Die Kombination anderer Mythologien zu einem großen festspiel wäre grandios? Anubis mit Muhammed? ich bin dabei.
Aber kommen wir zurück zur Geschichte. Wir sehen Thor mit seiner Lady aus vergangenen kriegszeiten sich unterhalten, wobei wir nach einigen nicht ganz vollständigen Flashbacks die Geburt eines neuen Donnergottes miterleben. Ab diesem Punkt hatte ich meine Probleme mit der Geschichte, aber dazu später. Nach einem kurzen Kampf zwischen Thor und den Gefolgsleuten von Volcanus, kann der neue Donnergott gerettet werden und zu Zeus persönlich geliefert werden.
Was nehmen wir nun also mit von einem Oneshot? Naja, es sollte eine abgeschlossene Geschichte sein und hier haben wir eher das Gefühl eines Prologs für etwas weitaus größeres. Ob wir mehr hiervon sehen werden, ist jedoch ungewiss. Einen direkten Höhepunkt oder eine Botschaft wird leider auch nciht gegeben, weshalb in mir sich ein eher maues Gefühl beim Abschluss ergibt.

Was war gut?

Balki, wenn du etwas wirklich, aber auch wirklich gut kannst, dann sind es sexuell angespannte Momente und die Dialoge eines einsamen Mannes, der die Dunkelheit seiner Seele sein Zuhause nennt und die Abgeschiedenheit der Menschheit bevorzugt. Leider sehen wir von diesen beiden Dingen wirklich nur am Anfang etwas und mehr wäre in diesem Falle wirklich mehr. Was aber davon da ist, überzeugt und man sieht, dass dein talent im makaberen liegt, von dem ich wirklich nur allzugern mehr sehen würde... Man ich bin wirklich krank.
Auch das benutzen exotischer oder einfach nur passender fremdwörter kannst du geschickt in den Kontext einbringen, ohne dass diese störend wirken oder dass man den Zusammenhang dieser neuen Wörter nicht versteht. Man liest ein neues Wprt und weiß dennoch instinktiv, was die bedeuten. Bravo mein bester Bravo. Lange Rede kurzer Sinn mein Bester. Du bist der Frank Miller unter uns und dein Sinn und Blick für die Abart und Dunkelheit unserer Welt und Gesellschaft gefällt mir sehr!

Was war schlecht?
Leider hast du auch deine Defizite, die du nur zu gern über die Jahre hinweg gerne verbessern möchtest, aber leider bis jetzt in nur langsamen Schritten. Die zweite Hälfte beinhaltete den Kampf, welcher jedoch von Klischees und müden Onelinern besetzt war. War Thor zuvor ein einsames Wesen, der das Ambiente juger Wesen genoß, so entpuppte er sich zu einer Mischung aus Dante von Devil May Cry 3 und Afro Samurai. Brutalität kann sehr effizient genutzt werden, aber nur wenn auch die Beschreibung des Kampfes überzeugen könnte. In diesem Falle leider nicht.
Zudem bekommen wir für einen Oneshot leider nicht viel. Das Ende ist offen, der Anfang verwirrend und die Aufklärung unserer Fragen bleibt leer. Vielleicht kommt da noch was, und falls ja, dann müssten einige Punkte verändert werden. Ein Konstrukt in einer Geschichte zu finden ist sehr schwer, aber man muss so früh wie möglich beginnen diesen zu erstellen.

Fehlerverbesserungen:

Zitat

Schauze Feldwebel

Da fehlt ein N.

Zitat

100, 2ter Stock

Was bedeutet die 100 in der Beschreibung?

Zitat

Reiß´

Kommt da wirklich ein Semikolon hin?

Zitat

Glaubst du ist er einer?

Falscher Satzbau.

Zitat

Der letzte Gefolgsmann nickt still am Telefon. Wer nickt an einem Telefon? der Gesprächspartner sieht dich nicht.



Oneshot: Sturm = 3/10

I am Zantus. I fought my Way, to be your Demon King

Balki

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3

Samstag, 22. Mai 2010, 20:16

Ich hätte wissen sollen, dass Korrekturlesen um 2 Uhr in der früh nichts bringt, werd' bei Gelegenheit die Fehler bearbeiten.
Auch sonst überrascht mich die Kritik wenig, war es doch mein erster Schreibversuch seit sehr langem, hinter der ganzen Geschichte steckt etwas größeres, aber ob da jemals mehr kommt oder nicht, keine Ahnung, habe jedoch einfach ne Welt gebraucht in der ich 'ne Geschichte schreiben konnte.
(Der Flashback spielt in Frankreich, nicht in Polen. Die Brustnarben sind aus Polen und die Diskoszene ist in den 90ern, hätte das aber ruhig näher ausführen können).

"Was bedeutet die 100 in der Beschreibung?"

