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Mittwoch, 9. April 2008, 21:12

Xelto - gerade diesen Charakter konnte ich sehr gut nachempfinden. Er hatte es von allen am schwersten gehabt, begann sein ganzes Debakel ja schon damals als er durch die Hand Niidas (bzw. Hynes) starb.

Ich für meinen Teil habe sogar während des Lesens über diese Person nachgedacht, nachgedacht was er alles für Fehler, aber auch Gutes (wenn man es mal so nennen will) er getan hatte. Stets war einem bewusst, dass dieser Charakter das personifizierte, was wir bzw. man selbst nicht werden sollte/n. Zu Beginn war er einfach nur der böse Hexenritter, schon fast der Gegenpart zu Squall, welcher nach und nach durch die Bemühungen Cifers langsam aber sicher auftaute. Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch zwischen ihm und Rinoa, wo sie sich beide teils ganz normal miteinander unterhielten, Xelto dann aber doch abblockte als es ihm zu doof wurde. Über die ganze Story verteilt tötete er nach und nach immer mehr Menschen, sogar Dario und sein Bruder starben durch seine Hand aufgrund von Laurens Tod (durch welchen er einfach nur zum Berserker wurde, vollkommen erfüllt vom Hass).

Diese "Beziehung" war eh etwas sehr sonderbares, aber wie MfLuder bereits sagte wurde beiden einfach so ziemlich alles genommen was zum Entdecken der Liebe, Geborgenheit usw. dazugehört. Das aus dieser Verbindung nichts werden konnte bzw. keine wirkliche Liebe entstehen konnte war recht schnell klar, besonders als Xelto Lauren mit seinem Motorrad abholte, sie ihm eine Ohrfeige gab und sie darauf sagte - "Ich bin ja eh dein Spielzeug!" . Ich fand das ganze schone eher traurig, dass sich zwei junge Menschen etwas derartig so verbauen bzw. in gewisser Weise garnichts dafür können, weil sie es nicht anders "gerlernt" hatten.

Irgendwann kam es dann zum "legendären" Kampf (wie Xelto es immer wieder sagte) in welchem sich entscheiden sollte wie Xelto wirklich der Welt gegenüber eingestellt war und ob er noch umkehren würde auf seinem alles zerstörenden Leidensweg.


MfLuder hat sogesehen das wichtigste von allem, was Xelto betrifft bereits angesprochen, weswegen ich auch nur noch hinzufügen möchte das ich wie Terry bereits sagte man sich garnicht vorstellen kann wie Cifer sich die ganze Zeit über gefühlt haben muss, besonders seit dem Moment wo er Xelto direkt ins Gesicht sagte was er für ihn empfand, dass er ihn so liebte als sei er sein eigener Bruder.

Ich für meinen Teil kann Xelto sowie den ehemaligen Klassenkamerad von MfLuder ansatzweise verstehen, besonders was es bedeutet sich bereits in jungen Jahren anderen Personen oder gar der ganzen Welt selbst zu "entziehen", sich zu verschließen sowie anderen somit keine Chance zu geben sie an sich heranzulassen, damit sie einem evtl. helfen können, da ich ebenfalls etwa die Hälfte meines Lebens von Mitschülern usw. runtergemacht wurde, weswegen ich ebenfalls lieber für mich alleine bin, neue Personen garnicht erst so richtig an mich heranlasse und zudem indirekt eine negative Eintsellung gegenüber meinen Mitmenschen habe, obwohl ich diese nichteinmal kenne.

Aber nunja, soviel dazu. Gehört zudem nicht zum Thema also daher -


mfG. Balmung

MfLuder

Gaukler

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Wohnort: Berlin, Deutschland

Beruf: 2.Regieassistent

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22

Donnerstag, 10. April 2008, 15:42

Kurze Korrektur: Nur Dario stirbt, Nimbley ist zu dem Punkt nicht anwesend und überlebt.

Ganz kurz zum Klassenkameraden, bzw. er war nicht in meiner Klasse, er war drei Klassen unter mir, also ein Kind. Die betreffende Person war in keinster Weise mit Xelto zu vergleichen, er war mehr absolut unter dem Einfluss seiner sehr dominierenden Eltern, vor allem seines Vaters, der zu allem Übel auch noch sein Klassenlehrer war. Er wurde ziemlich schnell zum Klassenclown und man konnte ziemlich gut sehen, dass er ein sehr unsicherer Mensch war. Er trat früh in die Jugendorganisation einer politischen Partei ein, übernahm politische Ziele, die meinen vollkommen fremd waren, was ihn übrigens sehr verwirrt hat, weil wir uns eigentlich ganz gut leiden konnten, aber beide mit der unterschiedlichen politischen Einstellung zu kämpfen hatten (naja, damals war mir das SEHR wichtig, heute sehe ich das gelassener). Man merkte in seinem zappeligen Umgang, in seinem sehr schnellen Sprechen, das er ein unheimlich unsicherer Mensch ist und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er genauso fürchterlich wie sein Vater wird, genauso autoritär, genauso engstirnig, wobei er ja unterm Strich als Kind durchaus nicht unsympathisch war. Nun denn, als er älter wurde, konnte man förmlich zusehen, wie er bereits immer härter wurde, überdeckte, zuschüttete und schlussendlich bereits diese Selbstzufriedenheit besaß.

Insofern ist Xelto da ganz anders, er trägt ganz andere Dinge in sich und hat somit über fünf Umwege eher mehr Züge von mir (vermutlich sicher auch von Shadow, für den kann ich nicht sprechen), als von dem, um den es ging. Es ging mehr um die Idee zu sehen, was aus einem Menschen werden kann und es schlussenldich nicht verhindern können. Das war eigentlich das, was zumindest mich angetrieben hat. Zur Entstehungszeit von AT war ich sehr idealistisch, dachte, wir können endlich die Fehler der Menschheit ändern. Und zu sehen, wie aus den Kindern letztendlich genau die gleichen Idioten werden, die nur übers Eigenheim nachdenken, ließ mich ziemlich resignieren. Und das war teilweise der Grundgedanke, der in Cifers Ringen um Xelto einfloss. Der eigentliche Charakter entwickelte sich aus anderen Zügen heraus.
Es war mehr so, zumindest bei mir, dass mich bei AT "Ideen" mehr als "Menschen" fasziniert haben. Wir haben viel geschrieben über Sachen, die uns interessierten. Im Nachhinein wurde mir erst klar, was wir eigentlich geschrieben haben und als ich mit "Four Seasons" anfing, wollte ich denn auch mehr über "Menschen" schreiben. Gegen Ende von AT wurde es immer emotionaler, immer härter, wir schrieben über das, was uns wirklich bewegte.

Ich führe die große Korrektur eben auch unter dem Aspekt aus, mancher menschlichen Beziehung im Nachhinein etwas gerechter zu werden. Aber unterm Strich habe zumindest ich AT zu einem Zeitpunkt geschrieben, wo ich endlos über die Ideen dahinter referieren konnte, aber über das Menschliche, was darin ausgesprochen wurde, konnte ich nicht sprechen, darüber konnte ich nur schreiben.

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