In der Militärsprache werden längenangaben so gemacht "diese Richtung 100" bedeutet, in die Richtung in die man zeigt 100 Meter (bei näherem überlegen wär ne kleinere DIstanz vernünftiger gewesen).

mfG Balki

4

Donnerstag, 23. September 2010, 10:38

@ Lucris:

Zitat

Zitat

Zitat

Reiß´
Kommt da wirklich ein Semikolon hin?
Das ist ein Apostroph ;) Semikolon ist das da: ;
Und ja, der Apostroph kann da hin, muss aber nicht. Aber Schluss mit dem grammatikalischen Haarespalten - es geht um Balkis Geschichte. Sorry, Lu!

Zur Story:

Erstmal ganz kurz: Mir hat sie gefallen. Hast du "Die Kabala" von Thornton Wilder gelesen? Die wiedergeborenen Götter haben mich sehr daran erinnert. Wenn nicht: Vielleicht könnte das Buch dir gefallen? Auch wenn es nicht viel Action hat ;)

Zum Zeitablauf in der Story:

Da muss ich mich Lu zum Teil anschließen, ein paar Dinge passen nicht ganz zusammen. Caen ist in Frankreich und eindeutig im 2. Weltkrieg, OK. Soviel hab ich mitgekriegt. "Generation X" gibt zumindest eine grobe Zeitangabe (ca. 90er Jahre des 20. Jahrhunderts). Paul Holstermann/Thor ist in beiden Szenen ca. Mitte zwanzig, was auch noch akzeptabel ist, wenn Götter ab ihrer Wiedergeburt nicht mehr altern... Aaaber: Wenn die Narben aus Polen stammen:
- wie alt war Holstermann, als er in Polen war, dass er später an die französische Front versetzt wurde und immer noch erst Mitte zwanzig ist?
- warum reibt er sich die Narbe, wenn er an Frankreich denkt? Oder ist die eine Narbe aus Caen, und die andere aus Polen?
Das sind aber nur Kleinigkeiten, finde ich.

Was die Tippfehler betrifft: Lies es dir nochmal in Ruhe durch, da sind noch einige mehr, die Lu nicht gesehen oder nicht erwähnt hat. Und entscheide dich vor allem, wie Vulcanus denn nun heißt (mit o oder mit u?) ;)

Kritik:
Hm, eigentlich eine schöne Idee - antike Götter verschiedener Mythologien, die als Menschen wiedergeboren wurden und als junge Erwachsene ihre Göttlichkeit entdecken. Interessant auch, dass du (anders als Wilder) verschiedene Mythologien gleichrangig nebeneinander stellst, sogar so eng verwandte wie die römische und die griechische - das sind dann halt Brüder. Wenn ich es richtig verstehe, haben sich ähnliche Götter zu Clans zusammengeschlossen? (Donnerclan mit Zeus, Thor und vermutlich z.B. Jupiter etc.; vielleicht gibt es einen Fruchtbarkeitsclan mit Aphrodite, Venus, Freya und Ischtar?)
Aber hier ist auch schon wieder etwas, was mich stört. Ich glaube, etwas ähnliches meinte Lu, als er sagte, es wirkt nicht wie ein One-Shot, sondern wie ein Prolog. Ein Hintergrund wird angedeutet, ein größerer Konflikt als nur "wer kriegt den neuen Gott" - aber dann erfährt man nichts darüber. Deshalb wirkt die ganze Geschichte so offen: Man erwartet, dass sie nur den größeren Konflikt zwischen den Götterclans aufbaut - und dann kommt nichts mehr. Dasselbe gilt für Quzahs Andeutung, sie habe "bis zu Overlord" geklämpft. Was (oder wer) ist "Overlord", und vor allem: Warum wirfst du diesen Begriff hier ein, nur um dann nie wieder darauf zurückzukommen?

Der Kampf ist recht kurz und knackig. Eigentlich finde ich das OK - ich habe nicht das Gefühl, dass er im Zentrum der Geschichte stehen soll; er ist ein Stein auf dem Weg, aber nicht wirklich der Höhepunkt, und so macht es nichts, dass er sehr schnell zu Ende ist und nicht ausführlich beschrieben wird.
Allerdings ergibt das wiederum ein Problem mit dem Timing deiner Geschichte:
Wenn die Geschichte eben kein Prolog ist und kein erstes Kapitel, sondern ein One-Shot, dann fehlt mir der Spannungsbogen.

Entweder es geht um Quzah und Thor, die sich gemeinsam an die Vergangenheit erinnern und dem Leser nebenbei enthüllen, dass die alten Götter unter uns leben - dann dauert der Kampf am Ende zu lang, und man erfährt zuviel über Vulcanus, der eigentlich kaum eine Rolle spielt. Die Geburt des neuen Gottes ist nur das Ereignis, das Thor und Quzah zusammenbringt, und nimmt also zuviel eigenen Raum ein.

Oder aber es geht nicht um Thors und Quzahs Vergangenheit, sondern um das akute Problem in dieser einen Situation: Ein neuer Gott wird geboren, und Thor muss ihn unter seine Fittiche nehmen, bevor das ein anderer (angedeutet sinistrer) Gott tut. Die Rückblenden dienen nur dem Setting und der Einführung der Charaktere. In diesem Fall wiederum erfahren wir zu wenig über Vulcanus (was hat der im 2. WK gemacht? Warum will er den neuen Gott, warum will Thor das verhindern?), und der Kampf, der dann ja eigentlich der Höhepunkt der Geschichte sein sollte, ist zu kurz. Es kommt keine echte Spannung auf, zum einen, weil der Leser (anders als die Schläger) schon weiß, dass es wirklich Thor ist, und zum anderen, weil es dann ja auch verdammt schnell geht. Thor braucht nicht mehr Aufwand, um drei Schläger fertigzumachen, als ich brauche, um mir eine Fliege vom Ärmel zu wischen. Dadurch verpufft jedwede Spannung, und Vulcanus akzeptiert seine Niederlage ja auch sofort - der Konflikt löst sich in Luft auf. Aber eine spannende Story braucht Konflikt.

Daraus ergibt sich für mich nur eins: Die ganze Geschichte ist, wie Lu schon schreibt, ein Prolog; sie leitet zu einem größeren Konflikt über. Vulcanus gibt an dieser Stelle so schnell nach, weil er weiß, dass diese Prügelei nur ein unwichtiges Scharmützel in einem größeren Krieg ist; die Rückblenden und Andeutungen werden im weiteren Verlauf der größeren Geschichte noch wichtig; vermutlich taucht sogar der neugeborene Gott wieder an wichtiger Stelle auf. Alles, was hier wie nicht zuende gedacht oder wie ein loser Faden wirkt, wird später wieder aufgenommen und zeigt seine Bedeutung im größeren Zusammenhang.

Wenn dem nicht so ist, dann fehlt dieser Geschichte das gewisse Etwas. Dann ist sie eine nette Idee, die nicht zu Ende gedacht wurde.

Wenn dem doch so ist, dann musst du, Balki, zu dir selbst ehrlicher sein (und strenger): Du hast diese Welt erfunden, und du willst eine Geschichte darüber schreiben. Nicht nur eine Kurzgeschichte, sondern eine Art moderner Mythologie. Vielleicht fehlt dir noch der große Plot, vielleicht ist er noch nicht fertig, vielleicht wird er sich am Ende aus Kurzgeschichten zusammensetzen - aber es gibt einen großen Plot, und du traust dich nur nicht an ihn ran.
In diesem Fall habe ich eine Bitte: Trau dich. Schreib weiter daran. Auch wenn es lange dauert. Ich glaube, die Idee ist es wert, Arbeit reinzustecken. Aber wenn du diese Geschichte allein stehenlässt, dann, leider, ist sie zwar ganz nett - mehr aber auch nicht.

Oh, und eine dumme Frage zum Schluss: Wer ist Quzah? ?(

If you gave a real writer a choice between honest, intelligent feedback or oral sex, they'd choose the feedback.
Luke McKinney on cracked.com


Balki

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5

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 23:42

Naja "one-shot" war der falsche Begriffe, ebenso wie bei einigen früheren Geschichten von mir "Kurzgeschichte" wollte lediglich kreativen Druck abbauen.
Im nachhinein betrachtet war es keine gute Idee nach dem spielen von Call of Duty 1 und dem Film Soldat James Ryan eine Geschichte zu schreiben die einen kleinen Hintergrund im 2ten Weltkrieg hat.
Overlord war die Schlacht in und um Caen wenn mich meine Erinnerung nicht trübt.

Hm
hatte mir überlegt hier weiter zu schreiben bzw zumindest ein weiteres Schreibexperiment, war mir aber nicht sicher. Aber deine ermunternden Worte Atro werden zumindest ein weiteres längeres und hoffentlich besseres Produkt erzeugen.
Zumindest werd ich mehr auf die Welt eingehen, wenn ich dann noch Lust habe kommt eine ordentliche Geschichte.

Quzah ist ein Donnergott aus der pre-islamischen Ära im arabischen Raum, ob der Gott männlich oder weiblich ist hab ich unterschiedliches gefunden, habe mich jedoch aufgrund der "femininen" Endung "ah" für die weibliche Version entschieden.
Zuerst werd' ich aber wieder recherchieren dürfen, habe anscheinend meine Datei verloren in der n paar dutzend Götternamen und Mythologiestammbäume verzeichnet waren, dabei mit vielen Exoten wie der pre-islamischen Mythologie, altbabylonischen Göttern, etc.

Halte euch auf dem laufenden.

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